Jüngere Krebsbetroffene (bis 40)

  • Hallo Mädls!


    Ich habe mir gedacht es wäre nicht schlecht so ein Thema zu öffnen... Für Frauen bis ca 35, wie sieht es das Privatleben bei euch aus, habt Ihr Partner, kleine Kinder... Wie funktionieren die Freundschaften nach der Diagnose, denkt ihr an die Zukunft...

    Ich bin 30, mit 28 Erstdiagnose, jetzt schon palliativ eingestuft, wegen Lebermetastasen keine Heilung mehr möglich.

    Ich kann nicht oder will so was nicht akzeptieren! Obwohl ich Chemo jetzt palliativ bekomme, hoffe ich dass es ein Wunder passiert und wir die Lebermetastasen wegbekommen...

    Ich glaube noch immer, dass ich wieder gesund werde und ein normales Leben führen kann... Ist das zu optimistisch und sind das nur meine Träume?

    Ich habe auch das Gefühl, dass ich als ''schwer krank'' markiert wurde und dass Leute jetzt ganz anders auf mich schauen...

    Wird es einmal wieder alles gut wie ich denke:?:

  • Hallo Vasi,


    ich denke das 'Schwer Krank' ist in uns, und wir / du sind einfach sensibler für jeden Blick der uns trifft. Es gibt hier so einige sehr junge Frauen, schlimm wenn es Leute trifft, aber solche Junge Menschen ist tragisch. Ich hoffe du kommst mit der Behandlung gut klar, und kannst mindestens ein bisschen Normalität geniessen.

  • Guten Morgen liebe@Vasi ,

    habe mich hier reingeschmuggelt , ich gehöre schon zu den reiferen Semestern ,d.h. die 35 längst überschritten:whistling:

    Bitte bleib dabei und glaube weiter,dass Du gesund wirst,Glaube versetzt Berge! Wenn mich so der Zweifel packt,egal welche Situation ,denke ich an das Lied von Nena "Wunder geschehn ,ich hab's gesehn,es gibt so vieles ,was wir nicht verstehen...."

    Und so ist es ! Du hast noch so viel Leben vor Dir !!!

    Ich wünsche Dir alles,alles Gute und vielleicht schaue ich mal wieder ,hier "bei den Jungen " vorbei

    LG :)

  • Liebe Vasi ,


    sehr gute Idee mit dem Thema :thumbup:


    Bei der Erstdiagnose war ich 27, mittlerweile bin ich 34. Seit fast 2 Jahren bin ich auch "unheilbar" wegen Metastasen an Knochen, Lymphknoten und an der Leber.


    Ich bin ein sehr positiver Mensch, mir ist schon bewusst wie die Krankheit verlaufen kann aber aufgeben kommt für mich nicht in Frage... Und wer sagt dass es keine Wunder gibt?? Vielleicht können wir nicht ganz geheilt werden aber vielleicht schaffen wir es die Krankheit im Griff zu behalten. Mir persönlich gibt dieser Gedanke unglaublich viel Kraft.


    Nun zu deinen Fragen. Ich bin seit 10 Jahren glücklich vergeben und seit fast einem Jahr verheiratet. Vor der Erstdiagnose, fühlte ich mich noch nicht bereit für Kinder und nun wurde mir die Entscheidung abgenommen. Seitdem ich denken kann, wollte ich Kinder haben, mittlerweile habe ich mich mit dem Gedanken ganz gut angefreundet.


    Was mein Umfeld angeht, habe ich eigentlilch nicht das Gefühl, dass ich als schwer krank markiert wurde. Hier und da werde ich einbisschen mitleidig angeschaut (Mein Mann sagt allerdings, dass es oft nur mir so vorkommt... Denke man wird einfach sehr empfindlich!) und manchmal habe ich das Gefühl, dass bei mir eher mal ein Auge zudrückt wird, was auch nerven kann wenn es vermehrt vorkommt :-) Am liebsten möchte man ja so normal wie möglich leben, egal ob positive Dinge oder negative, man fühlt sich wohl wenn man keine Sonderbehandlung bekommt.


