Ohne Chemo eine Chance

  • Hallo miteinander


    Habe vorletzte Woche erfahren, dass ich Brustkrebs habe. Am Freitag wurde ich operiert. Das raus operierte Material hat folgendes ergeben: Hormone 100 Prozent positiv, Her2 negativ, keine Metastasen, aber leider G3, Proliferationwert KI67: 30 bis 35 Prozent. Gemäss Arzt wäre ich eine Kandidatin für Chemo, was mir absolut graut und widerstrebt. Ich lasse nun einen Biomarkertest machen, worauf ich nun wieder warten muss: Weiss jemand von Euch, ob ich mit den obgenannten Werten Chance habe, noch ein paar Jahre "in Ruhe" zu leben (bin 52-jährig, 8 Jahre nach Menopause). Wie finde ich heraus, wie gross das Risiko ist, dass ich Metastasen bekomme ohne Chemotherapie?

    Danke für Eure Hilfe! Liebe Grüsse aus Zürich.

  • Hmmm ..ich denke niemand kann das voraussagen. Letztendlich ist die chance immer 50/50.

    Mir persönlich wäre das zu gewagt bei einem G3. Das ist meiner auch.

    Ich wurde operiert und Bestrahlt und nun folgt die chemo. Ich freu mich nicht drauf aber ich will alles tun um zu leben. Meine Mom ist an BK verstorben und hatte keine chemo, ich denke oft wenn sie die gemacht hätte wäre sie vielleicht noch da.

    Im moment gelte ich als krebsfrei, trotzdem kommt für mich nur die chemo in frage. Entscheiden musst du das selber.

    LG

  • Hallo Sacha , erst mal herzlich willkommen hier im Forum.

    Dass du eine gute Chance auf mehr als ein paar gute Jahre hast, will ich ja wohl meinen.

    Wie haben den gleichen Tumor, ich habe allerdings zwei von dieser Sorte.

    Und ich bekomme eine Chemotherapie.

    Anfangs hat es mir auch davor gegraut und Respekt habe ich immer noch, aber die Chemo gibt mir die realistische Chance, vollständig gesund zu werden und an Altersschwäche zu sterben.

    Lass dich umfassend beraten, ggf auch noch woanders als bisher, aber WENN man überein kommt, dass eine Chemo sinnvoll ist, mach es bitte!!!

    Sie ist deine Waffe, dein Helfer, deine Chance.

    Und man kann sie gut durchstehen.

    Für ein paar unangenehme Monate bekommst du aller Wahrscheinlichkeit nach viele gesunde Jahre.

    Ich hoffe, dass du die Chemo nicht aus Angst ablehnst, auch wenn ich deine Angst sehr gut verstehe.

    Liebe Grüße

    Cookie

  • Liebe Sacha,


    herzlich willkommen in unserem Forum. Ich glaube es Dir, dass Du jetzt am Schwanken bist, welche der richtige Weg für Dich ist. Wir können Dir hier "nur" von unseren Erfahrungen berichten. Wenn Du eine sichere Information haben möchtest, wende Dich bitte an den Krebsinformationsdienst: https://www.krebsinformationsdienst.de/. Ich wünsche Dir eine gute Entscheidungshilfe und viel Kraft für die Zukunft.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • Hallo Sacha,


    zu deinen genannten Infos fehlt auch die Größe des Tumors, der oft ausschlaggebend ist ob Chemo oder nicht. Es gibt Tests wie Endopredict, die vlt eine Info ergeben. Falls aber deine Ärzte zur Chemo raten, würde ich sehr genau abwägen , warum du keine Chemo möchtest...aus Angst vor Chemo, sollte man die Behandlung nicht ablehnen.


    Die meisten von uns hier haben Chemo hinter sich, und es ist sicher nicht so wie man sich das vorher vorstellt.

  • Liebe Sacha,

    ich habe/hatte auch einen G3 mit Ki67 25% und hab die Chemo durchgezogen.

    Das würde ich mich nicht trauen.Weiß aber da die Richtlinien nicht, da meiner noch Her2 3+ und Hormon Positiv war.

    Hoffe Du findest die richtige Entscheidung für Dich

    Alles Gute wünscht Dir

    Giecher


    Liebe Vael,

    glaube nicht , dass die Größe des Tumors unbedingt ausschlaggebend ist, da meiner nur 8 mm groß war .

