"Extraprozente" für Mastektomie und Neuropathien?

  • Hallo Zusammen,

    ich habe die üblichen 50% GdB für 5 Jahre bekommen, nun habe ich in der AHB mit dem Sozialdienst der Klinik einen Verschlimmerungsantrag gestellt. Immerhin habe ich mittlerweile Silikon im Dekollete, meine Eierstöcke sind futsch und dank Gelenkschmerzen und starker Neuropathien kann ich nur schlecht laufen und meine Hände wollen auch nicht so wie ich.

    Nun bekam ich gestern die Ablehnung meines Antrags, da eine Verschlechterung meines Zustands nicht gegeben sei. Für die Eierstöcke würde ich einzeln 10 % kriegen, die fallen aber nicht ins Gewicht, die Brüste sind gar nicht aufgeführt und die Neuropathien fallen unter den Punkt "Gesundheitsstörung die keinen eigenen GdB erreichen und daher für den Gesamt GdB ohne Bedeutung sind". Mir ist ja fast die Hutschnur geplatzt! Die Mastektomie wurde überhaupt nicht erwähnt.

    Ich habe also dort angerufen und bekam etwas schnippisch zu hören, dass die Mastektomie nicht erwähnt wird, da sie allgemein zum BK gehört und erst nach Ablauf der Heilungsbewährung eigene Prozente auslösen könne. Als ich dann noch das Thema Neuropathien ansprach, bekam ich auch zu hören, dass das alles damit abgegolten sei. Ich bin ziemlich sauer, denn ich wüsste gern, welche 50% meines Alltags ich ohne Einschränkungen bewältigen kann. Mein Leben orientiert sich derzeit eher an der einer 90-jährigen und ist alles andere als altersgerecht. Dass meine neurologisch nachgewiesenen schweren Neuropathien so gering sind, dass sie angeblich gar keinen Éinzel-GdB auslösen, macht mich so richtig wütend, das kann und will ich so nicht hinnehmen.

    Wer hat Erfahrungen mit Widersprüchen? Kann ich das einfach formlos erledigen? Oder muss ich irgendwas beachten?

    Mitglied im Sozialverband bin ich nicht und die haben auch keinen Beratungstermin frei um fristgerecht Widerspruch einzulegen. Muss das also definitiv allein machen.

  • Wichtig ist dass du nur 2 Wochen hast glaube ich für den Widerspruch. Du kannst sicher nachfragen dort wie der Ablauf eines Widerspruchs ist.


    Ich habe 80 % auf Ablatio links bekommen plus Neuropathien. Ich hatte auch Eierstöcke und Gebärmutter lassen müssen, habe dort nachgefragt ob das % bekommt, als Antwort kam die Frage wie alt ich sei, dass ich doch aus dem Kinderalter heraus sei. ( 47). Auch ist die Tumorgröße ein Faktor, sowie Lymphknoten.


    Allerdings habe ich nachgelesen, dass nach Aufbau die % geringer sind als bei Ablatio.


    Für starke Neuropathie brauchst du sicher Befunde, die auch das Ausmaß der Neuropathien wiedergeben.


    Hier ein guter Link, allerdings keine Gewähr ob jedes Amt das auch so sieht.

    http://www.betanet.de/betanet/…chwerbehinderung-532.html

  • Liebe Heideblüte,


    bei meinem Änderungsantrag hat mir die Schwerbehindertenvertretung meines Arbeitsgebers geholfen. Ist das eine Möglichkeit? Ich weiß nicht wie groß Dein Betrieb ist oder wie es arbeitsmäßig bei Dir ist. :/

    Ansonsten findest Du sicher im www. hilfreiche Seiten.

    Viel Glück wünscht Dir

    shirley

  • Du hast auch das Recht die Akten des Amtes einzusehen, um zu sehen welche Prozente für was gerechnet werden. Ich denke, dass durch deinen Aufbau du vielleicht runter gerutscht bist, und mit Neuropathien wieder hoch. Aber das sind tatsächlich Fakten die du einsehen darfst. Ruf da an und mach einen Termin oder frag dort wie du vorgehen kannst um die Akten einzusehen um zu verstehen wie die Prozente zusammen kommen.