    Freu mich auf den Austausch mit weiteren "jungen" :-)

  • sanfanero   X_A_N_D_R_A ,


    Ja ihr habt total Recht! Es geht mir so eigentlich ganz gut - habe gar keine Beschwerden vor dem Rezidiv gehabt, es war eine Routinekontrolle und boom, mehrere neue Lebermetastasen. Am Montag bekomme ich wieder Chemo, und ich vertrage sie bis jezt ganz gut muss ich sagen, sie ist aber nicht so stark wie letztes Jahr... Diese Woche gehe ich arbeiten- auf eigenen Wunsch.. Ich glaube das kann mir gut tun.. Ich mag die Kolleginen und die Arbeit macht mir Spass. Außerderm ist der Tag so schnell vorbei :S

    Mein Problem ist eigentlich, dass meine Familie im Ausland wohnt, ich habe ein Paar Freundinen die ich ''immer'' anrufen kann, aber es ist nicht das selbe - Familie ist Familie...

    Und ja ... vor meine Diagnose hab ich immer gut ausgesehen.. Lange Haare, sportlich, attraktiv, Bewusstsein immer auf einem hohem Niveau.. Nach der Diagnose, Chemo, mehrere Operationen hat sich das sehr geändert. Und Bewusstsein war lange im Keller. Genau wo ich wieder fast ''zurück'' war, kamm die neue Diagnose.. Kurz davor habe ich aber jemanden kennengelernt und habe wieder Schmetterlinge im Bauch gehabt :love:

    Als ich von Rezidiv erfahren habe, habe mich etwas zurückgeogen und jetzt weiss ich nicht wie weiter...

    X_A_N_D_R_A wie hast du dich gefühl beim Heiraten? Hast du kein ''schlechtes Gewissen'' oder weiss nicht wie ich das nennen soll... Aber bei dir ist es anders, du warst mit Ihm sehr lange zusammen wie ich verstehe... Bei mir sind die Gedanken anders weil ich eventuell etwas beginnen soll jetzt wenn ich schon krank bin. Soll ich das wirklich jemanden tun?


    Danke fürs zuhören ;) Ich habe nähmilich niemanden mit dem ich so offen reden kann...


    Ganz liebe Grüße

    Vasi

  • Liebe Vasi,


    die Hoffnung stirbt immer zuletzt. Und das ist auch gut so! Behalte auf jeden Fall dein positives Denken bei. Es macht das Leben auch viel schöner und leichter. Es bringt niemandem etwas (besonders dir nicht), wenn du negativ denkst.


    Ich bin inzwischen 32 Jahre alt. Als im Oktober letzten Jahres mein PAP-Test bei 5 lag, war das ein Schock. Auch für meine Frauenärztin. Jedes Jahr war alles in Ordnung. Und dann auf einmal gleich Stufe 5. Ich wurde zur Entnahme einer Gewebeprobe in eine Tagesklinik geschickt. Dort sagte man mir, dass mein Tumor sehr ungünstig sitzt (versteckt und weit hinten). Dass es bösartig ist, erfuhr ich an dem Tag an dem wir einen Notartermin hatten. Wir wollten ein Haus kaufen, dieses Abreißen und auf dem Grundstück neu bauen. Der Arzt aus der Tagesklinik, der mir die Diagnose am Telefon übermittelte, sagte mir, dass es zwar gute Heilungschancen gibt, aber dass das nächste halbe Jahr sehr schwer wird. Daher sollten wir uns gut überlegen, ob wir kaufen oder es lieber lassen. Wir haben trotzdem gekauft. Alles weitere haben wir aber erstmal auf Eis gelegt. Zuerst wollte ich meine eigene Baustelle beenden, bevor ich die nächste anfange.

