Hallo, ich bin neu hier

  • Hallo,


    Ich bin Heike, 40 Jahre alt und an Lungenkrebs (Adenokarzinom) erkrankt. Es ist meine 2. Krebserkrankung - vor einem Jahr hatte ich ein Cervixkarzinom mit Verdacht auf Lungenmetastasen, welches mit der Entfernung der Gebärmutter sowie Radio-Chemo-Therapie gut behandelt werden konnte.


    Die aktuelle Krebserkrankung ist für mich sehr viel schwieriger als die erste.


    Leider habe ich ein sehr unangenehmes Symptom - einen Reizhusten, der eigentlich nie eine Pause macht. Das zerrt an meinen Kräften. Flach im Bett liegend bekomme ich nur schlecht Luft - ich habe deshalb mir ein Pflegebett gemietet, um besser schlafen zu können. Dennoch schlafe ich wenig durch den Husten.


    Der Tumor sollte eigentlich operiert werden, ist jedoch aufgrund seiner Größe inoperabel gewesen. Daher habe ich mit einer Reduktionschemo begonnen - der 2. Zyklus ist jetzt 16 Tage her. In einigen Tagen wird bei einer CT kontrolliert, ob der Tumor soweit geschrumpft ist, das er nun operiert werden kann.


    Was mir zudem sehr zu schaffen macht, sind die (Neben)wirkungen der Chemo - ich vertrage sie gar nicht gut. Selbst heute - über 2 Wochen nach der letzten Chemo - habe ich noch mit Übelkeit zu tun und fühle mich sehr schwach.


    Mein größtes Problem ist meine soziale Situation - ich bin recht allein.


    Zwar habe ich einen Partner, aber wir leben eigentlich in seperaten Wohnungen. Ich bin jetzt in sein Haus gezogen, um besser versorgt zu sein. Hier habe ich eine kleine Wohnung für mich, wo wir das Pflegebett gut unterbringen konnten.


    Leider habe ich keine Freundschaften. Während der letzten Krebserkrankung haben sich meine Freundinnen immer mehr zurück gezogen, allerdings muss ich dazu sagen, dass ich nie viele Freunde hatte. Zu meiner Familie habe ich keinen Kontakt.


    Jetzt habe ich nur noch meinen Partner und der muss natürlich arbeiten, hat nicht viel Zeit und muss durch meine Erkrankung vieles auch für mich mit erledigen. Auch er ist manchmal überfordert.


    Die Einsamkeit macht mir sehr zu schaffen. Keine Freundin zu haben mit der ich mal rausgehen könnte, wenn es mir etwas besser geht oder mit dem ich reden könnte, um mal etwas anderes zu hören und zu sehen als Krankheit.... in dieser Situation, wo ich wenig machen kann, weil ich körperlich so eingeschränkt bin, finde ich es auch schwierig neue Kontakte zu knüpfen. Das macht mich sehr traurig und manchmal hoffnungslos.


    Ich bin froh, dieses Forum gefunden zu haben :) !


    Liebe Grüße von Heike

  • Liebe IrishMeadow,


    Schön, dass Du uns gefunden hast, sei herzlich willkommen.
    Der Weg ist das Ziel, das ist einer meiner Lieblingssprüche, schön, dass er bei Dir steht.
    Ich wünsche Dir, dass Du hier Freunde findest, mit denen Du Dich austauschen kannst.
    Dann fühlst Du Dich nicht mehr so alleine.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • Hallo IrishMeadow,


    von mir auch ein "Herzlich Willkommen" im Forum.
    Ich wünsche Dir hier einen guten Austausch.
    Wenn Du Lust hast, schau doch auch mal auf unserem Sonnendeck vorbei.
    Vielleicht hilft es ein wenig gegen Deine Einsamkeit (zumindest virtuell).
    Für Deinen bevorstehenden Termin wünsche ich Dir alles Gute.


    nikita

  • Hallo IrishMeadow,


    auf dem Sonnendeck wartet leckerer Erdbeerkuchen auf Dich. Ich freue mich, wenn Du vorbeikommst, ein Liegestuhl steht für Dich bereit.

    Liebe Grüße aus dem wunderschönen Hessenland, heidih57



    Glück liegt nicht darin, dass man tut, was man mag,
    sondern dass man mag, was man tut.
    James Matthew Barrie

  • Vielen Dank für eure Willkommensgrüße!!!


