Mamma-Lymphödem in der mit Silikon-Implantat rekonstruierten Brust

  • Hallo,


    fünf Monate nach hautsparender Mastektomie mit Silikonaufbau und Entfernung des Wächterlymphknotens wurde bei mir von dem operierenden Arzt ein Mamma-Lymphödem festgestellt, das meine Gyn nicht erkannt hat. Jetzt bin ich mit der ersten Staffel Lymphdrainagen fast durch, allerdings ohne nennenswerte Besserung. Unmittelbar nach der MLD ist es besser, schon in der Nacht läuft die Brust aber wieder voll. Von C-Körbchen ist sie auf D-Körbchen gewachsen. Von Unterbrustweite 80 auf mindestens 85. Das Ödem erstreckt sich über die Seite hinweg bis auf den Rücken. Die Haut spannt und juckt. Jeder BH schneidet im Laufe des Tages irgendwo ein. Deshalb versuche ich es jetzt mit formgebender Wäsche und klemme auf Anraten der Lymph-Therapeutin zeitweise noch ein grobnoppiges Lymph-Pad hinein. Ich habe im Internet nur Informationen über das Armlymphödem gefunden. Wenn das Mamma-Lymphödem erwähnt wird, dann als Folge der Strahlentherapie mit dem Hinweis, dass sich diese Ödeme bis spätestens 2 Jahre nach Beendigung der Strahlentherapie zurückbilden. Ich habe keine Bestrahlungen erhalten. Als Ursache für das Mamma-Lymphödem hat der Chirurg die Narbe der der Mastektomie vorausgegangenen brusterhaltenden OP ausgemacht.


    Wer leidet oder litt auch unter einem nicht strahleninduzierten Mamm-Lymphödem und hat welche Erfahrungen gemacht? Ich freue mich über jede Rückmeldung.


    LG

    Lavara18

  • Hallo Lavara18


    ich möchte dich erstmal begrüßen in unserm Forum. Schön, dass du uns gefunden hast!


    Ein L-ödem kann sich auch, wenn wir nicht bestrahlt wurde, im Brustraum / Thoraxbereich / Schulterbereich manifestieren. Es muss nicht unbedingt Arm / Hand betroffen sein.

    Dein Chirurg hat eine mögliche Ursache ausgemacht, dass dein Ödem mitverursacht.


    Der Tipp mit dem Lymph-Pad ist eine gute Unterstützung wie auch eine gute fachliche Versorgung mit einem Lymph-BH. Diese Fachliche-Versorgung bekommt du in einem guten Sanitätshaus. Weiß deine Physio vielleicht drum Bescheid und meist die Selbsthilfegruppen vor Ort!

    Es gibt z.B. einen speziellen Lymph-Kompressions-BH. Soviel ich weiß aber immer noch keine Abrechnungs-NR., um diesen BH übers Rezept zu bekommen. Wenn es so ist, müssen wir einen Antrag auf Übernahme der Kosten bei der KK stellen. Bei mir hat es funktioniert!


    Du schreibst, unmittelbar nach der MLD ist es besser, das zeigt, dass dein Ödem abfließen kann, was schon mal sehr gut ist. So wie ich es sehe, wirst du weiterhin regelmäßig in Behandlung bleiben müssen, damit eine Besserung eintreten kann. Inwieweit die Besserung sein wird, wird dir keiner vorhersagen können.

    Unser L-System bildet in gewissen Maße Kollateralgefäße im geschädigten Gebiet aus. Die zwar nicht lange so effektiv sind, aber doch eine gewisse Entlastung bringen können. Dazu muss aber eine regelmäßige MLD vorgenommen werden! Deine Physio müsste und kann dir dazu mehr erklären, würde hier den Rahmen sprengen.


    Wir haben auch die Möglichkeit in einer der Lymph-Kliniken aufgenommen zu werden, wenn ein L-Ödem sehr ausgeprägt ist. Wenn es mal so sein sollte, müssen wir die behandelnden Ärzte auf unserer Seite haben.
    Schau doch mal unter Földi und unter Asdonk. Auf deren Techniken beruht die MLD! Unter diesen Namen findest du auch die Spezial-Kliniken.


    Lavara18, ich wünsche dir alles Gute!


