Entfernung mehrerer Lymphknoten / Axilladissektion

  • Lymphknotenentnahme während der OP


    Liebe Forumsgemeinde,


    ich habe 4 Monate Chemotherapie hinter mir und werde nächste Woche an der Brust operiert. Vor Beginn der Chemotherapie wurde mir der Wächterlymphknoten entfernt. In der histologischen Untersuchung hat sich gezeigt, dass der Wächterlymphknoten mit einer Micrometastase befallen ist. Nach der momentanen Standardtherapie müsste in diesem Fall nachoperiert werden und weitere Lymphknoten (ca. 12) entfernt werden. Jetzt haben mir die Ärzte von einer weiteren Entfernung der Lymphknoten abgeraten, da nicht davon auszugehen ist, dass weitere Lymphknoten befallen sind. Aus medizinischer Sicht würde man immer mehr von einer großflächige Entfernung der Lymphknoten absehen. Den Leitlinien entspricht dies aber noch nicht.
    Ich habe mich nun dem Rat der Ärzte angeschlossen und auf eine Entfernung der Lymphknoten verzichtet, obwohl dies (noch) nicht dem gängigen Standard entspricht. Bei wem wurde ähnlich Verfahren? Wer hat hier Erfahrungen?

    3 Mal editiert, zuletzt von Alecto () aus folgendem Grund: Themen zusammengeführt

  • Liebe Paula,


    ich hatte bei meiner OP noch keine Wahl, denn die Markierung des Wächterlymphknotens steckte zu dem Zeitpunkt in den Kinderschuhen und war noch kein Standard. Deshalb wurden mir 20 Lymphknoten entfernt, von denen tatsächlich auch zwei befallen waren. Natürlich muss ich jetzt ein bisschen auf meinen Arm aufpassen, dass kein Lymphödem entsteht.


    Ob es sinnvoll ist, bei Micrometastasen den Wächterlymphknoten zu operieren oder nicht zu operieren, ist sicher eine Fragestellung, die nur von Ärzten beantwortet werden kann. Und meist zeigt es sich ja erst nach einigen Jahren, ob der Verzicht auf eine Operation richtig oder falsch war. Aber vielleicht melden sich ja auch Frauen, denen derselbe ärztliche Rat gegeben wurde wie Dir, oder andere, die bei einer Micrometastase operiert wurden.


    Wenn Du gerne noch eine weitere Meinung von Experten haben möchtest, dann kann ich Dir den Krebsinformationsdienst empfehlen. Du kannst entweder telefonisch oder per Mail Kontakt aufnehmen. Die Gesprächspartner dort sind in Onkologie erfahrene Ärzte, die - nach den Erfahrungen, die ich gemacht habe - gut beraten. Die Telefonnummer findest Du unter http://www.krebsinformation.de/.


    Viele Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Hallo Paula!


    Bei mir war es ganz ähnlich.
    Ich hatte auch nur eine Micrometastase im Wächterlymphknoten.
    Mir sagten die Ärzte, dass man keine weitere Operation an den Lymphknoten vornimmt. Ich bräuchte mir keine Gedanken zu machen.
    Ich habe den Ärzten vertraut. Nach der OP habe ich auch Chemo bekommen und wurde dann Brusterhaltend operiert.
    Ich hoffe, dass diese Entscheidung der Ärzte richtig war.


    Gruße vom Zebra!

  • Liebe Zebra, liebe Flora,


    danke für Eure Beiträge. Nachdem diese Vorgehensweise noch nicht dem jetzigen Standard entspricht, bin ich schon etwas unsicher, ob die Entscheidung richtig ist. Schließlich will man ja kein "Versuchskaninchen" sein. Der Krebsinformationsdienst konnte mir leider nicht weiterhelfen. Die sehr freundliche Dame am Telefon konnte mir nur sagen, dass hier momentan zwar etwas im Umbruch ist, die medizinische Empfehlung aber nach wie vor noch die Entfernung der Lymphknoten ist, d.h. Nachoperation und 12. Lymphknoten raus. Da ich Angst habe, dass ich dann Probleme mit dem Arm bekomme, muss ich dies aber sehr gut abwägen. Warum Lymphknoten rausnehmen, wenn es nicht umbedingt sein muss. Anscheinend wird aber auch in anderen Brustkrebszentren nicht zur Nachoperation geraten. Das beruhigt.


