Oncotype Test u.a. Prognosetests - Haben sie eure Therapieentscheidung beeinflusst?

  • Hallo, ich bin 52 Jahre und hatte Mitte Januar 2018 meine erstmalige Diagnose Brustkrebs G3, Her2 negativ. Nach einseitigerMastektomie Mitte Februar 2018 stehe ich ich nun kurz vor dem Ergebnis meines Oncotype Tests und werde mich sicher von den Ärzten beraten lassen, was meinen weiteren Therapieverlauf betrifft. Nun wünsche ich mir aber eure Erfahrungen mit dem Oncotype Test. Habt ihr euch an die ärztliche Empfehlung gehalten? Hattet ihr Chemo oder "nur" Anti-Hormon-Therapie und wie sind eure Langzeiterfahrungen damit? Besten Dank vorab für eure Antworten!

  • Es gibt Tumoren bei denen klar ist, dass eine Chemo mehr schaden als nützen würde und es gibt Tumore da ist nach der Pathologie sicher dass es auf eine Chemo hinausläuft. Für alles dazwischen kann man diese Tests machen um festzustellen ob eine Chemo sinnvoll ist oder nicht.

    Bei mir würde kein Test gemacht. Meine tumordaten sprachen eindeutig für chemo. Ich stell es mir aber schwierig vor über eine Chemo zu entscheiden wenn der Rest knapp ausfällt.

  • Hallo Zusammen,

    Ich stehe auch kurz vor dem Ergebnis dieses Tests.

    Ich habe einen hormonabhängigen G2 Tumor und hatte vor 1,5 Wochen eine einseitige Masektomie.

    Ich hoffe sehr, dass der Test eindeutig ausfällt.

    Sonst fällt die Entscheidung glaube ich schwer. Wie würdet ihr entscheiden?

  • Bei mir wurde kein Test gemacht, obwohl einer der Ärzte im BZ zuerst sagte, er würde zum jetzigen Zeitpunkt keine Chemo machen.

    Der Chefarzt war unbedingt dafür und die Ärztin sagte, die Chemo würde etwas bringen, es sei nur halt möglich, dass der Nutzen nur gering sei.

    Ich schätze, ich wäre ein guter Kandidat für den Test gewesen.

    Aber ich wäre eh auf Nummer sicher gegangen und das ist für mich die Chemo.

    Rückblickend hat schon die EC sehr gut angeschlagen. Mehr als erwartet.

    Also...für mich habe ich alles richtig gemacht.

  • bei mir wurde der Test auch gemacht.

    Bei einem ki wert bis 10% gibt's keine Chemo, bei einem Wert zwischen 10 und 30 % ist man sich nicht sicher ob Chemo oder nicht und ab 30% wird immer Chemo gemacht. Ich habe G2 und ki23%. Der Test hat bei mir ergeben, 76% mit anschließender Hormonbehandlung und plus 12% mit Chemo das es nicht mehr kommt. Lt meinen Ärzten vom BZ hab ich mit 40 Jahren keine Wahl sondern muss die 12% mitnehmen.

  • Ich habe aufgrund des Onkotype-Tests keine Chemo gemacht, "nur" Mastektomie, Bestrahlung und Antihormontherapie.

    Da ich einen langsam wachsenden Tumor hatte (5%), hätte die Chemo nicht viel gebracht.

    Ganz sicher war ich mir nachtäglich deshalb nicht, weil ich eigentlich die Onkotype-Einschlusskriterien nicht erfüllt habe, da mein Tumor sehr groß war (T3, 12 cm) . Aber an der Tatsache, dass die Chemo aufgrund der niedrigen Proliferation nicht wirklich hätte greifen können, hat die Größe ja nichts geändert.

    Bin ganz froh, dass mir die Chemo erspart geblieben ist. Hätte ich aber die Aussage gehabt, dass eine Chemo massiv zu meiner Heilung beiträgt, hätte ich sie mit voller Überzeugung gemacht.

  • Hallo zusammen,

    leider muss ich Miriam widersprechen.

    So eindeutig ist das mit dem KI67 Wert wohl nicht. Nach der Biopsie hatte ich einen Wert von 5%. Die Senologin meinte, vielleicht käme ich um eine Chemo rum.Die Gyn meinte, vielleicht keine Chemo, sie wolle mir aber nix versprechen.Mein Tumor war nur hormonabhängig, 3,6cm, noch G2.

    Aufgrund der Grenzwertigkeit wurde der EndoPredict gemacht, auch ein Gen-Expressionstest.Und der hat mir dann trotz des niedrigen KI67 Wertes die "Chemonotwendigkeit" bescheinigt.

    Meine Welt wurde damals dunkler, ich konnte es nicht glauben, dass bei dieser geringen Proliferation die Chemo was nützen sollte, zumal ich auch schon operiert war.Ich hab mich dann bei vier verschiedenen Stellen informiert, beim KID meinte die Ärztin, es könnte sein, dass sich Teile des Tumors schneller hätten teilen können.Und der Onkologe meinte, dass der Gen-Expressionstest dem KI67 Wert gegenüber aussagekräftiger ist.

    Jedenfalls hat der Test meine Entscheidung zur Chemo erheblich beeinflusst.Ich hätte mich, trotz des berechneten recht "geringen" Chemobenefits von 4% ,nicht mehr getraut, auf die Chemo zu verzichten. Seit Ende Januar hab ich sie hinter mir und glücklicherweise ganz gut überstanden(wenn keine Spätfolgen kommen).Ob sie letztendlich etwas genutzt hat, werde ich nie wissen.