    Ich habe mich inzwischen hier im Forum umgesehen und schon ein bissel was geschrieben - es gefällt mir gut hier bei euch!


    Freue mich auf den weiteren Austausch mit euch :) .


    Liebe Grüße,


    Heike

  • Liebe Heike,


    ich freu mich auch, dass Du den Weg hierher gefunden hast.
    Deine Geschichte hat mich betroffen gemacht, niemand sollte mit seinem Schicksal allein sein. Es tut mir von Herzen leid, dass kaum mehr jemand Deinen Wert erkennt.
    Um so schöner, dass Du jetzt bei uns bist! :)
    Ich habe mich hier von Anfang an gut aufgehoben gefühlt, jeder hier kann Deine Ängste und Sorgen nachvollziehen, aber jeder lacht und freut sich auch mit Dir.
    Anfangs hatte ich Bedenken, wenn es um Foren oder Austausch mit Gleichgesinnten ging, ich hatte Sorge, dass sich alles nur um Krankheit, Depression und Trauer dreht, aber das ist ganz und gar nicht so.


    Vielleicht sprichst Du noch einmal mit Deinem Onkologen über die Nebenwirkungen? Vielleicht gibt es ja doch noch Möglichkeiten etwas dagegen zu tun?


    Viele liebe Grüße und einen besonders sonnigen und erholsamen Tag wünscht Dir
    Diana

  • Liebe Diana,


    Danke für deine Antwort!


    Ich habe vor einigen Tagen mit meinem Onkologen gesprochen.


    Er hat seine Praxis in der Klinik, in der ich die Chemo bekomme und ist dort auch Oberarzt, d.h. er kennt meine Geschichte sehr gut. Bei unserem Gespräch teilte er mir lediglich mit, das ich sehr ungewöhnlich auf die Chemo reagiere.


    Ich hatte nach der Entlassung aus der Klinik keine Medikamente gegen Übelkeit enthalten. Nun erklärte ich ihm , dass ich nicht ohne Medikamente auskomme und er schrieb mir einige Medikamente auf - auch für den nächsten Zyklus.


    Leider habe ich das Gefühl, dass die Ärzte in meinem Fall allgemein etwas ratlos sind und meine Fragen langsam nicht mehr hören können. Es gibt so einige Punkte, bei denen ich entweder, laut Ärzten, ungewöhnlich reagiere oder seltene Symptome zeige, wie z.B. mein starker Husten. Ich spritze zur Nacht Morphin gegen den Husten, was aber kaum hilft und da alles andere, was probiert wurde nicht geholfen hat, heißt es jetzt immer nur - es sei sehr ungewöhnlich....


    Der Onkologe ging davon aus, dass schon unter dem ersten Chemozyklus der Husten besser werden würde, aber es gab keine Veränderung. Nach dem zweiten Zyklus wurde der Husten sogar schlimmer.... als ich ihm das berichtete, zuckte er nur mit den Schultern. Ich habe mich fast damit abgefunden, dass mir momentan niemand helfen kann, die Symptome zu lindern.


    Aber die Übelkeit ist unter den Medikamenten besser geworden und ich habe inzwischen auch mal ein paar Stunden am Tag, an denen ich mich fitter fühle :)


    Am kommenden Mittwoch wird nun per CT geschaut, ob der Tumor geschrumpft ist.


    Liebe Grüße,


    Heike

  • Liebe Heike,


    du hast es gerade wirklich nicht leicht, so ein Hustenreiz ist echt quälend und wenn er dich dann auch noch nicht mal nachts in Frieden lässt, das raubt dir natürlich viel Kraft ;( . Wahrscheinlich musst du aber einfach nur noch etwas durchhalten. Die Chemo wird den Tumor zum Schrumpfen bringen und dann wird auch der Husten nachlassen, vielleicht braucht's bei dir einfach etwas länger.


    Hast du es schon mal mit Entspannungsübungen versucht, oder so netten kleinen Traumreisen? Klingt jetzt vielleicht etwas abwegig, aber so'n Husten entwickelt ja gern mal sein Eigenleben. Ich kenne das allerdings nur von Erkältungen oder 'ner Grippe her. Aber wenn ich dabei über Tage so husten musste, habe ich mich irgendwann so "eingehustet", dass ich erst mal gar nicht mehr aufhören kann.
    Und Entspannungsübungen sind für vieles gut :thumbup: .