    Ich nehme bei mir an übrigens, dass die Neuropathien auch nicht bewertet worden sind. Mein Tumor was sehr groß, alleine darauf habe ich sicher 80 %.


    Aber du kannst auch einen Verschlimmerungsantrag stellen, wenn die Probleme extreme Ausmaße annehmen. Allerdings ein G für Gehbehindert wirst du kaum bekommen, das ist scheinbar sogar für Rollstuhl Fahrer nicht einfach zu bekommen....das erklärt auch die ewig freien Behindertenparkplätze überall.

  • Hallo, ihr Lieben,

    ich finde es immer wieder irritierend, dass bei - zumindest auf den 1. Blick - ähnlicher Diagnosen/Behandlungen etc. recht unterschiedlich von den Versorgungsämtern entschieden wird. Ich bekam nach BET und dann Mastektomie rechts 60% für 5 Jahre bescheinigt ( keine Chemo, keine Strahlen, Wächter war befallen, weitere nicht), dauerte nach Antrag ca. 6 Wochen.

    Als ich 6 Monate später links auch noch Befúnd hatte, habe ich mich quer durch das Internet gelesen und dort festgestellt, dass einseitig oder beidseitig wohl keinen Unterschied macht - daraufhin habe ich mich entschieden, keinen Antrag zu stellen - und weitere zu Buche schlagende Einschränkungen/Erkrankungen hatte ich - zum Glück - nicht zu bieten.


    Ich warte nun gespannt, was in 1 jahr passiert, mein Ausweis ist ausgestellt als gültig bis 2/19... stufen die mich automatisch zurück und senden mir Ausweis mit reduziertem Grad zu (dann wohl 30%, sofern hoffentlich - nichts mehr kommt) ? Fragen sie nach? Ich habe keinen Plan...

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    Lebe dein Leben hier und jetzt - und verschiebe nichts auf irgendwann und irgendwo.

  • Liebe Sonnenblümchen,


    mein "tolles" Versorgungsamt hat mir den Ausweis großzügiger Weise von Anfang an auf 1 Jahr befristet :cursing:. Letzte Woche (also 6 Monate vor Ablauf und 6 Monate nach Ausstellung) bekam ich eine "Nachprüfung" zugestellt.

    Dort wird gefragt, ob und weswegen man in Behandlung ist und bei welchen Ärzten. Auch eine Schweigepflichtentbindung liegt bei.

    Ich denke, du wirst auch automatisch Post erhalten vor Ablauf deines Ausweises.


    LG
    Pschureika

  • Liebe Vael,

    was bedeutet "du kannst mindestens die Prozente für 6 Monate länger behalten". Interessiert mich, weil in meinem Fall der Ausweis bis 8/22 ausgestellt ist und ich 12/22 die vorgezogene Schwerbehindertenrente beantragen könnte, sofern der GdB dann höher als 50 ist. Ist zwar noch Zeit, aber wenn es so wäre, würde es mich schon beruhigen.

    LG Christina


    Wenn es ein Löwenzahl durch den Asphalt schafft, dann wirst du doch sicher auch einen Weg finden.

  • Christina , die 6 Monate betreffen Sonnenblümchen , da sie nach 6 Monaten einen Zweitbefall hatte, und diesen nicht als Verschlechterung eingetragen hat beim Amt. Sie könnte also hier einen Verschlimmerungsantrag stellen und dieser wäre dann, wenn nicht mehr Prozente, dann aber trotzdem 6 Monate länger haltbar, da auch von der zweiten Krebserkrankung 5 Jahre gezählt werden.

  • Huhu ihr Lieben, nur ganz kurz, habe eine Grippe und liege flach.......WiderspruchfrIst 4 Wochen ab Zustellung.

    Erst mal nur kurz an das Versorgungsunternehmen schreiben.......hiermit lege ich Widerspruch gegen den Beschluss vom???? Bitte senden Sie mir alle Unterlagen/medizinisches Gutachten die zur Entscheidung geführt haben, per Post zu. Meine Begründung werde ich Ihnen fristgerecht zukommen lassen.


    Neuropathien werden so gut wie nie berücksichtigt, da sie nur mit geringen 'Punkten" bewertet werden. Die Berechnung des GdB werden in einer etwas schwierigen Berechnung berechnet. Ausführend vom höchsten GdB Punkt.


