ausführliche Behandlungsverläufe/-geschichten

  • Hallo Ihr Lieben,


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  • Meine Erkrankung (BK) wurde bei meiner ersten Mammographie Ende August 2016 erkannt. Zweiter Termin mit Ultraschallbiopsie, danach die üblichen Termine (CT, MRT, Knochens. etc). Sehr schmerzhafte Vakkumbiopsie der linken Brust, da verdächtiges Gewebe

    Erkenntnisse: 4 Herde (4-12mm) in der rechten Brust (nicht tastbar) und Beteiligung der Lymphen

    Empfehlung des Tumorboards: erst Chemo, dann subkutante Mastektonie (Haut- und Nippelschonende Amputation mit sofortigem Wiederaufbau), danach Bestrahlung

    CHEMO:
    Ich habe mich für die Teilnahme an der GainII-Studie (Hochdosisverdichtung) entschieden und bin im ersten Arm (4x EC alle 14 Tage, eine Woche Pause, 4x Docetaxel alle 14 Tage) gelandet.

    EC ab Ende Oktober 2016:

    Begleitende Medikamente: Emend, Dexamethason, Blasenpumpe, Neulastaspritze und Tag 5-12 Cipro

    Die EC Chemo (Dosis 0) habe ich sehr schlecht vertragen (akute Atemnot, allgemein Atemprobleme). Sollte psychosomatisch sein, aber die Psychoonkologin sagte: Sie haben es nicht im Kopf, sondern im Magen. Also ab der zweiten EC Chemo (Dosis -1) zusätzliche Magentabletten. Jetzt nur noch hohe Übelkeit. Ab der dritten EC Chemo (Dosis 0) zusätzlich verschiedene Tabletten gegen Übelkeit. Die dritte Chemo habe ich sehr gut vertragen, so dass die vierte EC Chemo mit Dosis +1 angesetzt wurde. War etwas härter, aber ok. Leider konnte ich das Hämoglobin diesmal nicht allein wieder aufbauen, daher Bluttransfusion.

    Meine Nebenwirkungen auf EC: Tag 1-3 Schlafprobleme mit kaltem Schweiß, Tag 4-6 Gliederschmerzen, Tag 7-12 leicht angegriffene Schleimhäute

    Nach den ersten zwei Wochen tote Haare (kein Komplettausfall, aber Stoppeln wuchsen nicht mehr) und durchgehend tränende Augen, durch Giftkumulation Anämie

    Meine Vorsorge: Grippeschutzimpfung, Zahnarztbesuch, ständiges Eincremen mit Creme ohne Parfüm & Alkohol, basische Ernährung

    Solange ich auf EC war, habe ich voll weiter gearbeitet.

    Docetaxel ab Ende Dezember 2016:

    Begleitmedikamente: Dexamethason, Neulastaspritze und Cipro

    Da meine Blutwerte durchgehend sehr gut waren, von Dosislevel 0 auf +1 erhöht, dann wegen Hand-Fuß-Syndrom eine Woche Zwangspause und wieder Level 0

    Meine Nebenwirkungen auf Docetaxel: Tag 1-8 große Schlafprobleme, Tag 1-3 schweißnasse Nächte, Tag 5-7 starke Erschöpfung, insgesamt totale Austrocknung, kaum noch Geschmack (dadurch Appetitlosigkeit), empfindliche Fingernägel (die sich vom Nagelbett lösen), tränende Augen, Herzrasen, Hand-Fuß-Syndrom

    Meine Vorsorge: täglich Nagelhärter, tägliches Rollen mit dem Igelball gegen Neuropathie, ständiges Cremen

    Krankschreibung ab Docetaxel, aber von zu Hause über Verbindung zum Büro-PC täglich 2-3 Stunden gearbeitet

    15.02.2017 Letzte Chemo und sofortige Wiedereingliederung

    26.03.2017 Neuropathie in den mittleren Zehen an beiden Füßen (durch Behandlung mit Akkupunktur und Fussmasage im August 2017 wieder verschwunden)

    OPERATIONEN & BESTRAHLUNG:
    30.03.2017 OP mit 420ml-Implantat und Entfernung von 12 Lymphknoten- ypTis (DCIS), ypN1mi (2/12 LK), yL0, yV0, yGx, R0 (lokal)cM0 Hormonrezeptor: ER >95%, IRS 12, PR <95%, IRS 12