    Liebe Grüße von der Jo

  • Hallo Jo,


    Danke fürs Mitfühlen!


    Ja ja.... die liebe Geduld - die wurde verteilt als ich gerade wieder geschwänzt habe ;) . Du hast natürlich Recht, ich muss jetzt noch durchhalten... der Husten dauert jetzt genau ein halbes Jahr an. Ich habe richtige Bauchmuskeln bekommen :D .


    Weißt du, ich wünschte ich könnte auch mit so einer Gewissheit sagen: die Chemo wird den Tumor schrumpfen. Mir fehlt manchmal so dieser feste Glaube daran. Der Onkologe sagte, die Chancen liegen bei 55%, dass der Tumor unter dieser Chemo schrumpft. 95% wären mir lieber gewesen....


    Die Hoffnung zu behalten ist manchmal gar nicht so einfach, aber jeder Tag ist anders. Manchmal glaube ich ganz fest dran und dann wankt alles wieder.


    Ich verfüge über schöne Entspannungsübungstechniken (bin Ergotherapeutin), aber ich gebe zu, es ist manchmal schwer mich zu konzentrieren. Was aber ganz gut hilft ist Musik über Kopfhörer - also die Musik ganz intensiv wahrnehmen und sich damit etwas wegträumen :) .

  • Liebe Heike,
    uff, dass ist ja schon mal ein ganz schönes Päckchen. Ich hoffe sehr, dass wir hier im Forum dir alle helfen können es ein Stückchen zu schleppen, bis es wieder leichter wird. ^^


    Zitat

    Die Hoffnung zu behalten ist manchmal gar nicht so einfach, aber jeder
    Tag ist anders. Manchmal glaube ich ganz fest dran und dann wankt alles
    wieder.

    Sicherlich, wir alle wollen die 95% oder die 100%, aber 55% - wieso
    nicht - ist doch ein klein wenig über fifty fifty, also Tendenz zum
    Guten :) . Vielleicht hilft es Dir es ein wenig wie die Buddhisten zu machen, wenn mal wieder so ein "wanke" Tag dran ist. Einfach mal nur für ganz kurz denken, was ist gerade jetzt in diesem Moment, und jetzt in diesem Moment usw.. DAs kann manchmal gut helfen um vom Gedankenkarusell kurzzeitig abzusteigen und geht ganz schnell. Ich persönlich bin auch kein Fan von nur positiv denken, Stressresistenz reicht für solche Phasen meist schon.


    Und das mit dem Husten kann ich Dir von ganzem Herzen nachvollziehen. Letztes Jahr im Winter hat mich doch tatsächlich in meinem Alter der Keuchhusten erwischt. Ich sag Dir das Husten hat mich mürbe gemacht, und mir sogar einen Zwischenrippennerv eingeklemmt. Fies :thumbdown: . Habe es dann zwischendrin mit Atemübungen versucht, einfach um meinen Atem zu beruhigen. Oder ich hab mich Nachts einfach in das vom Dampf eingenebelte Badezimmer gestellt um besser Luft zu bekommen, oder bin auch tatsächlich aufgestanden und nochmal an die Frischluft gegangen.Ob sowas auch in Deinem Fall geeignet ist, weiss ich leider nicht.Frag vielleicht auch mal auch Deinen Arzt, ob es dafür eine speziele Physiotherapie gibt, die Dir bestimmte Atemübungen zeigen kann.


    Wünsch Dir das Du gut durchhälst bis zur nächsten Chemo, die wirds dann schon richten ;) .



    liebe Grüße
    Madita

    „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Franz von Assisi

  • Liebe Madita,


    Vielen Dank für deine Antwort.


    Sicher ich muss versuchen meine Gedanken mehr auf das Jetzt zu lenken - schaffe ich mal mehr, mal weniger gut.


    Was den Husten angeht sind auch die Ärzte alle ratlos. Der Husten dauert jetzt genau 6 Monate an. Als ich noch keine Diagnose hatte, war ich auch beim Hausarzt und beim Lungenfacharzt. Die tippten damals auf eine Allergie oder auch Keuchhusten.


    Nachdem die Tests nichts ergaben, wurde eine CT und eine Bronchioskopie gemacht. Danach war klar, es ist ein Tumor. Der "verstopft" den kompletten rechten Hauptbronchius und reizt den ganzen Tag die Schleimhaut, so dass ich husten muss.


