Eierstöcke bestrahlen für Wechsel von Tamoxifen auf Aromatasehemmer

  • LIebe Foris,


    wurde bei Euch schon mal vorgeschlagen, die Eierstöcke zu bestrahlen, damit ihr von Tamoxifen auf Aromatasehemmer wechseln könnt? Und wie habt Ihr Euch entschieden und warum und mit welchen Folgen?


    Ich bin bald 40 Jahre alt und bekomme nach Brustkrebs seit 2014 Tamoxifen. Mein Brustzemtrum sagte: für mindestens 10 Jahre.

    Nun bin ich umgezogen und mein neuer Onkologe schlägt die Bestrahlung der Eierstöcke und den Wechsel auf Aromatasehemmer vor. Er meint dann hätte ich einen viel besseren Schutz.

    Aber mir fallen so viele Gegenargumente ein:

    1. Wenn ich hier so im Forum lese, habe ich den Eindruck, dass Tamoxifen meist viel besser verträglich ist (ich vertrage es jedenfalls ziemlich gut). Das unter den Hemmern z.B. oft heftige Knochen-, Gelenk-, und Muskelschmerzen auftreten (das ist aber nur mein subjektiver Eindruck!). Und für mich und meine Gesundheit ist mein Bewegungsapparat extrem wichtig - schließich sollen wir uns ja viel bewegen. Das dient dem psychischen Wohlbefinden, der mentalen Fitness, dem Kreislauf, den Knochen, der Krebsvorbeugung und und und...

    2. Hätte ich Angst, dass mit kaputten Eierstöcken dann aus meiner Osteopenie doch noch eine Osteoporose wird und

    3. ich trockene Schleimhäute bekomme und auch anfälliger für Infektionen werde und

    4. Libidoverlust und

    5. wer weiß was sonst noch alles (wieder Hitzewallungen, allgemeine Alterungserscheinungen,...)

    6. Meine Eierstöcke arbeiten seit der Chemo sowieso nicht mehr richtig. Ich habe kaum noch Blutungen und mein Anti-Müller-Hormon-Spiegel liegt bei nahezu Null.


    Ein weiteres Problem ist die Frage: Brauche ich überhaupt besonders hohen Schutz? Dafür spricht, dass ich eine Metastase im Brustbein hatte. Dagegen spricht, dass das vielleicht oder wahrscheinlich gar keine "richtige" Metastase war, sondern einfach Krebszellen die übers Lymphsystem aus der Brust dort hin gelangt sind.


    Mir ist klar, dass ich mit meinen Bedenken zu meinem Arzt gehen muss, um fachlichen Rat zu bekommen. Das werde ich auch tun. Aber ich würde gerne mal hören, welche Erfahrungen oder Gedanken Ihr zu dem Thema habt.


    Grüblerisch,

    Eure Olivia

  • Ich weiss nicht ....wenn du Tamoxifen gut verträgst , warum etwas ändern ? Wenn Dein Hormonspiegel eh bei null ist , würde ich das erstmal rund weg ablehnen. Ich habe den Wechsel von Tamoxifen auf den Hemmer gerade hinter mir und das Resultat ist kein Geschenk.


    Tamoxifen : Hitzewallungen und Schüttelfrost, Schlaflosigkeit und permanete Erschöpfung , Muskel und Gelenkschmerzen, Durchfall

    Das liess sich alles gut ertragen, bis auf das Makularödem betrifft nur 1% der Frauen, das Zwang mich zum Wechsel.

    Blind wollte ich nicht werden.


    Exemestan: Hitzewallungen und Schüttelfrost, Schlaflosigkeit , Muskel und Gelenkschmerzen, Durchfall. So weit so gut...

    Dafür hat sich nun ein Leberenzym das trifft nur eine Frau von 10.000 fröhlich erhöht und sollte das weitergehen

    steht der nächste Wechsel an.


    alles in allem geht es mir persönlich unter dem Hemmer besser . Das ist von Frau zu Frau aber unterschiedlich. Ich kann bei mir keine

    erhöhten Infektionen feststellen. Bei mir mussten die Eierstöcke entfernt werden und der Preis sind trockne Schleimhäute und der Verlust der Libido. Es ist die Kastration der Frau . Niemand geht diesen Weg freiwillig , wenn er nicht muß . Für die Sicherheit nimmst du schon Tamoxifen,

    ob du da noch weiter gehen willst, musst du selbst entscheiden.

    Ich weiss nicht , ob das jetzt hilfreich für dich war , aber ich wünsche Dir das Du für dich einen guten Weg findest:hug:


    LG

    Fidi

    Anfangs wollt ich fast verzagen,

    und ich glaubt, ich trüg es nie,

    und ich hab es doch getragen -

    aber fragt mich nur nicht wie?

    Heinrich Heine

  • Liebe Olivia,

    von deinem ärztlichen Vorschlag habe ich noch nichts gehört, bin gerade etwas überrascht.

    Da werde ich mich gezielt informieren, aber das hilft dir im Moment nicht weiter.

    Du kannst auch dazu den KID kontaktieren und nachfragen was die dazu sagen.


    Ich kann dir nur sagen, dass ich meinen Aromathasehemmer "Letrozol" (Glückspillchen" seit der 3 Woche im Nov. einnehme)

    Auch ich habe die Vorstufe v. Osteoporose, leide unter Osteochondrosis und osteochondrosis Dissecans

    an allen Gelenken und jeweils Grad 4,

    Arthrosen aller Arten uvm.


    Meine Onkologin setzt eine halbjährliche Kontrolle der Knochendichtemessung an.


