Hilfee5 - Bin 26 und habe BK triple negativ

  • Hilfee5

    Ich hatte letztes Jahr mit 26 die Diagnose "Triple negatives MammaCa, 5,1cm (laut MRT) und mind 1 befallener LK.

    Am Ende der Chemo waren noch ein paar Krebszellen übrig in der Brust. Bei mir hat EC bombastisch gewirkt, Carboplatin und Pacli eher nicht so gut. Aber das ist bei jedem anders.


    Ob am Ende alle Krebszellen bei dir weg waren, du also eine pCR (=pathologische Komplettremission) gehabt hättest, wirst du nie erfahren. Such dir also das Beste raus und geh einfach mal davon aus, dass es geklappt hat. Halte die eventuelle Illusion aufrecht und glaub dran so fest du kannst.




    Grundsätzlich ist es völlig wurscht, welche Promis oder Menschen, die man kennt, an Brustkrebs welcher Sorte auch immer verstorben sind. Es ist traurig und macht wütend, dass trotz aller guter medizinischer Fortschritte immernoch Frauen und Männer an der Krankheit versterben.

    Aber: das alles sagt NICHTS über deine Erkrankung aus. Es gibt Mädels, die hatten die Ärzte schon völlig abgeschrieben und die leben noch Jahrzehnte. Es gibt Mädels, die haben sehr sehr "freundliche" Tumoren oder sogar "nur" Krebsvorstufen, die trotz der besten Prognosen nach Jahren oder Jahrzehnten plötzlich Rezidive oder sogar Metastasen bekommen.

    Krebs kann furchtbar sche*sse sein. Und niemand kann vorhersehen, wen es am Ende leider schlimm trifft.



    Mir hat man vor der OP schon dazu gratuliert, dass keine Krebszellen mehr da seien. Als das Ergebnis vom Pathologen kam, waren die Ärzte selber etwas geschockt. Ich war wütend und frustriert und hatte einfach nur Angst. Aber hey, wir haben große Tumore als Ausgangssituation. Dass da am Ende ggf was übrig bleibt, wundert mich da nicht so. Die Chemo hat bei uns beiden gut gewirkt. Wir haben alles gegeben. Mehr kann man nicht machen.


    Es gibt bei mir Tage, da denke ich oft an den Krebs. Da hab ich Angst vor der Zukunft und grüble viel. Aber das ist nicht oft so. Die meisten Tage sind wie immer. Ich hab mich dafür entschieden, einfach weiter zu machen. Sport machen, reisen, Eis essen, Zeit mit meinen Lieblingsmenschen usw. Denn noch lebe ich. Ich weiss nicht wie lange das so sein wird. Ich hoffe noch auf 50, 60 oder gar 70 gute Jahre. Aber wenn ich Pech habe, dann hab ich vielleicht auch nur noch 5 Minuten. Das weiss ich nicht. Niemand weiss das. Aber eins weiss ich: wenn ich jetzt nur noch in ständiger Panik lebe, dann bin ich schon tot, bevor ich wirklich sterben muss. Und das ist etwas, wo ich mich bewusst gegen entschieden habe.



    So, Wort zum Sonntag beendet 😉 Ich wünsch dir alles alles Gute ♡

  • Ket oh Gott hatte sie echt triple negativ . Weiß man mehr wieso sie gestorben ist .

    Dreh die Frage um und frage in diesem Forum nach, wer alles mit TN überlebt hat! Hast du mehr davon!

    🌻 It doesn't matter where you go in life, it's who you have beside you! :hug:


  • herzlich willkommen.


    Ich kann zu deinem Krebs nichts sagen, selbst bin ich an schwarzem Hautkrebs erkrankt.

    Aber weil ich lese, dass dich das so in Panik versetzt: m.p. schreibt in ihrem zweiten Buch von ihrem hormonpositiven bk und 9 befallenen Lymphknoten. Sie erkrankte zuerst 2008, ihr Mädel wurde 2012 geboren. Hormontherapie gab es damals für 5 Jahre, und unter dieser wird man nach meinem wissen nicht schwanger.