    In der Klinik hatte ich auch Atemtherapie, aber die Therapeutin konnte gar nichts ausrichten, weil jeder tiefer Atemzug im Prinzip ein neuer Reiz ist (ich atme nur noch ganz flach). Die Therapie war echt schwierig, weil ich nur hustete. Die Therapeutin brachte die Stunde irgendwie zu ende, aber ich sah ihr an, dass sie es auch frustrierend fand. Es gab dann auch keinen neuen Termin mehr.


    Dampf vertrage ich gar nicht - gestern war es hier total schwül und schon ist mir das atmen schwerer gefallen...


    Ich spritze Morphin, um den Husten nachts zu reduzieren - hilft mäßig... manchmal gar nicht. Und im akuten Fall hilft am besten mein Inhalationsgerät. Das blöde ist nur, dass ich das nur zu Hause benutzen kann. Wenn ich unterwegs bin (bin ich derzeit zwar kaum, aber manchmal muss ich ja was einkaufen oder zum Arzt) und einen Hustenanfall bekomme, gibt es kaum was, was hilft. Ich versuche mich dann zu beruhigen und trinke viele kleine Schlückchen Wasser.


    Ich habe mir übrigens auch irgendeinen Nerv eingeklemmt durch die Husterei - irgendwo an der Schulter. Morgen gehe ich zum Orthopäden damit.


    Der Husten verändert sich immer wieder mal - derzeit bildet sich sehr viel Schleim - ich kann ihn aber nicht abhusten... er verstärkt meine Atemnot nur noch mehr.


    Dass die Ärzte so ratlos sind, finde ich nicht gerade beruhigend... inzwischen beantworten sie meine Fragen teilweise nur noch mit einem Schulterzucken.


    Zur Zeit bin ich leider sehr depressiv. Die Depression ist nicht erst durch die Krebserkrankung entstanden - sie begleitet mich schon mehr als mein halbes Leben, aber in den letzten Jahren hatte ich sie gut im Griff. Auch bei meiner ersten Krebserkrankung hatte ich nicht unter ihr zu leiden - aber da ging es mir auch recht gut.


    Jetzt, durch die schwierigen und lang andauernden Symptome, kommt sie wieder voll durch....


    Am Mittwoch erfahre ich hoffentlich mehr durch die neue CT.


    LG,


    Heike

  • Liebe Heike,
    brauchst Dich doch nicht fürs Antworten bedanken ;) , ich find Dich nett und schreib Dir gerne. Ich bewundere sehr, wie klar Du wirkst. Und ich wünsche Dir von Herzen, dass Du dranbleibst, an den kopfschüttelnden Ärzten. (Und die müssen mal zusehen, dass sie keine Nackenschmerzen bekommen von der ganzen Kopfschüttelei :P ). Und dranbleibst an dem Versuch im Jetzt zu sein. Bei mir waren es am Anfang auch immer nur 5 Minuten am Tag. Und an manchen Tagen geht eben auch mal gar nichts, kenn ich auch, das ist dann eben so. Aber nach ner Zeit kommt es dann automatisch. Naja man hat immer gut reden, wenn bei einem selbst gerade nicht so ist :rolleyes: .Und dranbleibst am Musik hören :D , was hörst Du denn eigemtlich so?


    Und auch wenn meine Tipps nicht immer hilfreich sind, weil z.B. Keuchhusten doch etwas anderes ist (tschuldigung nochmal, für den schlechten Vergleich) - einfach mal drüber reden kann auch schon hilfreich sein :) .
    Aber gegen den eingeklemmten Nerv hab ich vieleicht noch einen Tip, was man mal probieren könnte: Acconit Schmerzöl, das ist was gegen Nervenschmerzen, das hat mir damals ganz gut geholfen. Kannst ja mal Deinen Arzt fragen, was er dazu meint.


    Wenn Dir danach ist einfach noch weiter zu schreiben, was gerade so durch Deinen Kopf geht, fühl Dich frei das zu tun. Auch wenn es nur "bähhh, bähh oder auch schimpf, schimpf" sein sollte ;) . Lass es einfach raus, dann ist es draussen und dann gibt es Platz für neues. Du sagst ja selbst von Dir, dass Du auch andere Tage kennst, und die kommen dann bestimmt bald wieder.