    Schlucke verschiedene Vitamine in Höchstdosen.


    Meine Onkologin hat in meinem Falle "aufgrund meiner Tumorbiologien ect."

    von Tamoxifen abgesehen (wurde vor Therapiebeginn genannt)

    mit den Worten ...."Letrozol" hilft in ihrem Falle besser.

    Alles wird induviduell zusammen besprochen und festgelegt.

    Ich mache mir keinerlei Gedanken, was alles an NW kommen werden,

    schon da sind,

    denn ich habe die Chemotherapie mit allen allen NW die ein Mensch haben kann,

    überstanden und somit ist der Rest für mich sowas von .....egal/uninteressant/nicht vergleichbar

    Dadurch manipuliere ich anscheinend meinen Körper und meinen Geist,

    denn meine langjährige Knochenerkrankung ist besser denn je zu händeln.


    Und ich konzentriere mich nur auf meine Senologin,

    bespreche alles mit ihr, denn Gyn und auch andere Ärzte sind ein manchesmal anderer Meinung.

    ich habe s irgendwo schon mal geschrieben....zu viele Köche verderben den Brei....


    Und jede Art der Therapien und Vorsorgetherapien bekämpfen nicht nur den Krebs , halten ihn in Schacht,

    sondern zerstören auch gesunde Zellen.

    Somit nehme ich jegliche Auswirkungen der Massnahmen an und fahre ganz gut damit.


    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass es dir bald besser geht:hug:

    Viele Grüße Brain


    Ich liebe das Leben


    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Alice ()

  • Liebe Olivia,


    soweit ich weiß, lässt sich die Funktion der Eierstöcke auch medikamentös durch sog. GnRH-Analoga unterdrücken. Das erscheint mir doch weniger radikal als die Dir vorgeschlagene Bestrahlung (dazu verstehe ich Deine Bedenken sehr gut!).


    Vielleicht sprichst Du Deinen Onkologen einmal darauf an, ob das für Dich in Frage kommt.


    Viele Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Liebe Olivia,


    die Frage: Tamoxifen - Aromatasehemmer scheint eine Philosophiefrage zu sein.

    Damit mußte ich mich auch auseinandersetzen.

    Da ich auf die Chemo verzichtet habe (Grenzfall), empfahl die Ärztin im Brustzentrum Aromatasehemmer aufgrund des "besseren" Schutzes. Mein Gyn war absolut überzeugt von Tamoxifen.

    Nachdem ich den Gyn gewechselt, mit dem KID telefoniert und im internet gegoogelt habe... war mein Entschluß:

    ich versuche es mit den Aromatasehemmern. Der Schutz ist aber nicht wirklich soooo viel besser und wenn sich wirklich Nebenwirkungen einstellen, steige ich auf Tamoxifen um. Ich bin auch der Meinung, dass die Nebenwirkungen nicht das körperliche Wohlbefinden auf Null bringen dürfen.

    Ich drück Dir die Daumen, dass Du zu einer Entscheidung kommst, mit der Du zufrieden bist.


    LG

    Birgit

  • Liebe Alle,


    vielen Dank für die bisherigen schon sehr hilfreichen Antworten! Ich finde es immer wieder krass, was viele von Euch durchmachen und aushalten müssen!


    Liebe Brigitmaus,


    ich dachte Tamoxifen geht nur für prä- und Hemmer nur für postmenopausal? Dann müsstest Du also schon (sei es natürlich oder herbeigeführt) postmenopausal sein. Du könntest also nicht mehr zurück auf Tam wechseln. Oder nimmst Du die GnRH-Analoga und die machen solch ein Switchen möglich?


    Liebe Grüße

    Olivia

  • Hallo liebe Olivia,


    ich bin auch prämenopausal und meine Eierstöcke werden mit einem GnRH Analoga (Zoladex) ausgeschaltet. Zusätzlich nehme ich noch den Hemmer Letrozol seit ziemlich genau zwei Monaten. Als Nebenwirkungen kann ich Hitze- und Kältewallungen beobachten und Gelenksteife nach langem Sitzen. Alles aber noch gut auszuhalten. Es kann aber bestimmt auch sein, dass manche Nebenwirkung erst mit zunehmender Einnahmedauer stärker wird bzw. neu auftritt.


    Von einer Bestrahlung der Eierstöcke zum Ausschalten der Funktion habe ich bisher nichts gehört.


    Übrigens bist du mein persönlicher Mutmacher:hug:. Du gilst als geheilt trotz Knochenmeta. Ich hab zwar eine andere Tumorbiologie als du aber auch eine Knochenmetastase und deine Geschichte macht mir Hoffnung, dass eine Heilung auch bei mir möglich sein könnte...


    Liebe Grüße

    Moni

  • Liebe Olivia ,


    ich war doch ziemlich erschrocken als ich deine Nachricht gelesen habe, die Ovarien zu bestrahlen, damit auf Aromatasehemmer

    gewechselt werden kann.

    Habe mich mal ein bisschen informiert und bei uns wie in den Nachbarschaft wird das nicht in Betracht gezogen, sondern wie

    schon von den anderen Foris angedeutet GnRH Analoga eingesetzt um dann zusätzliche ATH einzusetzten.


    Ich habe eine lange Zeit Zoladex bekommen und recht wenig mit NW zu tun gehabt. Das einzige war sehr trockene Haut und

    dass meine Knochendichte deutlich abgenommen hat. Um einen Verlauf zu haben, hatte ich vorher eine K-dichtemessung durchführen

    lassen. Die war vor Zoladex 100%!


    Grüßle :) ika :)