Prognosetests / Tumoranalyse (Oncotype, Endopredict...)

  • @Inselkind 76 Deine Tumorbiologie gleicht fast meiner inkl. der zwei Satelitten-Tumoren von 2 um 6 mm. Allerdings war mein Wächterknoten befallen. Ich habe 2018 (damals noch im Rahmen einer Studie - wegen der Kosten), den Oncotype Test bekommen (da auch noch vor der Menopause) und war am Ende sehr dankbar drüber, da dieser ergeben hat, dass ich einen Luminal-B-Tumor habe, der mir dann die klassische EC / T Chemo beschert hat (die ich gut überstanden habe!!).


    Bei mir wurde das in der Tumorkonferenz nach der OP besprochen. Es kann ja eh erst nach der OP erfolgen. Ich würde an Deiner Stelle, dem bahandelnden Art/Ärztin vor der OP sagen, dass Du das möchtest (nicht, dass das "durchrutscht"). Auf jeden Fall passt Du vom Profil!!


    Ich wünsche Dir alles Gute, eine "angenehme" OP und dann vom Oncotype-Test ein gutes Ergebnis!!


    LG,
    Alltagsheldin

  • Hier geht es um die Ergebnisse der (einer zusätzlichen?) Adaptstudie. Der Beitrag ist von 2020

    Es wurde bei bestimmten Indikationen 3 Wochen lang eine AHT vor der OP gegeben.

    Danach wurde die Veränderung der Tumorbiologie zwischen Stanze und OP zu beurteilt.
    Das Ergebnis zusammen mit dem Oncotype gab dann den Ausschlag für die Entscheidung, ob Chemo oder nicht.


    Dieser Weg hört sich für mich sehr stimmig an. Die Beobachtung wie sehr der KI Wert unter der AHT sinkt, gibt einem mehr Sicherheit in der Entscheidung. Mal sehen, wie lang es dauert, bis es den Weg in die Leitlinien findet.


    https://youtu.be/iadToJmY-Hc

    Ich schulde meinem Leben noch Träume und meinen Träumen Leben!

  • Dieser Beitrag ist etwas verständlicher. Insbesondere wird hier nochmal deutlicher erwähnt, dass die Erkenntisse auch bei einem Befall von bis zu drei Lymphknoten herangezogen werden können. Wohlgemerkt in Kombination mit einer 3 wöchigen AHT Gabe VOR den anderen Therapien. Und dass es Studienerkenntnisse sind, die sich noch nicht in den Leitlinien befinden.


    https://adapt-mediathek.de/



    Das Interview befindet sich unterhalb der Anmeldung. Anmeldung nicht nötig.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Alice ()

  • Liebe Philosophin, die OP liegt hinter mir. Leider Gottes ist der Primärtumor nun doch größer und es gibt einen Tumor mit einem KI67 von 30. (siehe Profil) Die Lymphknoten waren frei, aber ich hatte einen L1. Mir ist immer noch nicht ganz klar, was es mit dem. L1. auf sich hat. Durch meine

    Mastektomie hoffe ich auch lokales Geschehen. Trotzdem haben wir nun den Onktotype beauftragt. Wird der denn dann nun nur aus dem gestanzten Tumor gemacht oder wird jetzt von allen 3Tumoren und dem DCIS Material eingeschickt? Ich glaube allerdings jetzt schon, dass es auf Chemo hinauslaufen wird..... Aber so wird der Onco das vermutlich nochmal bestätigen.

  • Liebe @Inselkind 76 ,


    die Ergebnisse des Oncotype sind ja unabhängig von BET vs Mastektomie und L1 vs L0. Letztendlich liefert der Oncotype eine Aussage darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Tumor sehr früh Mikrometastasen absetzt. Die Pat. mit den hohen Werten im Oncotype (also RS > 25) haben das höchste Rezidiv-Risiko und profitieren deshalb am meisten von einer Chemotherapie.


    Zu L1 vs L0 kenne ich jetzt keine Subgruppenanalyse in Bezug auf den Oncotype. Allerdings ist L1 für die Prognose weniger bedrohlich als N+ (also ein befallener Lymphknoten ist von der Prognose her gesehen schlechter als wenn man - so wie Du - L1 und N0 hat).


    Dass der Oncotype beauftragt wurde ist sicherlich klug. Es wäre sinnvoll, dass er aus dem Tumor mit dem höchsten ki67 analysiert wird. Vermutlich wäre es klug, dies bei Beauftragung des Oncotype auch der Firma mitzuteilen bzw nur das Gewebe mit dem ki67 von 30% hinzuschicken -> das solltest Du nochmal bei Deinen Ärzten nachfragen. Der Test ist sehr teuer, so dass er sicherlich nicht 3 mal durchgeführt wird, also den Tumor mit dem höchsten Risiko verwenden (ich glaube, es war bei Dir auch der größte Tumor).


    Jedenfalls ist es ein prima Ergebnis, dass die Lymphknoten bei Dir frei waren! Das lässt schon mal positiv in die Zukunft denken! Und falls es auf eine Chemo hinausläuft, dann sieh sie als zusätzlichen Schutz vor einem Rezidiv.


