Blumenstrauss - seit zwei Tagen Brustkrebsdiagnose

  • Hallo liebe Forenmitglieder,

    Ich neu hier. Seit 5 Minuten... Ich habe noch keine Ahnung, wie das Forum hier genau funktioniert und ich war auch noch nie in einem Forum. Ich habe seit 5 Tagen den Verdacht auf Brustkrebs und seit zwei Tagen die Gewissheit. Ich habe zwei kleine Kinder und bin 40 und bin total verzweifelt. Alles ist plötzlich so anders und ich erlebe ein schreckliches Auf-und Ab. Von "ach, das packe ich schon" bis zu "hat doch eh alles keinen Sinn mehr". Ich sehne mich nach Gleichgesinnten und möchte so mehr Mut und Zuversicht bekommen.

  • Hallo Blumenstrauß,


    Willkommen im Forum.

    Ich bin auch Mama von zwei kleinen Kindern, habe auch Brustkrebs (Befund seit Mai diesen Jahres) und kenne diese Angst, diese Ohnmacht und diese Mutlosigkeit.

    Aber das legt sich wieder - bestimmt.

    Hast du schon den genauen Befund und einen Plan welche Therapie folgt?

    Magst du uns das sagen?

    Meistens geht es einem besser, wenn der Plan steht und du weißt wie es weiter gehen soll.

    Ich bin mittlerweile bei meiner zweiten Chemo angekommen und gehe Etappe für Etappe.

    Es ist nicht leicht, aber man schafft es.

    Nur MUT!

    Liebe Grüße Anja

  • Liebe Blumenstrauß :hug:,

    auch von mir ein liebes Willkommen hier in unserem familiären Forum.

    Du brauchst keine Erfahrung, wirst dich auch so hier wohlfühlen und nach und nach einlesen, wenn du Zeit dafür hast. Dann wirst du erkennen, deine Angst, Verzweiflung, das Chaos im Kopf ist uns allen bekannt, uns ging es allen so und du bist damit nicht allein. Wir sind für dich da wenn du magst, fangen dich auf, stützen und stårken dich, schreien, weinen und lachen mit dir, was auch immer du willst.

    Wenn du weißt wie deine Behandlung aussehen wird und du endlich etwas dagegen tun kannst, wird es dir besser gehen. Dann kommt die Kraft und der Kampfgeist ist geweckt. Klar schaffst du das, auch wenn es vielleicht nicht leicht wird, aber he 2 kleine Kinder, da kommt nochmal die "Mamapower" dazu.

    Falls noch keine weiteren Untersuchungen stattgefundenen haben, wirst du da jetzt noch eine Menge Termine haben, die restliche Zeit versuch dich abzukenken mit den Kids um nicht so viel zu grübeln. Konkret sich vorzubereiten geht erst, wenn du weißt wie deine Therapien aussehen werden, so lange auch am besten das googeln lassen. :) Kopf hoch, du schaffst das:!:

  • Hallo Blumenstrauss,


    herzlich Willkommen hier im Forum der Frauenselbsthilfe. Dieses Auf- und Ab der Gefühle kann ich gut verstehen und es hat auch seine Berechtigung. Es geht weiter... Schritt für Schritt. Schau Dich hier in Ruhe um und fühle Dich wohl bei uns.


    Ich schließe mich Annillein und Sylvi an: Kopf hoch, Du schaffst das:!:


    Ich wünsche Dir viel Kraft und einen guten Austausch

  • Vielen lieben Dank! Ihr seid ja lieb und ich glaube, es tut mir gut, wenn ich mit "Gleichgesinnten" schreiben kann. Ich erzähle euch einfach ein bisschen: Den Tumor habe ich Sonntagabend selbst getastet. Am Montag hatte ich sowieso den jährlichen Brustultraschall bei meiner Gynäkologin. Davor habe ich seit Jahren furchtbare Angst. SonntagAbend dachte ich dann, ich taste einfach nochmal selbst ab, dann gehe ich beruhigter in den Termin am Montag und plötzlich fühlte sich was ganz anders an als sonst (und ich muss sagen, ich taste oft ab!) Meine Mutter hatte im Jahr 1999 auch Brustkrebs, aber eher weniger aggressiv. Die Chemotherapie hat ihr nicht allzu viel ausgemacht und danach war der Krebs auch schon "Vergangenheit". Trotzdem hat mich die Geschichte meiner Mutter immer sehr belastet und daher rührte auch immer die Angst vor den Vorsorgeterminen. Am Montag hat die Ärztin dann gleich den Schall gemacht und meinen Verdacht bestätigt. Dann folgte gleich die Mammographie und die Stanzbiopsie. Und das endgültige Ergebnis dann eben am Donnerstag. Der Tumor ist ziemlich aggressiv, wie die Ärztin sagte (Her2 positiv und G3.). Freitag war ich schon im Krankenhaus zur Vorbesprechung, muss aber sagen, dass ich bei dem Gespräch völlig auf dem Schlauch stand und gar nicht alles verstanden habe, was mir gesagt wurde, obwohl ich eigentlich so naturwissenschaftlich eher mehr Durchblick habe. Am kommenden Freitag bekomme ich den Port und dann geht es mit Chemo los. 4 Mal in drei wöchentlichem Abstand und dann 12 mal in wöchentlichem Abstand irgendwas anderes. (Antikörper??)

