Erfahrung Rituximab als Erhaltungstherapie

  • Hallo,


    bekommt irgendjemand hier im Forum Rituximab als Erhaltungstherapie und kann mir seine/ihre Erfahrungen schildern?

    Ich habe ein „Diffuses großzelliges b-zell-lymphom“ und bekomme zur Zeit noch die R-Chop- Behandlung, habe gerade die 5. hinter mir. Seit dem 4. Zyklus vertrage ich diese immer schlechter. Zur Zeit habe ich mir auch gerade einen Infekt eingehandelt, der inzwischen bereits 2 Wochen anhält und so richtig ist kein Ende in Sicht (hatte den ersten „Infekt-Tag“ am Tag der 5. Chemo, die Ärztin meinte, es sei kein Problem). Meine Blutwerte sind trotz Neulasta am Tag 12 nach der Chemo auch ziemlich am Boden.


    Ich hatte gehofft, die Ängste und das ständige Aufpassen vor Ansteckung hätte mit der 6. und letzten R-Chop-Behandlung so langsam ein Ende und meine Abwehr würde sich so langsam erholen können. Mir wurde die Erhaltungstherapie (alle 8 Wochen über den Zeitraum von 2 Jahren) als gut verträglich mit kaum Nebenwirkungen „verkauft“, wenn man die 1. gut vertragen hat. Im Netz finde ich – einschließlich einem Infoblatt – aber was ganz anderes. Die Abwehrkraft soll unter Rituximab weiterhin extrem gestört sein. Im Moment bin ich total verunsichert, auch weil meine Ärztin das Thema weiterhin runterspielt. Habe den Eindruck, sie möchte ihr „Standard-Verfahren“ abspulen. Ich fühle mich sowieso mit den "nebenwirkungs-Management" im Laufe der Chemo nicht gut betreut.


    Wäre also dankbar, wenn es jemand geben würde, der mir seine Erfahrungen mitteilen kann. Gibt es unter der Rituximab- Erhaltungstherapie auch einen „Nadir“ an dem die Abwehr besonders unten ist? Was ist an Nebenwirkungen sonst noch aufgetreten?


    Vielen Dank im voraus

  • Ich bekomme auch Rituximab als Erhaltungstherapie alle acht Wochen und vorher schon während der Chemozyklen. Insgesamt habe ich drei Mal allergisch reagiert, trotz vorheriger Gabe von hochdosiertem Kortison und einem Antihistaminikum. Doch das hatte der Onkologe jedes Mal schnell in den Griff bekommen. Mittlerweile wird bei mir die doppelte Zeit eingeplant, weil es halb so schnell infundiert wird wie normal. Diese unerwünschte Nebenwirkung ist also gut zu beherrschen. Zehn Tage nach der Gabe waren meine Leukos bei 3,9. Also fast normal. Ich finde das Rituximab wesentlich angenehmer als die Chemo.


    Da dein Beitrag schon etwas älter ist...frage ich mal, wie es dir jetzt geht und ob du gut mit der Erhaltungstherapie zurecht kommst. Ich wünsche es dir von Herzen!

    Liebe Grüße

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Ich bin seit über einem Jahr in der Erhaltungstherapie mit Rituximab bei einem follikulären Lymphom. Mittlerweile habe ich den Eindruck, daß die Nebenwirkungen zunehmen. Zwar reagiere ich dank der Art der Verabreichung nicht mehr allergisch. Daß meine Lymphozyten auf einen Wert um 2 absinken, ist auch normal bei mir. Doch mittlerweile bin ich nach jeder Gabe einfach nur noch erschöpft. Ist das normal? Habt ihr Nebenwirkungen und wenn ja, welche?

    Liebe Grüße

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Hallo Bonny und Frieda


    Hast Du darüber mal mit Deinem Onkologen gesprochen? Meist wird man zu Beginn einer Immun-Chemo-Therapie über die Nebenwirkungen der CHEMO aufgeklärt, über die Wirkungsweise und somit der NW der Immun-Therapie wird nicht gesprochen. Meine Onkologin muß ich zu diesem Thema auch alles "aus der Nase ziehen"; von sich aus erklärt sie nichts hierzu und bestätigt auf Nachfrage höchstens, was ich selber (nach den R-CHOP-Zyklen!) selber rausgefunden habe. Deshalb wäre ich selber sehr an Informationen eines Fachmannes interessiert.


    Daher unter Vorbehalt (hab ich aus einer Studie über Rituximab):

    Rituximab reagiert auf das CD20-Protein der B-Lymphozythen und es zerstört sehr zuverlässig die Zellen, die dieses tragen. Daher ist die Therapie sehr wirksam bei der Bekämpfung eines Lymphoms. Dieses Protein tragen aber nicht nur die Krebs-, sondern auch die gesunden Zellen. Ausnahme sind die Stammzellen und die "Spätentwicklungsstufe" der Lymphozythen, die für das Impfgedächnis zuständig ist (der Fachbegriff fällt mir gerade nicht ein). Das heißt alle 8 Wochen bekommt dein Immunsystem eins "übergebraten" und alle 8 Wochen muß Dein Knochenmark neue Zellen bilden.


    Meine Theorie: Ich kann mir vorstellen, das es den Körper mehr und mehr erschöpft. Auch die übrigen Abwehr-Zellen müssen ja in der Zeit der Neubildung die Aufgaben der Lymphozythen übernehmen. Laut Studie kommt es nach ca. 9 Monaten immer häufiger zu Infekten. Ausserdem kostet es den Körper auch Kraft, die zerfallenen Zellen zu beseitigen. Und jetzt bin ich mal uncharmant: wir sind beide ja nicht mehr die Jüngsten und unser Körper steckt Anstrengungen nicht mehr so gut weg.


    Ich war bereits während der 6 R-Chop Zyklen gleich nach der Verabreichung für ca. 1,5 h total erschöpft. Eine typische NW des Rituximab wurde mir gesagt - und Du reagierst auch noch leicht allergisch (noch eine Baustelle für Deinen Körper?!). Wegen meinem hochmalignem Lymphom ist es nicht Standard alle 8 Wochen Rituximab zu geben. Ich hatte vor 15 Monaten meine letzte Gabe. Dennoch dümpeln meine Leukozythen noch immer so um die 2800 - 3000, auch weil sich an der Lymphozythen-Anzahl nur ein geringer Anstieg zeigt. Von meiner Onkologin bestätigte Nebenwirkung des Rituximab.


    Sprich´ mit Deinem Onkologen, laß es dir erklären! Ich hoffe, Du hast einen, der mit der Aufklärung nicht so auf dem "Kriegsfuß" steht wie meine Onkologin.


    Alles Gute


    marita