    Für Dein Ct drück ich Dir mal ganz doll die Daumen, dass die Chemo-Putzkolone schon ordentlich aufgeräumt hat bei Dir.


    liebe Grüße
    ich denk an Dich
    Madita

    „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Franz von Assisi

  • Liebe Madita,


    Ich sag' trotzdem danke, weil ich wirklich gerade so froh und dankbar bin hier schreiben zu können und wahrgenommen zu werden :) . Es tut so gut sich mit Menschen auszutauschen, denen man nicht so viel erklären muss, weil sie ähnliches erleben oder erlebt haben und deshalb einfach verstehen.


    Das Schmerzöl werde ich mir morgen besorgen - danke auch für diesen Tip!


    Du fragst nach der Musik, die ich so höre.... ich liebe ja Irland und höre sehr gerne irische Balladen oder Musik, die keltisch inspiriert ist. Mein ganz persönliches musikalisches Seelenbalsam kommt von der kanadischen Musikerin Loreena McKennitt. Sie reist durch die Welt und lässt sich von verschiedenen Kulturen und Musikrichtungen inspirieren, stimmt ihre Eindrücke dann aber immer auf ihre keltische Musik ab - dabei entstehen traumhafte Melodien und sie hat eine wundervolle Stimme.


    Aber ich höre auch viele andere Stilrichtungen querbeet je nach Stimmung...


    Heute war ich fast den ganzen Tag nur mit diesem Husten beschäftigt - ich habe zwischendrin gedacht, so Heike, das ist jetzt deine heutige Aufgabe: husten und inhalieren. Draußen schien die Sonne und das Fenster war weit auf... die Leute schlenderten die Straße entlang und waren gut gelaunt... da frage ich mich schon, wann ich mal wieder sowas "normales" machen kann. Wie unterschiedlich Krebserkrankungen verlaufen können - letztes Jahr habe ich mich nicht einmal richtig krank gefühlt. Wenn ich nicht täglich bei der Bestrahlung gesessen hätte, hätte ich glatt vergessen können, dass ich krank war.


    Madita, ich weiß gar nichts über dich. Magst du mir auch etwas zu dir schreiben?


    So, jetzt bin ich deinen "Vorschlag" nachgekommen und habe einfach drauf los geschrieben... es ist schön hier zu sein :) !


    Liebe Grüße,


    Heike

  • Hallo Heike!


    Herzlich Willkommen im Forum.


    Deine Krebsgeschichte ist ja wirklich schwer verdaulich.
    Besonders bewegt hat mich die Tatsache, dass Du ganz alleine bist.
    Ich habe zwar selbst nicht die Erfahrung gemacht, dass sich Freunde zurückziehen,
    aber ich weiß es von einen Damen. Das tut weh.
    Nun sind wir aber hier und Du kannst Dich mit uns austauschen.


    Liebe Grüße


    Gabriele

  • Liebe Heike,


    Ach ich hoffe wirklich so für Dich das Dein übler "Mietnomade" ;) - wie mal jemand den Tumor genannt - hat echt geschrumpft ist. Hab ich das richtig verstanden, dass wenn das passiert ist dann auch operiert wird. Das wäre natürlich super, ich denke mal dann bist Du endlich auch den ollen Husten los, einfürallemale.


    Oh ja,Loreena McKinett, hatte das Album "The mask and the mirror" von ihr. Lang lang ists her. ^^ Tori Amos war zu dieser Zeit auch so eine von mir favorisierte Frau. Hach schön, mochte bei beiden immer diese grandiosen Stimme zusammen mit dieser super Kraft. Ist mir irgendwie aber dann irgendwie verlorengegangen. Aber diese neue Album von dem Du erzählst mit den vielen Einflüssen, da werd ich direkt noch mal länger reinhören. DAnke, dass Du mich an so was schönes erinnerst hast :) .