    Grüßle :) ika :)

    Lachen ist die beste Medizin,

    also verschenke jeden Tag ein Lächeln,
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    :thumbsup:

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  • Du kannst auch zb zwei Termine die Woche für L-Drainage nehmen. Vielleicht wird es über Zeit etwas besser. Ich habe Ablatio und ein leichtes Ödem am Thorax, habe mir auch für die BH's ein Verlängerungsstück im Sanitätshaus gekauft, so kann ich wenn der BH mal wieder zu eng wird, das Stück einsetzten und immerhin damit atmen.

  • Hallo ika-ulm und Vael,


    vielen Dank für Euro Infos. Ich hatte jetzt zwei Wochen sogar 3 Lymphdrainagen je Woche. Das hat einen deutlichen Fortschritt gebracht. Mit den Shapetops komme ich momentan gut klar. Das Lymphpad bleibt selbst im Fitness-Studio (für Senioren, nichts Wildes) an der Stelle, wo es gebraucht wird, und die Fummelei mit der BH-Erweiterung (habe ich auch schon gemacht, finde aber, dass die Körbchen dann nicht mehr optimal sitzen) entfällt. Ich habe festgestellt, dass Wärme das Ödem spürbar befördert. Das gilt nicht nur für Wannenbäder (ich lieb(t)e die 45minütigen Basen-Bäder, die meiner Haut so gut tun), sondern auch für den "Hitzestau" unter der Bettdecke. Auf Wannenbäder verzichte ich ich deshalb, aber ohne Bettdecke will ich jetzt im Winter wirklich nicht schlafen. Ich bin nämlich eine "Frierhippe". Da meine Physio heute bei der Bearbeitung der Brust zum ersten Mal die Bewegungen des Silikons im Implantat sehen konnte, hat sie mir Hoffnung gemacht, dass ich vielleicht doch nicht zum Ewigkeitsgast dieses Instituts werde.


    Im Fitnessstudio bin ich mit der Belastung der Arme zurückhaltend. Die Beweglichkeit des Armes ist zwar nicht eingeschränkt, aber ich bilde mir eine leichte Verschlechterung des Ödems nach Über-Kopf-Bewegungen ein. Das gilt auch für Damen-Soli beim Tanzen. Diesen Spaß - einmal in der Woche - lasse ich mir (und meinem Mann) aber nicht nehmen. Habt Ihr Erfahrungen mit Brustschwimmen? Vor meiner OP bin ich ein- bis zweimal in der Woche Schwimmen gegangen wegen Schulter-Impingement beidseitig, Brustschwimmen hat mir da sehr geholfen, besser als die Krankengymnastik. Die Schultern mucken inzwischen wieder. Fühlen sich wohl vernachlässigt, seitdem sich bei mir alles um die Brust dreht.

  • Schwimmen ist allgemein gut , da das Wasser auch eine Art Lymphdrainage macht, durch den leichten Wasserdruck aber auch die Bewegung dazu. Also nur zu. Arme über Kopf sollte ich zb nicht machen, bin ich ausdrücklich gewarnt worden, dass ich zb nicht mit den Armen über Kopf arbeiten dürfte. Verstanden habe ich es nicht, aber zum Decke streichen hab ich auch keine Lust :)


    Und auch Wärme, bin ich jetzt von einer Lymphtherapeutin ( habe mehrer verschiedene) gewarnt worden. Ich friere auch bei der Lymphdrainage sehr und die haben so tolle Wärmepads auf die man sich legen kann. Diese Therapeutin meinte nun ich dürfe dieses Pad nicht im oberen Rücken haben, da dann der Thorax schneller voll läuft, da sich die Zellen erweitern und wieder Flüssigkeit aufnehmen könnten.

  • Hallo Lavara18,


    sehr gut, 3 x i. d. Wo MLD. Ich habe auf meinem Rezept 1 – 3 x d. Wo. MLD vermerken lassen, so haben wir einen großen Spielraum, je nach Beschwerden!


    Wärme fördert im Allgemeinen das L-Ödem. Wenn du die Wannenbäder von der Zeit her verkürzt, wäre das ein Versuch wert?

    Meist verträgt unser Köper so einiges, was normalerweise bei Entfernung von Lymphen untersagt ist. Wenn wir vor OP regelmäßige Saunabesuche durchgeführt haben und armbetonte Sportarten betrieben haben, ist dieses oft auch nach OP wieder möglich.

