Trastuzumab-Emtansin (Kadcyla)

  • Hallo zusammen,


    ich hoffe, ich darf hier was fragen, auch wenn ich "nur ein Rückfall" bin, ohne Metas... (ansonsten verschiebt mich bitte dorthin, wo es besser passt)


    Mein Rezidiv ist wieder triple positiv gewesen, OP war vor 2 Wochen (Mastektomie). Ich soll nun Kadcyla bekommen für 1 Jahr. Laut meinem Onkologen gut verträglich und kein Vergleich zu meiner Chemo bei ED 2017 (TCHP). Jetzt lese ich hier im Forum von teilweise erheblichen NW (hohes Fieber, 2 Wochen grippeähnliche Symptome, totaler Erschöpfung usw.). Klar, jeder Fall ist individuell und man muss erstmal abwarten, wie man die ersten Gaben verträgt.

    Trotzdem würde ich mich über eure Einschätzungen und Erfahrungen freuen, da dieser Therapievorschlag so komplett neu für mich ist (vorher war in einer anderen Klinik die Rede von 12x Pacli zzgl. 1 Jahr Antikörper).


    Kann ich möglicherweise bald wieder arbeiten, zumindest tageweise? Wie habt ihr das gelöst?


    Meint ihr, wenn die ersten Gaben gut vertragen werden, bleibt das dann vermutlich so bis zum Schluss? (Klar, niemand kann hellsehen... ;-) )


    Kann man vielleicht zwischendurch in Urlaub fahren? (haben eigentlich im Oktober Urlaub gebucht...)


    Wir haben unsere kirchliche Hochzeit verschoben auf März, nun bereits zum 2. Mal wegen der blöden Krankheit. Ist es total utopisch, dass das funktionieren kann?? Ich will eigentlich nicht nochmal verschieben müssen...


    Wann fährt man in AHB? Zählt das komplette Jahr als Akut-Therapie und erst danach geht es in AHB?


    Wann beginnt die Nachsorge? Läuft das schon während der Kadcyla Gaben?

    Ich bin bei ED erst nach der Chemo operiert worden, daher verwirrt mich das gerade sehr...


    Vielen Dank vorab für eure Antworten

    und liebe Grüße

    Ihne

  • Ihne  
    hallo Ihne!

    Also ich habe jetzt 4 Gaben Kadcyla bekommen, davor "nur" die Antikörper. Ich habe keine grippeähnlichen Symptome und auch die Erschöpfung ist im Vergleich zu der ersten "richtigen" Chemo quasi nicht vorhanden. Am Tag selber bin ich sehr platt, das liegt aber hauptsächlich an den Antihistaminen die man zusätzlich bekommt. Meine Nase läuft ständig... Aber alles in allem würde ich sagen, dass es gut verträglich ist!

    Soweit ich weiß, ist die AHB zwei Wochen nach der OP (oder vergleichbare Akutbehandlung) zu starten. Wenn man länger warten möchte bis auch die Antikörpertherapie durch ist, dann ist es eine REHA. mehr habe ich auch noch nicht herausgefunden... habe keine AHB gemacht.
    Im Moment ohnehin schwierig. mit der Reha kann man wohl bis zu einem Jahr warten. Aber das ist nur Laienwissen, es gibt hier einen Themenstrang zu diesem Thema. Da sind bestimmt mehr Experten :)

    Alles Gute!

  • Hallo zusammen,

    ich bekomme Kadcyla, weil meine Chemo TCHP vor der OP meinen Tumor leider nur minimal verkleinert hat und im Wächterlymphknoten eine Mikrometastase gefunden wurde. Als mir mein Onkologe dies nach der OP verkündet hat, war ich schon sehr frustriert. Ich ging ja davon aus, dass ich nach der OP noch bestrahlt werde und dass dann alles rum ist.

    Aber gut, ich hatte versucht mich damit abzufinden, schließlich soll es ja Metastasen vorbeugen....

    Meine erste Infusion Kadcyla hatte ich Ende Januar bekommen. Ich hatte ziemlich Angst davor, weil ich die Nebenwirkungen von TCHP kannte. Bei der ersten Infusion Kadcyla war ich dann 4Tage kaputt mit Abgeschlagenheit, Glieder-od Knochenschmerzen, Kopfschmerzen, Geschmacksveränderungen, trockene Schleimhäute. Ab dem 5. Tag war der Spuk fast vorbei und es ging mir jeden Tag besser. Also kein Vergleich zu TCHP.

