Mutmachgeschichte gegen Chemo-Angst

  • Liebe Foris,


    wie viele hatte auch ich extreme Angst vor der 1. Chemo. Heute 7 Tage später bin ich definktiv wieder fit und wollte diesen Beitrag nutzen, um vielleicht dem ein oder anderen etwas der Angst zu nehmen.

    Zu mir: Ich bin 34 Jahre alt und wie jeden hat mich die Diagnose kalt erwischt. Eine alte Autoimmunerkrankung ist auch gleich wieder ausgebrochen, da der Stress so massiv war. :rolleyes: Besonders vor der Chemotherapie hatte ich unglaubliche Angst. Was man nicht alles für Horrorgeschichten hört. Eine Internetseite fand ich besonders bizarr. Irgendwas mit deutscher orthodoxer Front gegen Chemotherapie oder so. Was sind das für Leute? Religiöse Esoterik-Nazis? Aber gut, lassen wir das. Am Ende war ich fast panisch vor meiner 1. Infusion. Geholfen haben mir die vielen lieben Worte von diversen Foris. Ich bin heulend in die Chemoambulanz. Dort bekamm ich zunächst mal Kochsalzlösung und meine erste Angst verflog. Das Portanstechen tut nicht weh. :)

    Als die Schwester mit dem 1. Chemobeutel kam, kam eine ältere Frau, die von ihrer "zerissenen Zunge und ihren riiiiießigen Löchern im Mund" sprach. Alles durch die Chemo. =O In dem Moment wäre ich am liebsten weggerannt. Die Schwester hat offenbar meinen total verängstigten Blick gesehen und kam gleich zu mir, um mich zu beruhigen. Nach 3 h war meine nächste Angst erledigt. Ich musste nicht brechen während der Infusion. Auch niemand anderes im Raum. Zur Erklärung: Mir wird übel, wenn jemand brechen muss. Da bin ich echt empfindlich.

    Ich bin nach Hause. Die nächsten Tage waren durchwachsen, aber aushaltbar. Die Antibrechmittel sind wirklich gut. Ich habe viel getrunken, mich immer mal bewegt, wenn nötig auch einfach geschlafen und mich gut ernährt.

    Heute geht es mir wieder fast normal. Das Beste: Der blöde Knuppi ist fühlbar geschrumpft! :thumbup:

    Was ich damit sagen will: Gebt nicht auf! Habt keine Angst! Verliert nicht den Mut! Gerade, da ich selbst so extrem viel Angst vor der Chemo hatte, wollte ich das unbedingt loswerden. Ich hoffe, es hilft dem ein oder anderen.

    Habt einen schönen Tag.

    :hug:

  • :hug::hug:eine wirklich tolle Mutmachgeschichte

    :thumbup::thumbup::thumbup:

    Ich wünsche Dir viel Erfolg und Kraft bei den nächsten "Sitzungen". Die Zeit vergeht so schnell. Bei waren vor 3 Jahren die Ec fast rum. Da war der Tumor nicht mehr da :P

    Liebe Grüße von Tanne

  • Liebe „DerKnuppimussweg“,


    ich finde es toll, dass Du so positiv von Deiner 1. Chemo berichtest. Mir ging es genauso wie Dir... zuerst einen Riesen Bammel, dann aber schnell festgestellt, es ist zwar nicht schön, aber erträglich und ehe ich mich versah, waren die 6 Zyklen überstanden 😉

    Ich wünsche Dir alles Gute für den weiteren Verlauf und möglichst wenig NW.


    LG Ishani

  • So eine Mut-mach-Geschichte ist eine super Idee. Gerade für die, die noch die Chemo vor sich haben.

    Die Angst kennt sich jede von uns. Diese Ungewissheit. Was passiert? wie wirkt die Chemo? wann setzen NW ein? welche NW setzen ein? usw.

    @alle, die die Chemo noch vor sich haben, es ist zu schaffen. Keine schöne Zeit, aber sie geht vorbei.