    Aber wegen dem G3 und Her2 / Hormon Positiv mußte ich eine machen.

    Liebe Grüße Giecher

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  • Liebe Sacha , herzlich willkommen, auch wenn der Anlass traurig ist. Wir können dir hier keine Prognose geben aber mir Rat und Tat zur Seite stehen. Sehr viele von uns hier haben entweder die Chemo schon hinter sich (ich beispielsweise) oder sind mitten drin. Chemo ist ein Schreckensgespenst für viele Menschen aber die Dinge haben sich in den letzten Jahren geändert. Die Begleitmedikation ist sehr gut, so dass die Nebenwirkungen nicht mehr so grauslich sind. Die Ärzte können deine Therapie für dich anpassen, abhängig von deinen Beschwerden.


    Mein Rat von mir an dich zunächst ist, nichts zu übereilen! Das wichtigste was man mit dieser Krankheit lernen muss ist Geduld, leider. Zunächst muss du alle Staging Untersuchungen über dich ergehen lassen und erst dann werden dir die Ärzte verlässliche Therapievorschläge machen können. Es ist wichtig dass du diese verstehst und dahinter stehst, damit du offensiv in den Kampf gegen den Krebs gehen kannst. Mit allen Staging Befunden hast du die Möglichkeit, Zweitmeinungen einzuhlolen, beispielsweise beim KID, wie oben schon geschrieben.


    Egal wie du dich entscheidest, wir sind hier und möchten dich gerne begleiten. Das wird schon!

    Alles liebe vom Busenwunder

  • Hallo Sacha,


    bei einem Ki-Wert von 30 - 35% würde ich auf alle Fälle einer Chemoempfehlung folgen.

    Je geringer diese Teilungsrate, desto geringer der Chemonutzen, da die Chemo nur auf Tumorzellen während ihrer Verdopplung und Teilung wirkt. Bei dir sollte sie also großen Nutzen haben, da sich ja viele Zellen gleichzeitig teilen..

    Die Chemo ist ein Weg, der vielleicht nicht so einfach ist, aber doch ein absehbares Ende hat und auch ein Ziel, das wohl jeder von uns erreichen möchte: die Tumorzellen zu vernichten!


    Lass dir alles gut erklären, wenn du Fragen hast. Die Einstellung"ich will das nicht, ich mache das nicht" hilft hier leider nicht zu vernünftigen Entscheidungen. Hier gibt es ganz viele Berichte über dieses Thema, einfach mal kreuz und quer lesen.... Der Krebsinformationsdienst ist auch eine gute Adresse, die rufen auch zurück und erklären vieles.

    Du schaffst das...


    Alles Gute

    Tschetan

  • Hallo Sacha ,


    sei herzlich Willkommen in unserem Forum. Hier bei uns kannst du alles Fragen, deine Sorgen und Ängste ein stückweit hierlassen. Es ist fast rund um die Uhr jemand von uns online.

    Alice hat dir schon den guten Tipp gegeben, dass du dich an den KID (Krebsinformationsdienst) wenden kannst. Auch per E-Mail ist der KID zu erreichen und schicken die viele gute Informationen!

    Ich wünsche dir einen guten Austausch!


    Grüßle :) ika :)

    Lachen ist die beste Medizin,

    also verschenke jeden Tag ein Lächeln,
    es tut nicht we
    h
    :thumbsup:

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  • Hallo Sascha!