    - Her-2/neu schwach positiv, 2+ FISH-Test: negativ Ki67: 25%

    Keine Schmerzen im Brustbereich - aber in der Achsel durch ständige Reibung am Kompressions-BH, volle Armbeweglichkeit, 10 Tage im KH

    Leider Nekrose der Brustwarze, daher

    12.04.2017 2. OP mit Implantatsverkleinerung auf 330ml

    Am ersten Tag enorme Spannungsschmerzen an Brustnarben, danach Aquarium-Blubbergefühl in der Brust (keine Flüssigkeit), 3 Tage im KH

    15.04.2017 Gesundschreibung und sichtbares Haarwachstum, auch Wimpern und Brauen

    Weiterhin Wundheilungsstörungen, der Versuch das Loch auf der Brust mit V.A.C. (Vakuum-Pflaster) zu schließen schlägt fehl

    24.05.2017 Beginn der Bestrahlung (28x). Dies ist möglich, da die Brustwand nicht mitbestrahlt wird und das Bestrahlungsfeld somit außerhalb des Lochs auf der Brust ist. Keinerlei Nebenwirkungen, ich bin direkt nach der täglichen Bestrahlung zur Arbeit gefahren.

    12.07.2017 Diep-Flap-OP (der Bauch wird zur Brust / Aufbau mit Eigengewebe) | 10 Tage im KH

    05.03.2018 Angleichungs-/Reduktions-OP der linken Brust | 5 Tage im KH

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  • liebe Kirsche, das ist eine tolle Idee! Finde ich sehr interessant, gerade weil ja anscheinend jeder Tumor anders ist.

    Wie würdest du denn dein Durchkommen durch die Therapien bewerten?

    Bist du mit allen Behandlungen einverstanden gewesen?

    Wie fühlst du dich jetzt?

    Hoffe, das ist ok, wenn ich da einfach so nachfrage? 😇

  • Liebe Gundog,

    ich bin es gewohnt, unangenehme Dinge nicht aufzuschieben und im Zweifelsfall klappt die "Augen zu und durch - Methode" bei mir immer sehr gut.

    Ich hatte und habe meinen Ärzten mein volles Vertrauen geschenkt und bin allen Empfehlungen gefolgt.
    (Wenn in meinem Job meiner Erfahrung und Empfehlung vertraut wird ist mir das auch am liebsten 8o)

    Bis auf Kleinigkeiten (Hitzewellen, Magenprobleme) geht es mir inzwischen wieder sehr gut.

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  • Dann reihe ich mich hier auch ein. Danke, liebe Kirsche .


    Erstdiagnose: April 2015

    Lymphogen metastasiertes Mammacarcinom (axillaer, supraclaviculär, paracervikal) pN3c cM1 (lymphogen) G3, ER 2, PR 0, Her2neu 1+ (negativ), Ki-67 50%

    05/15-11/15 palliative Chemo EC (9 Zyklen)

    11/15- 1/17 Anastrozol

    7/16 - Ablatio linke Brust mit axillaerer Lymphonodektomie

    ypT2 ypN1a (1/11) L1 V1 Pn0 R0, Regressionsgrad nach

    Sinn: 1 (85%ige Tumorregression)

    1/17 - Progressiv neu aufgetretene Lymphknotenbildungen

    (supra- und infraklavikulaer, äußerer Axillenbereich

    links und im oberen Mediastinum am Aortenbogen)

    2/17 - 4/17 Ibrance und Faslodex (3 Zyklen)

    4/17 Erneuter Progress

    5/17 - 7/17 Xeloda (3 Zyklen)

    7/17 Wieder Progress (nun auch Lungenmetastasen)

    7/17 - 11/17 Paclitaxel Weekly (15 Chemos) + Docetaxel (2 Chemos)

    seit 12/17 Stillstand

  • Kirsche

    Das freut mich sehr, dass es dir mittlerweile wieder gut geht. Auch nach der Diep flap OP, die ist ja schon nochmal ein sehr großer Eingriff!