    Meine Frauenärztin ging bis dahin noch davon aus, dass es mit einem einfach "Wegschneiden" getan wäre und alles keine Auswirkungen auf geplante Kinder hätte. Leider falsch gedacht. Der Tumor war schon zu groß für die "einfache", amublante OP. So wurde ich ins MRT und CT geschickt, um zu schauen, ob es Metastasen gibt und wie groß der Tumor wirklich ist. Es waren keine Metastasen zu sehen. Danach wurde ich zu einem Spezialisten nach Hamburg geschickt, der einer der wenigen Ärzte in Deutschland ist, der eine bestimmte, gebärmuttererhaltende OP (Trachelektomie) durchführen kann. Dies wird bei Patienten gemacht, die noch keine Kinder haben und sich welche wünschen. Leider zu spät auch dafür. Der Tumor war auch dafür minimal zu groß. Mir wurde eine experimentelle, neoadjuvante Chemotherapie angeboten, um den Tumor so zu verkleinern, dass anschließend die Trachelektomie gemacht werden kann. Alternativ wollte man eine totale Hysterektomie durchführen und mir meine Gebärmutter somit komplett entnehmen. Damit wäre die Sache gegessen gewesen... Dachten wir... Ich entschied mich gegen die experimentelle Chemo und für die Gebärmutterentfernung. Die ganzen "hätte, könnte, wäre, wenn" und Nebenwirkungen, die man später noch bekommen kann, waren mir zu unsicher. Eventuell wären alle Strapazen umsonst gewesen... Das war es mir nicht wert.

    Bei der OP zwischen Weihnachten und Neujahr wurden zuerst Wächter-Lymphknoten entnommen. Im Schnellschnitt waren diese frei von Metastasen. So wurde direkt die Gebärmutter entfernt. Man nannte mich Kampfsau und ich durfte das Krankenhaus noch an Silvester verlassen (nach 3 Post-OP-Tagen), weil ich schon wieder total mobil war. Lediglich der Katheterwar noch da. Ich musste das Pipimachen erst wieder lernen.

    Eine Woche später rief das Krankenhaus an. Mit einer Nachricht, die mir dann komplett den Boden unter den Füßen wegriss. ;( In der Pathologie kam heraus, dass doch ein Lymphknoten Mikrometastasen aufwies. Folge: eine bevorstehende Strahlen-Chemo-Therapie. 28 Bestrahlungen, verteilt auf 5 Tage pro Woche zzgl. eine Chemo pro Woche.

    Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte und gemerkt habe, dass ich dort, wo ich dann in Behandlung war, sehr gut aufgehoben bin und sich auch die Chefärzte wirklich Mühe gaben, kam meine positive Energie zurück. Ganz nach dem Motto "das machen wir jetzt eben noch schnell hinterher, kein Problem". Ich muss gestehen, dass das nur ungefähr bis zur Mitte der Behandlung hielt. Ab dann hatte ich viele Probleme mit Darm, Müdigkeit, Schlappheit, Entzündungen im Mund usw. Ich merkte auch, welche Nebenwirkungen erst die OP und dann noch die Bestrahlung.

    Aufgeben oder Abbrechen war trotzdem nie eine Option (auch wenn mir oft wirklich danach war).

    Danach musste ich 2-3 Wochen warten, bis ich eine Reha anfangen durfte. Diese wollte ich anfangs gar nicht, war aber doch froh, dass ich mich dazu hab überreden lassen. Ich wollte eigentlich nur endlich mein Leben zurück haben. Die Reha hat mich aber soweit körperlich wieder aufgepäppelt, dass ich schnell fit wurde.

    Direkt im Anschluss habe ich eine Engliederung bei meinem Arbeitgeber gemacht. Seit Mitte Mai bin ich nun wieder Vollzeit arbeiten.