    Ich wünsche Dir in jedem Fall alles Gute - und hoffe mit Dir auf niedrige Werte im Oncotype!


    Viele Grüße!

  • Danke für die Info zum Studienergebnis. Das hat mich sehr interessiert.

    Ich bin mit viel Glück 2019 noch in die Adapt Studie reingekommen. Vor AT lag der Ki 67 bei 33, danach kleiner als 1.

    1 Sentinel war befallen. Der Oncotype ergab einen RS von 7. Glück gehabt. Das Letrozol nehme ich trotz bekannter Nebenwirkungen ohne zu zweifeln. Super, dass die KK endlich den Oncotype übernehmen. Ich wünsche allen ein gutes Ergebnis!

  • Liebe IBru und alle anderen Interessierten!


    Ich möchte Euch von interessanten Ergebnissen aus der Rxponder Studie berichten. In dieser Studie wurde an 5000 Patienten (Hormonabhängiger Brustkrebs, HER2 negativ) untersucht, welche Aussagekraft der Oncotype bzgl Verzicht auf Chemotherapie bei Pat mit 1-3 befallenen Lymphknoten hat. Die Daten wurden kürzlich auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium veröffentlicht.


    Für postmenopausale Patientinnen mit einem RS < 25 und 1-3 befallenen LK gilt:

    Kein Benefit durch Chemotherapie. Die 5-Jahres Überlebensdaten waren mit und ohne Chemotherapie genau gleich (91%).


    Bei prämenopausalen Patientinnen mit 1-3 befallenen LK und RS < 25 gibt es leichte Überlebensvorteile mit Chemotherapie:

    Die 5-Jahres-Überlebensraten lagen mit Chemo bei 94%, ohne Chemotherapie bei 89%.

    Bei einem RS von 0-13 lag der Überlebensvorteil mit Chemotherapie bei 4%, bei einem RS von 14-25 bei 6%.


    Hierbei zeigte sich, dass die Chemotherapie etwas mehr Vorteile für die Pat mit mehr befallenen LK zeigte (also größerer Vorteil bei 3 LK im Vergleich zu nur 1 befallenen LK).


    Insgesamt zeigt die Studie aber auch, dass bei niedrigem RS (also RS < 25) die Chemotherapie wenig Verbesserung bringt, für postmenopausale Pat sogar keinerlei Nutzen hat. Die 10-Jahres-Daten sind hierbei natürlich noch abzuwarten.


    Das Problem hierbei ist aktuell, dass der Oncotype für nodal-positive Pat nicht von der Krankenkasse bezahlt wird und so manche Pat. auch bei LK-Befall doch durchaus auf die Chemotherapie verzichten könnte (hätte sie ein passendes Ergebnis aus dem Oncotype).


    Liebe @Inselkind 76 , vielleicht sind das auch für Dich ermutigende Daten. Du bist ja zum Glück im Oncotype in der Gruppe mit der besten Prognose gelandet. Selbst bei LK-Befall könnte man hier guten Gewissens auf eine Chemotherapie verzichten.


    Alles Gute für Euch alle!

  • Liebe Philosophin, ich danke Dir sehr für die Infos und dafür, dass Du an mich gedacht hast. Ja, das beruhigt mich sehr und lässt für viele Patientinnen mit LK Befall doch hoffen, dass vielleicht bald doch der Onco bezahlt wird und auf die Chemo verzichtet werden kann. Ich wünsche Dir auch alles Gute! Liebe Grüße vom Inselkind

  • Danke Philosophin !

    Das ist wiedermal sehr verständlich von dir aufgeschlüsselt und erleichtert sicher manchem nachfolgendem die Entscheidung.


    Wenn ich jetzt mal nachrechne wieviele Tests von einer ersparten Chemotherapie bezahlt werden können... :/

    könnte sich das für die Krankenkassen durchaus rechnen auch bei Lymphknotenbefall einen Test zu bezahlen.

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  • Aussagekraft der Oncotype bzgl Verzicht auf Chemotherapie

    Neben Bestrahlung und Antihormontherapie gibt es dann noch das dritte Standbein der Unterdrückung der Östrogene.

    Das kann bei vorher bestimmten Hormonspiegel auch bei Frauen kurz vor den Wechseljahren sinnvoll sein.

    Die Kombi ist auch mit Tamoxifen möglich.

    Hat mich geärgert, dass bei mir nicht nachgeschaut wurde, obwohl es die Erkenntnisse schon gab.

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  • Philosophin deine Beiträge liefern immer so einen Mehrwert, dafür wollte ich nur mal danke sagen!


    Auch wenn ich nicht zu der Gruppe gehöre beruhigt mich der Beitrag irgendwie! mal egal mit welchem BK man zu tun hat, befallene Lymphknoten scheinen keinen direkten Weltuntergang zu bedeuten! Also ich hoffe ihr wisst wie ich das meine. Schwer zu beschreiben aber das ich zu Beginn befallene Lymphknoten hatte lässt mich oftmals wahnsinnig im Kopf werden. Sorry fürs kurze abschweifen vom Thema!