  • Lieben Dank für die Mut machenden Worte. Hab die Brustkrebsdiagnose vor knapp 8 Wochen erhalten, zeitgleich mit dem Ende meiner langjährigen Beziehung. Grösserer Tumor inkl. 13 metastierter Lymphknoten wurden vor 3 Wochen operativ entfernt. Leider konnten nicht alle Teufelsknoten entfernt werden. Ich bin schon 64 Jahre jung und seit der Diagnose wie im Zeitraffer alt geworden. Bislang war immer ich der Trostspender und Mutmacher. Meine 1. Chemo (von insges. 9 hochdosierten) soll nun Ende nächster Woche losgeh'n. Dabei fühl ich mich physisch und mental unglaublich am Boden. Lasst uns zusammenhalten in dieser nicht einfachen Lebensphase. Wir haben mehr Kraft, als wir uns manchmal zutrauen!!☺

  • Hallo budsar,

    erstmal möchte ich dich ganz herzlich in diesem Forum begrüßen und willkommen heißen!

    Hier kannst du in den threads stöbern und Fragen stellen oder über deinen Kummer schreiben oder dich einfach mal ausheulen.

    Als ich deine Geschichte las, habe ich so viele Parallelen zu der meinen gesehen.

    Auch bei mir war die Trennung ( mein langjähriger Ehemann hatte eine neue Beziehung) zeitgleich zur Diagnose (1/2012). Und auch ich hatte mehrere Lymphknoten Metas. Die Trennung hatte mich damals mehr am Boden zerstört als die Diagnose.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und positive Energie für die kommende Zeit für die kommenden Therapien!

    LG Katzi64

  • Toll wieder von Dir zu hören DerKnuppimussweg  :thumbup:

    Schön, das alles gut geklappt hat und es Dir gut geht<3


    ich kann Deine Erfahrungen bis jetzt auch nur bestätigen, hatte gestern meine zweite dosisdichte Pacli und mir gehts gut. Die nächste 3 Tage werden wahrscheinlich etwas schlechter wegen Nebenwirkungen der Neulasta-Spritze, aber alles ist gut aushaltbar mit Schmerztabletten, nach 3 Tagen ist der Spuk hoffentlich wie auch beim letzten Mal vor und ich kann die 10 Tage bis zur nächsten Chemo geniessen. Die guten Tage überwiegen bis jetzt noch defintiv:thumbup:

  • Deine Mutmachgeschichte ist eine ganz tolle Idee, die hoffentlich Vielen in der sehr schwierigen Anfangszeit helfen wird :hug:.

    Auch ich kann deinen Bericht bestätigen. Anfangs ist man wie gelähmt von der Schockdiagnose und malt sich die Chemozeit in unschönen Bildern aus. Rückblickend kann ich sagen, meine Ängste waren unbegründet. Es ist kein Spaziergang, aber die guten Tage überwiegen und es ist machbar. Die Chemo arbeitet nicht gegen uns, sondern sie ist unser Verbündeter im Kampf gegen den Krebs. Allen, denen sie noch bevorsteht wünsche ich viel Kraft und Zuversicht!

  • Liebe Budsar, ich begrüsse Dich ganz herzlich in diesem herzerwärmenden Forum. Da Du in meinem Alter bist und auch noch eine ähnliche Diagnose hast, können wir bestimmt hier ein Stück des Weges gemeinsam gehen. Ich bekomme ja hoffentlich meinen Schlachtplan morgen. Leider ist es bei mir ein Rezidiv eines sehr schnell wachsenden Tumors. Meine Chancen sind also nicht mehr so berauschend. Aber zum Aufgeben ist es zu früh. Also alles Gute für Dich. Ich freue mich, von Dir zu hören. Liebe Grüsse von mecki63.

    Hallo Budsar, was bekommst du für eine Chemo, und was für einen Tumor hast du?

    Mecki63.

