kein klarer Gedanke mehr möglich ...

  • Hallo zusammen,

    habe gestern die Diagnose DCIS erhalten. Bin am lesen und sammeln von Infos und Erfahrungswerten. Kann keinen klaren Gedanken mehr fassen.

    Meine erste Reaktion war, ich mach keine Punktion um ja nichts in Gang zu setzen oder auszulösen. Habe beschlossen, dass ich zu den 30% gehöre, bei denen alles so bleibt und nichts passiert. Aber inzwischen ist nur noch blankes Entzetzen vorhanden. Lese nur noch Mastektomie, Bestrahlung und / oder Chemo.

    Habe morgen Termin bei meiner Frauenärztin.

    Meine Frage, gibt es hier jemanden der nichts gemacht hat und nur regelmässig zur Kontrolle ging? Oder ist das Blödsinn?

  • Hallo Isabella .

    Erstmal willkommen hier bei uns.

    Das du gerade sehr durcheinander bist kann ich gut verstehen und die Flut der Informationen zuviel ist.

    Meiner Meinung nach ist nichts tun der falsche Weg.

    Bei mir wurde aufgrund einer falschen Dignose lange nichts getan. Das Ergebnis sind viele befallenen Lymphknoten gewesen.

    Ich weiß das ein früh erkennen nichts an der Tumorbiologie geändert hätte sehr wohl aber an der Streuung auf die Lymphknoten. Ich hatte viel Glück im unglück das ich trotzdem keine Fernmetastasen habe.

    Geh die sache systematisch an. Lass eine Biopsie machen und alle dazu gehörigen untersuchungen.

    Damit die bestmögliche Therapie gefunden werden kann.

    Dein nervenkostüm wird ruhiger werden wenn du bescheid weißt und du dagegen vorgehen kannst.

    Warte nicht ab!

    Das ist mein Rat an dich.

    Ich drücke dich mal ganz vorsichtig und schicke dir eine portion Mut.

    LG

  • Guten Morgen,

    herzlich willkommen im Forum.


    Bei mir wurde auch DCIS High Garde diagnostiziert. Das DCIS ist von der Brustwarze ausgegangen (10 cm). Ich habe mich operieren lassen, da das DCIS sehr ausgeprägt war. Ich habe zwei Biopsien machen lassen und meine Ärzte haben mir die Mastektomie empfohlen.

    Letztendlich musst Du für Dich entscheiden, was der richtige Weg für Dich ist. Ich bekomme nun Bestrahlung und nehme Tamoxifen ein. Ob mein Weg richtig war, wird die Zukunft zeigen. Ich wollte nicht mit einer tickenden Zeitbombe leben.

    Lasse Dich von Deinen Ärzten beraten und hole evtl. eine Zweitmeinung ein. Das habe ich gemacht, bevor ich operiert wurde.

    Dir alle Gute.

    LG Nani

  • Guten Morgen Isabella . Herzlich Willkommen in diesem Forum. ☺ bei mir wurde im Januar eine Microkalkablagerung festgestellt. Ich habe schnell eine Biopsie machen lassen, sonst hätte ich keine Ruhe bekommen . Im Februar wurde ich 2 mal brusterhaltend operiert. Nächste Woche fängt bei mir die Strahlentherapie an. Seit 3 Wochen nehme ich Tamoxifen, das ist eine Antihormonbehandlung. Für mich ist das genau der richtige Weg um ganz bald wieder zur Ruhe zu kommen . Ich wünsche Dir alles Gute fühle Dich gedrückt :hug:

  • guten morgen isabella,


    ich hab die gleiche diagnose wie du.


    ich hab mich auch belesen und meine docs gefragt (ich glaub die hatten löcher im bauch ;))

    als ich die art der op erfuhr dacht ich auch das ich spinne. aber nun weiss ich das es der richtige weg ist, eine mastektomie. wie es dann weiter geht weiss ich auch nicht. es hängt von der phatologischen untersuchung ab.

    die angst is dennoch da auch wenn die vernunft sagt das es der richtige weg ist. nimm dir vor allem zeit und hol dir verschiedene meinungen.

    lg

    leixe

  • Liebe Isabella,


    herzlich willkommen in unserem Forum, ich freue mich, dass Du uns gefunden hast. Hier im Austausch kannst Du Deine Gedanken sortieren, um Deinen Weg zu finden. Wenn Du noch mehr lesen magst, findest Du unter dem Thema Brustkrebs Brustkrebs noch einige Überschriften zu dem Thema DCIS. Ich wünsche Dir viel Kraft und Zuversicht und hier einen guten Austausch.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • bei mir wurde der high-grade DCIS leider trotz Mammografie und Ultraschall nicht erkannt. Es war dann schon zu spät und es hat sich daraus ein triplenegativ Brustkrebs entwickelt, was eine Chemotherapie zur Folge hatte. Mit meinem jetzigen Wissensstand würde ich bei DCIS sofort eine Mastektomie machen lassen. Ich hatte Sofortaufbau aus dem Bauch und fand die Op gut ertragbar.....aber sobald aus dem DCIS ein invasiver Brustkrebs wird hat man halt immer Angst es kommt wieder was nach in Form von Metastasen...

