Ein unsicheres Hallo in die Runde

  • Liebes Forum,


    ich habe wirklich überlegt ob das hier die richtige Plattform für mein Anliegen ist da ich im Vergleich zu den meisten hier sehr geringe "Sorgen" habe.

    Ich habe die Regeln durchgelesen, habe allerdings keine Rubrik gefunden, in die dieses Thema passen könnte.

    Sollte dies absolut unpassend sein, dann bitte ich um Löschung.


    Nachdem ich im letzten Jahr einen Pap 4b-p hatte und demnach eine Konisation erhielt (im Gesunden entfernt, Abstriche danach bisher alle wieder Pap 1) bin ich durchaus sehr panisch und stark zum Hypochonder geworden. Dies hat allerdings noch andere Gründe.

    Ich habe im letzten Jahr sehr viele Geschichten von Frauen in meinem Alter (30) gelesen und mitbekommen durch soziale Netzwerke und leider auch versterben sehen, dessen Mamma Ca zu spät erkannt wurde oder es zu falschen Diagnosen kämm (Zyste, Fibroadenom).

    Bisher hatte ich nie zuvor etwas mit Mamma Ca zu tun und weiß aktuell gar nicht wie ich damals auf eine Dame gestoßen bin, die an Mamma Ca erkrankt ist und leider zu spät therapiert wurde aufgrund einer Falschdiagnose.

    Lange Rede kurzer Sinn.

    Im Rahmen meines Abstriches habe ich ein "all inklusive Paket" gebucht bei meinem Gyn welches ein Brust Sono enthielt. 3 Monate zuvor wurde meine Brust vom Gyn abgetastet. Ich habe diese Brust Sono gewollt weil ich durch die Geschichte mit der Dame die leider daran verstorben ist mich sehr mit dem Thema auseinander gesetzt habe und Ängste entwickelt habe. Natürlich könnte ich nun auch an sämtliche andere Krebsarten denken aber tatsächlich wurde im Sono ein "Tumor" entdeckt.

    Nun zu meinem Anliegen.

    Mein Gyn, der selbst operiert und Brustdiagnostiken wie Biopsien selbst durchführt, ein "Mammographiezentrum" hat und 5000 Bilder befundet im Jahr, hat sich diesen "Tumor" angeschaut und mir gesagt, dass dies ein unauffälliger Befund für ihn ist da Fibroadenome in meinem Alter sehr häufig sind. Der Tumor hat alle Charakteristika eines gutartigen Tumors. Er ist im übrigen nicht tastbar und war ein Zufallsbefund. Er hat nicht einmal gesagt, dass er sich diesen in 3 Monaten noch einmal anschaut oder das eine Biopsie in Frage käme.

    Ich bin dann einfach so wieder gegangen und mache mir nun die größten Gedanken und Sorgen. In diesem Moment als er mir den Tumor gezeigt hat, habe ich ihm irgendwie vertraut. Aber nur eine Biopsie ist Aussagekräftig. Ich möchte ihn am Montag noch einmal anrufen und fragen ob nicht eine Biopsie sinnig wäre.

    Seit dem Tag taste ich mehrmals am Tag meine Brust ab aber man tastet tatsächlich nichts. Seit dem fühlt sich meine Brust anders an, ich bilde mir ein, dass man auf einmal merkt, dass dort was drinnen ist. ich weiß natürlich nicht ob das am vielen Abtasten liegt oder ich mir dies nur einbilde oder ob ein nicht tastbarer Tumor auf einmal nach dem Sono Beschwerden macht was eher unwahrscheinlich ist.


    Was haltet ihr von seinem Vorgehen?

    Ist es immer notwendig eine Biopsie zu machen? oder würdet ihr auf euren Arzt vertrauen und den Tumor einfach noch einmal in 3 Monaten kontrollieren lassen?

    Mir ist bewusst, dass es immer wieder zu Falschdiagnosen kommt.

    Sollte ich auf eine Biopsie bestehen?


    Ich bedanke mich jetzt schon einmal für eure Antworten.

  • Immerwasneues Hallo,ich kann deine Ängste gut verstehen zumal du in deinem Umfeld schon negative Erfahrung beobachten konntest.Es liegt jedem frei sich zweit und dritt Meinungen einzuholen von Spezialisten.Das kann ich auch jedem raten.Es gibt Spezialkliniken und gute Fachärzte,denen man Vertrauen kann.Hol dir einfach noch eine Meinung ein und vergleiche die Aussage,wenn da etwas nicht überein stimmt würde ich mit dem Arzt reden mit genau den Ängsten und Erlebnissen die du hier geschrieben hast.

    Ich wünsche dir Alles gute

  • Liebe Immerwasneues , erst mal herzlich willkommen hier im Forum.