    Bei den ersten Saunabesuchen sollten wir natürlich erst mit der niedrigsten Temperatur beginnen und wenn das gut geht können wir steigern.

    Die armbetonten Sportarten sollten normalerweise auch nicht ausgeübt werden. Wenn jemand jedoch z.B. schon x-Jahre Tennis gespielt hat und die Technik beherrscht, kann der jeweilige Betroffene meist auch weiterhin Tennis spielen. Sollte sich jedoch nicht zu Beginn gleich einen starken oder gleichstarken Gegner aussuchen! Auch hier gilt, langsam steigern!!!


    Was die Bettdecke abgeht, müssen wir auch experimentieren. Ich habe Sommer wie Winter nur die Sommerdecke und zum Winter hin eine schöne warme Kuscheldecke über meine Bettdecke liegen. Ich komme so sehr gut klar.


    Hört sich gut an, was deine Physio angedeutet hat, scheint das Gewebe immer weicher zu werden…SUPER…:thumbup:


    Wasserdruck wirkt wie ein L-Drainage und von daher würde ich es versuchen. Du musst ja nicht gleich mehrere Bahnen durchziehen, auch hier gilt, langsam beginnen und dann steigern! Eine sehr gute Übung ist das Laufen (Joggen) im Wasser und die Arme werden wie beim Walking mitgenommen, also durchs Wasser gezogen.


    Über-Kopf-Arbeit ist gerade bei eine bestehenden L-Ödem oft ein Problem. Hier muss jeder für sich schauen, denn viele von uns können über Kopf arbeiten!!!

    Verbote allgemein bezogen…da sollten wir immer schauen, denn jeder von uns kann vieles wieder und wenn jeder von uns auf seinen Körper hört, merkt er sehr schnell wo die Grenzen sind….langsam beginnen, ausprobieren und langsam steigen bis dahin wo wir uns noch wohl fühlen!

    Außer, wenn ein Verbot speziell für mich / dich, also individuell ausgesprochen wird, weil bestimmte Kontraindikationen vor liegen!


    Im Fitnessstudio schau wie weit du mit deinen Armen nach oben arbeitets. Mach es so, dass es für dich gut ist und nicht wie es normalerweise gemacht wird! In einem guten Studio wird auch darauf geachtet bei der Einweisung und bei den Kontrollen…….


    Damen-Soli beim Tanzen, den Spaß lass dir auch nicht nehmen. Ich denke auch hier wirst du deinen Weg finden.

    Alles Gute


    Grüßle :) ika :)

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  • Hallo Ihr Lieben,

    nachdem am Freitag auch die Lymph-Therapeutin optimistisch war, ist jetzt am Wochenende wieder alles zurück auf Anfang geschaltet, ohne dass ich die Ursache ausmachen könnte. Kein Wannenbad, keine warme Dusche, kein Tanzen, kein Fitness, lediglich am Samstag ein eineinhalbstündiger Spaziergang mit Lymphpad. In der Nacht lief die Brust wieder voll. Dummerweise hatte ich das Pad abends gewaschen und es war noch nicht trocken. Sonntags Ruhetag. Mit Shapewear-Bustier ging es, da spielen unterschiedliche Brustgrößen ja keine Rolle, es dehnt sich, wie man es braucht. Damit die breiten Träger nicht einschneiden, Schulterpolster drunter geschoben. Von diesen Dingern, die früher in jeder Bluse waren, habe ich zum Glück einige aufbewahrt. Die käuflichen Trägerpolster passen nicht, weil die Shapewear ja überwiegend breitere Träger hat. Die Nacht verging mit Grübeln und Heulen. Meine Mutter hatte mit 69 Jahren eine Ablatio wegen eines invasiven Tumors. Sie hat sich die Brust nicht wieder aufbauen lassen, weil sie die dafür erforderlichen weiteren OPs gescheut hat, nahm 5 Jahre Tamoxifen und ergänzend Mistel-Therapie. Mit der Prothese kam sie gut klar, sie hatte auch nicht die Spur eines Ödems trotz Axilla-OP. Lediglich über starkes Schwitzen unter der Prothese hat sie im Sommer geklagt und die Prothese im Haus bei heißem Wetter nicht getragen. Am Tag meiner Diagnose ist sie mit fast 90 Jahren an einem Hirntumor gestorben. Sie hat also 20 Jahre als Amazone gelebt, übrigens ohne Sport. Einen nachträglichen Aufbau hätte ich auch nicht gemacht, aber weil bei mir die Haut und die Brustwarze erhalten bleiben konnte, bin ich der Versuchung der Rekonstruktion erlegen, obwohl ich im Grunde einen Widerwillen gegen das Silikon hatte. Ich dachte, es sei ein Vorteil, wenn einem das Handling mit den Prothesen erspart bliebe und der Anblick der Verwüstunge auf dem Oberkörper. Es war in Bezug auf die OP ja auch wirklich einfach. Aber bekleidungstechnisch habe ich größere Probleme als meine Mutter. Und ich fange an, mich vor dem "Silikon-Monster" zu ekeln, obwohl mir die Therapeutin versichert, dass es sooo schlimm doch gar nicht sei. Wenn ich den Größenunterschied verstecken will, muss ich bei festen BHs die Körbchengröße nach der operierten Brust kaufen und das Körbchen der gesunden Brust zusätzlich auspolstern. Das finde ich paradox und da weigere ich mich momentan noch. Im Schwimmbad war ich noch nicht, weil meine Badeanzüge nicht mehr richtig passen. Das dicke Lymphpad sieht man natürlich auch durch die Kleidung. Ist jetzt im Winter allerdings nicht tragisch, weil man ja immer noch eine Weste drüber ziehen kann. Aber im Sommer???


