Psychisch im Tal......

  • Hallo ihr lieben Frauen,

    ich habe schon lange nichts mehr geschrieben. Aber ich denke, heute kann es helfen.

    Nach 4mal EC im Abstand von 2 Wochen und 3mal Docetaxel, Herceptin, und noch was, was mir nicht einfällt, im dreiwöchigen Abstand, war ich sowas von motiviert und mutig. Meine letzte Chemo wird am 6.12. sein. Die schaffe ich auch noch, habe ich mir gesagt, nach allem, was ich schon ausgehalten habe!

    Aber seit dem Wochenende bin ich irgendwie in einem tiefen Tal. Ich weiss, dass die Chemo auch diese Nebenwirkungen schaffen kann. Ausserdem dauert es dieses Mal länger, bis es mir wieder besser geht. Ich fühle mich immer noch kraftlos und traurig. Zwinge mich, wenigstens spazieren zu gehen und unter Menschen zu kommen. Das Novemberwetter trägt auch nicht gerade dazu bei, dass ich mich besser fühle. Dann ist mein Freund krank, er hat eine fette Erkältung und wir können uns nicht sehen. Also keiner zum Umarmen und Liebhaben, was ja auch eine wunderbare Medizin ist.

    Durchfall, das kenne ich schon, der wird übermorgen weg sein. <X

    Ich weiss, das klingt jetzt sehr gejammert. Es gibt viel schlimmere NW. Doch ich kann mich grad selbst nicht leiden. Will nicht mehr krank sein. Fühle mich ausgeschlossen und einsam. Aber bissel Jammern tut ja auch manchmal gut.

    Ich gebe mir Mühe, liebevoll mit mir umzugehen. Mir was Gutes zu tun. Nachsichtig zu sein. Schliesslich ist Brustkrebs keine Lappalie.

    Wem von euch geht es genauso?

    LG Waldfrau

  • Hallo waldfrau


    auch ich war am Wochenende in einem Stimmungstief, kannst du auch in dem Thread Gebärmutterkrebs mit Metastasen nachlesen, dann brauch ich nicht alles neu schreiben.


    Glaub mir, es wird auch wieder gute Tage kommen, gestern war einer bei mir. Und zur Belohnung kam dann heute gleich die neue Pacli Chemo, aber was solls. Wir können auch mit kleinen Dingen glücklich sein und bald hast du es geschafft!!!:thumbup::thumbup:


    Lg Unicorn

  • Liebe waldfrau , bitte noch mehr jammern! Lass es raus, schreib es dir von der Seele. Deine Verfassung ist richtig und den Umständen angemessen, deine Gefühle täuschen dich nicht.


    Und hör auf Unicorn: es werden bessere Tage kommen. Du tust das richtige, du lenkst dich ab, soweit es geht. Aber du musst dich nicht selbst täuschen, diese Krankheit und alles was dazu gehört ist schlimm und schrecklich. Deswegen ist Jammern okay. Aber wir zeigen der Krankheit die Zähne, wann immer es eben geht. Und auch im tiefen Tal lichtet sich irgendwann der Nebel und die Sonne geht auf.


    Lass dich drücken

    vom Busenwunder

  • Guten Morgen Waldfrau,


    es ist leider ganz normal, das man zum Ende der Chemo immer länger braucht, bis man sich von dem Cocktail erholt hat. Es ging mir 2016 auch so. Und ich bin auch mürbe geworden. Das Kämpfen und Stark sein hat unheimlich angestrengt. Ich wollte auch nicht als Jammerlappen dastehen und habe immer gelächelt und tapfer meine Sprüche losgelassen. Aber dann gab es auch diese Momente, alleine zu Hause, da sind dann einfach die Tränen geflossen.

    Fühl Dich fest gedrückt. Ich sende Dir ein wenig Sonnenschein, der Dir hoffentlich ein kleines Lächeln auf Dein Gesicht zaubert.

    Liebe Grüße,

    die Brühlerin

  • Jammer ruhig das tut gut. Schreie, heule egal lass es raus. Du darfst das!!!

    Aber schau auch was du schon geschafft hast.

    Weiterhin viel kraft und kopf hoch.:hug:

  • Liebe Waldfrau,

    lass dich mal ganz vorsichtig :hug:

    Ich habe die gleiche Chemo durch wie Du. Ab der vorletzten Docetaxel ging es mir auch eher schlecht. Bei mir war es vor allem der hohe Ruhepuls, der mich nicht hat schlafen lassen.