    Dieses Thema ist mehr als "passend" und ich sage dir jetzt, was ICH tun würde.

    Als Betroffene.

    Ja, bestehe darauf, daß eine Biopsie gemacht wird.

    Aus verschiedenen Gründen.

    Du hast Angst, nur Gewissheit würde dich beruhigen.

    Dein Arzt kann sich irren, wird es aber hoffentlich nicht.

    Dennoch, es gibt etliche Geschichten von verschleppten Brustkrebsdiagnosen.

    Es bringt keinem was, wenn man später sagen muss"hätte ich mal", die Konsequenzen daraus trägst du alleine, sonst keiner.

    Ich möchte dir keine Angst mache, aber ein Tumor ist ein Tumor.

    Allein der Pathologe weiss, ob oder wie böse er ist.

    Also ein klares JA für eine Biopsie.

    Ich drücke dennoch die Daumen, dass er recht behält.

    Liebe Grüße

    Cookie 🍀 🍀 🍀

  • Liebe Immerwasneues,

    herzlich willkommen in diesem schönen Forum!
    Leider haben wir hier sehr viele Betroffene, bei denen die Diagnose erst verspätet gestellt wurde.

    Und wir haben hier gelernt: Das letzte Wort hat immer der Pathologe!
    Du wirst erst wieder ruhig schlafen können, wenn Du Gewißheit hast. Und die gibt es nur mit Biopsie.

    Bleib hartnäckig, lass Dich nicht abwimmeln - wenn sich der Tumor als gutartig herausstellt, feiern wir das sehr gern mit Dir!

    Falls nicht, sind wir für Dich da. Du bist nicht allein.

    Für Dich gut aufgenommen, verstanden und von mir zur Begrüßung geknuddelt :hug:

  • Lieben Dank für eure Antworten. Das macht mir natürlich wahnsinnig Angst, da ich schon davon ausgehe, dass er eigentlich weiß was er sagt wenn man selbst ne Mammographie hat und zig Befundungen im Jahr macht und die dort sogar eine eigene Histologie haben. Er kennt meine Ängste auch. Und da er selbst an der Quelle sitzt und ohne Probleme eine Biopsie machen könnte verstehe ich nicht so ganz warum er das nicht vorgeschlagen hat. Als ich ihm auch darauf hingewiesen habe, dass es soviel Falschdiagnosen schon gab weswegen Frauen zu spät therapiert wurde weil man dachte das es eine Zyste wäre und falsch behandelt wurde, sagte er "da muss man sich aber fragen wer hinter dieser Diagnose steht und wie oft die diese Diagnostik machen" Damit wollte er mir natürlich sagen, dass er das sehr sehr oft macht und weiß wovon er redet. Obwohl er auch meinte, dass sich hinter einer Zyste auch mal ein Carcinom verstecken kann.


    Ich habe nun gerade noch einmal ein Sono machen lassen von meinem Lebensgefährten (allerdings HNO in einer Klinik) und mir die Bilder mitgenommen . Der Tumor ist im längsten Sonoschnitt 0,7x 0,5 . Mein Lebensgefährte sagt auch, dass nur eine Biopsie Sicherheit gibt aber der Tumor absolut beninge aussieht und die in der HNO ja auch oft Tumoren haben. Bei solch einem Befund würde sie allerdings auch keine Biopsie machen und wenn ein Angstpatient wie ich kommen würde, dann würden sie sagen "alle 4Wochen Kontrolle" .

    Ich sehe schon ein, dass der Tumor gutartig aussieht und kann das auch nachvollziehen aber .....


    Ich werde meinen Gyn Montag anrufen und fragen ob eine Biopsie gemacht werden kann. Es muss ja einen Grund geben warum er mir das nicht vorgeschlagen hat bzw nicht einmal eine Kontrolle vorgeschlagen hat.

    Ansonsten werde ich bei uns ins Brustzentrum gehen.



    Hilfee5 es war im Prinzip keine Bekannte, es war eine Dame aus den sozialen Netzwerken. Ja sie hatte bereits Metastasen aber eben auch nur weil sie lange falsch behandelt wurde weil man dachte das es eine Zyste wäre. Sie hatte aber bereits starke Schmerzen und eben einen gut tastbaren Tumor. Metastasierter Mamma Ca wird ja leider gleich palliativ behandelt :(

  • Immerwasneues ich will dir keine Angst machen aber bestehe auf die Biopsie umbedingt,

    Mein Tumor war bei einer Größe von

    2,7 cm nicht tastbar, und 3 Jahre zuvor war er nur ne Zyste. Nach der Operation stellte sich heraus daß ich zum Tumor noch ein DICS hatte was wohl die vermeintliche Zyste war.

  • Immerwasneues , vermutlich hat er ja auch recht.. Aber 100 % wissen kann er das doch erst, wenn man Gewebe hat.