    Heute morgen habe ich die einzige Fachärztin hier für Lymphologie angerufen und am 12. 02. einen Termin bekommen. Von dem Lymph-BH hält meine Therapeutin nicht sehr viel (die Nöppchen sind ihrer Ansicht nach zu schwach ausgebildet) und meiner Gyn traue ich im Hinblick auf Lymph-Ödeme nicht viel zu. Ich spiele schon mit dem Gedanken, mir das Implantat wieder entfernen zu lassen, frage mich aber, ob ein Chirurg an eine Brust mit Ödem rangeht, müsste er allerdings im Fall einer Kapselfibrose ja auch. Jetzt warte ich erst mal den Termin bei der Lymphologin ab und werde wohl die Frequenz der Lymphdrainagen wieder erhöhen.


    Eine gute Woche

    Lavara 18

  • Liebe Lavara18,


    das tut mir wirklich leid, dass deine operierte Seite solche Probleme macht. Ich hoffe sehr, dass deine Lymphologin dir weiter helfen kann.
    Es ist richtig, die Noppen im L-BH sind nicht strak ausgeprägt, aber durch Bewegung können diese Noppen ein wenige unterstützen. Mir bekommt der BH sehr gut. Ich trage diesen BH aber nur während meiner Dienstzeit. Natürlich ist es auch abhängig von L-Ödem, wenn es recht massiv ist, wird der L-BH keine Unterstützung sein!


    Ich würde auch wieder die MLD-Frequenz erhöhen!


    Grüßle :) ika :)

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich hatte heute den Termin bei der Lymphologin. Sie hat mein Lymphödem als inzwischen chronisch erkannt. Die Meinung des Chirurgen, das Lymphödem würde erst nach einem Jahr chronisch, hat sie auf 3 Monate korrigiert. Außerdem brächte MLD ohne Kompression gar nichts. Ich habe sofort ein Rezept für den Lymph-BH bekommen, ein Lymph-Pad mit feineren Noppen, das ich gegebenenfalls noch zusätzlich in den BH einlegen soll und wenn das auch nicht reicht, den Rat, das Shape-Top, das ich an hatte, noch über den BH zu ziehen, um die Kompression weiter zu verstärken. Mir blieb schon bei der bloßen Vorstellung dieser "Verpackung" die Luft weg. MLD bräuchte ich wohl lebenslänglich. Ich bin enttäuscht von meinen bisher behandelnden Ärzten, die die von mir mehrfach angesprochene Lymphproblematik im Vorfeld der OP klein geredet haben und bei der Nachsorge nicht problembewusst genug waren. Die Chronifizierung des Lymph-Ödems wäre wahrscheinlich vermeidbar gewesen, wenn mit der MLD und dem Lymph-BH früher begonnen worden wäre! Daher mein Rat an alle Leidensgenossinnen, auch und gerade an solche, denen "nur" der Wächer-Lymphknoten entfernt wurde und die nicht bestrahlt wurden: Zusätzlich zu den onkologischen/gynäkologischen Nachsorgeterminen einen auf dem Gebiet der Lymphologie ausgewiesenen Arzt konsultieren!


