Krankenhausfrust

  • Ich liege in einem Einzelzimmer, darf nicht raus, weil ich vielleicht doch noch einen krankenhauskeim habe (der ist zwar im letzten KH negativ getestet worden, aber das reicht nicht aus). Alle zwei Tage kommt der Arzt vielleicht mal vorbei. Pleger oder Schülerin so ca. 3 x pro Tag, die mir Blutdruck und Puls messen und immer sehr dramatisch sind weil sich beides schlecht tasten lässt. Fragen kann man die nicht, weil ich auf der Isolierstation statt auf der Leukämie-Station bin, wo ich eigentlich hingehören würde. Auf die Psychoonkologin warte ich noch.


    Ich habe mir Bücher mitgebracht, Dinge zum beschäftigen wie Mützenhäkeln usw. aber langsam werde ich gefühlt wahnsinnig.
    Ich bin zwar in der Aplasie aber mir gehts körperlich gut. Ich warte auf Ergebnisse und darauf dass die Zeit vergeht.


    Was habt ihr so im Krankenhaus gemacht? Hat jemand eine Idee? (Ich mache gerne Dinge "mit den Händen" und selber ...)

  • Hallo wolke!!!


    Bei einem längeren Krankenhausaufenthalt ist es schwer sich zu beschäftigen.
    Ich habe immer viele Rätsel gemacht,telefoniert,SMS geschrieben oder habe mir Bastelsachen bringen lassen und habe dann "Grusskarten" selbst gestaltet...aber bei einer längeren Zeit alleine im Zimmer wird man wohl echt wahnsinnig.
    Schlafen kann man bei der Hitze auch nicht richtig und tagsüber sollte man eher wach bleiben,sonst kann es eine lange Nacht werden.
    Klingel doch öfters mal nach dem Personal und Ärger die Schwestern ein bischen....war nur en Spass...
    wünsche Dir,daß die Zeit rasch vorrüber geht und du danach kraftvoll in dein altes Leben starten kannst!
    Liebe Grüsse
    danker27

  • Hallo Wolke,


    bei uns im Krankenhaus gab es mehrere Möglichkeiten, an Bücher zu kommen. Ich habe mir nie eigene Literatur mit. Wenn es mir nicht übel war, kam eine Seelsorgeschwester und ein Besuchsdienst ans Bett. Da mein Krankenhaus sowohl über einen kleine Bibliothek als auch ein Regal für Bücherspenden hatte (dort konnte man für 50 Cent oder freiwillig auch mehr Bücher kaufen). Ich habe mich immer überraschen lassen, was die Damen mir mitgebracht haben. Als es mir besser ging und keine Leukogefahr bestand, bin ich auch selber da hin und hab mir aus dem Bauch heraus, etwas besorgt. Meist hatte es mit meinen Gedanken im Bett zu tun, mit meiner Traurigkeit, was auch immer. Einmal habe ich einen regelrechten Glücksgriff gemacht und in einem Buch von 1952 zwischen den Seiten ein gepresstes, vierblättriges Kleeblatt gefunden. Das hat mir irgendwie gutgetan. Schöne Musik hören hat mir auch toll geholfen. Radio und Fernseher wollten ich nie hören und sehen. Ich war auch meistens in einem Einzelzimmer und ich habe viel nachgedacht, natürlich nur, wenn es mir gut ging. Dann habe ich mir über die Handynotizfunktion oft Gedanken notiert. Einfach Listen erstellt. Warum es sich eigentlich lohnt, zu überlegen. Klar will das jeder, aber warum eigentlich. Denke nach und liste jeden einzelnen Grund auf. Diese Listen sehe immer immer mal wieder an, wenn es mir wieder schlecht geht. Dann: Was will ich unbedingt noch erleben, machen, tun? Wer ist mur wichtig im Leben und warum? Liste alle Namen auf. Du wist sehen, dass Du damit eine Weile beschäftigt bist und Dir warm ums Herz wird. Liste Deine Fehler auf, das ist auch ein Ansatz, wenn auch kein so erbaulicher. Was machst Du eigentlich gerne. Was möchtest Du schönes tun, wenn Du aus dem Krankenhaus entlassen wirst. Auch weinen hat mir geholfen, in der Krankenhauskapelle oder im Zimmer. Vielleicht konnte ich Dir ein wenig helfen. Lg camino

  • Sorry für die vielen Fehler. Ich muss mich noch mit meiner Diktierfunktion (ipad) anfreunden. Sie versteht wohl nur teilweise Schwäbisch und vor allem Fragezeichen scheinen ein Problem zu sein...