    Wenn man nicht betroffen ist, denkt man bei Chemo an ein Schreckgespenst. In den 70 er Jahren war es das wohl auch, aber heute ist die Medizin so fortgeschritten, dass man vor heftigen NW keine Angst haben muss. Und ich meine nicht nur die Schulmedizin sondern als alternative die Naturheilkundliche. Ich hatte 2010 auch BK mit 2 Knoten, es gab OP, Bestrahlung aber keine Chemo, aber bis heute noch Hormontherapie. Bis heute hält diese krebsart brav die Füße still. 2013 hatte ich dann aber ein Leiomyosarkom in der Lunge, was nichts mit dem BK zu tun hatte. Hier wurde nur operiert und danach engmaschig alle 3 Monate kontrolliert. Seit 2015 ist dann an verschiedenen Stellen, hauptsächlich Knochen, immer wieder was aufgetaucht. Da habe ich dann meine erste Chemo erhalten. Ich war richtig froh, dass man jetzt mal mit härteren Geschützen auffahren wollte, war guter Hoffnung, dass die Krebszellen, die sich in meiner Blutbahn tummelten, endlich abgetötet werden. Sarkome sind aber leider sehr hartnäckig! Ich werde seit 2015 mit Chemo dauertherapiert. 2016 tgl. Mit einer Chemo Tablette, die hatte allerdings paar NW, wie ständig Durchfall, Bluthochdruck, Schilddrüsenunterfunktion und dadurch Müdigkeit. Als 2017 wieder was neues gewachsen ist und vorhandene Metastasen größter wurden, hat man mich wieder umgestellt. Ich bekam von Feb. -April ifosfamid alle drei Wochen 3 Zyklen. Leider mit wenig Erfolg, Herr Krebs breitete sich weiter aus. Ab Mai und das bis heute versucht man es mit cylix alle 2 Wochen. Leider kann keiner sagen ob es wirklich hilft oder nicht! Wenn ich keine Chemo machen würde, würde Herr Krebs vielleicht noch aktiver werden? Trotz dieser ganzen Giftcocktails geht es mir gut! Ich versuche mich basisch zu ernähren, habe mein zuckerkonsum stark reduziert, nehme Vitamin D und Selen als Ergänzung, schlafe viel,besonders nach der Chemo. Am dritten Tag nach der Chemo bin ich wieder relativ fit und am fünften Tag gehe ich auch wieder zum Rehasport. Zur Zeit mache ich eine Therapie beim Heilpraktiker. Ich erhoffe mir, dass meine Organe dadurch gekräftigt werden und mein Blut wieder besser fließt. Mein Immunsystem ist bestens und meine Haare wachsen wieder dick und kräftigt, wie früher. Hier musste ich natürlich auch mal den Verlust hinnehmen und als sie wieder gewachsen waren, hat die Chemo Tablette sie damals innerhalb kürzester Zeit weiß gefärbt. Das ifosfamid hat sie dann wieder ausgehen lassen und nun sind sie wieder dunkel. Wichtig ist immer die innere Einstellung, trotz allem mit sich und seinem Körper zufrieden sein, sich nicht gehen lassen sondern schön machen! Deine Entscheidung kann dir keiner abnehmen, aber du musst für dich ganz sicher sein, alles gemacht zu haben. Eine Garantie gibt es trozdem nicht, dafür bin ich ein Musterbeispiel. Ich habe immer so gelebt, wie man leben soll um kein Krebs zu kriegen, bin schlank, habe immer sport gemacht, nicht geraucht und getrunken. Nach Diagnose alles über mich ergehen lassen, was die Ärzte empfohlen haben und trotzdem werde ich nie mehr Krebsfrei sein. Aber ich lebe mit gutem Gewissen, nichts falsch gemacht zu haben!

    Liebe Grüße von der Ostseeküste
    Eure Pea1961



    Nicht die Wirklichkeit ist immer wahr, wahr ist was wirkt! ;)

  • Hallo Sacha, ich versteh Dich gut.

    Ich wehre mich auch ein wenig gegen die Chemo, und hoffe nun, dass sich bei mir ergibt, dass sie nicht sein muss.

    Hast du dich über den Genexpressionstest informiert? Der kann ja nochmal ein Indiz sein.

    Ich habe die gleichen Werte wie du, allerdings G2 statt G3.

    Ich wurde gestern operiert und das „Material“ wird jetzt untersucht.

    Ich habe 3 Wochen vor der OP tamoxifen bekommen. Sie haben gesagt, wenn dadurch der KI 67 gesunken ist, hab ich evtl ne Chance, nur die Hormontherapie zu machen. Also weiter abwarten und hoffen.

    Ich glaube einfach dass eine Chemotherapie auch die selbstheilungskräfte des Körpers zu sehr angreift. Aber wenn es unbedingt sein muss, mache ich sie auch.

    Liebe Grüße und alles gute!