    Ich stehe wirklich unter Schock, zumal vor drei Monaten erst meine Mutter verstorben ist (nicht an dem Brustkrebs! Dafür aber an einem neuen Krebs an der Niere, der schon gestreut hatte und der viel zu spät entdeckt wurde). Die Trauer muss ja auch noch verarbeitet werden. Und nun noch die ganze Sch.... Bei mir!

    Ich versuche mich abzulenken und war heute mit meinen Kindern in der Stadt zum Bummeln, aber ich kam mir irgendwie komisch vor. ABereits hier Zuhause rumsitzen macht die Lage ja auch nicht besser...

    So, genug getextet... (Gibt es eigentlich ein "Textmaximum", das ich überschritten habe??)

  • Hallo Blumenstrauss,


    ich bin auch noch nicht lange hier im Forum, aber Trost und Unterstützung habe ich bekommen und es hat mir dann geholfen. Du bist hier nicht alleine. Wir alle wissen wie Du dich fühlst, denn wir sind alle betroffen.


    DU schaffst das:!:


    Liebe Grüße Ruth

  • Liebe Blumenstrauss,


    auch von mir ein Herzliches Willkommen hier in unserem familiären Forum. Schön, dass du uns gefunden hast - auch wenn der Anlass ein schönerer sein könnte.

    Dass du im Moment noch völlig unter Schock stehst, ist doch total verständlich! Als ich hier im Forum gelandet bin (habe es zum Glück sehr schnell nach meiner Diagnose gefunden), ging es mir nicht anders; ich war einfach nur verzweifelt und hatte eine unglaublich große Angst vor dem, was nun auf mich zukommt. Ich wurde hier sehr herzlich und einfühlsam empfangen, mir wurde viel Mut zugesprochen und ich wurde getröstet - das hat so unglaublich gut getan. Genau das möchte ich jetzt gerne auch an dich weitergeben, liebe Blumenstrauss :).
    Scheue dich nicht, alles zu fragen, was dir im Kopf herumspukt, lass uns teilhaben an deinen Sorgen, aber auch gerne an Freude - wir sind immer gerne für dich da - fangen dich auf wenn du uns brauchst - und freuen uns auch sehr mit dir über Positives :).

    Vielleicht schreibst du dir bei deinem nächsten Termin in deinem KH (zertifiziertes Brustzentrum?) alle deine Fragen auf, damit du sie nicht vergessen kannst. Im Eifer des Gefechst und angesichts der frischen Diagnose ist es normal, dass man weder aufnahmefähig ist noch einem die Dinge einfallen, die man eigentlich wissen möchte. Gut ist auch, eine Person deines Vertrauens mitzunehmen - 4 Ohren hören mehr als zwei.


    So, jetzt komm gut an hier und fühle dich :hug:


    LG

    Pschureika


    PS: Soweit ich weiß, gibt es hier kein Textmaximum - schreib dir also alles von der Seele.

  • Hallo Blumenstrauß,


    Das mit deiner Mutter tut mir sehr leid.

    Du wirst also die gleiche Chemo wie viele bekommen. 4x AC oder EC (das ist im Prinzip das Gleiche) alle 3 Wochen und dann noch 12x jede Woche mit dem Antikörper Herceptin, der dann alle 3 Wochen zur Chemo dazu kommt. Das bekomme ich auch.

    Wie alt sind denn deine Kinder. Wenn du Kinder hast die unter 12 Jahre sind, dann kannst du eine Haushaltshilfe bei der Krankenkasse beantragen, das steht dir dann zu.

    Hast du schon mit deinen Kindern gesprochen?

    Es gibt einige gute Bücher und eine App für Kinder, die das Thema Brustkrebs gut erklären. Die App heißt ZAUBERBAUM. Vielleicht hilft dir das ja weiter.