    Allez hopp! (Gruß der saarländischen Narren, obwohl mir nach Karneval gerade überhaupt nicht ist)


    Lavara 18

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich trage jetzt seit einer Woche den Lymph-BH und finde ihn fabelhaft. Kein anderer BH sitzt so gut. Vielen lieben Dank für Eure diesbezüglichen Hinweise. Ich lege allerdings auf Anraten der Lymphologin noch ein feinnoppiges Lymph-Pad ein, um die Kompression zu verstärken. Und natürlich weiterhin 2 x die Woche MLD. Mein Lymph-Ödem ist inzwischen auf dem Rückzug. Es reicht nicht mehr bis auf den Rücken, sondern erstreckt sich nur noch über die Brust und über den Bereich unter der Achsel. Das stimmt mich wieder etwas optimistischer. Ich bin inzwischen Mitglied bei der Lymphselbsthilfe e. V., die am 17.03.2018 in Sankt Wendel im Saarland eine Tagung veranstalte, zu der ich mich angmeldet habe. Wenn ich dort etwas Interessantes zum Thema Brustlymphödem erfahre, werde ich gern hier berichten.


    Bis dahin herzliche Grüße aus dem frostigen Saarbrücken


    Lavara18

  • Hallo Lavara18


    ich freue mich sehr, dass du mittlerweile das L-ödem in den Griff bekommst!

    Sehr gut, dass du die Tagung besuchst, du wirst so einiges interessantes erfahren :thumbup:


    Grüßle :) ika :)

  • hi lavara

    Ich reih mich mal ein. Die Brust bei der ich vorher eine BET hatte ist schon seit einiger Zeit etwas grösser als die andere. Alles im Rahmen, aber die bh- nähte zeichnen sich ab. Sollte sich noch geben, sei noch nachwirkung der op, usw . Nun hab ich den MRT Bericht und siehe da, es gibt dort ödematöse Strukturen. Hab nun privat lymphdrainage probiert. Super! Geh die Tage zu meiner gyn und frag nach Rezept und bh.

    Freue mich wenn du Neuigkeiten hast und mit uns teilst.

  • Hallo Ihr Lieben,

    der 4. Lymphselbsthilfetag vorgestern war sehr informativ. Wie erwartet standen aber die Bein- und Armlymphödeme und die Lipödeme im Zentrum insbesondere der Workshops, zum Beispiel zum Taping. Eine Leidensgenossin "nur" mit Brustlymphödem habe ich leider nicht getroffen und die Zeit in den Workshops war so knapp bemessen, dass ich mich als Sonderfall zurückgehalten habe. Auch die in der Ausstellung von Kompressionswäsche vertretenen Firmen hatten zur Brustkompression leider gar nichts mitgebracht. Das wurde auch von einer breast nurse, mit der ich ins Gespräch kam, beklagt. Ein Firmenvertreter hat mir zugesagt, mir entsprechende Unterlagen zu mailen. Bin mal gespannt, ob und was kommt. Hervorragend war der Workshop zur Entstauungsgymnastik von Anette Dunker. Die ist für jeden Lymphödem-Patienten gut, weil sie das Lymphsystem im Ganzen anregt. Schade nur, dass zu den Übungen nichts verschriftet ist, denn man kommt nicht dazu, sich währenddessen Notizen zu machen. Der nächste Lymphselbsthilfetag ist am 09.03.2019 in Regensburg. Die "Chancen", dass ich mein Lymphproblem dann noch habe, stehen leider gut. In einem Gespräch mit einem erfahrenen Therapeuten habe ich eine weitere Faustregel erfahren: Jedes Lymphödem, das länger als 6 Monate besteht, ist chronisch. Es kann maximal verbessert, aber nicht mehr vollständig beseitigt werden und braucht lebenslängliche Therapie. Das dürfte bei mir wohl leider zutreffen. Aber keine Regel ohne Ausnahme und schließlich stirbt die Hoffnung zuletzt.