  • Liebe Sacha,


    ich habe seit Ende Januar die Chemo hinter mir. Ich hatte auch einen G3 und noch ein paar andere Faktoren, die die Ärzte zu einer Chemo raten lies. Genau wie Du hatte sich bei mir alles gegen eine Chemo gesträubt. Aber die Angst, evtl. etwas unterlassen zu haben und falls später nochmal was kommen sollte , immer denken zu müssen "Hättest Du doch", haben mich die Chemo machen und durchhalten lassen. Ich will nicht sagen, dass es nicht schlimm war. Aber es war nicht so schlimm (es schwebte wie ein riesiges Schreckgespenst über mir) wie ich befürchtet hatte. Trotzdem bin ich froh, dass ich es hinter mir habe. Aber ich bin auch froh, dass ich es durchgehalten habe. Ich fühle mich jetzt einfach sicherer damit.

    Es ist eine wirklich schwierige Entscheidung. Aber wie gesagt, ich hätte zu viel Angst gehabt, entgegen den Empfehlungen meiner Ärzte , die ja soooo viel Erfahrungen mehr haben als ich, zu handeln.


    Viel Kraft bei Deiner Entscheidung

  • Hallo, liebe Sacha,


    ein Biomarker-Test (welcher wird gemacht? Onkotype, Endopredict) ist schon mal ein guter Ansatz, den Nutzten einer Chemo im Einzelfall genauer zu bestimmen. Es gibt auch ein paar Tools im Internet, mit denen man das online berechnen kann. Ich persönlich würde ein solches Ergebnis aber wohl nicht zur Entscheidungsfindung heran ziehen, weil ich nicht verstehe, wie die "Ergebnisse" zustande kommen.

    Über deine Infos hinaus sind Tumorgröße und Lymphknotenstatus zwei weitere wichtige Prognosefaktoren. Dazu schreibst du leider nichts.

    Zu deinen gegebenen Infos kann ich dir folgendes sagen:


    Ein G3-Karzinom stellt sich undifferenziert dar. Die Zellen haben inzwischen kaum noch erkennbare Ähnlichkeit zu dem Ursprungsgewebe. Deine Zellen sehen nicht mehr nach Brust aus und sind einfach nur noch ein Haufen an Zellen


    Ein KI67 von 30-35% wird in der Onkologie als hoch bewertet. Er bedeutet, dass dieser Prozentastz der Krebszellen sich ständig in einem Teilungsprozeß befinden. Ein Zellklumpen von 10 Zellen benötigt grob gerechnet 46 Teilungszyklen um auf über 1.000.000 Zellen zu wachsen.


    Der hoch positive Hormonstatus ist gut, da man den Krebszellen eine Wachstumsgrundlage durch den Entzug der Hormone entziehen kann. Aber dabei ist auch Vorsicht geboten. Es besteht die Möglichkeit, dass Zellen, die den Tumor verlassen und sich anderswo ansiedeln, ihre Biologie verändern.

    HER2-Status negativ ist gut, da hiermit ein weiterer Wachstumsfaktor nicht vorhanden ist.

    Die Tumorgröße als Prognosefaktor gibt Aufschluss darüber, wie lange der Tumor schon in dir sein Unwesen treibt. Je länger er da ist, desto größer ist laut Faustregel auch die Möglichkeit, dass bereits Zellen den Verbund verlassen haben. Inzwischen weiß man allerdings auch, dass Brusttumoren vor allem auch im Frühstadium gern mal Ausflüge in den Körper unternehmen.


    Der Lymphknotenstatus gilt nach wie vor als einer der wichtigsten Prognosefaktoren. Ist mindestens ein Lymphknoten befallen, so ist zumindest davon auszugehen, dass Zellen gewandert sind. Allerdings spielen für das Streuungsrisiko weitere Faktoren eine Rolle.


    • wie viele LK sind betroffen
    • wie weit ist er/sind sie vom Tumorgeschehen entfernt
    • wie groß ist die Anzahl der Zellen im befallenen Lymphknoten
    • wurde die Kapsel durchbrochen (Wachstum ins Gewebe)

    Je mehr Lymphknoten betroffen sind, je größer die dort nachgewiesenen Zellansammlungen sind, je invasiver ihr Wachstum, desto höher das Risiko/die Wahsscheinlichkeit, dass bereits weitere Zellnester irgendwo anders vorhanden sind.


    Letztendlich ist eine Entscheidung für oder gegen eine Chemo eine sehr eigene und persönliche. Ich persönlich würde zunächst das Ergebnis des Biomarker-Tests abwarten und die Empfehlung der Ärzte mit dem Ergebnis vergleichen, bevor ich eine endgültige Entscheidung treffe.

  • Hallo zusammen


    Vorerst ganz herzlichen Dank für Eure Unterstützung und Anteilnahme!!