  • Liebe Isabella,


    herzlich Willkommen in unserer Runde.


    Ich kann deine Reaktion verstehen. Es sind erschreckend viele Informationen, die da im Moment auf dich einprasseln, bewertet und verarbeitet werden wollen. Aber ich bezweifle, dass die "Vogel-Strauss-Taktik" hier eine gute Lösung ist. Bisher ist es "nur" DCIS. Mit der entsprechenden Behandlung wirst du danach wahrscheinlich Ruhe haben.


    Leider wurde bei mir der Krebs erst spät entdeckt. Ich hatte bei Erstdiagnose bereits eine Knochenmetastase. Eine Heilung ist dann nur noch in sehr seltenen Fällen möglich. Du glaubst gar nicht wie sehr ich mir gewünscht hätte, der Krebs wäre früher entdeckt worden....


    Alles Gute

    Moni

  • Liebe Isabella,

    selbstverständlich entscheidest du und nur du über deine Vorgehensweise. Jedoch schließe ich mich Moni75 an. Ich würde auch sofort handeln. Mastekomie und Aufbau und gut ist es. Wenn es erstmal Krebs ist, wird die Behandlung schwieriger, belastender. Ich hatte am 16.02. eine Mastektomie der rechten Brust ohne Aufbau, 4 befallene Lymphknoten, keine Fernmetastasen. Bekomme nun Chemotherapie, dann Bestrahlung und Antihormontherapie. Hätte ich "nur" Mastektomie machen lassen müssen, läge die Sache schon längst hinter mir.

    Hol dir vielleicht neben der Meinung deiner FÄ eine zweite Arztmeinung und/oder wende dich an den KID Krebsinformationsdienst in Heidelberg.

    Ich wünsche dir viel Kraft, die für dich richtige Entscheidung zu treffen.

    LG, Moni13

  • Euch allen ein herzliches Dankeschön für die Info und den Zuspruch.

    Leider hat es sich heute bei meiner Frauenärztin herausgestellt, das ich auch im umliegendem Gewebe „Ablagerungen“ habe. Davon hat man mir direkt nach der Mammographie nichts gesagt. Um so überraschter war ich heute. Hatte auch den Eindruck, das die Kollegin meiner Frauenärztin (Urlaub) nicht viel wusste und überfordert war. Habe jetzt am 17. April im Brustzentrum einen Termin. Werde bis dahin die Möglichkeit nutzen mich weiter zu informieren, aber letzendlich weiß ich nicht 100% den genauen Befund. Werde deshalb meine Unterlagen an den KID Krebsinformationsdienst schicken und sehen was die mir schreiben.

    Hoffe bis dahin Ruhe zu bewahren🙂


    Ich wünsche euch einen schönen Tag,

    Liebe Grüße,

    Isabella

  • Liebe Isabella,


    DCIS ist nicht gleich DCIS. Man unterscheidet Malignitätsgrade. Bei mir wurde letztes Jahr eine Kalkablagerung im Mammographie-Screening entdeckt und es wurde mir noch im Screening-Zentrum zu einer sofortigen Biopsie, geraten. Diesem Rat bin ich gefolgt. Die Histologie der entnommenen Zellen hat dann ein DCIS Grad 3 (hohe Kernmalignität, aggressives Wachstum) ergeben. Den Grad der Malignität kann man allein mit den bildgebenden Verfahren nicht bestimmen. Er ist m. E. aber entscheidungserheblich und daher rate ich Dir zur Durchführung der Biopsie. Anders erhältst Du keinen "100%igen Befund". Mir war sofort klar, dass ich dieses Pulverfass los werden und nicht darauf vertrauen will, dass der daraus möglicherweise entstehende invasive Tumor entdeckt wird, bevor er gestreut hat. Bei Grad 1 kann Frau das vielleicht anders sehen, insbesondere wenn sie schon ein hohes Lebensalter erreicht hat. Ich bin dann zunächst brusterhaltend operiert worden. Das hat leider nicht gereicht, weil das - in Mammographie und Ultraschall unsichtbare - DCIS viel größer war als die - sichtbare - Kalkansammlung. Es folgte 6 Wochen später die Haut- und brustwarzensparende Mastektomie mit Rekonstruktion mittels Silikon in derselben OP. Der Histologie des Drüsenkörpers konnte ich entnehmen, dass sich mein DCIS strahlenförmig durch alle Milchgänge meiner Brust gezogen hat. Ich habe daher mit der Mastektomie im Nachhinein meinen Frieden gemacht und bin mir insoweit sicher, das Richtige getan zu haben. Es ist fraglos nicht einfach, die Brust zu opfern für etwas, was noch gar kein "richtiger" Krebs ist, während "richtige" Tumore in der weit überwiegenden Zahl der Fälle brusterhaltend operiert werden Ich habe nächtelang geheult. Nicht wegen des Krebses, sondern wegen des Brustverlustet. Aber irgendwann sind die Tränen versiegt.