    Auch ich habe nach meiner Diagnose alle möglichen Statistiken gewälzt und überlebenszahlen gegoogelt. Und dabei viele horrorgeschichten gelesen, veralterte Statistiken gefunden.... jemand aus diesem Forum schrieb mir dann: solange in der Statistik nicht 0 oder 100% steht, sagt das für den einzelnen gar nichts, und das stimmt.

    Lesen wirst du ebend häufiger von denen, bei denen nicht alles glatt ging. Ein Forum ist nicht repräsentativ. Aber natürlich gibt es die langzeitüberlebenden.


    Kannst du nicht etwas Unternehmen? Einen Film sehen, Sport machen, spazieren gehen.... einfach um den Kopf frei zu bekommen?


    Ich wünsch dir alles gute.

    Die Panik und angst- es wird wieder besser. Mir halfen vor allem Gespräche und das "absprechen des ernstfalls" und informationen über meine Erkrankung, aber da jeder ist anders.

  • Hallo Hilfee, zu Miriam Pielhau, deren Bücher ich gestern und heute wiederholt lese kann ich Dir zum Einen mitteilen, dass sie erstmal 6 Jahre bei gutem Befinden überlebt hat. 6 wunderbare Jahre. Ansonsten weiss keiner genau, ob es nun die Schwangerschaft war oder einfach nur Pech. Mein Schwager z.B. hatte mit 32 einen höchst aggressiven Blasentumor. Er wurde operiert und ist jetzt 59. Meine alten Nachbarn waren 70, als die Frau 5 Tumore im Darm bekam. Sie hatte praktisch keine Überlebenschance. Sie fährt mit ihrem Mann täglich mindestens 20 km Fahrrad, gern auch mal 50. Jetzt ist sie 83 und macht das immer noch. Der angeblich unheilbare Krebs kam nie wieder. Ich hoffe, das kann Dir ein wenig Mut machen. Liebe Grüsse von mecki.:hug::hug:

    Bei der Gelegenheit mal eine Frage in die Runde. Ich mochte Henrikje Fitz sehr. Weiss da einer näheres über ihre Krankengeschichte?

    Hallo Hilfee nochmal, jetzt habe ich fst meine gute Freundin vergessen. Sie hatte vor 6 Jahren TM, es geht ihr gut.

  • rosalie  Hilfee5

    Das stützt wieder meinen Kenntnisstand über die leider traurig verlaufene Krankheitsgeschichte von Miriam Pielhau. Natürlich wünschte ich, ihr Mut, die Antihormontherapie wegen ihres Kinderwunsches keine 5 Jahre durchzuziehen, wäre belohnt worden. Aber wenn es so ist, wie es scheint, hat sie dieser übermächtige Wunsch nach einem Kind das Risiko bewusst eingehen lassen. Sie war nicht dumm und sie wollte es so. Das darf uns jedoch keine übetriebene Angst machen.

  • Hilfee5 , fühl dich mal ganz fest in den Arm genommen von mir...wenn du magst:hug:! Du musst nichts machen, kannst einfach loslassen, dich fallen lassen, du bist jetzt grad ganz sicher und nichts kann dir passieren!

    Leider müssen wir alle lernen mit der Angst, eines eventuellen Rezidivs oder späteren Metastasen, zu leben. Das ist eben das heimtückische an Brustkrebs! Und wie schon so schön geschrieben wurde, einige sind schon totgesagt und leben noch sehr lange...andere gelten als generell gesund oder geheilt und trotzdem erwischt es sie wieder. Wir können nur auf unsere Ärzte und Therapien vertrauen und hoffen, dass wir es schaffen. Auch als Gesunde wissen wir nicht, ob uns nicht morgen ein Unfall trifft und es ist vorbei...und es gibt noch viele andere schlimme Krankheiten, die uns treffen können. Wir müssen einfach den Fokus auf das positive lenken, einfach leben, bewusst, jeden Augenblick! Die Angst ist grad übermächtig bei dir. Aber überleg mal was es dir bringt. Es frisst deine Energie und blockiert deine Sinne für Schönes, blockiert dich für dein Leben. Du bist mitten im Schock der Krankheitsverarbeitung. Vielleicht wäre es gut, dir psychologische Hilfe zu holen? Die Angst habe ich auch, ich möchte noch lange leben, möchte keinen Rückfall. Ich tue, was ich selbst unterstützend tun kann, um gesund zu bleiben. Ich lerne mit der Angst zu leben. Weg wird sie wohl nie gehen, aber ich kann sie annehmen und dann ist sie schon nicht mehr so schlimm!