    Ich lasse einen Endo-predict Test machen und warte auf das Resultat. Lympfknoten waren noch keine befallen aber es gab ein Lymphangiosis carcinomatosa. Tumorgrösse: 3 cm.


    Zur Chemo: Ich habe ungeheure Angst vor der Chemo; Kürzlich musste ich auf einer Reise in Kolumbien wegen einer (harmlosen) Durchfallserkrankung eine Nacht lang erbrechen. Obwohl ich davon ausging, dass es harmlos war, fand ich diesen Zustand extrem beelendend und ein entsprechendes Medikament half mir nichts. Am nächsten Tag war ich völlig geschwächt. (Auf dieser Reise wurde ich übrigens etwas später von einer Mücke an der Brust gestochen, worauf ich auf den Knoten aufmerksam wurde!!)

    Auch habe ich gelesen, dass eine Chemo ernsthafte Nebenwirkungen (z.B. neuropathische Schmerzen, totaler Abbau des Immunsystems) bis zum Tod führen kann.


    Psychisch geht es mir sehr schlecht. Habe mehrmals täglich starke Weinkrämpfe. Emotional ist diese Diagnose eine massive Herausforderung.


    Liebe Grüsse und nochmals Danke

  • Liebe sacha

    Auch ich hatte mächtig Bammel vor der Chemo, ich hatte noch die Bilder meiner Oma im Kopf die vor 40 Jahren sehr gelitten hat. Hab mich dann aber gefragt: Was ist dir lieber, evtl. mal ein paar tage übergeben (Hab da auch schon reichlich negative Erfahrungen gesammelt) oder frühzeitig in die Urne? Hab mich dann für Leben entschieden und die Chemo gemacht. Ja, mir war übel, genauer : 10 Tage lang nach jeder EC, aber ich hab mich nicht einmal übergeben. Hätte ich früher energischer bessere Medikamente verlangt, wär es nicht so schlimm gewesen. Bei der 4. Hatte ich endlich die richtige "Mischung " und es war erträglich. Ja, ich hatte und habe Schmerzen und meine neuropathien sind auch nicht ohne. Ich habe meine schönen langen Haare eingebüßt, habe kräftig zugelegt und hab wg brca Brüste und eierstöcke geopfert. Und zu guter letzt hat mir ein Arzt gesagt, dass die Chemo Gift ist und sie so berechnet wird, dass man sie gerade so überlebt. Ach ja: nen allergischen Schock hatte ich auch noch. Alles in allem war die Chemo nicht gerade das Highlight in meinem Leben. ABER: ich lebe. Mein Leben ist anders als vorher aber es ist lebenswert und Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt. Ich bin froh diesen Weg gegangen zu sein und hoffe, dass es sich auch langfristig lohnt. Ich will meinen 80. Geburtstag gross feiern. Ohne Chemo hätte ich kaum eine Chance gehabt das zu erreichen.

    An einer Chemo stirbt man nicht so leicht und gegen die Übelkeit gibt es Medikamente.

    Wenn dein Test eine Empfehlung zur Chemo ergibt, solltest du gut drüber nachdenken, was du willst und warum du dich gegen die Chemo sperrst. Und dann schau ob es echte Argumente sind oder "nur" Angst. Angst kann manchmal ein schlechter Berater sein.

    Wünsche dir eine gute Entscheidung und die Kraft und die Stärke mit ihr umzugehen.

  • Sacha , ich habe nicht ein einziges mal brechen müssen. Nicht mal ansatzweise.

    Mir war mal flau und ich habe mich schlecht gefühlt, ja.

    Schlapp, zittrig und mies.

    An höchstens 2-3 Tagen, innerhalb der 3 Wochen Pause.

    Nach der letzten Chemo nur ein paar Stunden, dann hatte ich nichts mehr.

    Manche Frauen können sogar weiter arbeiten gehen.

    Es muss bei weitem nicht so schlimm werden, wie du es dir vorstellst.

  • Liebe Sacha,

    manchmal brauchen wir Verbündete im Kampf gegen den Feind. Ich habe meine Chemo als diesen Verbündeten gesehen. Es war nicht einfach, aber ich konnte durchgehend arbeiten.

    Ich sende Dir ein großes Paket mit Mut, Kraft und Zuversicht für Deine Entscheidung.