  • Hallo Nine65,

    obwohl mir die Ärzte von Anfang an zu einer Chemo geraten haben (weil unter 35 Jahre), habe ich mich innerlich sehr dagegen gesträubt und wollte „schwarz auf weiß“ sehen, dass mir die Chemo nützt. Eigentlich war ich mir sicher, keine Chemo zu machen, egal wie das Testergebnis ausfallen würde. Letztendlich hat der EndoPredict bei mir eine 17% geringere Wahrscheinlichkeit für Metastasen ergeben, sollte ich das volle Programm, also Chemo, Bestrahlung und AHT machen. In dem Moment, wo mir das Ergebnis mitgeteilt wurde, war die Entscheidung für die Chemo für mich das einzig Richtige. Für meine Psyche war der Test also unglaublich wichtig und ich denke, ohne die Überzeugung, das Richtige zu machen, hätte ich die Zeit niemals so gut gemeistert. Inzwischen bin ich 15 Montae nach Chemo und 12 Monate nach Bestrahlung, wechsle wegen starker Knochenschmerzen von Aromatasehemmer auf Tamoxifen, aber rückblickend habe ich alles sehr gut überstanden und auch während der Chemo eine sehr hohe Lebensqualität gehabt.

    Ich hoffe, meine Erfahrungen helfen dir bei deiner Entscheidungsfindung.

    Lotta

  • Hallo zusammen, recht herzlichen Dank für all eure Beiträge, insgesamt hat euer Genexpressionstest (Endopredict oder Oncotype) also eure Therapieentscheidung beeinflusst. Mir wurde auch gesagt, dass ein Genexpressionstest viel aussagekräftiger sei als der ki-Wert. Meine ki-Werte betrugen bei der Biopsie 33% und bei der OP 11% - wichen also total voneinander ab. Von daher erhoffe ich mir auch mehr Aussagekraft von dem Test, zumal ich G3 habe und dessen Bekämpfung kann ich mir ohne Chemo kaum vorstellen.

  • Hallo Nine, mein Tumor war G3 ist schon entfernt. Den Oncotype Test habe ich machen lassen, da stand für die Tumor Konferenz schon fest 4x EC und 12x Pacli. Hatte nicht schwer getan, mit der Entscheidung für die Chemo, wie die Meisten hier.

    Danach Bestrahlung und Auch um die Tablette komme ich wohl nicht herum.

    Der Test und die Computer Simulation des Genologen waren dennoch sehr aufschlußreich. Da wider erwartend der Tumor wohl nicht genetisch ist, habe ich laut dem Genologen mit der klassischen Therapie, die auch das Ergebnis der Tumorkonferenz ist, die besten Heilchancen.


    Wenn noch eine Bestrahlung durch die TK vorgeschlagen wurde, wird eh der Test nötig, da ohne dieses Ergebnis die Strahlenärzte nicht aktiv werden.

    Ist aber abhängig von der Risiko Einstufung des BKZs, die ja vor der ersten Biopsie gemacht wird. Besteht in unserem BKZ der Verdacht auf erblich bedingten Brustkrebs, muss Frau den Test machen. Ich stelle es mir schwer vor, ohne medizinische Ausbildung, mich gegen die Fachärzte zu stellen. Trotz leichter Neuropathien, würde ich die letzte Chemo nicht streichen lassen, genau wie Windfarbene  kann ich nur darauf hoffen, das es hilft und keine Spätschäden bleiben/kommen.

    Grüße Eli

  • Guten morgen ihr Lieben,

    Wenn ich das alles so lese, wird mir klar wie wenig ich informiert bin. Teilweise kann ich mit den Abkürzungen nichts anfangen und vielleicht hätte man mir so einen Test auch empfehlen sollen/können.


    Euch allen einen schönen Wochenstart

    Angelsun

  • Hallo liebe Angelsun,


    Das hängt von den Details ab, gibt es Brustkrebsfälle in deiner Familie, deine Mama oder Oma etc. ?

    Das wird in einem guten BKZ = Brustkrebszentrum abgefragt, nachdem bei der Mamografie oder dem Screening der Verdacht auf BK = Brustkrebs auftaucht.

    Dann kommt es auf die Biopsie Ergebnisse an, wenn die Gewebeproben oder der Tumor selber vom Pathologen untersucht wurden.

    Danach tagt in einem Brustkrebszentrum die TK die Tumorkonferenz, wo Ärzte verschiedener Fraktionen (Onkologie, Pathologie, Röntgenspezialisten, Gynäkologe etc) jede Patientenakte durchdiskutiert, um die Optimale Therapie für die einzelnen Patienten zu definieren.

    Jede Patientin wird nach Risiken eingestuft. und die Forderung nach einem Oko Test ist ab Risiko Gruppe 2/3 Standard. Bei mir war es sogar 4, weil alle davon ausgingen, das es ganz klar erblich ist. Der Onko Test ist dann wichtig, weil bei Erblichem Brustkrebs darf/sollte z.B. Nicht bestrahlt werden usw. Diese Faktoren braucht Frau ja für die Therapie Schritte.

    Hoffe ich konnte etwas helfen. Grüße Eli

  • Hallo Leo, der Onkologe und auch der Arzt aus dem Genetik Labor haben das beide erwähnt. Ganz verstanden habe ich es nicht, aber es ging um die Rezidiv Gefahr. Ich bekam extra eine Ergebnis Bestätigung aus dem Labor, damit ich diese dann der Strahlenärztin vorzeigen kann.

    Ohne diese Bestätigung würde die bei Risiko 4 nicht bestrahlen.


    Wenn ich es richtig verstanden habe, ist z.B. die Rückfall Gefahr bei BrcA Gen MutationsTrägerinnen deutlich höher. Frage bei dem nächsten Arzttermin nächste Woche ymittwoch nich mal ganz genau nach. LG Eli