    Ich drücke dir auf jeden Fall schon einmal die Daumen für die Port OP und auch für die erste Chemo.

    Liebe Grüße Anja

  • Hallo Blumenstrauss,

    auch ich möchte dich ganz herzlich in diesem Forum begrüßen und willkommen heißen!

    Nimm dir am besten zum nächsten Gespräch eine vertraute Person mit, die in solchen Situationen die Ruhe bewahrt, 4 Ohren hören mehr als zwei.

    Und schreib dir alle Fragen auf und löchere deinen Arzt so lange, bis du alles verstanden hast. Evtl. schreibst du dir auch die Antworten kurz auf.

    Dann gibt's noch den Krebsinformationsdienst, dort kannst du anrufen oder eine E - Mail schicken, sehr nette und kompetente Ärzte beraten ausführlich und kostenlos.

    Du kannst auch jederzeit hier Fragen stellen, über deinen Kummer schreiben oder dich einfach mal ausheulen.

    Es ist fast immer jemand online und kann dir zumindest virtuell beistehen oder vielleicht auch deine Fragen beantworten.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch mit anderen Betroffenen!

    LG Katzi64

  • Wie geht es einem denn nach so einer Chemo?? So schlecht, dass man eine Haushaltshilfe braucht? Meine beiden sind 8 und 3. Eine Haushaltshilfe kann ich mir irgendwie nicht so gut vorstellen.

    Meine Kinder wissen nicht gar nichts. Hab keine Ahnung,wie ich denen das sagen soll. Das Thema "Krebs" ist v.a. Bei meinem "Großen" durch die sterbende Oma komplett mit Tod belastet. Am liebsten würde ich ihm gar nichts sagen, aber das wird natürlich nicht funktionieren...

    Hat jemand von euch eine Perücke? Sieht man das sehr, dass es eine Perücke ist?? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, ohne Haare herumzulaufen...

  • Hallo Blumerstrauss,

    ja, viele Foris haben eine Perücke, ich auch. Die sind wirklich überhaupt nicht als solche zu erkennen. Diesbezüglich brauchst du keine Angst zu haben.

    Allerdings habe ich meine Perücke fast nie getragen, nur zu offiziellen Anlässen. Ansonsten fand ich ein Käppi oder eine hübsche Mütze viel bequemer und niemand hat blöd geguckt.

    Die haarlose Zeit ging auch schnell vorbei.

    LG Katzi64

  • Liebe Blumenstrauss,


    wie es einem nach einer Chemo geht, ist individuell sehr unterschiedlich. Bei zwei doch noch recht kleinen Kindern wäre eine Haushaltshilfe aber schon eine Entlastung für dich, denke ich. Lebst du in einer Partnerschaft oder bist du alleinerziehend? Wie du das den Kindern sagen sollst, dazu kann ich dir leider keinen Tipp geben, da ich keine Kinder habe. Es melden sich aber bestimmt noch andere Foris, die berichten können, wie sie das gemacht haben.


    Ich laufe seit Juni mit einer Glatze herum und habe eine Perücke - welche ich genau zweimal getragen habe. Auch ich konnte es mir überhaupt nicht vorstellen, ohne Haare herumzulaufen, aber es gibt wirklich schöne Beanies, Mützchen und Käppis. Damit fühle ich mich sehr wohl und trage sie gerne :).


    LG

    Pschureika

  • Ich habe einen ganz lieben Ehemann (der vorhin mit 8! Schälchen Himbeeren aus dem Supermarkt kam,weil er mal irgendwo gelesen hat,dass Krebszellen keine Himbeeren mögen...). Der ist immer für mich da, aber er arbeitet auch viel und ist immer mal auf Dienstreise.

  • Hallo Blumenstrauß,


    Meine beiden Mädels sind 8 und 4 Jahre alt.

    Auch bei uns ist Krebs mit Tod vorbelastet. Beide Omis und auch unser Hund sind an Krebs verstorben.

    Trotzdem kann ich dir nur raten deinen Kindern davon zu erzählen. Dir werden bald die Haare ausfallen und das werden deine Kinder mitbekommen. Es gibt vom Krebsinformationsdienst Broschüren in denen der Umgang mit Krebs und Kindern sehr gut beschrieben ist.

    Wir haben unseren Kindern gesagt, dass da was in meiner Brust ist was da nicht hingehört und dass das bei einer OP herausoperiert wird. Danach bekomme ich Medikamente, die dafür sorgen sollen, dass dieser Krebs nicht wieder kommt. Wir haben ihnen erklärt, dass es unterschiedliche Krebsarten gibt und dass die Ärzte und auch ich alles tun werden um gesund zu werden. Versprochen habe ich Ihnen jedoch nichts, das sollte man auch vermeiden !