    Die zweit Infusion drei Wochen später habe ich dann schon besser vertragen. Ich hatte dann nur noch zwei Tage akute Nebenwirkungen. Die Müdigkeit und Steifigkeit ist in der ersten Woche verstärkt. Und so blieb es auch bei den folgenden Gaben. Außer bei der 7. Infusion, da hatte ich länger und immer wieder Kraftlosigkeit und Knochenschmerzen. Wobei ich nicht weiß, ob dies nicht auch Nachwirkungen von der Chemo TCHP sind oder vom Tamoxifen kommt. Seit ein paar Wochen bessert sich auch meine Neuropathien in den Fingern (das kam dann wohl vom TCHP).

    Dauerhaft sind bei mir trockener Mund, Nase und Augen, leichte Entzündungen im Mund und Geschmacksveränderungen, Knochen- und Gelenkschmerzen, Kurzatmigkeit, Müdigkeit... alles ist mal schlechter und mal wieder besser.

    Mittlerweile arbeite ich auch wieder stundenweise, wobei mich das manchmal noch sehr anstrengt, aber es tut auch gut. Ablenkung und was anderes denken.

    Meine Leberwerte sind manchmal Grenzwertig, aber bisher musste keine Infusion verschoben werden. Wegen schlechte Blutwerten oder Urlaub kann man Kadcyla auch mal eine Woche schieben, so hat es mir mein Onkologe erklärt.

    Ich drücke allen die Daumen, damit Kadcyla möglichst gut verträglich ist!

    LG

  • Hallo,

    nach meiner Bet war leider ein Resttumor von 4 mm übrig. Nun soll ich Tdm1 bekommen.

    Da ich Kinderwunsch habe, habe ich während der Chemo die Zoladex Spritze um die Eierstöcke zu schützen erhalten. Brauche ich diese bei der Bestellung von Tdm1 auch oder greift dieses Medikament die Eierstöcke nicht an?


    Vg

  • Liebe Roberta ,

    ich bekomme Kadcyla seit Oktober 2019 und vertrage es sehr gut. Am zweiten und dritten Tag nach der Infusion habe ich immer etwas Fieber und fühle mich zerschlagen wie nach einer anstrengenden Bergwanderung. Die anderen Tage bin ich fit und kann ein ganz normales Leben führen. Ich arbeite auch regulär in Vollzeit, derzeit im Homeoffice. Also keine Angst vor Kadcyla!

    LG :*

  • Hallo zusammen,


    ich bin ebenfalls Triple positiv mit Resttumor nach Chemo (EC + Pacli) operiert. Seit März bekomme ich nun Kadcyla und ich habe ehrlich gesagt ganz ordentliche NW.

    Ab dem 3. Tag kommen Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Übelkeit. Die Übelkeit schwankt bis Tag 5 (mit Tabletten geht's). 3.-6. Tag bin ich platt mit Muskel- u. Gliederschmerzen. Danach werde ich wieder fitter mit trockenen Schleimhäuten, mittlerweile brüchigen Nägeln und krasse Morgensteifigkeit in den Gelenken. Manchmal will ich nicht mehr in die Hocke, weil ich dann kaum noch hoch komme.

    Ich mache Physio und Onko-Krafttraining, um noch etwas fit zu bleiben, aber fühle mich momentan körperlich alt. Ich muss aber auch noch mit Tam beginnen, was ich gerade etwas rausschiebe wegen der NW.


    Am meisten belasten mich die Gelenkschmerzen und steifen Glieder mit diesen Muskelschmerzen....seit Beginn der 1. EC Chemo... nervig!


    Was habe ich noch unter Tam zu erwarten mit dieser Kombination. Macht das jemand von euch?


    Aber ansonsten viel besser verträglich als die ersten Chemos😏.

  • Liebe Bettiboo

    ....tut mir leid, daß du solche NW hast?(

    Wegen Gelenkschmerzen und Schleimhäute - vielleicht hast du hier auch schon von Equino..... gelesen?

    Das soll sehr gut sein. Ich habe es während der Chemo genommen, von der Ärztin im BZ empfohlen bekommen.

    Während der Bestrahlung setze ich es ab, dann kann ich es wieder auf Dauer nehmen.

    Drücke dir die Daumen, daß die NW viel weniger werden.

    LG 18-09-Sonnenschein

  • Liebe Bettiboo ,

    ich bekomme seit Januar Kadcyla und Tamoxifen. Die Gelenk- od Knochenschmerzen und die Steifheit kenne ich auch. Ebenso die trockenen Schleimhäute. Da ich beides seit Januar nehme kann ich leider nicht unterscheiden welches Medikament zu welcher Nebenwirkung gehört.
    Wenn ich mich bewege wird es besser. Wenn ich mich aber zu viel bewege, dann schmerzt der Bewegungsapparat im Ruhezustand noch mehr. Und keine Bewegung geht auch nicht.

