Hallo und guten Tag

  • Hallo,


    da bin ich, leider. Obwohl ich mich schon sehr durch eure Beiträge gelesen habe und ich dankbar bin, dass es dieses Forum gibt. Ich habe auch schon manches Tränchen verdrückt, beim Lesen, wie ihr so kämpft, Mut macht und euren Alltag dann doch wuppt.


    Ich bin Ende 50, berufstätig, verheiratet, keine Kinder. Ich habe einen wunderbaren Mann, dem ich nach meiner Diagnose Brustkrebs dauernd was vorheule. Er bleibt wunderbar. Und ich bin auch fest davon überzeugt, dass er das bleiben wird.


    Mein Job macht mir sehr viel Spaß, allerdings ist er auch sehr stressig. Im Moment bin ich krank geschrieben und da die Entwicklung nicht absehbar ist, versuche ich mir nicht zu viele Gedanken zu machen, wie das weiter gehen soll und kann. Allerdings nervt das schon sehr, aber da schreibe ich an anderer Stelle etwas davon,


    Wir reisen gerne, kochen gerne, gehen manchmal (selten) ins Theater und haben einen winzigen Garten, den ich heiß und innig liebe. Leider ist meine OP noch nicht so lange her, deswegen habe ich da in diesem Jahr noch nicht so viel gemacht. Schwere Säcke voll Erde zu tragen, ist z.B. wahrscheinlich grad keine so gute Idee. Aber ich sehe die Erfolge meiner letztjährigen Pflanzarbeiten, es blühen gerade relativ viele Narzissen und Tulpen,


    Meinen Nick-Name habe ich so gewählt, weil gerade draußen die Sonne scheint.


    Viele Grüße


    S

  • Hallo liebe Sonnenglanz,


    herzlich willkommen. Ist toll, wie Du schreibst und mit der Krankheit umgehst. Ich liebe auch die Natur und den Garten. Es ist wunderschön,wie wieder die Natur erwacht. Alles Liebe uns Gute für Dich von Sylli:*

  • Danke schön, liebe Sylli,


    leider werde ich gerade von heftigen Zweifeln geplagt, darüber habe ich an anderer Stelle geschrieben. Aber das gehört wohl dazu. Den Weg, wie ich damit umgehen kann, habe ich noch nicht wirklich raus ;)


    Ich arbeite dran. Und hoffe, dass es besser wird.


    Liebe Grüße und ein schönes WE


    S

  • Hallo liebe Sonnenglanz,


    wie Du schon sagst, Zweifel gehören dazu. Jede Frau reagiert anders auf die Therapie. Krebstherapien sind Probiersache. Ich habe zwei heftige Chemos hinter mir mit nur mäßigem Erfolg. Das waren Tiefpunkte. Ich habe Ärzte gewechselt, Zweitmeinungen eingeholt, um festzustellen, dass sie mich nur durcheinander bringen und so weiter... Insgesamt habe ich vier verschiedene Therapien in vier Jahren krank bisher gehabt. Im Moment nehme ich Tabletten und erhalte Spritzen. Es bekommt mir gut und hemmt das Zellwachstum. Aber mein Fall ist ganz anders. Ich habe jetzt eine Ärzteschaft in einer Uni Klinik, welchem ich voll vertraue. Das ist glaube ich, das Wichtigste. Auch das war Kampf, diesen Stand zu bekommen. Du hast ja einen lieben Ehemann. Ich auch. Das hilft sehr. Ich umarme Dich und wünsche Dir alles alles Gute von Sylli:hug::*

  • Danke euch beiden,


    Ach, liebe Sylli, das klingt nach einem ganz schweren Weg. Ich wünsche dir jedenfalls für die Zukunft bessere Wege. Jedenfalls bestärkt es mich darin, nicht locker zu lassen und diese Nerverei mit der Zweitmeinung und den Ärztegesprächen richtig anzugehen. Offene Fragen sind einfach Mist und nur die Antworten helfen weiter.

    Liebe Myrielle,


    Ich versuch es, sitz im Garten und schreibe mit dem Handy. Aber Säcke soll mein Mann nicht schleppen, jedenfalls erstmal nicht. Er hat sich fast jeden Arzttermin frei gebaggert, um mit mir dahin zu gehen (grosser Vorteil auch für ihn, denn die Ärzte haben eigentlich gesagt : ist nicht so schlimm. Und wenn ich ihm das gesagt hätte, hätte er geglaubt, ich flunkere, um ihn zu schonen.) Also, nicht mehr Blödes als nötig.


    Leider ist bei mir gerade das ist nicht so schlimm Gefühl verschwunden. Ich hoff, es kommt wieder, da arbeite ich gerade dran.


    Aber das erste, was ich nach der OP gemacht habe, war zwei Rosen zu schneiden und eine Hortensie auszuputzen. Der operierte Arm steckte in zwei Handschuhen und ich habe im Schneckentempo agiert, aber immerhin. Also, die Säcke kommen nächstes Jahr dran oder falls es einigermaßen geht, eher. Hoffentlich.


    Danke

    LG

    S

  • Liebe Sonnenglanz,

    herzlich willkommen in diesem schönen Forum!

    Gern begleiten wir Dich auf Deinem weiteren Weg. Du bist nicht allein!
    Ich habe meinen Prof ganz am Anfang gefragt, ob ich wieder gesund werde und er hat ohne zu zögern "ja" gesagt. Eine andere Meinung habe ich nicht zugelassen und keinen Gedanken an einen anderen Ausgang verschwendet.