    Versuche einen Schritt nach dem anderen zu gehen, schau nicht so weit voraus. Bring die Therapie zu Ende und geh erstmal davon aus geheilt zu sein. Und vor allen tu was dir gut tut, was dir Kraft gibt! Umgib dich mit Menschen, die dir gut tun.

    Liebe Grüße,

    Tara☀️

  • Hallo liebe Hilfee5

    WIR ALLE HIER KÖNNEN DEINE PANIK WIRKLICH GUT VERSTEHEN!!!

    Tara hat ja wirklich schon die richtigen Denkanstöße geliefert.

    Als EX-TNlerin gings mir nach der Diagnose genau wie dir. Deine Suche nach Langzeitüberlebenden kann ich zwar gut verstehen aber es wird dich enttäuschen, dass sich so wenige melden werden. Die Gründe dafür sind:

    1. Die meisten "Gesunden" verbleiben leider nicht in Foren

    2. Sind nur 15% aller BK Fälle TN

    Deshalb soll dich das ganze nicht noch mehr beunruhigen.

    Nur eins ist ganz sicher, hier wirst du bei deiner Therapie viel Unterstützung von erfahrenen Frauen bekommen. Du bist nicht alleine!!!

  • Hallo ,


    Kann mich irgendjemand motivieren . Hab so schreckliche Angst . Kennt ihr aus eurem Umkreis Leute die langzeitüberlebende sind trotz Brustkrebs .

    Einmal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Beitrag hierher verschoben

  • Hilfee5, ich habe das Gefühl, dass du dich gerade in deiner Panik verlierst.

    Kannst du dich an eine Onko-Psychologin wenden?

    Man kann den Kontakt über das Brustzentrum herstellen.

    Ich wünsche dir, dass du aus dieser Angstschleife herauskommst und mit Mut und Zuversicht deine Therapie beginnen kannst.

    :hug:

    Liebe Grüße

    Cookie

  • Ich bin mit der Therapie fertig . Und Operation auch . Jetzt bleibt nur Bestrahlung . Aber lese so oft das viele Frauen nach Jahren Metastasen kriegen . Das macht mir zu schaffen .

  • Hilfee5

    Es werden auch täglich Menschen überfahren. Was wäre wenn ... kann dir niemand beantworten.Auch wenn du deine Frage zum wiederholten Mal stellst. Wie meine Vorschreiberinnen würde ich dir empfehlen zu einer Psychologin zu gehen, die kann dich aus deinem Loch rausziehen.



    LG

    Elfriede

  • Hallo ,


    Kann mich irgendjemand motivieren . Hab so schreckliche Angst . Kennt ihr aus eurem Umkreis Leute die langzeitüberlebende sind trotz Brustkrebs .

    Die Angst will Dich gerade besiegen, lass das nicht zu, ich kenne Einige und wir schafen da auch. Aber Cooki hat Recht, such Dir Hilfe bei einer Onko- Psychologin, die holt Dich ganz sicher aus dem Tief heraus. Meine 82 jährige Mutter ist mein grosses Vorbild, als sie eine neue Herzklappe erhielt (sie hat zu lange gewartet), sagten die Ärzte 50:50 und sie hat es geschafft, geht spazieren, fährt Auto und sie sagt, nur der Glaube daran, gesund zu werden hat sie getragen. Also versuch diese Ängste in Kraft umzuwandeln. Alles Gute und LG