    Auch ich habe immer noch ziemliche Beschwerden manchmal (Darm und GV). Aber ansonsten ist fast alles wie vorher. Nur Kinder können wir keine mehr bekommen. Dann holen wir uns eben irgendwann Hunde. :-) Oder gehen andere Wege... Das kann ich alles noch nicht sagen. Wir reißen jetzt erstmal das Haus ab und bauen neu. Danach sehen wir weiter.


    Dennoch bin ich eigentlich positiv denkend. Trotzdem ich ständig immer wieder "eins in die Fresse" bekommen habe. Ich habe gelernt, die Zeit, die ich habe, zu nutzen. Mit schönen Dingen. So oft es geht, sitze ich draußen und lese:read:, unternehme viele tolle Sachen mit meinem Partner oder meinen Freunden. Ich habe gelernt, dass ich die schönen Sachen nicht auf später verschieben sollte, sondern sie einfach machen sollte. Irgendwie hatte es also doch etwas gutes. :)


    Ich wünsche mir sehr, dass ich mit meiner Geschichte auch die anderen zum positiven Denken motivieren kann. :)


  • Hallo zusammen,


    Ich bin 31Jahre alt, war 30 Jahre bei Diagnosestellung habe einen G3 stark hormonabhänig ich hatte nur 2 Micrometastasen in den zwei Wächterlympfknoten. Ich bin glücklich verheiratet und wir habe Zwei toll Kinder 4 und 2Jahre. Meine Familie und wahren Freunde sind immer für uns da unterstützen uns wirklich. Auch ich habe etwas Angst vor der Zukunft, meine Mutter ist auch mit 41 an Krebs gestorben..... aber ich glaube Vasi es gibt in der Krebsforschung immer Fortschritte und außerdem versetzt der Glaube auch Berge. Wir werden noch lange Leben alles gute Euch!!

    Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und bleibe für immer bei meinem Gott!

  • Hallo zusammen,

    ich bin 35 und habe Anfang des Jahres die Diagnose Brustkrebs bekommen. Stecke jetzt mitten in der Chemo und der erste Schock hat sich schnell gelegt. Trotzdem kommen immer mal wieder unerwünschte Gedanken wie...Warum ich....Warum so früh....Wie lange darf ich für meinen Sohn da sein...

    Wie geht ihr mit so etwas um?

    Klar, die Diagnose ist immer furchtbar, egal wie alt man ist, trotzdem ist es finde ich nochmal etwas anderes, wenn man eigentlich noch eine Großteil vor sich hätte.

    Glg

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: Themen zusammengeführt

  • Hi SanNiH Sann


    Ich hab vor 13 Monaten mit 26 die Diagnose Brustkrebs (triple negativ, 5cm mit LK-Befall) bekommen. Ich hatte 16 Rubden Infusionschemo (EC, Paclitaxel,Carboplatin), brusterhaltende OP, 36 x Bestrahlung. Momentan bekomme ich noch eine Tablettenchemo, fange aber bald wieder das Arbeiten an.


    Niemand in meiner Familie hat oder hatte Krebs, mein Gentest war entsprechend negativ. Tjoar, voll ins Klo gegriffen, mhm? Aber die meiste Zeit denk ich da gar nicht so dran. Es nützt ja nix. Ich wüsste natürlich gerne, woher der Mist kommt. Aber erfahren werde ich es wohl nie. Ein Mix aus Pech, äußeren Einflüssen und Genetik wird wohl Ursache des Dramas sein.


    Momente wie "warum ich?" hatte ich eher selten. Es nützt mir nix, meine Zeit an solche Gedanken zu verschwenden. Klar sind da Ängste, klar schaut man manchmal furchtbar neidvoll auf das Glück anderer. Aber auch das bringt einen auf Dauer ja nicht weiter. Stattdessen versuche ich, die guten Dinge zu genießen und mir immer wieder vor Augen zu führen, wie viel Glück doch am Ende doch im eigenen Leben steckt.