    Aber hey - die letzte schaffst Du jetzt auch noch! Und dann ist nur noch Erholung angesagt. Hat bei mir zwar auch etwas gedauert, aber 4 Wochen nach der letzten Chemo war ich Wandern und Sonne tanken auf Mallorca.
    Setz Dir auch ein schönes Ziel und verliere dies nicht aus den Augen!

    Ich sende dir ein großes Paket mit Kraft, Zuversicht und Druchhaltevermögen!
    Ganz liebe Grüße, Kirsche

  • Hallo Waldfrau,

    ich kann Dir da nur Recht geben.Mir geht es momentan nicht anders wie Dir.Bekomme am 07.12. meine letzte Chemo Taxotere und hab gar keine Lust mehr weiterzumachen.Völlig ausgelaugt wegen der Nebenwirkungen.Aber da müssen wir noch durch und werden es auch schaffen.

    Wir haben dann einen ganz großen Schritt geschafft und alles andere gehen in kleinen Schritten entgegen.

    Liebe Grüße Giecher

  • Liebe Waldfrau :hug::hug::hug:

    ich nehme dich nur einfach mal in den Arm und halt dich ganz lange fest. Ich hoffe dir geht es vielleicht schon ein klein wenig besser. Immer nur stark sein geht eben nicht, irgendwann ist die Kraft aufgebraucht und dann darf es einem nicht gut gehen und man kann traurig sein und "jammern". Aber es wird besser, ganz bestimmt. Wenn du alles geschafft hast, dein Körper sich wieder erholen kann wirst du wieder ein lächeln in deinem Gesicht sehen und stolz auf dich sein. Stolz das alles geschafft zu haben, stolz so stark gewesen zu sein :*

  • Liebe Waldfrau, habe gerade deinen Post gelesen und sofort gedacht Hiehier!. Mir ging es im letzten Chemo Zyklus genauso. Seit Enge August hab ich die Diagnose, dann kamen Biopsien und gleich die OP als offene Biopsie, die ganzen Staging Untersuchungen. Den September hab ich noch neben Kreb mitgearbeitet und auch den Monatsabschluß von Zuhause aus gemacht, mit den Nebenwirkungen in EC Zyklus 1, hab ich mich einfach nicht mehr eingeloggt. Der Kontakt zu meinen Mitarbeitern reduzierte sich, von den ganzen Kollegen melden sich nur 3.

    Dazu kein Training mehr. Meine Tanzfreundinnen, die ich vorher zwei dreimal die Woche in der Halle gesehen hab, trauten sich nicht zu Whatsappen oder Mailen, da bin ich vorletzte Woche in ein Loch gefallen. Einen Grund gab es nicht, Einsamkeit. nix ging mehr, ein Heulflasch kam schon Mittags und ich Jammer auf ganz hohem Niveau, denn meine Eltern wohnen mit im Haus und mein Papa brachte mir stolz seinen selbstgekochten Wirsing, hat mich heulen sehen und hat sich zum Essen zu mir gesetzt. Man fühlt sich einfach so alleine, nachdem Frau vorher ein übervolles turbulentes Leben geführt hat. Dann hilft nur heulen, bis Frau fertig ist. Dazu hab ich eine Rundmail an alle Tänzerinnen gesendet, erklärt warum nicht beim Training war und mich über Emails und Nachrichten freue. Danach war ich beschäftigt. Es ist wie du sagst. Die NW kommen einem stärker vor, wenn die Psyche schwächelt. Dieses Mal probiere ich , positiver an die Sache ran zu gehen, mal sehen, ob es hilft. Schreib, wann immer du es brauchst. Drück dich lieb Eli:hug::hug:

  • Liebe waldfrau und alle anderen denen es im Moment nicht so gut geht,

    Ihr seid so eine starke Truppe, dass ist wirklich unglaublich! So manches was ich hier lese treibt mir die Tränen in die Augen. Ihr seid allesamt so mutig, tapfer, aufmunternd, Trost und Kraft spendend, stark, stützend, und, und, und, einfach nur großartig.🙏🏻👏

    Aber eines seid ihr/bist du ganz sicher nicht: Jammerlappen.