  • Liebe Mitkämpferinnen, danke für die lieben Worte und eure eigenen Geschichten. Ich hoffe, wir können den Neustartern so Mut machen. 😊

    Liebe Ronda, toll auch wieder von Dir zu hören. Du schlägst Dich wacker, wie ich sehe. Warum habe ich nichts anderes erwartet? 😂😂

  • Auch ich finde so eine mutmach Geschicht gut. Habe nun 4x EC hinter mir und kann auch bestätigen 4 bis 5 Tage viel Schlaf und alles etwas langsamer , aber dann geht es mir gut. 😉 Jetzt bin ich gespannt wie die Paklin verläuft. Mein Tumor hat sich noch nicht bildlich verändert aber das kann auch sein da das Gewebe ja vernarbt es so bleibt. Wurde mir erklärt 🤔. Wünsche allen viel Kraft und positive Gedanken für die bevorstehende Zeit. 🤗

  • Hallo budsar,

    erstmal möchte ich dich ganz herzlich in diesem Forum begrüßen und willkommen heißen!

    Vielen lieben Dank für Deine Worte. Deine Erfahrug deckt sich exakt mit meiner. Ich hoffe von Herzen, dass es Dir mittlerweise wieder gut geht! Ich hab mich nach weiteren ärztl. checks erstmal in mich vergraben. Im Moment fehlt mir einfach die Kraft, auch noch die Chemo zu stemmen. Vorab muss auch noch eine Zahnfleischentzündung behandelt werden. Danach muss ich mich entscheiden. LG, budsar



    Alles Gute und Kopf hoch!

    Herzlich Willkommen budsar  :hug:

    Danke❤

  • Hallo budsar,

    ich schicke dir einen großen Spaten und ein großes Paket Kraft zum schnellen Wieder ausgraben.

    Meiner Erfahrung nach ist es ganz entscheidend, jetzt schnell aktiv zu werden und eine Therapie zu beginnen. Gerade auch, weil schon Lymphknoten befallen sind.

    Für alles andere, die Seele betreffende, nimmst du dir danach Zeit. Suche dir, falls noch nicht geschehen, eine gute Psychoonkologin, das hilft oft sehr.

    Und wie du schon selbst geschrieben hast, wir haben oft mehr Kraft, als wir vermuten.

    Du hast die Op als ersten Schritt ja schon geschafft und die Chemo ist kein Spaziergang, aber auch lange nicht so schlimm wie früher. Ich war während der Chemozeit regelmäßig im Fittness Studio und habe den Haushalt und meine seinerzeit halbwüchsigen Söhne fast alleine versorgt (Putzhilfe kam einmal wöchentlich).

    Hast du Familie/ Kinder, die dir zur Seite stehen können? Und welche Chemo ist bei dir vorgesehen?

    Sind deine Leber und Lunge metastasenfrei?

    Ich nehme dich einfach mal in den Arm nehmen und drücke dich ganz fest, wenn du magst!

    LG Katzi64

  • Hallo Katzi , hallo budsha; meine Geschichte ist der Euren sehr ähnlich. Mein Mann hat mich jahrelang betrogen. Ein Jahr nach dem es rauskam trat zum 2. Mal der Krebs in mein Leben. Ich muss auch 2 Supergaus stemmen und weiß nicht so genau wie. Übermorgen habe ich die erste Chemo. Bis Gestern habe ich total neben mir gestanden aber heute Nacht zum ersten Mal von meinem Krebs geträumt. Er ist bei mir angekommen und nur ich bringe ihn aus mir raus .Alle Chemie die ihn angreifen sind , so hoffe ich Helfer. Ich habe keine Ahnung , ob ich das am Dienstag auch so sehen kann. Danke , dass es diese Gruppe gibt. War bis heute eher Einzelkämpfer , wie gut ;das ich das nicht mehr sein muss.

  • Hallo ihr Lieben, eure Beiträge machen mir Mut ! Habe am Freitag meinen Port bekommen,erfahre Dienstag wann die erste Chemo losgeht.Ich soll erst 12 mal jede Woche und dann 4mal 14tägig bekommen. Habe 3Tumore nebeneinander,nicht homonabhängig und G3 .Weiss noch gar nicht so richtig,was das heißt? Soll wohl schnell wachsend sein☹️ Leider muss am Mittwoch noch einmal ein Clip gesetzt werden,da einer verschwunden ist. Das macht mir auch Angst,war sehr unangenehm beim der Biobsie. Auch der Gang zum Friseur 😔steht noch an,damit die Perücke passt,habe noch Haare bis zum Po😢 Ich kann nachts so schlecht schlafen,in meinem Kopf singt es immer:eiskalte Hand und ein Schatten wirft Schatten,Bilder,die sich überschlagen ,mitten im Leben und kurz vordem Tod,wie wenig Worte doch sagen....... Wie gut,mit allem nicht allein zu sein! Wünsche euch allen viel Kraft und Durchhaltevermögen.