    Allerdings habe ich auch keine Tests gemacht...

    Wenn eine Chemo angeraten ist, bringen wir Dich da durch! Das Gedankenkarussel dreht meist auch langsamer, wenn frau aktiv etwas gegen den unerwünschten Untermieter tun kann.

    Fühl Dich gut aufgenommen, verstanden und zur Begrüßung geknuddelt :hug:

    GlG Kirsche

    1-2-3-4 diesen Kampf gewinnen wir.
    5-6-7-8 das Schalentier wird platt gemacht!


    Alles wird gut - eine andere Option gibt es nicht!

  • Hallo Sonnenglanz,

    ich bin nur wenig älter als Du (61), auch kinderlos, mit einem wunderbaren Mann seit 35 Jahren verheirat und bis Ende Oktober2017 mit viel Engagement berufstätig. Im Mai 2017 wurde ich brusterhaltend wegen eines DCIS G 3 ooperiert. Leider stellte sich heraus, dass an allen 4 Resektionsrändern noch Krebszellen waren. Ende Juni folgte deshalb eine subkutane Mastektomie mit Wächterlymphknoten-Entfernung und simultanem Brustaufbau mit Silikon. Parallel dazu erhielt ich von meiner Hautärztin die Diagnose lichen ruber planopilaris mit vernarbender Alopezie. Der Verlust der Brust und die Aussicht, allmählich meine Haare zu verlieren (und zwar dauerhaft nicht nur vorübergehend wie bei einer Chemo) haben mich ziemlich runtergezogen. Ich habe mich den beruflichen Anforderungen nicht mehr gewachsen gefühlt. Hinzu kam, dass ich infolge einer Umstrukturierung noch zusätzliche Aufgaben übernehmen sollte. Mit 60 Jahren und 10 Monaten bin ich daher Ende Oktober 2017 in den vorzeitigen Ruhestand gegangen - möglich auf Grund der Anerkennung der Schwerbehinderung. Das habe ich noch keinen Tag bereut. Mein Mann ist 7 Jahre älter als ich und auch Rentner. Er hat mir in den letzten Jahren schon sehr viel abgenommen und mich insbesondere auch bei der Betreuung und Pflege meiner schwerkranken, inzwischen verstorbenen Mutter unterstützt. Jetzt haben wir ein paar Jahre früher als erwartet Zeit für gemeinsame Aktivitäten. Wir trainieren zusammen im Fitness-Studio, besuchen einen Tanzkreis, besuchen Kunstausstellungen, machen ausgedehnte Spaziergänge, arbeiten zusammen im Garten. Ich brauchte zwar außer der Mastektomie keine weitere Therapie, habe aber inzwischen in der Brust ein Lymph-Ödem und muss 2 mal in der Woche zur Lymph-Drainage. Und jetzt habe ich in der kontralateralen Brust einen auffälligen Mammographie-Befund. Hoffe mal, dass es nicht auch bösartig ist. Es bestätigt mich in meiner Entscheidung, in den Ruhstand gegangen zu sein. Vielleicht wäre das auch eine Option für Dich.


    Alles Liebe und Gute

    Lavara 18


  • Liebe Sonnenglanz,


    herzlich willkommen in unserem Forum. In der Natur zu sein tut auch mir immer gut, da kann ich meine Gedanken sortieren. Ich finde es gut, dass Du einen tollen Partner hast und jetzt auch bei uns bist, um ihn ein wenig zu entlasten. Ich wünsche Dir viel Kraft und Zuversicht.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • Oh, irgendwie scheint eine Antwort verloren gegangen zu sein...


    Liebe Kirsche,


    Danke für deine wunderbar aufmunternden Worte. Es fühlt sich gut an, hier Unterstützung zu haben.


    Liebe Lavara,


    dein Weg ist durch die zusätzlichen Krankheiten besonders schwer, glaube ich. Erstmal wünsche ich dir für die Befunde und die Zukunft alles Gute.


    Ja, du hast Recht, das Thema Job ist ein Grosses und im Moment schiebe ich die Entscheidung vor mir her. Ich hatte eh anvisiert, mit 63 aufzuhören, aber das sind andererseits noch 5 lange Jahre und womöglich meine besten. Mein Job hat ganz viele tolle Aufgaben, da kann man sich die Finger nach lecken. Aber er ist extrem stressig aus verschiedenen Gründen und wenn ich den Stress eliminieren könnte, blieben nur doofe Aufgaben. Mein Mann sagt: ruhige Kugel schieben und das Geld abgreifen... Das liegt mir aber wahrscheinlich nicht und ist für mich wahrscheinlich auch Stress. Ich guck mal wie ich mich nach der AHB fühle. Ausserdem habe ich einer Mitarbeiterin versprochen, dass ich nur im Notfall gehe, da sonst Umstrukturierungen drohen und sie womöglich in eine völlig blöde Abteilung versetzt wird. Sie ist gehindert und hat gerade eine Odyssee an Diskriminierung hinter sich. Aber es hängt total davon ab, wie es mir geht. Auch wenn ich gerne schnell Klarheit habe, das ist noch ergebnisoffen.

    Du schreibst so ruhig, bist wohl sehr bei dir angekommen.


    Liebe Alice, danke für die Wünsche und wenn ich meinen Mann hier durch das Forum entlasten könnte wäre das ganz wunderbar.


    LG und einen schönen Sonntag


    S onnenglanz