Hallo in die Runde

  • Hallo,


    ich möchte mich gern vorstellen. Als Angehörige erlebe ich seit gut 10 Jahren die Höhen und Tiefen einer Krebserkrankung. Bei meinem Vater wurde 2007 Darmkrebs festgestellt. Es folgte Chemo, OP, Bestrahlung... vor 5 Jahren Metastases in der Leber ... Letztes Jahr im Bauch. Anfang des Jahres ist meine Mutter ins Krankenhaus gekommen. Zwischen Diagnose Brustkrebs und ihrem Tod liegen 22 Tage. Ich verstehe die Welt gerade nicht mehr und bin auf der Suche nach Antworten.

  • Hallo Takaia,


    Es tut mir leid, dass du in den letzten Jahren so viel mit deinen Eltern mitmachen musstet....das waren für dich harte Jahre und ich finde es toll, was du alles bis jetzt ausgehalten hast....du musst aufgrund dieser Schicksalsschläge sehr verzweifelt sein...ich umarme dich mal ganz toll und drücke dich ganz fest! Du bist eine tolle Tochter!! :hug::hug::hug:


    Antworten auf deine Frage gibt es keine.... zumindest glaube ich wirst du hier keine finden..

    WIR als Betroffene wissen auch nicht WAS wir „falsch“ gemacht haben. Wir haben ...zumindest so sehe ich es...nichts falsch gemacht und es wird auch nie eine richtige Antwort auf deine Frage geben....


    Es spricht für dich, dass du überhaupt diese Frage stellst....du verlangst Antworten, aber diese Antworten gibt es nicht...... sorry...


    Ich habe Eierstockkrebs und auch ich habe keine Antwort auf die Frage..WARUM ICH. Aber, ich verstehe dich, dass du dir die Frage stellst, warum ausgerechnet beide Elternteile an Krebs erkranken mussten.


    Das Schicksal hat es deinen Eltern nicht leicht gemacht und dir schon gar nicht..


    Ich kann dich nur ganz fest umarmen und drücken und kann mir nur wünschen, dass ich gerne so eine Tochter wie du es bist hätte..eine einfühlsame und sensible Frau die Antworten nach dem WARUM DES LEBENS stellt...


    Alles Liebe für Dich


    Pupi aus Wien

  • danke pupi, du hast sicher Recht, dass es für manche Fragen keine Antworten gibt. Als die Diagnose bei meiner Mutter gestellt wurde, war der Brustkrebs sehr fortgeschritten. Die Ärzte machten uns Hoffnung ... aber dann ging es schnell. Ich frage mich ob die Erkrankung meines Vaters dazu geführt hat, dass die Erstdiagnose so spät kam. Meine Mutter hatte im vergangenen Jahr häufig Schmerzen, aber sie lies uns im Glauben das hängt mit der Boreliose Erkrankung von 2011 zusammen.

  • Liebe takaia,

    der Sinn dieser Krankheit erschließt sich auch mir nicht, habe mir auch das eine oder andre Mal die Frage nach dem "Warum" oder "seit wann" gestellt, die Antwort habe ich bis heute nicht, außer vielleicht, dass unsere Familie statistisch gesehen schon längst überfällig war, mit dem ersten Krebsfall aufzuwarten.

    Was mir bleibt ist, zu gucken was ich an positiven Erkenntnissen mitnehmen kann für das zukünftige Leben, wie Intensität, Bewussheit, Achtsamkeit mit Körper und Seele.

    Ich wünsche Dir, dass du mit Deinem Vater noch eine lange schöne Zeit verbringen kannst und du selbst - ohne Panik - auf dich und deinen Körper achtest und dich ggfs auf Erblichkeit testen lässt um evtl. in eine engmaschigere Kontrolle zu kommen.

    LG

    Ute63

    Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun. (Laotse)

  • Liebe Takaia,

    keiner von uns kann wissen, warum es genau den einen trifft und den anderen nicht. Ich verstehe dich, dass dich viele Fragen quälen, aber leider gibt es keine Antwort drauf. Vielleicht hat deine Mutter die Schmerzen wirklich mit der Boreliose Erkrankung im Zusammenhang gesehen. Ich habe mich auch immer erst um andere gekümmert und ich kam ganz zum Schluss, wenn denn dann noch Zeit dafür war, aber ich wollte es so. In dem Jahr, in dem ich im Dezember meine Diagnose Brustkrebs erhielt, starb nach langer Pflegebedürftigkeit mein verwittweter Vater. Kurz darauf mussten wir von meiner Schwiegermutter Abschied nehmen und mein Schwiegervater (leider schwer dement) musste in ein Pflegeheim. Ich hab mich oft gefragt, ob ich die Anzeichen nicht hätte früher merken können - vielleicht ja. Aber du oder ich und alle anderen wissen es nicht und deine Mutter kannst du nicht mehr fragen. Vieles bleibt einfach unbeantwortet für die Zurückgebliebenen. Sei mutig, behalte deine Mama in Erinnerung als tatkräftige Frau - ich denke das war sie gewesen.

    Ich nehm dich fest in den Arm und wünsche dir alles erdenklich Gute.

    LG Christina


    Wenn es ein Löwenzahl durch den Asphalt schafft, dann wirst du doch sicher auch einen Weg finden.