  • Sommerliebe-87 ich verstehe Dich sehr gut ,weil ich selber 2 befallene lymphknoten habe und ich auch immer kreisende Gedanken darüber habe ,vor allem Nachts lässt mich es in letzter Zeit gar nicht mehr in Ruhe ...ich finde auch das Philosophin sehr gute Beiträge schreibt und mir persönlich ihre Berichte und Informationen sehr oft weiter geholfen haben , es ist wirklich eine Bereicherung ,obwohl sie leider selber auch betroffen ist ,hilft sie einem auch wenn man mal eine Frage hat ...Danke dafür 🙏

  • Liebe Sommerliebe-87 ,


    es ist genauso wie Du sagst - auch bei LK-Befall werden heute die allermeisten Frauen geheilt. Es gibt ein paar Parameter, die einen hoffnungsfroh stimmen dürfen, wie zB ein niedriger Wert im Oncotype oder die pcR bei den TN-Damen. Das bedeutet für die Prognose das allerbeste und die Heilungsraten liegen dann bei weit über 90%.


    Die Gedanken, die um die restlichen Prozente kreisen kennen wir ja alle nur zu gut. Umso mehr freut es mich, wenn ich hier der einen oder anderen etwas Hoffnung machen kann :)

  • mit der Unterdrückung der östrogene zu tun

    Am Ende der ganzen Behandlungen egal ob mit oder ohne Chemo kommt bei einem östrogenrezeptor positivem Tumor das Thema Antihormonterapie. Bei den jungen Frauen, gibt man seid einiger Zeit und immer häufiger zu Tamoxifen (Wirkung durch Blockade der Ö.-Rezeptoren) zusätzlich das Medikament Zolad.x, um die Eisprungfunktionen zu unterbinden. So kann man zusätzlich den Östrogenspiegel im Körper senken. Davor hat man es eher mit Aromatasehemmer (Wirkungsweise Hemmung der Östrogenproduktion) verwendet.

    Kennt man jetzt seinen Hormonspiegelwert, macht es meiner Meiung nach durchaus Sinn sich mit dem Arzt über das Medikament zu unterhalten, auch wenn man bereits perimenopausal ist, also vor der Menopause steht. Einfach als zusätzliche Option um die Östrogenproduktion zu senken. Und die Ernährung nicht zu vergessen, weil das Bauchfett auch Östro. produziert.

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  • Tumoranalyse was ist das genau?

    Hallo


    Eine Freundin meinte in Tübingen z.B gibt es Behandlungsmethoden etwas wie ne Art Tumoranalyse. Ich weiß nicht ob das der richtige Begriff ist.


    Da wird erstmal nur der Tumor chemomittel direkt in das kranke Gewebe reingespritzt. Um zu schauen wie die Tumorzellen darauf reagieren und wie schnell sie absterben.


    Je nach dem wird dann ermittelt wieviel Chemotherapie gegeben werden muss? Damit der Patient nicht zuviel Chemotherapie bekommt als benötigt.


    Ich hoffe es geht euch gut und wir werden uns bald besser fühlen. Mittlerweile packt mich die Angst irgendwie schon sehr und zum schlafen nur mit Beruhigungsmittel. Ich zittere am ganzen Körper.

    Einmal editiert, zuletzt von Alecto () aus folgendem Grund: Themen zusammengeführt

  • Liebe Larimar

    die von dir beschriebene Tumoranalyse sagt mir nichts. Eventuell haben die anderen Mädels eine Idee dazu.

    Es tut mir so leid, dass du solche Ängste durchstehen musst, du Arme! Es ist einfach gemein, unfair, ungerecht, hart...!

    Gibt es jemand in deiner Nähe, der dich in den Arm nehmen kann?

  • Hallo Larimar


    ich nehme an du meinst etwas wie Endopredict. Es geht hier weniger um wieviel Chemo ( Chemo Dosis ist abhängig von Körpermasse und genereller Fitness), sondern eher ob der Tumor auf die Chemo anspricht und wieviel Nutzen vs Schaden es gäbe. Hier gibt es sicher einige Frauen die diesen Test gemacht haben. Bei manchen Tumoren erübrigt sich der Test, wenn ganz eindeutig alles für Chemo spricht. ( Größe, Art und Befall der LK)


    Eine Analyse ist niemals eine Behandlung. Analyse sagt es ja, es wird nur analysiert. Daten ausgewertet.


    Sei vorsichtig Bekannten mehr Knowhow zuzumuten als sie wirklich haben. Aus meiner Sicht sind Leute die niemals Krebs hatten auf Mittelalter Niveau von Informatione, da sie einfach nur Bruchstückchen an Infos behalten haben.

  • Ja Dankeschön ich wusste nicht wie das genau heißt als Endopredict jetzt bin ich im Krankenhaus zum Gespräch. Ich werde nachfragen. Liebe Grüße.