    Viel Kraft wünscht Dir

    Lavara18

  • ich stand 2012 kurz vor der Entfernung eines Milchgangs wegen eines verdächtigen Sekrets. Es kam dann leider nicht dazu, weil das Sekret plötzlich nicht mehr da war. Damals war ich unheimlich erleichtert, die OP nicht machen zu müssen. Jetzt im Nachhinein muss ich sagen, MIST! Es war genau die Seite, auf der sich aus einem high-grade DCIS ein TNBC entwickelt hat. Diese OP damals wäre ein Klacks gewesen. Ich denke, das damals war der Anfang......


    Anmerkung der Moderation: TNBC = Brustkrebs triple negativ

  • bei mir war es mikrokalk der durch vakuumbiopsie näher untersucht werden sollte, aber dabei nicht wiedergefunden wurde. Sollte dann alle 6 Monate Ultraschall machen. Beim 1. Mal war alles unverändert, beim 2. Mal waren es statt 4 nur noch 2 klümpchen, Hurra. Tja beim 3. Mal war der mikrokalk ganz weg. Leider. Statt dessen war dort ein bösartiger Tumor. Im Nachhinein denke ich manchmal ich hätte damals mehr "druck" machen müssen, denn mein erster Gedanke nach der "missglückten biopsie" war: "muss ich jetzt Krebs kriegen weil die das nicht wiederfinden und einfach die Suche einstellen ohne nochmal ne mammografie zu machen?" Aber dann waren andere dinge wichtiger.

    Ich würde es immer genau untersuchen lassen (habe damals auch ohne lange zu zögern der biopsie zugestimmt) und auch wenn es "nur" dcis ist handeln. Lieber eine "fast gesunde Brust mit blindgänger drin" opfern als darauf warten, dass das Ding hochgeht.

    Ich habe wg familiärer belastung dem intensiviertem Vorsorgeprogramm vertraut und war immer der Meinung die finden etwas bevor es bösartig wird und ich brauch dann nicht das volle Programm mit Chemo, war aber leider nicht so.

    Nun hab ich beidseitig Silikon und bin nachträglich durch den Pathologiebericht darin bestärkt worden. Es gab noch viel Kalk und eine noch gutartige Veränderung.

    Denk bitte ausgiebig nach, ob du mit Nichtstun und abwarten Leben kannst. Ich habe meinen Frieden gefunden, denn ich hatte es zumindest versucht , der Sache damals auf den Grund zu gehen

    Eine biopsie ist gut zu ertragen und du hast dann Gewissheit, wie hoch dein Risiko ist.

  • Hallo Isabella,


    die Augen zu zu machen und nichts zu tun , getreu dem Motto, was ich nicht weiß, ist auch nicht da, ist denkbar ungünstig.

    Ich bin eine derer mit einem 12cm DSCIs und wäre froh gewesen, wenn man es erkannt hätte. Mein Gyn machte immer nur

    Ultraschall und da war das nicht zu erkennen. Dafür der Tumor , der dann irgendwann auftauchte . Aus dem einen wurden 6 .

    Man sprach von einen massiven lokalen Befall der Brust , das einzige positive Wort in diesem Satz ist lokal. Er hatte noch nicht getstreut.

    Ich brauchte keine Chemo und auch die Bestrahlung fiel weg, da ich mich für eine komplette Entfernung der Brust entschieden habe, mit

    gleichzeitigen Aufbau mit Silikon und ich bereue diesen Schritt nicht. Kopf hoch und heraus finden wo du stehst und dann in Ruhe

    entscheiden, welcher Weg für dich der richtige ist :hug: Hier können dir viele Tipps geben und Fragen beantworten. Ich wünsche dir einen guten Austausch.


    LG

    Fidi

    Anfangs wollt ich fast verzagen,

    und ich glaubt, ich trüg es nie,

    und ich hab es doch getragen -

    aber fragt mich nur nicht wie?

    Heinrich Heine