    Kylie

    Du hast so viel hinter dir und geschafft! Und der Stillstand seit Dezember ist super!!!! Ich hoffe, du kannst jetzt etwas Luft holen und es dir gut gehen lassen!

  • Welch eine super Idee, Kirsche. Ich schreibe hier meinen Verlauf, tut mir leid, dass es so ein Roman geworden ist.


    Diagnose

    Im Mai 2017 ertastete ich einen Knoten in der linken Brust. Ich fand er war sehr groß und hart. Die Mammographie und Echographie wurde eine Woche später gemacht und wies schon mit ziemlicher Sicherheit auf BK hin, die Größe wurde auf max 2.5 cm in der größten Ausdehnung geschätzt. Meine Einwände, der Tumor fühle sich so groß an, wurden abgewinkt. Ich sollte leider Recht behalten. Lymphknoten in der Bildgebung unauffällig.

    Anfang Juni dann die Biopsie. Ergebnis zwei Wochen später, einen Tag nach meinem 51. Geburtstag (ich hatte den Arzttermin extra so gelegt): BK. Die Bestätigung des Rezeptorstatus folgte verzögert: Triple-Negativ.

    Das Staging setzte mich auf G2, die Diagnositk ergab keinen Nachweis auf Metastasen in Lunge, Leber, Knochen oder Gehirn.

    Der Befund der BET zeigte dann aber einen Tumor mit max 3.9cm Ausdehnung und 3 von 9 positiven Lymphknoten, somit wurde ich auf G3 hochgestuft. Aussderdem zeigte sich dass der Tumor leider nicht im Gesunden entfernt wurde. Heute denke ich dass die OP früher hätte stattfinden sollen denn der Tumor ist wohl ziemlich schnell gewachsen. Die Frauenärztin ließ mich wissen dass nach der Chemo eine Voll-Mastektomie erfolgen sollte und danach Bestrahlung. Im Verlauf der Chemo habe ich mich über die Möglichkeiten des Brustaufbau informiert und keine der Möglichkeiten fand ich für mich wünschenswert . Ich wollte keine erneute Baustelle aufmachen. Daher habe ich mit der Frauenärztin diskutiert und verlangt dass eine erneute partielle Mastektomie gemacht wird. Angesichts dessen dass ich sowieso bestrahlt wurde und dass eine volle Mastektomie laut Literatur scheinbar keinen Vorteil für die Prognose bringt. Die Zeit wird zeigen ob das die richtige Entscheidung war.


    Portlegung

    Meine erste Chemo lief über den Arm (Terminprobleme der Ärzte), am Tag der zweiten Chemo wurde der Port gelegt. Dieser Tag war der schwärzte während meiner gesamten Therapie. Die Prozedur war dermassen brutal, nicht schmerzhaft aber einfach entsetzlich in der Prozedur. Ich möchte jedem empfehlen, sich eine LMAA Pille oder leichte Narkose geben zu lassen. Das Blut dass mir aus dem Schnitt warm über den Hals lief, das Katheder welches sie so brutal rumdrückten, es berührte mein Herz, dieses machte daraufhin extra Schläge, es war nur entsetzlich. Das Personal unsensibel. Ich habe an diesem Tag nicht aufgehört zu weinen. Ich denke es war auch der Tag an dem mich die Diagnose richtig erreichte und verstörte.


    Chemotherapie

    Ich hatte eine adjuvante Chemotherapie, das Angebot einer neoadjuvanten Chemo wurde mir leider nicht gemacht. Daher werde ich nie wissen, ob mein Tumor chemosensibel ist.


    EC (insgesamt 3 Infusionen, jeweils alle drei Wochen) Epirubizin 125mg, Cyclophosphamid 860mg 09.08.2017 - 20.09.2017, immer Mittwochs

    Nebenwirkungen: Natürlich Haarausfall. Nach 2 Wochen die Kopfhaare, zum Ende hin alle Körperhaare. Herzrasen, Müdigkeit während der ersten 4 Tage und Verstopfung. Die Aufbauspritze für die Neutrophilen habe ich gut vertragen.


