Kajuscha - Klopf Klopf - Ich bins

  • Hallo Kajuscha ,

    sei auch von mir ganz herzlich willkommen.

    Das machst Du richtig. Ich bin mit fast 50 (OMG) auch nicht wirklich auf Konflikt eingestellt, aber manchmal muss es halt sein. Es geht ja schließlich nicht um einen Schnupfen. In erster Linie bin ich ein friedfertiger Mensch und gehe freundlich auf die Menschen zu. Sollten sie mich aber anpampen, dann kann ich auch anders.

    Also in diesem Sinne auf einen friedlichen und sonnigen Nachmittag.

    Der 2.Tag infolge, super Wetter. :*

    Nimm dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit für deine Sorgen und in dieser Zeit mache ein Schläfchen. - Laotse -

  • Hallöchen, des Erlebnis mit deiner Ärztin und den behandelnden Medizinern für die OP ist ja wirklich unglaublich. Immerhin geht es hier um dein Leben ! Dass man in so einer Situation viele Ängste und noch mehr Fragen hat , ist ja wohl klar. Ich bin total geschockt! Ich finde auch , dass , wenn eine junge Frau etwas in ihrer Brust findet , man umso mehr und genauer nachschauen sollte , gerade weil man noch so jung ist.

    Ich habe im Juni 2017 einen Knoten in der rechten Brust ertastet und bin sofort zur Frauenärztin gegangen. Allerdings bin ich schon 48. Die Ärztin hat abgetastet und mich zunächst beruhigt. Sie meinte das wäre wohl nur eine Zyste ! , da der Knoten beweglich wäre. Trotzdem erhielt ich auch umgehend einen Termin im Brustzentrum zur Mammographie und Ultraschall. Und dann erhielt ich auch sofort das blöde Ergebnis und auch am selben Tag noch die Stanzbiopsie. Also das haben alle Maßnahmen ineinander gegriffen. Was mich sehr gestört hat , war , dass man mental und emotional mit so einer erstmal schockierenden Ansage allein gelassen wird. Ich habe im Wartebereich auf die Stanzbiopsie gewartet und Rotz und Wasser geheult und niemanden hat das interessiert. Eine andere Patientin hat sich dann meiner angenommen und mich etwas aufgefangen. Das war echt krass.

    Psychologische Betreuung sollte von Anfang an gewährt werden , denn allein ist man mit sowas doch völlig überfordert. Mein Mann ist damals sofort von der Arbeit zur Klinik gekommen , hatte aber einen Anfahrtsweg von 70km und bräuchte dementsprechend lange.

    Mein Onkologe empfahl mir gleich im Vorgespräch zur Therapie mir einen Psychologen zu suchen und gab mir eine 4 seitige Liste zum abtelefonieren. Mein Mann hat 3 Tage telefoniert und nur mit Hängen und Würgen einen Termin bei einer Psychologin ergattert , die dann auch noch nicht Mal was mit mir anfangen könnte. Das finde ich ganz gruselig. Gerade der Kopf spielt in solch einer Situation ja verrückt und dann sitzt man damit allein. Lange Rede kurzer Sinn , habe nächste Woche meine 7. Pack und bin am 20.2. fertig mit Chemo . Habe alles gut vertragen , weil ich mich immer selbst motiviert habe und leben will! Die Zeit vergeht schneller als man denkt und man wächst definitiv mit und an seinen Aufgaben! Lass dich nicht unterkriegen und fragen kostet nichts. Ich mach das auch so und es ist mir herzlich egal , ob jemand davon genervt ist !! Es ist mein Leben um das es hier geht!!:|

  • Gartenelli und Pette

    Ja ihr beide habt ganz Recht, man muss einfach am Ball bleiben, wenn man nicht hinten runtrr fallen möchte. Und da muss man auch mal nervig sein und die Ärzte etwas gängeln. Egoistisch sein an der richtigen Stelle, das muss man manchnal erst lernen. Aber bei der Geschicjte geht es nunmal um den wichtigsten Menschen in unserem Leben: uns selbst. Und da sollten wir auf ein offenes Ohr und Aufmerksamkeit bei den Ärzten bestehen.