    Liebe Grüße

    Lavara18

  • danke für die info. Ich hab noch Hoffnung, rechtzeitig gehandelt zu haben und die lymphdrainage schlägt super an. Jetzt in der 3. Woche habe ich das Gefühl dass es nicht mehr so schnell nachläuft wie beim 1. Mal. Sollte ich nächstes Jahr doch noch damit zu kämpfen haben, muss ich schauen ob ich auch komme dann wären wir schon 2😁

  • Hallo Lavara18 ,


    die Lymphselbsthilfetage sind immer sehr gut und die Workshops sehr begehrt. Nur schade, dass du keine richtige Info für dich gefunden hast. Wenn die Breast Care Nurses das schon beklagt hat, ist das ein wenig traurig!
    Annette Dunker macht ihre Workshop (Entstauungsgymnastik) immer sehr gut. Ich denke die Internetadresse hast du http://www.lymphselbsthilfe.de


    Keine Regel ohne Ausnahme :hug: und die Hoffnung stirbt zuletzt :hug: genau so, liebe Lavara18! Dafür drücke ich ganz fest die Daumen:thumbup:


    Grüßle :) ika :)

  • Hallo ika-ulm,

    danke Dir für die Internet-Adresse. Ich hatte sie schon, bin in dem Verein kurz vor der Anmeldung zum Selbsthilfetag Mitglied geworden. "Nur" ein Mamma-Lymphödem zu haben, ist im Vergleich zu anderen Lymph-Ödem-Betroffenen fast ein Luxus-Problem. Ich bekomme zwar jetzt anstandslos auf telefonischen Zuruf das MLD-Rezept, aber Kostendämpfung geht anders. Wenn das Kind erst in den Brunnen gefallen sein muss, damit Ärzte handeln, bedeutet das Sparen am falschen Ende. Die Masse der Ärzte weiß es wohl nicht besser, das ist auch auf der Veranstaltung immer wieder zur Sprache gekommen.


    Liebe Heideblüte,

    wenn Dich mein Beitrag rechtzeitig auf die richtige Spur gelenkt hat, dann hat er sich ja gelohnt. Ich hatte anfangs nach der Lektüre anderer Beiträge, wo es um viel größere Probleme geht, Zweifel, ob ich das Thema einbringen soll. Aber auch wenn es Schlimmeres gibt, das Ödem hat mich belastet und tut es noch. Da ist man aus der Krebsnummer vergleichsweise gut rausgekommen - hoffe ich mal - und soll dann für den Rest des Lebens als "Andenken" ein Lymph-Ödem behalten? Das geht mir immer noch gegen den Strich. Ich versuche übrigens seit zwei Nächten, das nächtliche Anschwellen der Brust - unter der Sommerdecke!!!! - dadurch zu mindern, dass ich ein leichtes Bustier trage, in das ich ein feinnoppiges Lymphpad schiebe. Das verrutscht nicht, weil es sich ein bisschen auf der Haut festsaugt. Ich empfinde das als wohltuend. Bin gespannt, ob meine Therapeutin am Freitag eine positive Veränderung feststellt.


    Schönen Abend

    Lavara18

  • Liebe Lavara18,


    es ist sehr ärgerlich, wenn die Ärzte sich nicht auskennen. Gerade unser Gynäkologen sollten sich auskennen mit L-ödeme und wie man einen Heilmittelkatalog liest. Dort steht alles drin wieviel der Patienten bei welcher Erkrankung an Einheiten bekommen kann und was weiter geschehen muss um dann Folgerezepte ohne Probleme zu verordnet (Rezept außerhalb des Regelfall).

    Ich wünsche dir alles Gute und ganz viel Erfolg :hug:


    Grüßle :) ika :)

  • ich trage nachts sowieso ein recht enges Buster. Hab in gynpraxis erfolglos wg lymph bh oder pad gefragt aber Rezept für mld bekommen.

    Die Dame im sanitätsgeschäft sagte ich solle es mal versuchen nach der drainage irgendwas z.b. taschentücher in den bh zu stopfen um den Druck zu steigern. War nicht so bequem. Ich arbeite noch an der Optimierung.

    Ja. Man fühlt sich etwas fehl am Platz. Und soooo schlimm ist es auch nicht (Vor allem sieht man es nicht so schnell wie z

    B. Eine geschwollene hand) aber ich möchte nicht drüber nachdenken was noch draus hätte werden können wenn ich nicht den MRT Bericht bekommen hätte und mit deinem Post in Verbindung gebracht und nun reagiert habe.