    Pacli/Taxol (9 Infusionen wöchentlich) 10.10.2017 - 18.10.2017

    1) - 4) 159mg

    5) reduziert um 10,48 %:= 141mg

    6) + 7) reduziertum 11.37%= 138mg

    8 +9) reduziert um 22,39%= 120mg

    Nebenwirkungen: Immer noch Herzrasen, Schweissausbrüche, Schlaflosigkeit, moderate Neuropathie in den Füssen. Diese habe ich immer noch aber nur sehr leicht. Zum Ende hin hatte ich die Nase ziemlich voll.

    Alles im Allem habe ich die Chemo sehr gut überstanden, das lag wohl auch zum Teil an den sehr liebevollen Chemoschwestern.


    BRCA Gentest

    30.09.2017 Blutabnahme

    06.12.2017 Ergebnis (negativ)

    Obwohl das natürlich ein gutes Ergebnis ist, bedeutet es in der Konsequenz, dass kein MRT in der Nachsorge gemacht wird. Ich werde trotzdem versuchen, mir dieses zu erbetteln.


    Operationen

    Anfang Juli 2017: Partielle Mastektomie + Aixilla-Dissektion. 4 Tage stationär.

    Anfang Januar 2018: Erneute partielle Mastektomie (Resektion). Ambulant.War ein Spaziergang.

    Nebenwirkungen: Sehr wenige. So gut wie keine Schmerzen, ich habe keine Schmerzmittel benötigt. Ich hatte nach der ersten OP ein Gegenstrangsyndrom das ziemlich genervt hat. Ich habe Dehnungsübungen gemacht und mein Mann hat die Knoten massiert. Wegen Flüssigkeitsansammlung in der Achsel wurde ich dreimal punktiert, das war schmerzlos. Nach 3 Wochen war der Spuk vorbei und ich habe nun so gut wie keine Beschwerden oder Einschränkungen. Leichte Schmerzen im Narbenbereich, Taubheit, nix beunruhigendes.


    Bestrahlung

    14.01.2018 – 06.04.2018

    28x 50Gy auf Brust und Creux sus.c.aiculaire bis apex axillaire + 5x 16 Gy nur Brust (boost)

    Nebenwirkungen : Die Bestrahlungen haben mich psychisch sehr belastet. Ich empfand die Maschinerie sehr unpersönlich und kalt und hatte Anfangs echte Probleme damit. Das legte sich über die Zeit. Zum Ende hin hatte ich Verbrennungen in der Achsel und dort auch für ca 10 Tage eine Allergie, die erfolgreich mit einem Antiallergikum behandelt wurde. Heute habe ich keine Beschwerden mehr.


    Psyche

    Ich habe relativ schnell die Diagnose akzeptiert, das hat mir sehr geholfen. Anfänglich habe ich natürlich geweint und an Tod und Sterben gedacht. Aber meine Schwester war zur selben Zeit sehr schwer erkrankt (Hirntumor und das Jahr zuvor BK) , und trotz dessen war sie diejenige die mich täglich liebevoll unterstützte, daher wollte ich nichts anderes als kämpfen. Ich habe mich im weiteren also nicht gegrämt und nicht nach dem Warum gefragt. Wie hier oft empfohlen wird, habe ich immer nur bis zum nächsten Schritt gedacht. Da ich keine Kinder habe, hatte ich diesbezüglich keine Sorgen. Ich wohne von Freunden und Familie entfernt aber der Kontakt über Wh*ts*p hat wundervoll funktioniert. Freunde kamen mich besuchen und ich fühlte mich während der Behandlung sehr aufgehoben. Mein Mann hat die richtige Dosis von Fürsorge gefunden, die gut für mich war. Ich wollte mich nicht immer krank fühlen und habe deswegen während der Chemo gearbeitet, wenn es ging. Vor allem hat dieses Forum und der KID mich sehr gestützt darin, mich mit den Nebenwirkungen und Therapieoptionen zurecht zu finden.

    Am meisten hat mich die Schlaflosigkeit und das Herzrasen belastet. Beides hat sich nun gelegt. Die Darmflora ist noch nicht toll, habe manchmal noch Verstopfungen.

    Ich bin schon während der Chemo in eine Krebssportgruppe eingetreten, bin mässig walken gegangen und habe mit Tanzen angefangen. Die Bewegung war wie eine Supermedikation für mich. Ich habe mich während der Therapie mehr bewegt als vor der Diagnose. Und wer sich bewegt, denkt nicht an Krebs! Kann ich nur empfehlen.