    Ihr alle habt meinen größten Respekt.

    Haltet den Kopf oben und fühlt euch gedrückt

  • Liebe liebe Frauen,

    danke für eure mutmachenden Worte, für die Umarmungen und alles, was mir einfach gut getan hat.

    Es hat mir sehr geholfen, zu lesen, dass ich auch jammern, schreien, heulen, wüten darf, wenn es mir so ist. Klar, es ist eine gemeine Krankheit. Und Chemo ist kein Spaziergang. Ich darf auch schwach sein.


    Irgendwie habe ich mich dann doch erholt und wieder Kraft gesammelt.

    Habe sogar mein kleines Schlafzimmer gestrichen. Sind nur zwei Wände, die anderen sind verkleidet. An einem Tag alles abgeklebt, am nächsten Tag gestrichen, den übernächsten nachgestrichen. Ein geiles Dunkelgrau zu meinen weissen Möbeln- das hat mir Kraft gegeben!!!


    Heute war die letzte Chemo. Ich bin mutig hingegangen und es ging alles gut. Mir ist so deutlich bewusst geworden, wie stark ich die letzten schweren vier Monate lang war. Wie schwer das manchmal war. Und ich habe ganz deutlich erkannt, dass ich so stark geworden bin, gerade in dieser bisher schwersten Zeit meines Lebens. Und da schliesse ich euch alle hier mit ein, die ihr genau den selben Weg geht, mit dem gleichen Ziel.


    Wenn ich morgen meinen lieben Freund sehe, werde ich mich bei ihm bedanken. Er war all die Wochen und Monate neben mir und mit mir, egal wie schlecht es mir ging. Ich sehe uns noch zusammen heulen, als ich von der Krebsdiagnose kam. Oder wie er mich besucht hat, als ich in der Klinik war und psychisch ganz unten war.Immer wieder war er mit seiner Liebe für mich da. Ja, das werde ich morgen tun!


    Und auch hier nochmal ein grosses Danke an euch alle!

    Mein Weg wird nun weitergehen, die Nach-Chemo-Tage überstehen. Dann OP-Planung und immer weiter.....

    Bleibt alle mutig und stark! Wir kriegen das hin.

    Aber holt euch auch HIlfe, wenn es nicht mehr geht. Wir müssen das nicht alleine schaffen.


    Ich umarme euch alle und freue mich, dass es dieses Forum gibt.

    Waldfrau

  • hast Du schön geschrieben, liebe Waldfrau :*

    Ich :hug: Dich und freue mich auch, dass es dieses schöne Forum mit so vielen tollen Frauen gibt :)

  • Liebe Waldfrau,


    ich freue mich, dass du die Chemo geschafft hast, jetzt kommen die nächsten Schritte.... Aber bis dahin erhol dich erst mal.


    Liebe Grüße Unicorn

  • Liebe Waldfrau,


    ich freue mich sehr, dass du wieder auf einem guten Weg bist und ja du bist stark. In uns steck soviel ungeahnte Stärke!

    Hier kommt noch eine richtig energiegeladene :hug:


    Grüßle :) ika :)

    Lachen ist die beste Medizin,

    also verschenke jeden Tag ein Lächeln,
    es tut nicht we
    h
    :thumbsup:

  • Liebe Waldfrau,

    das zu lesen, tut allen gut, die immer wieder mal in so ein Loch fallen und glauben, niemals mehr herauszukommen.

    Es geht immer wieder weiter und um so besser, wenn man feststellt, dass das Leben trotz aller Kümmernisse dennoch schön sein

    kann und es auch ist.

    Erhole dich gut und vergiss deine Stärke niemals!

    LG

    Ute63

    Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun. (Molière)

  • Hallo ihr Lieben. Am Freitag hatte ich meine letzte Chemo. Als ich heim kam, bin ich erstmal in mich zusammen gefallen und habe total geweint. Es kam einfach so alles raus und danach ging es mir besser. Seit gestern geht es mir seelisch nicht gut. Ist das normal? Man sollte sich freuen und hat irgendwie Angst vor sich und was kommt. Wer kennt das? Ich will so gern positiv sein und an das Gute glauben. Aber nein, ich bin so müde von den letzten Monaten und komm mit nix klar gerade.

  • Liebe Anni3778.

    Genauso ist es mir damals nach meiner letzten Chemo auch gegangen. Ich kam nach Hause und habe nur geweint.