    Pette, das Gefühl, mit der Diagnose allein gelassen zu werden, kenne ich. Wenn ich alleine dran zurück denke, wie oft und lange ich die ersten Tage rumtelefonieren musste. Krankenkasse, Beihilfe, Gyn, BZ, Chemoambulanz. Zudem kam noch, das man mir empfahl mich über Kryokonservierung im Kinderwunschzentrum zu informieren. Plötzlich musste ich mir also Gedanken über Dinge machen, die noch gar nicht zur Debatte standen - erst recht nicht in diesem Moment. Ich stand plötzlich vor der Wahl für knapp 8000€ (mit Einlagerungskosten) mir Hormone zu spritzen, Eizellen operativ entfernen zu lassen, diese einzufrieren usw usw. Oder halt ggf niemals Kinder bekommen zu können. Ich hab Rotz & Wasser geheult, weil mir niemand dabei geholfen hat, Kasse und Beihilfe erstmal gesagt haben, sie zahlen das nicht, weil es VOR und nicht NACH der Chemo wäre und somit ja nur ne präventive Maßnahme. Nach der Chemo zahlen sie wohl, hat man dann Probleme mit dem Kinderkriegen. Aber da wollte ich ja gar nicht erst hin...

    Es hat mich einiges an Nerven gekostet, aber die Kinder liegen mittlerweile auf Eis und Kasse und Beihilfe haben den Großteil übernommen, weil ich so hartnäckig war *mir selber auf die Schulter klopf*.

    Aber mit der Diagnose wird man wirklich ins kalte Wasser geworfen und man wartet vergebens auf die rettende Hand, die einen zutück ans Ufer zieht. Und man wartet, wartet und wartet. Und wenn man nicht aufpasst und selber irgendwann anfängt zu strampeln, geht man einfach unter ohne dass es jemanden interessiert. Weil man nur ein Patient von vielen ist. Nix besonderes, nur irgendeine weitere Akte im System.


    Es freut mich sehr zu hören, dass du trotz anfänglicher Probleme deinen Weg gefunden hast und gut mit der Chemo klar kommst. Ich hab noch 2 mal Pacli vor mir, dann bin ich durch.

    Und jetzt geht der Stress wieder los: wo OP? Was wird gemacht? Was sind meine Alternativen? Wenn man sich nicht um alles selber bemüht, ist man einfach verloren...

  • Hallo Kajuscha , hast du denn schon von der KK die Bewilligung der Kosten für eine Masektomie oder ist das noch gar nicht entschieden für dich ? Ich möchte ja auch gerne eine , aber bei mir zahlt die Kasse das wohl nicht , weil es rein medizinisch nicht notwendig ist.

    Ich habe aber demnächst einen Beratungstermin im hiesigen Brustzentrum zu diesem Thema und werde dem Arzt dort natürlich viele und vielleicht nervige Fragen stellen. Vorher habe ich aber noch große Untersuchung beim Frauenarzt und Mammographie + Ultraschall zur Kontrolle. Hoffe , es ist alles gut. Falls du die Kosten für die Masektomie von der KK bezahlt kriegst , Gib mir doch bitte einen Tip , wie dir das gelungen ist .

    Ansonsten weiter durchhalten. Das wird schon.

  • Huhu, nee ich hab leider noch gar nichts.

    Das liegt daran, dass ich kommende Woche nochmal nen Termin in einer anderen Klinik habe, um mich über den Wiederaufbau (Implantat oder DIEP) zu informieren. Mein BZ ist echt mini, mit Eigengewebe kennen die sich nicht aus und die Port-OP in der Klinik war bereits unter aller Sau. Da ich noch nicht weiss, was schlussendlich überhaupt gemacht wird und wo, weiss ich leider nicht, was ich der Kasse dazu sagen soll. Die werden sicherlich einiges wissen wollen - was gemacht wird, weswegen, welche Klinik usw. Aber das kann ich grade noch gar nicht sagen, da noch keine abschließende Entscheidung gefällt wurde.

    Ich hoffe, die Klinik hilft mir dabei, das alles zu regeln. Die verdienen schließlich mehr als genug Geld an der Sache, dann dürfen die gerne ihre Popöchen bewegen.