    Ich habe während allen Infusionen gearbeitet (homeoffice) bis auf Mi-Frei während der Chemowoche. Ab den Bestrahlungen ging arbeiten nicht mehr und ich war danach noch 2 Monate krank geschrieben. Statt Reha habe ich drei Wochen Urlaub gemacht. Genau ein Jahr nach der Diagnose, im Juni 2018, habe ich wieder mit Vollzeit angefangen. Mal sehen ob ich das durchhalten kann.


    Vielen Dank fürs Lesen!

    Busenwunder

  • Da ich nun auch die Behandlungen abgeschlossen habe, hier mal mein Verlauf:

    Aug./Sep. 2017

    Alles fing an, mit einem blassrosafarbenen, 2 € Stück großen Fleck an der Brust,was ich zuerst für ein Hämatom hielt. Wenn ich drauf drückte, war da eine Schwellung zu spüren. Nachdem weder Fleck, noch Schwellung sich zurück bildeten, ging ich zum Frauenarzt. Der tastete Brust und Lymphknoten ab und machte einen Ultraschall. Danach war er ziemlich sicher, dass es sich um ein Mamma Ca handelt. 2 Tage später hatte ich einen Termin im Brustzentrum, um die Diagnose abzuklären. Zu diesem Zeitpunkt war ich 45, nie vorher krank, und erfüllte keinerlei Risikofaktoren, ausser weiblich!

    Sep./Okt.2017

    Im Brustzentrum wurde erneut Ultraschall und erstmalig eine Mammographie gemacht und mehrere Biopsien entnommen. Die Ärztin, die den Ultraschall durchführte bestätigte bereits, dass es sich bei dem Tumor (Größe 24,0x26,0x32,8 mm) um etwas bösartiges handelte. Auch 4 Lymphknoten waren befallen. Eine knappe Woche später wurde der Befund bestätigt. Die Tumorkonferenz empfahl eine neoadjuvante Chemotherapie mit ETC.

    Dann folgten Knochenszintigraphie, MRT, CT, Herzecho und schließlich die Porteinpflanzung (da ging es mir wie Busenwunder). Der Eingriff war alles andere als angenehm, dauerte 47 Minuten und mir wurde so richtig bewußt, dass es jetzt wirklich ernst ist und was diese Diagnose bedeutet. Am gleichen Tag erhielt ich den Brief mit dem MRT Ergebnis und da stand ein befallener Lymphknoten entspreche einer Metastase. Und ich wußte gar nicht, was das wirklich bedeutet, aber es machte mir Angst.

    Diagnose:

    mittelgradig differenziertes Mamma Ca NST, Klinisch inflammatorisches Karzinom

    cT4dcN+(4LK)

    ER 12/12, PR 2/12, Ki67 15%, Her2neu 1+(neg)

    Mittlerweile wurde mir dann auch mitgeteilt, dass die Leitlinienen eine Mastektomie der betroffenen Brust empfehlen. Auch eine Bestrahlung war vorgesehen, die dann einen Wiederaufbau erschweren würde. Zu diesem Zeitpunkt war ich mit allem einverstanden. Und stand einfach unter Schock.


    Okt. 2017- Feb. 2018

    Neoadjuvante Chemotherapie Regime: hochdosiert, dosisdicht

    Epirubicin 150 mg/m²ivq2w x3

    Paclitaxel 225 mg/m²ivq x3

    Cyclophosphamid 2000mg/m²ivq x3

    Die Nebenwirkungen will ich gar nicht mehr alle Aufzählen…war nicht immer einfach und gegen Ende wurde mein Körper immer schwächer. Bei 14 tägiger Gabe, war auch kaum Zeit, sich zu erholen. Die Leukozyten waren am Ende fast nicht mehr da. Trotzdem musste nichts verschoben werden. Allerdings wurde bei Pacli die Dosis reduziert (wegen einer toxischen Reaktion) und die letzte Cyclo wurde auch reduziert.