    Vielen Dank
    Paula

  • Hallo Paula!


    Auch ich würde dir gerne meine Version mitteilen.Kurz zur Schilderung:
    Diagnsose März 2013: Brustkrebs mit Befall der Lympknoten,April: Entfernungvon 5 Lymphknoten,Befall eines Lymphknotens.Chemo bis September.Anfang Oktober geplante brusterhaltende OP mit wahrscheinlich Entfernung aller Lymphknoten im linken Arm.
    Die Ärzte tendieren bei mir dazu alle zu entnehmen,aus reiner Vorsichtsmaßnahme und ich werde auch darauf drängen,falls sie sich um entscheiden.
    Lieber habe ich mein Leben lang nur einen funktionierenden Arm,wie das dieser sch.... noch einmal kommt....
    daß man aus mediz. Sicht mittlerweile davon absieht die Lympknoten grossfkächig zu Entfernen wusste ich gar nicht,da kann ich nur hoffen,daß meine Ärzte bei Ihrer Erstaussage bleiben.
    Drücke dir die Daumen,alles Liebe
    danker27

  • Hallo, bei mir wurden auch alle , es waren 19 lymphknoten im rechten Arm entfernt.
    Das war Anfangs Mai. Mir geht es eigentlich gut, manchmal ist der Arm ganz wenig geschwollen.
    Es wurde mir Physiotherapie verschrieben, mit der ich nächste Woche beginnen werde.
    Ich wünsche dir nur das beste.
    liebe Grüsse
    Doris

  • Hallo Doris.
    Wenn dein Arm ab und zu geschwollen ist, frag doch deinen Arzt. Ich habe dann Lymphtrainage verschrieben bekommen. Hilft bis bis heute. Wir müssen auf den Lympharm achtgeben. Zu jeder Zeit kann ein Ödem kommen.
    Freue mich, das es dir sonst gut geht.
    Gruß Lilli

  • Hallo danker27,


    ich bin schon etwas irritiert. Warum empfehlen die Ärzte in einem Fall eine Entfernung aller Lymphknoten und im anderen nicht. Ich habe schon Angst, mich falsch zu entscheiden. Die Ärzte haben gemeint, die Lymphknoten würden im Bestrahlungsfeld liegen, so dass auch schon deshalb eine Nachoperation nicht mehr sein müsste. Was ist hier richtig?


    Grüße Paula

  • Hallo Paula,


    Bitte sei nicht verunsichert. Jeder von uns ist verschieden. Da wir alle nur Laien sind, verstehen wir manchmal nicht, warum die eine Frau so und jene anders behandelt wird. Dein Bestrahlungsfeld stimmt sicher nicht mit dem einer anderen Frau überein.
    Du hast Vertrauen zu Deinen Ärzten, behalte es. Es gibt eine Gruppe von Ärzten, die sich jedes Jahr treffen und ihre Erfahrungen austauschen. Sie geben dann Empfehlungen heraus, die AGO-Richtlinien. Und dort steht das, was Deine Ärzte Dir gesagt haben. Bist Du in einem Brustzentrum? Wenn ja, bist Du gut aufgehoben. Wenn nein, arbeitet Dein Krankenhaus vielleicht mit einem zusammen. Danach kannst Du Dich erkundigen.

    Liebe Grüße aus dem wunderschönen Hessenland, heidih57



    Glück liegt nicht darin, dass man tut, was man mag,
    sondern dass man mag, was man tut.
    James Matthew Barrie

  • Liebe Paula!


    ich kann Dir natürlich nicht sagen, was in Deinem Fall richtig ist.


    Bei mir war das so, dass 14 Lympfhknoten entfernt wurden und 12 davon befallen waren.
    Ich bekomme regelmäßig Lymphdrainage, was mir sehr gut tut.


    ich kann verstehen, dass Du verunsichert bist und auch Angst hast.
    Mir würde es in Deinem Fall auch so gehen.
    Hast Du Möglichkeiten, Dir ein zweite Meinung eingeholen????