    Über Monate ging es mir nicht gut nach den Chemos und ich sehnte das Ende herbei. Und dann viel ich ins Loch. Plötzlich war in meinen Augen das Rettungsnetz weg. Solange die Chemo lief, fühlte ich mich sicher. Und plötzlich war die Angst wieder da, was kommt, bleibe ich gesund?

    Ich kann Dir aber aus Erfahrung sagen, es wird besser. Es braucht ein wenig Zeit, sich daran zu gewöhnen nicht mehr fremdbestimmt zu sein und wieder mit seinem Leben anzufangen.

    Setze Dich nicht unter Druck, Dich ab sofort positiv zu fühlen. Lasse Dir Zeit, Dich von den Strapazen zu erholen.

    Alles Gute für Dich. Naticatt

  • Liebe Anni3778 ,

    erstmal Glückwunsch zur Beendigung der Chemotherapie. Da kannst du stolz drauf sein!

    Wenn so eine intensive und nicht immer leichte Behandlung zuende geht, ist das ein emotionaler Moment. Der Diagnoseschock ist auch noch unterschwellig vorhanden, dazu kommt Erleichterung wegen des Chemoendes, aber auch Angst aus diesem Teil der Akutbehandlung heraus zu sein und die Unsicherheit vor dem, was vielleicht noch kommt...da kann die Seele schon mal aus dem Tritt kommen.

    Lass dir etwas Zeit. Wenn es dir nicht gelingt, dich zu fangen, kannst du die Hilfe eines Psychoonkologen in Anspruch nehmen.

    LG, Moni13

  • Liebe@Anni3778,

    Das kenne ich auch.Die letzten Chemos waren die Hölle für mich.Ich musste sehr leiden.Als alles vorüber war,heulte ich auch.Ich denke das ganze auf und ab während der Teraphie ist auch nicht einfach so an einem vorbeigezogen.Nach einpaar Tagen später,ging es mir körperlich immer besser und auch dem Kopf. Nach der OP der nächste Schock,denn bei mir waren noch paar mm Resttumor vorhanden,den man beim letzten Ultraschall nicht mehr sah.Also wurde mir wieder eine Chemo in Tablettenform empfohlen.Ich heulte,beruhigte mich und irgendwie hatte ich Anfangs das Gefühl,nie durch die Ziellinie zu laufen. Es ist auch eine große Belastung für den Kopf,das alles zu verarbeiten.Ich habe auch den Rest durchgezogen.Und ich kann dir versprechen,je länger alles hinter einem liegt,wird es besser.Kurz nach allem merkte ich,dass ich ziemlich nah am Wasser gebaut war. Während des Erzählens,kullerten die Tränen.Ich habe allen gesagt,dass es zur Verarbeitung des Ganzem dazu gehört.Sie sollen einfach weiterlesen.Das Weinen hielt nie lange an und irgendwann wurde es wirklich gut.

    An Tagen wie Mammografie oder Blutbild..etc,werde ich daran erinnert und bin nervlich sehr angespannt.Das wird sich sicherlich nicht so schnell legen.Aber an allen anderen Tagen,denke ich nicht mal mehr an die Krankheit.Warum auch? Mir geht es doch super.Was kommen kann,weiß niemand von uns.Alles kann,muss aber nicht. Ich kann auch morgen einen Herzinfarkt bekommen.Da mache ich mich nicht unnötig verrückt.Das habe ich in der langen Zelt gelernt.Ich lache viel,mache schöne Sachen,habe auch nein Alltag wieder und bin zufrieden Und es hat auch was Gutes.Ich rege mich nicht mehr so über alles auf. Bin ruhiger geworden.

    Ich bin sicher,du wirst mit der Zeit auch ruhiger werden.Habe Geduld.So schnell verarbeitet man das nicht so schnell.

    Bei mir ist die Diagnose 2 1/2 Jahre her.Meinen 2.Geburtstag werde ich am 17.12.gebührend feiern.An diesem Tag wurde ich operiert und galt als krebsfrei.

    Aber nächste Woche habe ich auch noch Mammografie und Ultraschall,wo ich sehr aufgeregt bin.

    Kopf hoch.Es wird gut werden...

    Vor der OP und Bestrahlung brauchst du keine Angst zu haben.

    Alles Gute dir

    LG