  • Hallo Snow


    ich hatte auch Haare bis zur Taille. Mach Dich nicht verrückt deswegen. Der Moment wenn die Haare ausfallen ist nicht leicht, aber danach wird es besser. Ich habe mir die Haare abrasiert, als ca. 50% in der Bürste blieben. Ich hatte unglaubliche Angst davor, aber es war dann gar nicht so schlimm. Man wird auch stärker mit der Zeit. Ganz viele Personen haben mir berichtet, dass die Haare danach sogar besser werden. Ich versuche das Ganze als einen Neustart zu sehen, der auch nach Außen sichtbar ist. Das hilft mir ein wenig.

    Wegen der Chemo hatte ich auch ganz viele und zumeist unbegründete Ängste. Du wirst das schaffen und sehen, dass man sich vorneweg Vieles schlimmer ausmalt, als es ist. Ich versuche, wie viele hier, die Chemo bewusst als meinen Freund zu sehen. Als Medikament, nicht als Gift. Ich hatte am Mittwoch meine 2. Chemo. Die war schon nicht mehr so angstbesetzt, wie die erste. Wir Frauen haben sogar hier und da zusammen gelacht. Du packst das!!!!

    Ganz herzliche Grüße 😊

  • Hallo liebe@Derknuppimussweg , heute erfahre ich ,wann es losgeht,vorher schneide ich die Haare ab! Ich habe mich für eine Perrücke entschieden ,da ich in unserem Ort ein "öffentlicher"Mensch bin😏 Ich hoffe,ich kann auch so tapfer sein wie du . Reiße mich schon meiner Familie wegen sehr zusammen. Kann ich mit Chemo weiter meinen Vater auf der Intensivstation besuchen oder lieber nicht ? Ich drücke dir fest die Daumen und hoffe,wir gewinnen den Kampf! Liebe Grüsse

  • Hallo liebe Snow ,


    ich habe mir auch eine Perücke ausgesucht. Die sind heute inzwischen so weit, dass man es kaum sieht. Bisher hatte ich sie noch nicht auf, da es mir zu warm darunter ist. Kommt vielleicht noch. 😊 Besorg Dir auf jeden Fall für die Nacht eine bequeme Mütze. Ohne Haare wird es echt kalt am Kopf. Das hatte ich voll unterschätzt. Und Schlaf ist ganz wichtig damit sich Dein Körper gut erholen kann.

    Ich empfehle Dir wegen den Besuchen auf der Intensivstation Deinen Arzt zu fragen. Der kann Dir sicher sagen, ob und wie das möglich ist. Ich selbst versuche derzeit möglichst wenig direkten Kontakt zu haben, aber ich habe zusätzlich auch eine Autoimmunerkrankung, die durch den Schock bei der Diagnose wieder ausgebrochen ist. Daher will ich besonders vorsichtig sein.

    Klar bist Du tapfer. Ich hab am Anfang nur geheult. Ich dachte, es ist alles vorbei. Ich muss sterben und und und. Die anderen lieben Fories hier haben mir Mut gemacht und gesagt, dass es ab Chemostart psychisch bergauf geht. Dann wird ja endlich was gegen diesen fiesen Knubbel getan. Erst konnte ich es nicht glauben, aber genau so ist es. Du wirst sehen, Du entwickelst unglaubliche Kräfte, wenn sich endlich was bewegt. Vielleicht macht Dir auch Folgendes Mut: Ich habe mit G3 einen sehr aggressiven Krebs und es klang alles furchtbar beim Aufklärungsgespräch. Aaaber ich fühle ihn nicht mehr diesen dummen A****. 😉 Schon nach der 1. Chemo war er viel kleiner und nun kann ich ihn gar nicht mehr tasten. Das hat mir Hoffnung gegeben. Du schaffst das auch.

    Alles, alles Gute!