    Ich hab den besten Partner der Welt, einen sicheren Job mit netten Kollegen. Kann mir über kurz oder lang die meisten meiner Wünsche erfüllen und bin (bis auf den Krebs) ein gesunder, junger Mensch. Ich werde nie reich sein, im Luxus schwelgen, aussehen wie Heidi Klum (zu viele Zentimeter in die falsche Richtung). Aber hey, das ist okay so.

    Ich habe Glück, weil ich bei Diagnose keine Fernmetastasen hatte. Das ist noch lange nicht selbstverständlich. Ich habe Glück, weil ich hier in meinem Heimatland medizinisch gut versorgt werde. Und wenn ich in ein paar Jahren das Privileg genießen kann, meinen 30 Geburtstag zu feiern (während alle anderen immer nur übers Älterwerden jammern), dann kann ich mit Stolz sagen, dass ich der größte gottverdammte Glückskäfer bin, der mir je begegnet ist.


    Ich bin dem Krebs nicht dankbar oder so. Aber der Mist ist nunmal ein Teiö von mir. Krebs ist man selber. Mein Körper, meine Zellen, die da außer Rand und Band geraten sind. Und ich hab mir felsenfest vorgenommen, aus der Nummer wieder gesund rauszukommen. Ich will krebsfrei sein und bleiben. Weil ich das Leben liebe und einfach noch nicht fertig bin damit.

    Sterben müssen wir alle mal. Ich jätt bis dahin einfach gerne nur mehr Zeit. Viel mehr Zeit. Wenn mein Körper also meint, er muss den Selbatzerstörungsmechanismus anwerfen, dann wäre ich ihm sehr verbunden, wenn er damit noch 50, 60 Jahre warten würde. Und bis dahin genieße ich das Leben, wo es geht.

    Die Zeit läuft und NIEMAND weiss, wie lange einem bleibt. Also sollten wir doch einfach das Beste draus machen, oder?

  • SanNiH  

    Das hast du wahnsinnig gut geschrieben und zusammengefasst und ich ziehe meinen Hut vor Dir.

    Du machst uns allen Mut auch uns den älteren Semestern und Deine Einstellung kann nur gut für uns alle sein.

    Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und das Du weiterhin so positiv bleibst dann hat der Mistkerl keine Chance.

    Liebe Grüsse

    Steffi:hug:

  • Liebe SanNiH

    ich verweigere mich der Warum-Frage immer wenn sie kommt. Dann erkläre ich mir wieder, das die Frage mit nichts bringt, weil ich die Antwort nie wissen werde und die auch nichts ändert. Und dann denke ich über das „Wie“ und „Was?“ weiter nach. Was kann ich jetzt tun, wie kann ich jetzt mein Leben gestalten? Was ist mir jetzt wichtig? Was mache ich aus der Situation?


    Die andere Übung finde ich, mir die Zukunft nicht negativ auszumalen. Im Moment mache ich das noch hauptsächlich so, dass ich gar nicht so weit denke. Stecke noch so in der Chemo, dass ich damit so beschäftigt bin, dass erst allmählich mehr Gedanken an die Zukunft kommen. Dann versuche ich vor allem schöne Plane zu entwerfen. Was will ich nächstes Jahr machen, was zuerst! Was kann ich teilweise schon jetzt machen? (Wanderrouten in Schottland rausfinden z.B. und nächstes Jahr wandere ich dann)


    Ganz lieben Gruß

    Lian

  • Kajuscha

    Ich finde deine Einstellung echt toll!

    Danke euch für eure Tips und aufmunternden Worte. Meistens geht's mir auch ganz gut mit der Diagnose, nur ab und zu ( meistens am Tag vor der Chemo ) holt es mich dann wieder ein.