    LG Kirsche

  • Liebe Sacha ,

    auch ich musste kein einziges Mal erbrechen. Mein Magen war zwar nicht erfreut über die Chemo, aber er hat nur ein wenig gegrummelt.

    Bei den ECs hing ich immer die 1.Woche rum, dann kamen 2 bessere Wochen bis zur nächsten EC. Die Paclis sind sowieso leichter zu packen und bei Auftreten von Neuropathien gegen Ende auch verhandelbar.

    Ich kenne niemand, der an der Chemo gestorben ist - sehrwohl aber sind 2 entfernte Bekannte kürzlich an der Grippe verstorben und vor 2 Wochen eine Bekannte mit 49 Jahren am plötzlichen Herztod. Das Leben ist lebensgefährlich - immer.

    Nur Mut, es ist zu schaffen und absolute Sicherheit, welche Behandlung, die richtige ist, wirst du in der Krebsbehandlung nie bekommen. Auch damit muss man leben. Es geht eigentlich immer nur darum, wo sind deine höchsten Chancen auf Gesundung oder gute Lebensqualität für möglichst viele Jahre.

    Alles Gute

    catchme

  • Das Leben ist lebensgefährlich...sehr gut, catchme ! 👍

    Mein Schulfreund ist mit 45 Jahren einfach mit Herzinfarkt vom Fahrrad gefallen.

    Schlank, gesund, fit.

    Keiner kennt seine unsichtbare Zahl.

    Ich persönlich bin nur bereit, sie so weit es geht nach hinten zu schieben.

    Und die Chemo garantiert mir das.

    Nicht, dass es noch 30 Jahre werden, aber definitiv mehr als ohne Chemo.

  • Liebe Sacha ,


    mir gingen haargenau dieselben Dinge durch den Kopf bzgl. Chemo, an die Du auch denkst. Ich war lange der Meinung "Ich Chemo? Niemals!!" Und ich habe sie gemacht, ich habe sogar alle Zyklen durchgezogen, nur am Ende mit einer Dosisanpassung und es geht mir bis jetzt schon wieder den Umständen entsprechend gut.


    Ich bin von klein an ein <X-Kind gewesen, jedes Wochenende, bei jedem Stress, bei jeder Erkrankung, egal was, mein Körper reagiert mit <X

    Während der Chemo hatte ich leichte, aber erträgliche Übelkeit, übergeben musste ich einmal in der Zeit, aber hier vermute ich, dass mir Bauchkrämpfe den Weg dazu geebnet haben bzw. der Gedanke an die Notaufnahme im KH. Aber selbst diese (relativ kurze) Phase ging schnell vorbei, gerade während der Chemo stehen den Docs soviel mehr Medikamente zur Verfügung, die Du als "normal" Kranke, die unter Erbrechen leidet, niemals bekommst (ist halt rechtlich so vorgeschrieben).


    Quintessenz: die Chemo-Zeit war ne doofe Zeit, keine Frage, oft habe ich mich gefragt, warum mache ich das eigentlich etc. pp. Aber sie war trotz allem machbar. Es ging in kleinen Schritten vorwärts, mal war auch ein Schritt zurück dabei, aber es ging immer was. Immer war es irgendwie machbar.

    Ich hatte ebenfalls sehr große Angst, dass die Welt zusammenbricht, weiß der Geier was. Auch vor den langfristigen NW hatte ich immens Angst, heute noch. Aber ein großer Anteil - mindestens 80-90% haben sich davon in Luft aufgelöst, weil sie nicht eingetreten sind. Alles kann, nichts muss. Müssen tun wir nur aufs Klo und irgendwann mal sterben.

    Mit der Therapie hast Du jetzt die Chance, dass der letzte Punkt in sehr viel weitere Ferne rückt. Ich kenne Deine genaue Diagnose nicht, aber der Arzt in der Zweitmeinungsklinik sagte zu mir: "Sie haben damit jetzt die Chance, ganz gesund zu werden! Wenn ein Rezidiv kommt, dann kann die Chemo nur verlängern, aber nicht unbedingt mehr heilen." Wenn es Deine Ersterkrankung ist, nutze bitte die Chance, ganz gesund zu werden - eben auch mit Chemo, wenn der Test Dir dazu rät. Wenn ich Angsthase das geschafft habe, dann bin ich sehr sicher, schaffst Du es auch.


    Alles Liebe

    Najah