    Ich muss dabei immer an die Geschichte von Kajuscha denken.

    Man hat ihr monatelang von allen Seiten erzählt, dass es nichts wäre.

    Sie ist jetzt mit der chemo fertig, vielleicht meldet sie sich noch.

    Oder du suchst mal nach ihrem Namen und liest dich mal ein.

    Keine Angst, es geht ihr gut, aber sie ist für mich das klassische Beispiel für Fehldiagnosen von Ärzten.

    Sie können sich irren, dürfen es sicher auch mal, aber wenn du eine Biopsie möchtest, sollte er dich ernst nehmen..

    Liebe Grüße

    Cookie

  • Hallo Immerwasneues ,ich möchte dich auch ganz herzlich hier begrüßen! Und ich stimme meinen Vorschreiberinnen zu, lass eine Biopsie machen. Mein Tumor war in der Mammographie und im Ultraschall nicht sichtbar, es war ein Zufallsbefund beim MRT der Brust. Es war vorher ein unklarer Befund der rechten Brust, daher das MRT ...und tadaaaa links war ein kleiner Tumor, damit hatte keiner gerechnet. Ich bin nun mit der Therapie durch und hoffentlich auf Dauer geheilt. Die Biopsie ist überhaupt nicht schlimm! Ich bin auch ein Schisser;), aber das war nicht schmerzhaft. Kleiner Piecks als Betäubung und dann die Biopsie.

    Ich wünsche dir alles Gute und hoffentlich hast du bald Gewissheit, dass wirklich nichts bösartiges da ist!

    Liebe Grüße,

    Tara☀️

  • Herzlich Willkommen Immerwasneues  :thumbup:, laut dem Brustzentrum wo ich mit meinem Knoten als erstes war, war auch alles gutartig, es war auch ein sehr erfahrener Arzt. Was niemand wusste, da es auch meine erste Mamographie war, ich habe sehr dichtes Brustgewebe, da konnte man schlicht nix böses wie Mikrokalg erkennen, und somit ging man nach Mamo und zwei weiteren Ultraschall davon aus, das es ein gutartiges Fibroadenom ist. Es wurde aber trotzdem sicherheitshalber eine Biopsie gemacht und am Tag drauf wars das mit gutartig: Brustkrebs:thumbdown:

    Ich kann auch immer nur zur Biopsie raten, tut nicht wirklich weh, aber schafft Klarheit.

  • Ich würde auch eine Biopsie machen lassen. Falls der Arzt dies für unnötig findet, sag ihm , dass du das einfach brauchst um ruhig zu sein. Das ist was man einen mündigen Patienten nennt. Jemand der selbst entscheidet.


    Es gibt Falsch Diagnosen, aber es gibt auch unbegründete Ängste. Beide kann man nur entlarven mit einer Biopsie.

    Sie ist nicht angenehm, aber weitaus besser als sich noch Monate mit dem Thema rum zu quälen.

  • Immerwasneues , ich hatte im Sommer 2017 die normale Mammographie und Sono, da ich dichtes Brustgewebe habe. Da war in der RECHTEN Brust eine Auffälligkeit im Sono sichtbar, unklar ob gutartige Veränderung. Da ich in dem Quamadi Programm bin, vergingen zwei Monate und dann hieß es, genaue Untersuchung und Biopsie. Bei der Untersuchung in der Uni war der Radiologe ratlos, so richtig fand er da nichts im Sono. Er meinte abwarten und falls es sich verändert, wiederkommen. Das wollte ich nicht, ich wollte ein MRT um Sicherheit zu haben. Das MRT war dann Mitte Dezember. Eine Woche später der Bescheid, dass nun LINKS etwas auffälliges wäre, wahrscheinlich gutartig, Fibroadenom, aber sicherheitshalber Biopsie. Tja und dann war nichts mehr wie es war;(. Brustkrebs G1,0,9cm größte Ausdehnung. Ich hatte Glück, hatte „nur“ BET, Bestrahlung und AHT. Seit 14.05.18 arbeite ich wieder voll. mit Der Angst eines Rezidivs oder eines Tumors in der anderen Brust lerne ich zu leben. Die AHT sehe ich als Hilfe die dauerhafte Heilung zu erreichen. Ich habe meine Ernährung umgestellt, ich mach wieder regelmäßig Sport...und ich fühle mich grad sehr wohl:saint:. Ab und zu kommt eine Traurigkeit und auch mal Tränen, dass geht aber schnell vorbei, die Seele muss erst noch heilen.

    Ich wünsche dir von Herzen allles Gute!!!