    Sollte sich dazu was ergeben, sag ich gerne bescheid :)

    Und ansonsten drück ich dir die Däumchen fürs Kontrollsono :)

  • Guten Morgen Kajuscha,

    ich bin so froh, dass Du das mit den Eizellen hinbekommen hast. Bei mir ist es alles unter den Tisch gefallen und das Endergebnis ist keine Kinder. Dafür hab ich aber ein Mann, der auch zum 2.x zu mir steht. :love:Bin manchmal schon traurig, aber dann sage ich mir. "Was willst du, hast doch ein recht schönes Leben, also mach das Beste draus." und das mach ich auch. Jeden Tag ein bisschen mehr.

    Drücke Dir und allen Mitstreitern gutes gelingen für alles was kommt.

    Nun noch einen dicken :hug:

    Nimm dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit für deine Sorgen und in dieser Zeit mache ein Schläfchen. - Laotse -

  • Danke Gartenelli, in Nachgang bin ich auch froh. Ich hab mein möglichstes getan und kann das Thema erst einmal zur Seite schieben. Im übrigen war das auch die einzige Situation wo es mal von Vorteil war, einen triple negativen Tumor zu haben. Da ich aus Zeitgründen nur einen Stimulations-Zyklus hatte wurde ich hormonell richtig überstimuliert. Das wäre nicht machbar gewesen, wäre der Tumor hormonsensitiv. Aber immerhin 18 Eizellen konnten man einfrieren, auch wenn ich natürlich hoffe, diese niemals zu benötigen...


    Es tut mir leid, dass du nicht die Chance dazu hattest. Aber so wie du schreibst hast du einen klasse Partner zur Seite. Und ja, das Leben ist sicherlich trotzdem schön. Auch wenn es schwer fällt durch die Erkrankung auf ein paar größere oder kleinere Herzenswünsche zu verzichten. Ich bewundere deine positive Haltung und wünsche dir -und auch allen anderen- von Herzen nur das Beste ♡

  • Danke Kajuscha ,

    ja diese Grundeinstellung und ein Partner der hinter einem steht, hilft über vieles hinweg.

    Wünsche uns allen erst einmal ein schönes WE und erholt Euch gut, oder tankt Kraft für das was kommt.

    Montag geht es bei mir los. Mal sehen wie das Zeug dann tatsächlich heißt.

    Bis denne :*

    Nimm dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit für deine Sorgen und in dieser Zeit mache ein Schläfchen. - Laotse -

  • Hallo zusammen,

    hatte heite nochmal einen Termin in der Klinik. Nach 2 Stunden Beratung die Entscheidung: die Brust bleibt dran.


    Ob es die richtige Wahl ist? Keine Ahnung. Keine der Möglichkeiten ist wirklich prickelnd und jede Art der OP hat ihre Vor- aber auch Nachteile. Ich glaube, am Ende hat man einfach viel Glück oder halt eben Pech, egal welche OP man wählt.


    Mei Tumor liegt günstig. Die Haut ist nicht befallen, die Brustwarze meilenweit entfernt. Andere würden viel dafür geben, ihre Brust behalten zu dürfen.

    Ich hab die Chance und möchte sie nutzen. 5 Ärzte haben von der Mastektomie abgeraten. Das wird wohl seine Gründe haben.


    Pette

    Ich hab im Vorfeld bei PKV und Beihilfe einfach mal via Mail ganz doof und informell nachgefragt, wie das mit der Kostenübernahne aussieht.

    Die Beihilfe hat geschrieben, dass sie für die kranke Seite die Mastektomie mit Wiederaufbau zahlen würde, wenn ich das wünsche. Bei der gesunden Seite hat man sich eher kryptisch zur prophylaktischen OP geäußert und es klang so, dass das wegen der fehlenden Genmutation nicht übernommen werden sollte.


    Meine Krankenkasse schrieb, dass sie in meinem Fall für beide Brüste jede Art von OP zahlen würde. Auch wenn nur eine Seite erkrankt ist und der Gentest negativ war. Ich solle mich einfach melden und bescheid geben, was der Doc und ich nun tun werden.


    Die freuen sich bestimmt, dass es doch "nur" die kleine OP wird ;)

  • Alecto

    Hat den Titel des Themas von „Klopf Klopf - Ich bins“ zu „Kajuscha - Klopf Klopf - Ich bins“ geändert.