    Mitfühlende Grüße


    Gabriele

  • Hallo Paula,
    warum die Ärzte einerseits eine Entfernung der Lymphknoten empfehlen und andererseits nicht kann ich dir nicht beantworten.Selbst in der gleichen Klinik wird bei einem die Lymphknoten entfernt,beim anderen nicht.Es gibt zig verschiedene Arten Brustkrebs und zig verschiedene Meinungen von Ärzten.Auch die Chemozusammensetzung sind sehr unterschiedlich obwohl es alle Brustkrebspatientinnen sind...
    Aber es gibt immer eine Tumorkonferenz in den Kliniken und so eine Entscheidung treffen mehrere Ärzte gemeinsam.Vertraue deinen Ärzten,die wissen,was sie tun.
    Wollte dich mit meiner Nachricht nicht irritieren,nur meinen Fall schildern.
    Du wirst dich richtig entscheiden,höre auf deinen Bauch und deine Ärzte!
    Würde mich freuen nach der Brust OP einen Erfahrungsbericht von dir im Forum zu lesen.
    Alles Liebe,drücke die Daumen!!!
    Gruss danker 27

  • Hallo danker27,


    ja, die ganze Sache beschäftigt mich doch sehr. Ich habe in ein paar Tagen meine Brust-OP. Ich habe jetzt beschlossen, dass ich mich nicht noch an den Lymphknoten nachoperieren lasse. Es kommt nur der Tumor raus. Ich hoffe die Entscheidung ist richtig.


    Grüße Paula

  • Erst jetzt habe ich im Forum dieses Thema gefunden, das mich schon länger beschäftigt. Ende März 2013 hatte ich meine BK-Op.
    Es wurden 2 Wächterlymphknoten entfernt, einer davon war schon befallen, ich müsste nachsehen wieviel, aber es war nicht nur Micro!
    Nach einer genauen Aufklärung durch meinen Operateur, entschied ich mich dafür, die anderen drin zu lassen.
    Grund: es hätte keine Auswirkung auf den weiteren Verlauf der Krankheit - in meinem Fall.
    Die Studie auf die man sich bezog heißt: Z0011. Ein Artikel darüber kommt in der Zeitschrift der Frauenselbsthilfe "perspektive 3/2011" auf Seite 14.
    Da steht z.B. auch, dass eine weitere Entfernung der Lk nicht nötig sei bei Mikrometastasen bis 2mm.
    Die Studie betraf nur Frauen mit brusterhaltender OP und anschließender Bestrahlung.


    Paula, trotzdem geht es mir immer wieder wie Dir! Es ist die Angst da, dass doch noch befallene Lknoten drin sind und der Krebs "weitermacht".
    Mein Gyn meint, dass die im Brustzentrum schon wissen was zu tun ist und sie mir eine weitere Op empfohlen hätten wenn sie irgendwelche Befürchtungen gehabt hätten!


    Also, jetzt denke ich doch, dass Du und ich schon richtig entschieden haben!!!


    Liebe Grüße von Mohnblume


    Paula, vielleicht schreibst Du mir mal, wie es Dir jetzt geht!

    Eine Tür ist selten ganz verschlossen.
    Manchmal muss man nur den passenden Zeitpunkt zum Anklopfen finden!

    Einmal editiert, zuletzt von Mohnblume () aus folgendem Grund: Schreibfehler entdeckt und berichtigt

  • Hallo Mohnblume,


    Danke für Deinen Beitrag. Ich habe ja eine Nach-OP abgelehnt. Ich denke, dass ich mich hier richtig entschieden habe. Ich hatte schon Armprobleme nach der Sentinel-OP. Wie wäre das geworden, wenn ich mich zur großflächigen Entfernung der Lymphknoten entschieden hätte. Ein Lymphödem wäre vorprogramiert gewesen.


    Trotzdem hatte ich sehr große Angst, dass in den Lymphknoten nicht vielleicht doch noch Krebszellen zurückgeblieben sind. Wer weiß das schon. Sicher kann man sich da nicht sein. Die Ärzte haben mich beruhigt, dass diese mit der Chemo abgetötet werden. Es kommt aber immer wieder vor, dass sich im Nachhinein eine Metastase in den Lymphknoten bildet. Das zu behandeln ist dann schwierig.