    Eine Perücke habe ich auch, aber ich habe sie noch NIE getragen. Ich komme mir damit total albern und verkleidet vor. Ich trage Beanies und Tücher.....! Aber das muss jeder selber herausfinden, was das Beste ist. Eine Perücke bekommt man von der Krankenkasse!



  • Ob Krebszellen Himbeeren mögen oder nicht, das weiß ich nicht. Aber es ist wirklich süß von deinem Mann, dass er sich um dich kümmert.

    Da er aber wohl beruflich sehr eingespannt ist, wäre eine Haushaltshilfe (oder Hilfe von Freunden und/oder Familie) mit Sicherheit nicht verkehrt!

    Wie gesagt, ich habe keine Kinder; aber ich habe mir trotzdem eine Hilfe für das Putzen besorgt (auf eigene Kosten), da ich das während der Therapie als körperlich zu anstrengend empfinde.


    LG

    Pschureika

  • willkommen bei uns.

    Du solltest zeitnah mit den Kindern sprechen die haben ganz feine Antennen und merken es bald. Meiner Nichte (wir sind sehr eng) war ganz wichtig dass die Erwachsenen es nicht länger wussten als sie. Selbstverständlich kommt früher oder später die Frage "stirbst du jetzt". Überlege dir was du darauf antwortest. Ich konnte ihr mit ruhigem Gewissen erklären dass ich nicht in absehbarer Zeit an diesem Krebs sterbe und er gut behandelbar ist. Aber eben niemand genau weiss wann und woran er stirbt. Damit konnte sie gut umgehen. Sie ist aber schon 12 und ich hatte für meine Antwort eine erkrankte Mutter einer gleichaltrigen als Beraterin. Wünsche dir viel Kraft.

  • Hallo ihr Lieben,

    wie funktioniert es hier eigentlich, wenn man seine Sorgen loswerden will, ohne dass es gleich ein noch nicht dagewesenes Thema ist? Eröffne ich dann ein "neues Kapitel"? Oder schreibe ich hier an dieser Stelle einfach weiter??

    Mir geht es heute gar nicht gut. Ich laufe durch die Straßen und ertappe mich dabei,wie ich neidisch bin auf alle,die scheinbar gesund aussehen. Und heute morgen bin ich kaum aus dem Bett gekommen. Ich hatte Angst zu duschen,weil ich dann meine Brust sehen kann. Als könnte ich es vergessen,wenn ich einfach nicht hinsehe. Ich sehe alles schwarz und sehe schon mein eigenes Grab vor mir, dabei stehe ich ja erst am Anfang und weiß noch gar nicht, ob ich vielleicht Glück habe und die Chemo schlägt an? Ich habe Angst vor der Chemo,wie es mir wohl gehen wird und jetzt schon Angst vor einer Wiederkehr des Tumors.Und ich weiß auch noch nicht mal,ob es schon Metastasen gibt... Sorgen,Ängste ohne Ende... (Bin halt eher eine ängstliche Frau).

    Darf man hier sowas alles auch schreiben? Alle anderen Beiträge sind immer so taff und angstlos,wie ich finde. Ich weiß einfach nicht, ob und wie ich das alles schaffen soll...

  • Hallo Blumenstrauss,


    in ein tiefes Loch fallen wir alle mal, auch die, die immer die taffen Beiträge schreiben sind nicht angstlos. Wenn man schon ein Stückchen weiter ist in der Behandlung bzw. die Erstbehandlung abgeschlossen ist ist es einfacher Strategien gegen die Ängste zu entwickeln. dabei helfen auch Gespräche mit den Psychoonkologen.


    Du musst jetzt einen Tag nach dem anderen angehen und dann wirst du sehen, dass das alles zu schaffen ist.

  • selbstverständlich darfst du das Schreiben. Es geht hier nicht darum uns zu schreiben wie taff wir sind und gute Nachrichten zu teilen sondern gerade wenn es einer von uns nicht so gut geht und gegenseitig zu unterstützen. Am Anfang ist das völlig normal. Ich konnte meine Brust lange nicht anfassen. Das hat sich dann aber wieder gegeben. Wenn erst einmal alle untersuchungen abgeschlossen sind und deine Therapie los geht wird es dir besser gehen. Diese Unsicherheit und warterei an Anfang zermürbt. Notfalls lass dir was zur Beruhigung geben. Hab ich auch gemacht damit der Körper wenigstens nachts ein wenig Ruhe hatte.