    Liebe Grüße,

    Tara☀️

  • Liebe Immerwasneues,


    auch von mir ein herzliches Willkommen in unserem familiärem Forum. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie unsicher Du Dich fühlst und kann Dir nur wie die vorherigen Schreiberinnen raten, den Dingen auf den Grund zugehen. Schaue Dich hier in aller Ruhe um und entscheide dann, wie Dein weiteres Vorgehen sein wird. Meines Erachtens kann es nicht schaden, Dir eine Zweitmeinung einzuholen was Dir rechtlich zusteht. Ich würde Deinen behandelnden Arzt aber auf jeden Fall noch einmal auf Deine Ängste ansprechen. Eine Biopsie ist gut zu verkraften, vor allen Dingen unter der Prämisse endlich Klarheit zu haben.


    Alles Gute auf Deinem weiteren Weg und ich gebe Dir eine gute Portion Zuversicht mit.

  • Tara , super das es so früh erkannt wurde. Glück. Ich kann das so gut verstehen, dass einen die Ängste immer wieder einholen. 0,9cm Größe ist aber auch wirklich sehr klein. Das macht mir wieder große Angst.

    Toll aber dass du positiv denkst. Ich wüsste nicht ob ich das schaffen könnte. Beneide solche Menschen. Ich wünsch dir wirklich von Herzen, dass dir niemals ein Rezidiv widerfährt . Daumen sind gedrückt.


    Monalisa . Lieben Dank dafür. Ja ich werde am Montag bei meinem Gyn anrufen und fragen was er von einer Biopsie hält. Ansonsten kann ich selbst wöchentlich den Knoten per Sono kontrollieren und ich kann ins Brustzentrum in Hannover und eine zweite Meinung einholen lassen.

    Im Sono sieht es wie gesagt wie ein Fibroadenom aus und es würde auch vom Alter passen aber ich fühle mich jetzt schon als hätte ich etwas bösartiges und seit dem ich es weiß fühlt sich meine Brust auch anders an. Die Psyche spielt bei mir immer ganz vorne mit.


    Ich ärgere mich enorm, dass ich bisher keine BU habe. Immer wieder habe ich mir darüber zu wenig Gedanken gemacht was passiert wenn aber das sollte ich eventuell versuchen noch zu erhalten bevor ich eine Diagnose erhalte da mein Gyn dies nich einmal kontrollbedürftig findet.

  • Danke liebe Immerwasneues  :)! Das positive entwickelt sich mit der Zeit;)...der Schock der Diagnose legt sich, wenn es mit der Therapie losgeht, dann kämpft man. Auch du würdest das schaffen, da bin ich mir sicher! Aber bei dir ist ja vielleicht wirklich alles in Ordnung und du machst dir umsonst Sorgen! Hol dir eine Zweitmeinung, dann hast du Klarheit. Und dann lebst du dein Leben einfach weiter...vielleicht etwas bewusster den Augenblick genießend, wissend, dass es nicht selbstverständlich ist gesund zu sein. Alle Daumen sind gedrückt, dass es nur ein Fibroadenom ist!:thumbup::):hug:

  • Ich rate dir, aud die Biopsie zu bestehen. Alter, Fibroadenoma, Ultraschall: alles nett, bringt aber keine Sicherheit.



    Bei mir wurde letztes Jahr mit 26 Brustkrebs diagnostiziert. Nach 9 (!!!) Monaten und drei Terminen bei meiner Ärztin. "Fibroadenom", "Zyste", der Knubbel war alles mögliche. Nur nicht Krebs, wegen weil "zu jung". Ergebnis: 5cm großer Tumor, angeknabberte Lymphknoten. Herzlichen Dank, Frau Doktor.



    Wenn ich die Zeit zurück drehen könnte würde ich, mit dem Wissen von heute, sofort und auf der Stelle auf eine Biopsie bestehen. Ohne wenn und aber. Man ist NIE zu jung für Krebs. Und es ist auch nicht jeder Tumor tastbar.

  • @Kajuschka ich habe mir deine Geschichte durchgelesen und es tut mir so so leid.

    Ich verstehe nicht, warum die Ätzte nicht grundsätzlich eine Biopsie machen wenn eben doch ein US zu unsicher ist.


    Ich habe nun kurzfristig Morgen im Brustzentrum einen Termin bei einem OA der langjährig schon das Brustzentrum leitet.

    Eventuell wird scheinbar sofort eine Biopsie gemacht. Ich hab so große Ängste.

    Nur mein Gyn stellt sich gerade eventuell quer mir eine Überweisung zu geben weil er ja selbst Brustdiagnostik betreibt.

  • Hallo, ich bin so jemand mit falscher Diagnose.

    4 Ärzte, 3 Gynäkologen, eine davon vom BZ und eine Radiologin meinten, es sei ein Fibroadenom.


    Nur weil ich auf eine Biopsie gedrängt habe, hiess es anschließend, gut, dass Sie nicht nachgegeben haben und auf eine Biopsie bestanden haben