    Das mit dem Plänen ist eine gute Idee und das werde ich versuchen, wenn ich mal wieder so einen doofen Moment hab. Dann wird also der Urlaub fürs nächste Jahr geplant:):):)

  • Als ich meine Diagnose bekommen habe und in der OP Vorbereitung war, hat meine Mutter sich in der Beisammensein der Brustschwester ausgeweint, wieso gerade ich den Brustkrebs habe. Keine in der Familie war betroffen. Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, das ich eine Genmutation vom Vater geerbt habe. Zu ihm (ist schon verstorben) und seiner Verwandtschaft hatte ich keinen Kontakt, seitdem ich 3-4 Jahre alt bin. Die Brustschwester hatte meine Mutter gesagt, fragen sie sich nicht "warum sie", sondern finden sie sich damit ab. Die anderen wäre auch nicht über so eine Diagnose begeistert. Sie haben nun mehr Glück. Die Art und Weise wie sie das sagte, deutete darauf hin, dass es nun mein Schicksal sei. Ich war ehrlich gesagt, innerlich empört. Ich wünschen keinem Mensch der Wert diesen Horror zu erleben, aber einfach einzunehmen war mir schwer. Jeder menschliche Körper kämpft Tag für Tag mit Krebszellen. Leider haben sie mein Immunsystem dabei überlistet. Das ist ein Teil der Evolution, nur der angepassterer oder stärkerer kommt durch. Schrecklich, aber leider Tatsache. Später habe mir meine Mutter angesehen und dachte Gott sei dank nicht sie. Meine Mutter steckt schnell den Kopf in den Sand und ignoriert Probleme aller Art, besondern die über ihre Gesundheit. Ich dachte, ich bin stärker, ich schaffe das und wenn nicht, dann zumindest habe ich Mut, meine Familie drauf vorzubereiten. Ich hatte damals sehr viel Angst, die Stangig Untersuchungen standen noch bevor. Ich war sehr erleichtert, dass als ok war. Seitdem versuche ich vorsichtig, positive und angenehme Ziele zu erarbeiten. Ab und zu kommt bei Angst wieder. Besonders wenn ich mir meine kleine Tochter anschaue und ich sage, lieber Gott bitte nicht meine Tochter. Ich habe alle Glück der Welt, einen liebevollen und verständlichen Mann zu haben. Ich weiß nicht wie, aber er sieht und spürt solche Angstmomenten und versucht mich positiv einzustimmen. Wir werden das gemeinsam schaffen.

    Evolution hin oder her, ich werde bis zum Schluss kämpfen, mein Leben genießen und später mit meiner Tochter die Untersuchungen durchstehen. Mein Leben werde ich entschleunigen. Irgendwie habe ich auf meine Arbeit wenig Lust. Aufgeben werde ich sie nicht. Ich mag sie sehr und liebe meine Kollgen. Nur hat sie keinen großen Stellenwert mehr. Zu viel Stress. Dieses böse Wort werde ich versuchen zu streichen. Familie und Entspannung sind wichtiger. Nun muss ich zu meiner 4 EC.;)

  • Hallo zusammen,


    dann reihe ich mich hier auch mal ein. Ich bin jetzt 37 und hatte mit 32 die Diagnose malignes Melanom. Da war ich gerade zwei Monate mit meinem Freund zusammen. Jetzt sind wir seit zwei Monaten glücklich verheiratet. :love:

    Kinder waren also vorher noch nicht wirklich ein Thema und jetzt schwanke ich so hin und her. Irgendwie traue ich mir die zusätzliche Belastung noch immer nicht zu. Ich bin froh, wenn ich irgendwie neben der Arbeit den normalen Haushalt hinbekomme.


    Diese Warum-Fragen sind mir irgendwie nie gekommen. Es gibt ja auch einfach keine Antwort darauf. Keiner will eine solche Krankheit haben, egal, wie alt man ist. Und da hatte es halt auch mich erwischt.

    Ich versuche, immer das beste aus der momentanen Situation zu machen. Vollzeit arbeiten geht nicht, also suche ich mir eine Teilzeitstelle. Was die Zukunft mir bringt? Keine Ahnung. Aber wer weiß das schon?