  • Ute hat recht... achte bitte auch auf dich!! Das ist das Wichtigste! Auf Erblichkeit austesten weiss ich nicht ob möglich, aber die Idee ist gut, es würde dir persönlich die Zukunft einfacher machen.


    Meinerseits hatten beide Elternteile Parkinson, ich habe mir oft die Frage gestellt ob auch ich diese Erkrankung mal im Alter bekommen könnte, aber ich habe nie nach einer Antwort gesucht. Krebs ist da etwas anderes...austesten, wenn möglich ist echt eine gute Option und würde dir Sicherheit geben und einen ungetrübten Blick in deine Zukunft!


    Und das Wichtigste: du musst an dich denken!!


    Auch wenn du jetzt noch so verzweifelt bist, du hast nur dieses eine Leben...wir haben alle nur ein Leben und gleich unter welchen Bedingungen und wie lange...es soll ein gutes Leben sein...


    Dicke Umarmung

  • Liebe takaia,


    herzlich willkommen in unserem Forum. Ich verstehe Deine Fragen nach dem "Warum?" sehr gut. Sie sind ähnlich der Frage "habe ich etwas falsch gemacht/versäumt". Wie die anderen schon geschrieben haben, hat sich diese Fragen hier schon die eine odere andere gestellt - aber ohne Antworten darauf zu bekommen. So einfach ist das Leben halt nicht. Ich wünsche Dir, dass Du mit viel Kraft in die Zukunft gehen kannst, dafür drücke ich Dir die Daumen.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • Vielen herzlichen Dank für eure Worte. Sie tun gut, um den quälenden Fragen etwas den Nährboden zu entziehen. Das Lesen hier im Forum, hilft mir im Moment auch manches besser zu verstehen.


    Eine Frage beschäftigt mich noch. Meine fast 14jährige Tochter hat viele Fragen auch zum Thema Krebs. Gibt es Bücher für diese Altersgruppe, die zu empfehlen sind.


    Vielen Dank

  • Peppe


    Danke für deine Worte, das tut gut!


    @takia


    Du,solltest nicht zu viel googeln, es tut manchmal nicht gut und es macht nur unnötig Kopfweh...


    Ich muss dir nur ganz offen und eherlich sagen, dass DU MIR mit deinen Meldungen guttust, du gibst mir persönlich das Gefühl, dass ich dir auch Zuspruch geben kann und das tut mir gut....ich habe das Gefühl ich kann etwas für einen Angehörigen von einem Betroffenen etwas tun.


    Ob es Bücher gibt, kann ich dir nicht sagen, aber persönlich glaube ich, dass ein offenes Gespräch zum richtigen Zeitpunkt die beste Lösung ist. Keine Ahnunf, wann dieser Zeitpunkt ist, aber wenn es die Möglichkeit der Austestung gibt, dann solltest du (nachdem du sie gemacht hast) mit Deiner Tochter besprechen...so kannst du ihr auch die Angst nehmen. Sie ist mir ihren 14 Jahren so gut wie erwachsen und wird viele Dinge verstehen.


    Gaaaaanz dicke Umarmung an dich...und....denk an dich..


    Und....lass es uns wissen wie es die geht...BITTE!!!!


    Liebe Grüsse aus Wien


    Pupi

  • hi takaia

    Schau mal auf der Homepage vom krebsinformationsdienst da gibt es einen Punkt zu dem Thema Angehörige und insb

    Auch zu Kindern.

    Jede von uns stellt sich manchmal die Frage ob wir es früher hätten merken müssen aber wir können die Vergangenheit nicht ändern und Leben im hier und jetzt. Wir müssen akzeptieren dass es ist wie es ist. Auch wenn es schwerfällt.

    Dass euch der schnelle Tod deiner Mutter geschockt hat und immer noch schockt ist völlig normal. Ihr braucht Zeit das zu verarbeiten. Auch Angehörige dürfen übrigens zum psychoonkologen gehen, vielleicht hilft das. Ich hatte in meinem engsten Umfeld einen ähnlichen Fall, da waren es knapp 3 Wochen und es hiess zunächst "ist gut behandelbar, damit können sie alt werden". Okay der Krebs war nur mittelbar todesursächlich, aber das ist dann auch egal. Diese 3 Wochen waren eine so intensive achterbahnfahrt der Gefühle. Wir haben auch einige Zeit zur Verarbeitung gebraucht.

    Wünsche dir viel Kraft und Geschick die fragen deiner Tochter zu beantworten. Reden ist ganz wichtig. Gemeinsam wird Trauer erträglicher als allein.

  • Hallo Takaia,


    schick dir mal einen Link: https://www.krebsinformationsd…4-kinder-krebskranker.php

    Das ist wohl die Seite, die Heideblüte meinte...


    Und das kann ich dir auch empfehlen, auch wenn es eigentlich um Kinder krebskranker Eltern geht:
    https://www.inkanet.de/leben-m…inder-krebskranker-eltern

    Und dann wäre da noch:

    http://www.mum-hat-brustkrebs.de/de/buecher/


    Ansonsten wünsche ich dir Mut zum Gespräch, das ist immer noch das Beste ;). Ich würde es positiv sehen, dass deine Tochter Fragen stellt, und sich nicht zurückzieht, ist nicht bei allen Jugendlichen so.


    Liebe Grüße von der Jo