    Und zu mir, hm was könnte ich da schreiben, ich bin 36, habe Hund und Freund, mag gerne malen - zur Zeit am liebsten Aquarell. Da habe ich mich früher immmer vor gescheut :rolleyes: . Ansonsten liiiiiebe ich Handarbeiten und kreativsein. Zur Zeit habe das Großprojekt Häkelkleid in Bearbeitung und webe mir einen Schal. In Deinen Profil steht ja das Du auch kreatives Gestalten magst, was machst Du denn so?
    Seit der Erkrankung sind auch noch Ernährung und Meditation und die Natur als neue Hobbies hinzu gekommen.
    Die Diagnose Brustkrebs habe ich in 2011 bekommen, und kurz danach hies es dann auch noch BRCA-postiv. Es gab dann das Standdardprogramm plust Mastektomie mit Sofortrekonstruktion. Naja.... :P , da bin ich nun und tummel mich im Forum. Und auch wenn manches von mir was ich an anderen Stellen schreibe so "jupdidu" alles easy klingt, kenne ich auch die andere Seite. Aber Dank fleißigem - beinahe hartnäckigem, aber keinesfalls verbissenen - üben und dranbleiben, habe ich alles mehr oder weniger gut im Griff.


    Ich finds übrigens auch schön, dass wir hier sind :)


    liebe Grüße
    madita

    „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Franz von Assisi

  • Liebe Madita,


    Ein Häkelkleid? Das klingt kompliziert, aber vor allem fröhlich bunt!


    Mein Material ist Glas... ich arbeite zum einen mit Glasperlen (habe auch einen kleinen online-Shop für Schmuck, aber der ist zur Zeit nicht aktiv wegen der Krankheit) und dann liebe ich Glasmosaik. Diese bunten Glassteinchen zusammenzusetzen finde ich einfach wunderbar.


    Ich würde gerne mehr darüber erzählen, aber ich habe heute einen ganz schlechten Tag. Die Nacht war schlimm - ich habe nicht geschlafen, weil ich nur gehustet habe bis Blut kam. Und dann kommt im Moment so oft die Angst... die Ärzte haben immer wieder gesagt, sie erwarten, dass unter der Chemo der Husten besser wird, aber er wird schlimmer. Fast jeden Tag wird er etwas schlimmer...


    Da frage ich mich, was bedeutet das?


    Ja, du hast das richtig verstanden - wenn der Tumor geschrumpft ist, kann er möglicherweise operiert werden. Ob er dann operabel ist, entscheidet der Prof., der ihn operieren soll. Der ist in einer anderen Klinik. Ich muss wohl noch länger auf die Entscheidung warten und genau das fällt mir gerade so schwer, denn in der Zwischenzeit bleiben die Symptome und ich bin so erschöpft davon.


    Die ganze Nacht habe ich schlecht Luft bekommen und gedacht, es fühlt sich an, als ob der Tumor wächst. Eigentlich sollte ich doch besser Luft bekommen, wenn er schrumpft. Ich bin gerade nur noch am Zweifeln und habe schreckliche Angst. Dass ich Krebs habe, damit kann ich umgehen - aber dass ich kaum noch Luft bekomme, daran kann ich mich nicht gewöhnen, denn es löst Panik aus.


    Und ich hätte so gerne ein einziges Mal klare Antworten auf meine Fragen - diese ratlosen Blicke der Ärzte ertrage ich nicht mehr. Ich habe heute nicht einmal mehr Tränen, die mich erleichtern könnten (denn weinen hilft mir immer etwas) - da ist nur noch Angst.


    Ich werde heute zum Orthopäden gehen - das ist zwar anstrengend für mich, aber evtl. eine Ablenkung.


    Liebe Grüße,


    Heike

  • Hallo Heike,


    Dein Beitrag hat mich berührt. Kannst Du nicht, wenn Du so akut hustest mit sogar Blut, Deinen zuständigen Arzt informieren und um Hilfe bitten? Ich stelle mir das sehr schlimm vor, wenn Du um Luft ringst. Deine Angst kann ich gut verstehen. Ich wünsche Dir viel Kraft. Es wäre sehr wichtig noch einmal mit Deinem behandelten Arzt zu sprechen, auch über Deine Panik die ja durchaus berechtigt ist. Bitte bleib am Ball und alles Gute. Bis dann einmal. Ich schicke Dir einen lachenden Smileys :) um Dich ein wenig aufzumuntern.

  • Hallo Leni,


    Meine Onkologen wissen alle bescheid - sie wissen, dass ich Tag und Nacht huste, dass ich manchmal Blut spucke oder vor lauter Husten erbreche, dass ich sehr schlecht Luft bekomme, dass ich Angst habe, dass ich verzweifelt bin....