  • Hallo Heideblüte,

    die Diagnose Lymph-Ödem hat bei mir der Operateur gefällt, an den mich meine Gyn weitergereicht hat. Ich habe ihn gleich nach Kompression gefragt, weil man doch schließlich die bestrumpften Arme kennt. Ich habe diese Frage allerdings bezogen auf die beiden Kompressions-BHs, die ich zur Einheilung des Silikon-Implantats bekommen hatte und die sind in der Tat ganz anders als der Lymph-BH. Die anzuziehen, hat er mir verboten. Den Lymph-BH kannte er möglicherweise gar nicht. Meine Gyn kannte ihn nämlich auch nicht und hat ihn sich mit Interesse angeschaut. Die Patienten bilden ihre Ärzte fort! Das Rezept für den BH habe ich von einer Ärztin mit Schwerpunkt Lymphologie. Mein erstes Noppenpad - ein Musterstück - hat mir meine Physiotherapeutin spendiert. Es war aber nach Aussage der Lymph-Ärztin zu grob, eher für Lipödem als für Lymphödem geeignet. Sie hat mir die feinnoppige Ausführung geschenkt, auch ein Musterstück, Habe mir gerade ohne Verschreibung noch zwei (sind immer in einem Doppelpack und auch größer, aber einfach zuschneidbar) bei einer Internetapotheke bestellt für ca. 17 Euro, kosten sonst wohl ca. 23 Euro. Die Noppen der Lymph-Pads bewirken wie die Noppen im BH nicht nur eine Druckerhöhung, sondern eine ganz sanfte Drainage der Haut, die den Lymphabfluss steigern soll. Das schaffen Taschentücher und Watte nicht. Die Noppen im BH sind außerdem nicht nur im Körbchen, sondern auch unter den Trägern und dem hochgeschnittenen Rücken. Das Pad soll man so in den BH einlegen, dass es unter dem Unterbrustband des BHs herausguckt. Dadurch wird das Einschneiden des Unterbrustbands vermieden. Die Behinderung des Lymph-Abflusses durch einschneidene Kleidung ist auch so ein Problem, weshalb ein Therapeut, mit dem ich mich am Rande des Selbsthilfetags unterhalten hat, bzgl. des BHs skeptisch war. Es gibt von einem Kompressionswaren-Hersteller eine Brustkorsage, die bis in die Taille geht und in die man sog. Brusttrichter zur Verstärkung der Kompression einlegen kann. Sie hatten aber leider kein Beispiel dafür in der Ausstellung. Ich nehme an, das muss wie die Bestrumpfung nach Maß individuell angefertigt werden und ist dann sicher noch teurer als der BH. Im Mai soll ich mich wieder bei der Lymph-Ärztin vorstellen. Mal sehen, ob sie dann eine andere Kompressionslösung für erforderlich hält.


    Übrigens: Lymphdrainagen bieten fast alle Physiotherapeuten an, was aber nicht heißt, dass auch alle sie gut machen. Ich habe von meinem Chirurgen 2 lymphologische Schwerpunktpraxen empfohlen bekommen, immerhin. Lymphologie ist leider kein Fachgebiet, für das man eine Facharztanerkennung bekommt Daher sind entsprechend fachkundige Ärzte schwer zu finden. In der Regel sind es die Phlebologen, aber eben nicht automatisch alle Phlebologen. Im Saarland gibt es m. W. nur die eine Ärztin, bei der ich war. Auf dem Lymphselbsthilfetag habe ich erfahren, dass es selbst in Metropolen nicht besser aussieht. So soll es in München laut einer Betroffenen auch nur 2 Ärztinnen geben, die sich damit schwerpunktmäßig befassen. Näheres könnte eine Lymph-Selbsthilfegruppe in Deiner Nähe wissen. Die nächste Selbsthilfegruppe für Dich sind könnte die "Lily Turtles" in Winsen/Aller (http://www.lily-turtles.club ). Vielleicht fragst Du da mal nach einer guten Praxis bzw. einem guten Arzt.


    Es ist mühsam, aber wir müssen die Spezialisten unserer Krankheiten werden.


    LG

    Lavara18