    Bei der Bestrahlung habe ich meine Befürchtungen mit dem Strahlendoc besprochen. Der hat mir zur Bestrahlung meiner Lymphknoten geraten (wenn ich so Angst habe). Grundsätzlich wäre eine Bestrahlung in meinem Fall nach den Leitlinien zwar nicht vorgesehen gewesen. Aber was sind schon Leitlinien (die sehen ja auch die Entfernung der Lymphknoten vor). Gleichzeit hat mich der Strahlendoc darauf hingewiesen, dass momentan Studien laufen, ob eine Bestrahlung der Lymphabflusswege generell (bei allen) durchgeführt werden soll . Einige Studien hätten gezeigt, dass die Überlebensrate sich dadurch bessern würde.


    Ich habe das natürlich sofort aufgegiffen und mir die Achsel bestrahlen lassen. Ich habe die Bestrahlung sehr gut vertragen. Laut Aussage von dem Strahlendoc liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sich hier noch eine Metastase bildet bei gleich 0%, andernfalls wäre die Wahrscheinlichkeit 7% gewesen, wenn ich das noch richtig im Kopf habe. Seitdem bin ich hier etwas entspannter. Trotzdem kann ich Dich verstehen, die Angst hat man einfach.


    Viele Grüße
    Paula

  • Hallo


    bei mir soll in einer 2 OP weitere Lymphknoten entfernt werden (befallener Wächter). Mich würde interessieren wie bei anderen von einer 2. OP betroffenen der Abstand zur 1. OP war. Bei mir ja alles noch ziemlich frisch und tut weh. Ich bin wenig begeistert von einer weiteren OP - habe mich aber ziemlich umfassend informiert. Es ist ja nicht so, dass die Bestrahlungen immer komplikationslos sind. Von ihnen kann durchaus auch ein Lymphödem ausgelöst werden. Ganz abgesehen von weiteren sog. "Kollateralschäden". Davon reden natürlich nicht die "Strahlendocs".
    So bin ich im Zweifel ob die OP nicht das kleinere Übel ist. Hier an der Uniklinik Freiburg gibt es ein großes Brustzentrum und ein Zentrum für Naturheilkunde. Von dieser Seite wird man durchaus auch über mögliche Folgen der Strahlen- und Chemotherapie aufgeklärt - wenn man das möchte und nachfragt. Es bleibt die schwierige Frage abzuwägen, welchen Weg man gehen will.
    Ich bin sehr an möglichst vielen Erfahrungen über OP und Folgen interessiert.


    Liebe Grüße


    Ninus

  • Hallo, Ninus,
    bei mir wurde in der 1. BET nur der Wächter entfernt, der leider völlig unerwartet eine Metastase aufwies. Da auch diverse andere Ergebnisse der Brustdrüse doch noch Mastektomie notwendig machten, entfernte man dann in der 2. OP weitere 13 Knoten (alle o.B.). Das brachte mir zwar anfangs erhebliche Bewegungseinschränkungen ein, aber die bekam ich innerhalb von 4 Wochen mit Übungen in den Griff. Aber es hat mich seeeeeehr beruhigt, dass die anderen Knoten nicht befallen waren.

  • Bei mir soll bei legen des Port gleich der Wächterlympknoten mit entfernt werden ging es jemand auch so ? LG stanzi

    Einmal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: Themen zusammengeführt.

  • Hallo Stanzi,
    ich finde, das klingt ungewöhnlich. Aber mehr kann ich dir nicht dazu sagen.


    Die Implantation des Ports machte eine andere Abteilung in der Klinik bei mir.


    Wünsche dir aber erstmal alles Gute und drücke dir die Daumen.

  • Ach nein, das ist nicht ungewöhnlich.
    Das macht man, wenn eine neoadjuvante Therapie vorgesehen ist.
    Neoadjuvant heißt, die Chemo erfolgt vor der Brust-OP.
    Für die Chemo braucht man einen Port und bei der Port-OP bietet sich an, gleich den Wächterlymphknoten zu entfernen,
    um ihn untersuchen zu können.
    Wenn man keine neoadjuvante Therapie erhält, wird der Wächterlymphknoten bei der Brust-OP entfernt.
    Eine Chemo vor der Brust-OP wird heute immer öfter gemacht, da man dann schon während der Chemo sehen kann, wie
    der Tumor auf die Chemo reagiert, zum Beispiel durch Ultraschall.
    Liebe stanzi, alles gut.
    :)


    Liebe Grüße von mama63

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich
    (Afrikanisches Sprichwort)