    Neulasta 24 Stunden nach jeder Chemogabe, jede Woche Blutkontrolle, alle 6 Wochen Kontrollsonographie


    Der Tumor schrumpfte unter Epi erheblich, unter Pacli kaum und nach Cyclo war er weder im Ultraschall, noch im MRT nachweisbar. Zwischenzeitlich informierte ich mich über meine Erkrankung, holte mir noch eine Zweitmeinung ein und entschied mich gegen die Mastektomie. Das war eine ganz schwere Zeit!!! Da suchte ich nach Antworten, hatte viele Gespräche mit Ärzten, KID, Google...Die Diagnose "Klinisch inflammatorisch" wollte ich nicht akzeptieren, und manche Ärzte äußerten sich schließlich dahingehend, dass es sich bei mir um einen Grenzfall handelte.


    März 2018

    Drahtmarkierungen unter Mammographie

    BET und radikale axilläre Lymphadenektomie Level 1und 2

    ohne Komplikationen

    ypT1b, ypN1a(3/17), L1, V0, Pn0, R0, M0, G2

    Der Pathologe fand noch einen spärlich vitalen Anteil

    Dann wurde der Hormonstatus überprüft, da die Chemotherapie mich in die Wechseljahre geschickt hat. Es wurde entschieden, dass ich für mindestens 5 Jahre (eher mehr) Letrozol nehmen soll.


    Apr.-Juni 2018

    Strahlentherapie: 28 Bestrahlungen (Boost intergriert) 63Gr à 2,25 und 50,4 Gr à 1,8

    Kam mit relativ wenig Nebenwirkungen durch die Bestrahlung: Müdigkeit, Hautrötung zw. Verfärbung, 2 kleine offene Stellen.


    Jetzt bin ich einfach froh, dass die Behandlungen nach 9 Monaten abgeschlossen sind und ich freue mich auf die Reha. Ich brauch jetzt auch mal Zeit zum Durchatmen und zum Verarbeiten. Irgendwie muss ich mich jetzt nochmal neu sortieren.

  • Ihr lieben, bitte nicht übel nehmen aber Kirsche hatte diesen Strang für die Behandlungsgeschichten aufgemacht. Für die Übersichtlichkeit wäre es wohl besser wenn ihr eure Fragen im entsprechenden Strang stellt, beispielswese hier: Bestrahlung


    Hallo Ihr Lieben,


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    Ars longa, vita brevis

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: nicht ins Thema gehörende Beiträge in den Bereich "Behandlungsmethoden", Thread "Bestrahlung" verschoben.

  • Möchte diesen Thread für einen Nachtrag nutzen, weil ich nicht so genau weiß, wo mein Beitrag passen könnte. Meinen Behandlungsverlauf habe ich ja bereits beschrieben. Diese Woche hatte ich schon die erste Kontrolluntersuchung (Ultraschall) beim Frauenarzt und es war alles ok! Wegen der bevorstehenden Reha sollte ich ein Blutbild machen lassen. Das hat nicht funktioniert! Da kam einfach kein Blut. Also bin ich gestern nochmal ins Brustzentrum, die haben es dann geschafft. Heute habe ich die Blutwerte abgeholt und die waren (nach Hochdosis Chemo und Bestrahlung) ALLE super und im Normbereich! Heute war dann auch noch Kontrolle in der Strahlenklinik. Die Ärztin hat sich die Haut angeschaut und war sehr zufrieden. Ich nehme weiterhin morgens und abends eine Lotion mit 5%Urea zum eincremen.

    Mein Brustzentrum hat sich sehr gut um die ganzen Behandlungen gekümmert. Es gab auch schwierige Situationen, die wir aber gemeistert haben. Meine Anfangssituation sah ja wirklich nicht so ganz rosig aus. Daher an alle, die noch mitten in der Behandlung stecken, ich wünsche euch ganz viel Kraft, hört auf euren Körper, lasst euch auf die Behandlung ein, hinterfragt, wenn ihr euch unsicher fühlt. Mir hat auch während der Behandlung dieses Forum sehr geholfen. Ich hatte schon lange Zeit mitgelesen, bevor ich mich angemeldet habe.

  • Hallo Kirsche!