  • @camino: danke für die Listenidee. Ich habe die meisten schon gemacht - bis auf meine Fehler. Heute habe ich mir aufgrund deiner Anregung aus dem Netz ein paar Fragen für Listen geladen ... mal sehen.


    Ich habe nochmal über meine eigene Frage nachgedacht. Ich glaube es ist so schwierig, weil ich die Zeit irgendwie sinnvoll nutzen möchte und nicht so genau weiß, was sinnvoll ist. Manchmal lebe ich im Moment, wenn ich z.B. die Natur vor meinem Fenster beobachte, manchmal schafft es ein Buch mich zu fesseln, manchmal kann ich was aufschreiben, manchmal finde ich es sinnvoll eine Mütze zu häckeln und es macht mir Spaß. Aber dann denke ich wieder, wenn ich nun im Moment wäre, wäre ich gerne im Garten mit meinen Kindern, würde mit ihnen sprechen und spielen, Fotos machen und mit ihnen sein. Das würde sich sinnvoll für mich anfühlen.
    Ich weiß nicht genau wie es weitergeht. Wie lange ich hier sein muss, wie die Therapie wirklich anschlägt ... Was ist sinnvoll in einer Zeit in der man nicht weiß, wie es weitergeht und in der immer vom "im Moment leben gesprochen" wird, wenn man in dem Moment im Krankenhaus liegt?


    Aber das sind meine trüben Gedanken. Es gibt so viele Ideen für das "danach", was ich ändern will, was ich weiter so leben will, tausende von Gründen warum es sich lohnt zu leben. Ich habe so viele Pläne. Was soll ich nun mit den Momenten hier machen? Eigentlich nichts, was jemand anders wohl beantworten kann ... Ich glaube, ich schreibe das nur, weil ich fragen wollte ob es jemand ähnlich geht/ging?

  • Hallo Wolke!


    Ich kann das so gut nachvollziehen, war während meiner Chemo-Zeit mehrfach krank und musste isoliert werden.
    Lesen, Teddy nähen, telefonieren, mal fernsehen, Musik hören, aber irgendwie wollte der Tag nicht vorbeigehen.
    Da kommen die traurigen Gedanken ganz automatisch.
    Wie auf Bestellung kam dann immer eine Dame vom christlichen Besucherdienst und wir haben einfach nur geredet.
    Das war toll.
    Kannst du jemanden anrufen, wenn Du traurig bist????
    Ich hatte unsere Fotobücher mit von unseren Urlauben. Das hat mir immer gutgetan, weil ich dann dachte,
    bald kannst Du das wieder machen.
    Die Isolation ist deshalb so schlimm, weil frau von derAaußenwelt abgeschottet ist und niemand richtig zum reden hat.
    Du kannst uns aber auch Deine Gedanken hier im Forum mitteilen. Da bekommst du auf jeden Fall Antworten.


    Mitfühlende Grüße


    Gabriele

  • Hallo zusammen,


    hmm, da falle ich wohl gewaltig aus dem Rahmen denn ich war im Krankenhaus immer froh wenn ich alleine auf dem Zimmer war und die Schwestern waren auch so lieb dafür zu sorgen dass ich möglichst alleine lag.