    Ich mache, wonach mir gerade ist und wozu ich Lust habe. Sport und Musik sind da meine Steckenpferde. Und natürlich Unternehmungen mit meinem Mann. Wir wollen die Zeit, die wir miteinander haben, auch nutzen und nichts auf "irgendwann mal" verschieben.

  • Hallo ihr Lieben,

    Ich gehöre auch dazu. Bin 33, habe 2 kleine Kinder, und seit dem 12.11.die Diagnose Brustkrebs. Triple negativ, g3, Größe 2,7 cm.

    CT war ohne Befund. Chemo beginnt vermutlich nächste Woche. Mir geht es gerade sehr schlecht, weil ich Angst habe, meine Kinder nicht aufwachsen zu sehen. Ich möchte mindestens noch 20 jahre leben, wenn nicht sogar länger ;(


    LG, Anna

  • Hallo liebe Anna25 ,


    ich bin 32, habe einen Sohn der jetzt 3 Jahre alt ist. Deine Gedanken kann ich so gut nachempfinden. Ich dachte mein Sohn kann nicht ohne Mama aufwachsen. :cursing:


    Stehe jetzt kurz vor der Bestrahlung. Chemo und op habe ich bereits hinter mir.


    Es ist wirklich alles gut zu schaffen:hug: und so viel Zeit wie in diesen Sommer hatte ich seit langem nicht für meinen Sohn und für mich :). So blöd es klingt aber man muss auch das gute sehen, mir hat es zumindest geholfen. Ich sage mir, ich habe diese Krankheit bekommen damit ich mich auf das wichtige im Leben konzentriere und dafür Zeit habe.. ob es stimmt keine Ahnung aber das ist die einzige Erklärung die ich zulasse ;).


    Es werden auch bei dir mehr gute als schlechte Tage kommen ein Schritt nach dem anderen und du wirst sehen auch du wirst positiv in die Zukunft mit deinen 2 süßen schauen.


    Fühl doch gedrückt

  • Liebe Anna25

    Ich kann dich so gut verstehen.

    Ich bin 33 und meine Tochter ist 1. Bei der Diagose war sie 8 Monate. Ich war völlig fertig, auch weil es erst hieß, ich hätte Metastasen in der Leber. Das hat sich aber mittlerweile als falsch herausgestellt:)


    Während der Chemo waren mein Kind und mein Hund auf der einen Seite zwar anstrengend, auf der anderen aber auch die beste Motivation, sich nicht hängen zu lassen, raus zu gehen und zu lachen.


    Die Angst ist vorhanden, aber lass sie nicht die Oberhand gewinnen. Denn es bringt nichts....überlege mal, du wirst wieder gesund und dann schaust du zurück und denkst, oh Mann, die ganze Zeit hatte ich Angst und hab so viel Energie auf diese dunklen Gedanken verschwendet....


    Ich weiß, es ist schwer und manchmal muss man es rauslassen, das ist auch wichtig. Aber du wirst noch viele schöne Tage mit deinen Kindern erleben!


    Fühl dich umarmt:hug:

  • Hallo ihr Lieben,


    Ich schließe mich hier an. Ich bin 31, habe einen Sohn 2 1/2 und eine 5 Monate alte Tochter. Ich habe gestern die Diagnose bekommen. Morgen folgt CT und Port und dann schauen wir weiter wurde mir gesagt. Ich habe im Moment noch gar keine Ahnung was da jetzt alles auf mich zu kommt. Und auch mein erster Gedanke war - ich möchte meine Kinder aufwachsen sehen! Die Angst in nächster Zeit vielleicht sterben zu müssen überwiegt bei mir im Moment noch alles andere. Ich hoffe ich kann hier durch eure Beiträge und Erfahrungen etwas Mut bekommen... Im Moment ist alles noch so unwirklich für mich... :(