    Sie sagen, ich kann jederzeit über die Notaufnahme stationär im KH aufgenommen werden. Das habe ich 2x getan. In der Notaufnahme wartet man ewig und liegt allein auf einer Pritsche bis mal ein abgehetzter Assistenzarzt kommt, der die Situation nicht einschätzen kann. Dann kommt man auf die Station und bekommt ein paar Paracodintropfen gegen den Husten, obwohl die kein Stück helfen. Und dann ist man da genauso allein mit seinem Problem wie zu Hause....


    Die Ärzte hatten evtl. noch nie einen Fall wie meinen - sie sagen, die Tumolokalisation ist sehr ungünstig. Wenn der Tumor an einer anderen Stelle wäre, hätte ich keine Symptome.


    Ich war vor meinem 2. Chemozyklus 2 Wochen lang stationär in der Klink. Die Ärzte haben jeden Tag etwas neues ausprobiert, um den Husten zu stillen - verschiedene Tabletten mit Kodein, ein Anästhetikum, das die Schleimhaut beruhigen soll, Beruhigungsmittel und Morphin. Bis auf das Morphin hatte ich auf alle Medikamente üble Nebenwirkungen oder habe sogar noch stärker gehustet.


    Das Morphin hilft minimal gegen den Husten, aber es macht sehr müde - und trotzdem schlafe ich nicht. Ich nehme es, weil ich dann das Gefühl habe IRGENDETWAS zu tun und nicht völlig ausgeliefert zu sein, aber wenn alle mal ehrlich sind - auch die Ärzte - dann gibt es nichts, was mir hilft. Bisher habe ich so gehofft, dass die Chemo in diese Richtung schon Wirkung zeigt, aber der Husten wurde schlimmer.


    Und genau das macht mir solche Angst.


    Dass beim Husten Blut kommt, findet der Arzt normal.... wenn es keine großen Blutmengen sind, ist es nicht gefährlich.


    Und zu meiner Luftnot sagen die Ärzte, dass, ich nicht ersticken kann - denn diese Angst habe ich ganz konkret formuliert. Sie haben mir die CT-Bilder des Tumors gezeigt und mir erklärt, dass derzeit der linke Lungenflügel alleine "arbeiten" muss, aber da er das tut, besteht keine Gefahr für mich. Es ist eben nur sehr, sehr unangenehm, dass ich so schlecht atmen kann...


    Ich hatte so viele Gespräche mit den Ärzten - die Psychookologen haben sich für mich eingesetzt und mit den Ärzten gesprochen, dass ich mehr Klarheit brauche. Ich bekomme keine Antworten und keine wirklich wirksamen Medikamente, weil die Ärzte nicht wissen, was sie noch tun sollen - außer den Tumor zu entfernen und dazu muss er erst schrumpfen. Im Prinzip kann ich den Ärzten keinen Vorwurf machen, denn ich scheine eine seltene Tumolokalisation zu haben, bei der sie keine Erfahrungen haben.


    Inzwischen weine ich wieder.... es erleichtert mich einerseits, aber andererseits bin ich tief drin in meiner Depression und Ablenkung ist so schwierig, weil ich so erschöpft bin. Ich liege im Bett - besser ich sitze in meinem Pflegebett und schreibe mir gerade meine Angst von der Seele.


    Ich hoffe, ich überfordere euch nicht.


    Liebe Grüße,


    Heike

  • Liebe Heike,


    mich überforderst Du nicht mit Deinen Beiträgen. Schlimm finde ich daran nur, dass gegen Deinen Husten bisher noch gar nichts getan werden konnte. Denn diese ständige Anstrengung und der Schlafmangel schwächen Dich ja noch zusätzlich.


    Und die ganze Zeit denke ich: es muss doch in Deutschland einen Arzt geben, der zumindest für die Hustenproblematik eine Lösung weiß. Dass Du in Deiner Situation nicht "ausprobieren" kannst, ist mir klar. Deshalb einmal folgenden Tipp für Dich: nimm doch mit dem Krebsinformationsdienst Kontakt auf (kannst Du per Mail machen) Und schildere Dein Problem. Du hast es dort nicht mit Laien zu tun, sondern mit onkologischer erfahrenen Ärzten. Vielleicht wissen die von einem Spezialisten oder einer sehr spezialisierten Klinik, wo man diese Nebenwirkungen Deines Tumors in den Griff bekommt.


    Der Link zum Krebsinformationsdienst lautet: www.krebsinformation.de


    Ich wünsche Dir so sehr, dass Du Hilfe wegen Deinem Husten bekommst!


    Ganz liebe Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.