  • Hallo Hilfee5 ,


    Du hast schon das meiste geschafft - das heißt doch, du hast schon ganz viel Mut und Kraft bewiesen. Jetzt gilt es meiner Meinung nach, immer einen nächsten guten Schritt zu machen. Was in einigen Jahren sein wird, kann keiner von uns voraussagen. Auch nicht, ob nicht in der Zeit etwas anderes Schlimmes passieren wird (ein Unfall o.ä.), was man natürlich keinem wünschen möchte. Trotzdem finde ich es wichtig, seinen Weg bewusst zu gestalten. Ich sehe das ein bisschen wie bei einer Bergwanderung in unbekanntem Gebiet. Manchmal ist der Weg steinig und schmal und man weiß nie so genau, was einen hinter dem nächsten Felsvorsprung, der nächsten Ecke erwartet. Wenn ich aber bis dahin nicht gehe, verpasse ich vielleicht einen weiteren Weg zu einem wunderschönen Gipfel oder den atemberaubenden Blick ins Tal.

    Ich selbst habe noch nicht einmal meinen Therapieplan und muss mich bis zu meiner Port OP noch bis Freitag gedulden. Aber auch im Warten hilft die Haltung, des nächsten guten Schrittes. Fünf Tage lang gehe ich jetzt solche mit und für meine Familie, am Freitag nehme ich dann den ersten Therapieschritt mit in meine Wandergruppe auf.....

    LG

  • Okay, Hilfee5, dann hast du schon viel geschafft, das ist doch super.

    Du musst nur dringend jemanden finden, der dir hilft, mit deinen Ängsten umzugehen.

    Würde es dir wirklich helfen, jemanden zu kennen, bei dem der Krebs nie wieder kam? Diese Frauen gibt es zu Hauf, aber du würdest dich dann fragen, ob es bei dir nicht eventuell anders ist.

    Es gibt einfach keine Garantie.

    Auch für noch gesunde Frauen nicht.

    Daher würde ich es wirklich mit einer Onko-Psychologin versuchen.

  • Was würdest du denn denken wenn du wüsstest, du hättest nur noch 3 Jahre? Würdest du dich dann in Angst quälen, oder würdest du jeden Tag leben?


    Es ist die Ungewissheit die dir zu schaffen macht. Das ist denke ich mitunter eine Hürde die jeder mit einer solchen Krankheit hat.

  • Hallo Hilfee5


    ich kann deine Ängste durchaus verstehen, da es mir auch so ähnlich ging. Aber ich habe sie nie Überhand nehmen lassen. Mir hat meine Musik sehr dabei geholfen und auch die Zeit, die nach Diagnose und Therapie vergeht, tut ihr Übriges dazu. Außerdem hatte ich ganz tolle Ärzte, mit denen ich über alles reden konnte. Das hilft wirklich sehr, jemande Außenstehenden zum Reden zu haben. Denn oftmals will man Familie und Freunde nicht mit seinen ganzen Sorgen belasten. Ich kann dir auch nur zu professioneller Hilfe raten, wenn du aus diesem Gedankenkarussell nicht herauskommst.

    Beispiele, in denen alles gut gegangen ist, findest du auch hier im Forum. Aber das wird dir bei deinen Problemen nicht wirklich weiterhelfen. Ich habe auch nach Leuten gesucht, die die gleiche Diagnose wie ich hatten und nach Möglichkeit noch im gleichen Alter waren. Du wirst immer etwas finden, was nicht genau passt, und dann ist diese Unsicherheit wieder da.

    Ich weiß, dass ich auch noch nach 20 Jahren Metastasen bekommen könnte, aber mein Leben geht in der Zeit doch trotzdem weiter.

    Also: Kopf hoch! Du hast dein Leben noch vor dir, also nutze es auch!


    LG Danka

  • Hallo Hilfee5


    Meine Mutter hatte BK, wurde operiert, dann Tamoxifen. Danach war es kein Thema mehr. Sie hat dann noch ca. 19 Jahre gelebt und ist dann mit 91 Jahren verstorben.


    Die Medizin hat auf dem Gebiet erhebliche Fortschritte gemacht, so dass unsere Chancen noch größer sind.


    LG Mar K