    Dein Behandlungsverlauf kommt mir irgendwie bekannt vor. Ich hoffe, ich kann durch Dich gegebenenfalls interessante Informationen bzgl. der DIEP Lappen OP bzw. der darauf stattfindenden Nachbehandlungen erhalten. Die OP selber habe ich bereits im August 2018 gehabt. Allerdings bin ich mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden. Sowohl Form als auch Größe passen irgendwie nicht zusammen. Die INFO´s die man von den Ärzten erhält sind auch eher spärlich. Manchmal habe ich das Gefühl ich muss genau wissen, was ich fragen soll, um entsprechende Antworten zu erhalten. Wie soll ich aber wissen was ich fragen soll, wenn ich eine solche Behandlung noch nie hatte. Es kommen zum Teil auch sehr widersprüchlich Informationen. Und Deine Bemerkung - Eingangs bzgl. männlicher Ärzte - kann ich gefühlstechnisch nur unterstützen. Mir hat man empfohlen kleinere Unebenheiten durch ein Lippofilling auffüllen zu lassen. Die Anpassung der Brustgröße (rechts größer als links) soll lt. Ärzte durch eine Bruststraffung erfolgen. Hat aber zur Folge, dass meine Brüste beide kleiner werden. Das ist eigentlich aber nicht mein Ziel. Es wäre sehr schön, wenn ich von Dir gegebenenfalls mehr Informationen erhalten könnten, wie die weitere Behandlung bei Dir verlaufen ist.

    LG

  • Vielen Dank, liebe Ronda . Ich schaffe es nicht mehr, alle Posts in allen Threads zu lesen und hätte hier wohl eher nicht reingeschaut :/


    Liebe Mausi1976 ,
    Nachbehandlungen seitens meiner Ärzte gab es nur noch in Form der Anpassungs-/Verkleinerungs-OP. War nicht schlimm, aber jetzt habe ich in der Brustwarze leider kein Gefühl mehr. Richtig glücklich bin ich insgesamt nicht, da die Bauchbrust immer noch kleiner und breiter als die verkleinerte Brust ist (deutlich sichtbar bei engen Oberteilen). Meine Bauchbrust flieht gefühlt immer mal wieder unter die Achsel. Scheuert dann dort am BH. Mein Bauch ist weit entfernt von normal. Unterbauch immer noch hart, Narbe blau/grün/braun - zerklüftet.

    Ich habe es mit Physio-Key und Osteopathie erfolglos versucht. Ich denke, mein Körper hat die Diep Flap einfach nicht akzeptiert und boykottiert die komplette Ausheilung. Ich mache jetzt nichts mehr (außer Lymphdrainage für meinen Arm) und hoffe auf die Zeit, die alle Wunden heilt.

    LG Kirsche

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  • Hallo Kirsche ,

    da ich beide Seiten habe machen lassen, kenne ich die Optik, dass sie breiter sind auch. Diesen Punkt habe ich schon mehrmals bei den Ärzten angesprochen, inkl. Fotos, da man ja bei Gesprächen schon mal ein Sender und Empfänger Problem haben kann. Bzgl. Brustwarzen kann ich nichts sagen, da meine im Februar letzten Jahres bereits beide durch Nekrosen abgestorben bzw. verschwunden sind. Hier ist es mir eigentlich nur noch wichtig, dass diese durch Formung eines Nippels und Tätowierung des Warzenhofes optisch wieder hergestellt werden. Gefühl habe ich in beiden Brüsten fast auf der kompletten Fläche nicht mehr. Hier sagte man mir aber, dass die Nerven ca. 2 Jahre benötigen um sich zu regenerieren. Ob allerdings hier diese sich komplett zurückbilden, dass weiß wohl nur der liebe Gott. Ist bei Dir bei der Anpassungs-/Verkleinerungs-OP die Brust sehr viel kleiner geworden? Das wäre nämlich genau mein Problem. Ich hatte früher immer ein großes C und würde dann auf Größe A runterschrumpfen. Die Ärzte können meine Bedenken in diesem Punkt überhaupt nicht verstehen und meinen: ich sollte doch froh sein, dass ich wieder gesund bin und dass ich ein tolles Dekolleté bekommen habe. Dass ich aber durch Größe und Narben ständig daran erinnert werden, dass ich mal nicht gesund war, interessiert niemanden. LG Mausi1976