    Ich habe vor zwei Wochen mein Blutbild kontrollieren lassen. Ich habe Vitamin D und B6 Mangel, ebenso Zink, Selen und Q10. Jetzt nehme ich entsprechende Nahrungsergänzungsmittel. Mal schaun, ob es besser wird mit der Steifheit und Gelenkschmerzen. Das stellt sich wahrscheinlich erst nach ein paar Wochen raus.

    Ich wünsche Dir alles Gute und dass die NW besser werden!

    LG

  • Liebe Christine,


    ich wollte mit Kadcyla zunächst die NW abwarten und dann mit Tamoxifen starten. Nahrungsergänzung nehme ich auch, wobei derzeit nur noch Equi..., Selen, D3. Zink und B6 habe ich genommen, aber damit aufgehört, um nicht zuviel zu ergänzen (wird von der Klinik nur bedingt unterstützt).


    Dann bin ich Mal gespannt, ob es besser wird bei dir. Meine Hüfte macht mir echt zu schaffen. Vielleicht packe ich das Tam einfach noch dazu und schaue was passiert. Hat man dir zu Tam während der Chemo geraten? Könntest du auch nach Kadcyla damit weitermachen/beginnen?


    LG

    Bettina

  • Hallo ihr Lieben,

    Ich schreibe hier für meine Mutter, die mittlerweile seit fast 4 Jahren brav kämpft. ED 2017 EK, Rezidiv 2018, Anfang 2020 dann der Schock auch BK ! (obwohl sie BRAC negativ ist). Chemo, OP und Bestrahlung hat sie hinter sich. Und nun bereits die 5. Gabe Kadycla (voraussichtlich für ein Jahr, je nachdem, wie gut sie es verträgt). Am Anfang hatte sie wenige NW, aber seit der 5. Gabe (jetzt zwei Wochen her) hat sie starke Bauchschmerzen und ihr Bauch ist aufgebläht, sie hustet viel, ist schwach. Ultraschall und Röntgen waren ok (sind mit ihr in die Notaufnahme) lediglich die Leberwerte sind stark erhöht. Nächste Woche steht ein PET CT an, um zu sehen, ob alles ok ist. Wir haben Angst! So sehr hatten wir uns nach 4 Jahren auf eine Pause gefreut, damit sie wieder zu Kräften kommt.


    Kann es sein, dass die schlechten Leberwerte die Bauchschmerzen verursachen? :(

    Vielen, lieben Dank für eure Antworten!

  • Hallo Smile28,


    Zu EK kann ich leider nicht viel sagen, ich habe BK. In den ersten paar Tagen unter kachula habe ich auch immer mal wieder Magenschmerzen und fühle mich gebläht. Ich bekomme es mit Pantoxxx und IBUxxx ganz gut in den Griff. Nach dem 5. Tag ist es weg. Husten hatte ich bei den ersten zwei Gaben, danach nur noch sehr wenig. Irgendwie reagiere ich doch bei jeder Gabe ein wenig anders. Nach dem 5. Tag ist auf jeden Fall alles viel besser - es hat keinen Ausschlag auf meine Leberwerte bisher. Allerdings kann ich auch nur für mich sprechen, vielleicht sonst noch mal in der Klinik nachfragen.


    LG und alles Gute weiterhin für deine Mutter mit möglichst wenig Nebenwirkungen.

  • Hallo KSE,


    ich habe nun die 8. Gabe hinter mir und seitdem spüre ich nun auch ein Brennen in den Füßen, oder irgendetwas wie Neuropathien nur schmerzhafter. Ich versuche es gerade mit Kühlung, aber nur mit mäßigem Erfolg. Solange ich laufe oder in Bewegung bin, geht es gut. Sobald ich am Schreibtisch sitze oder im Bett liege sind meine Füße im Moment ein Alptraum. Vielleicht auch Aus-/Nachwirkungen der ganzen Chemotherapien, die sich aufsummieren.

    Ich lege meine Füße auf ein Massagekissen und benutze Igelbälle, aber von wirklicher Linderung kann ich nicht berichten, eher Ablenkung.


    Dafür sind Übelkeit und Kopfschmerzen bei dieser Gabe deutlich weniger gewesen. Und der Juckreiz ist auch verschwunden, verstehen muss ich das alles nicht.


    Füße sind im Moment auch mein "Top-Thema" und bin dankbar für jeden Tipp.


    VG