    Aufbau OP's werden mit Implis reichen nicht für einen Verschlimmerungsantrag.


    Aber ich rate auf jedem Fall zum Widerspruch, unbedingt.

    Ihr benötigt für die Begründung, neue, ärztliche medizinische Atteste, besser Berichte.

    Eine intensive Auflistung, nicht der Diagnosen, sondern von den Beeinträchtigungen mit Auflistung:....Ablauf einer Nacht, Ablauf eines Tages...Das ist GANZ wichtig, bitte denkt auch daran.


    Was die Brustkrebserkrankung betrifft, wird " bds. " berücksichtigt, anders bei anderen Erkrankungen, somit unbedingt nach einseitiger Erkrankung, GdB erhalten, dann Erkrankung andere Seite=bds. Unbedingt einen Verschlechterungsantrag stellen.


    So, mein Kopf qualmt, sorry, wenn Rechtschreibefehle, aber ich musste euch schreiben:hug:

  • Hallo zusammen, ich finde es auch irritierend das die Versorgungsämter so unterschiedlich entscheiden. Habe mich bisher nicht großartig damit befasst, mein Antrag wurde gleich mit 60% für 5 Jahre beståtigt. Ohne Aufbau wåren es mehr Prozente,

    Jetzt meine Frage :!: 

    Ist von euch Jemand in seiner Firma in der Schwerbehindertenvertretung tätig? Ich wurde diese Woche gebeten, mir bis kommende Woche zu ūberlegen, ob ich diese Aufgabe als Vorsitzende übernehmen möchte. Wir sind ein Unternehmen mit ūber 500 Angestellten und ich weiß nicht ob ich dieser Aufgabe gewachsen bin, was auf mich zu kommt. Wenn ich etwas mache, will ich es auch richtig machen. Klar ich habe Formblätter bekommen wo die Aufgaben formuliert sind, in der Praxis sieht vieles sicher anders aus. Kann mir jemand von euch dazu etwas sagen?

  • Liebe Heideblüte,


    über die Höhe des normalerweise möglichen GdB (Grad der Behinderung) oder GdS (Grad der Schädigung) kannst Du Dich u.a. in den Sozialen Informationen der Frauenselbsthilfe nach Krebs informieren, online zu lesen unter https://www.frauenselbsthilfe.…e_Informationen-final.pdf . Dort findest Du auf S. 29 auch ein Musterschreiben für einen Widerspruch.


    Und möglicherweise kann Dir auch die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) noch weitere Infos geben (kostenfreie Beratung; Kontaktdaten unter https://www.patientenberatung.de/de/kontakt .


    Viele Grüssles


    Saphira

  • Hallo.


    Also ich habe 100% GdB.

    Muss dazusagen das ja bds. Ablatio und aufgrund des BRCA2 auch Eierstöcke und Eileiter entfernt wurden.


    Ich hab alle Ärzte bei denen ich während der Behandlung war in dem Antrag aufgelistet. Augenarzt, Kardiologe, Neurologe, Hausarzt, Frauenarzt und meine Psychologin bei der ich damals in Behandlung war. Habe jeden einzelnen Arztbrief und Histobefund kopiert und mitgeschickt.

    Der Ausweis hat das Ausstelldatum 08.2016 und ist bis 06.2020 gültig also nicht ganz 4 Jahre.


    Heideblüte du hast doch auch einen Gendefekt. Hattest du das bei dem Antrag (Befund Humangenetik) mit angegeben?

    Ich hab das Versorgungsamt mit Papier überschüttet und trotzdem wurde bei jedem einzelnen Arzt und Krankenhaus nochmal nachgefragt bzw. Unterlagen/Formulare angefordert.

    Meine Neuropathien wurde glaube ich auch nicht berücksichtigt - müsste ich nachschauen-.


    Kann mich nur dunkel daran erinnern das sie noch etwas nicht berücksichtigt hatten und ich dies nachträglich nochmal mitgeteilt habe. Da kam dann nur die Antwort:" was wollen Sie denn, mehr als 100% geht nicht". Ich habe es trotzdem gemacht da der Bescheid nicht 100%ig formuliert war. Nicht das es dann später heißt " das hätten Sie uns mitteilen müssen" aber was es genau war weiß ich gerade nicht mehr.