    Für mich war es deshalb so gut weil ich dann meinen Gedanken nachhängen konnte, den schönen ebenso wie den traurigen und beängstigenden weil ich mir sagte dass sie mich eh´alle irgendwann einholen würden wenn ich sie nicht zulassen würde. Und wenn die beängstigenden Gedanken drohten übermächtig zu werden dann habe ich mich mit den Krankenhausseelsorgern unterhalten die sich immer sehr viel Zeit für mich genommen hatten wofür ich sehr dankbar bin.


    Wenn ich mal was ganz Anderes machen wollte dann habe ich Sup**Ma*** auf dem gameboy gespielt, Musik gehört oder ferngesehen, zum Lesen fehlte mir damals leider die Konzentration.


    Liebe Grüße von der Branwen

  • Liebe Wolke,


    oh ja, ich verstehe dich nur zu gut. Als ich im Krankenhaus war konnte ich immer nur denken, wenn ich hier wieder raus bin, wenn ich die Therapie überstanden habe, wenn ich wieder dies und jenes tun kann - dann werde ich ... Das Leben im Moment erschien mir so wenig attraktiv und fiel mir unglaublich schwer. Beim fernsehen oder lesen schwenkten meine Gedanken immer wieder ab. Ich brauchte etwas, womit mein Gehirn wirklich ernsthaft beschäftigt war, Sudoku z.B., da konnte ich mich dann zumindest eine Zeit lang drauf konzentrieren. Die "Listenidee" finde ich klasse, schade, dass mir die damals nicht gekommen ist.


    Am allerbesten haben mir immer noch andere Menschen geholfen, Mitpatienten, der Besuchsdienst im Krankenhaus, Freunde und die Familie, einfach nur reden. Für dich ist es natürlich sehr hart, wenn du isoliert bist und keinen Besuch haben darfst. Da bleibt dann nur telefonieren, SMS usw. - hast du es schon mal mit dem "altertümlichen" Briefe schreiben versucht? Das find ich z.B sinnvoll, weil du tust etwas für dich und für die anderen. Denn die meisten Menschen freuen sich echt über einen schönen, handgeschriebenen (vielleicht noch ein wenig verzierten?) Brief - im Zeitalter von Computer und Handy.


    Ich denk an dich!
    Liebe Grüße von der Jo

    "Wege entstehen dadurch, dass man sie geht."

    - Franz Kafka -


  • Hallo Wolke,


    Hast Du ein Malprogramm auf Deinem Pad? Damit kann man sich auch beschäftigen. Oder ein Tagebuch schreiben, mit schönen Bildern aus dem Internet. Camino hatte ja auch echt tolle Ideen.
    Ich konnte immer nur kurz mich auf eine Sache konzentrieren. Es dauerte nie lange, bis mich die Gedanken einholten: was wird pssieren, wenn....
    Mit meiner Tochter machte ich früher im Auto immer ein Spiel. Ich habe mir etwas vorgestellt, habe es mit einem Satz begonnen und sie musste Fragen stellen. Ich durfte dann nur mit "ja" und "nein" antworten.
    Also: es ist grün und hat vier Beine....

    Liebe Grüße aus dem wunderschönen Hessenland, heidih57



    Glück liegt nicht darin, dass man tut, was man mag,
    sondern dass man mag, was man tut.
    James Matthew Barrie

  • Hallo Wolke,
    ja diesen Frust kenne ich auch. Bin damals durch die Chemo und die total verschwundenen Leukos zwei mal in den Genuss von "Zimmerarrest" (Umkehr-Isolation) gekommen, allerdings durfte man da noch auf Abstand und mit Mundschutz Besuch empfangen. Aber es war auch Sommer :hot: uff. Mir ging es dann meistens aber auch nicht so besonders. Daher hab ich dann einfach die Tage verdöst und manchmal einfach nur die Flugzeuge gezählt, die vorbei geflogen sind. Das war damals sooo beruhigend, fast schon meditativ. Kann mir aber schon vorstellen, wenns Dir ansonsten gut geht, ist das schon richtig frustig.


    Meine lieblings Ablenkung und Erfrischung waren definitiv die Gidget-Filme: Das ist so eine Film Reihe vom Ende der 50er Jahre über ein Surfer-Mädchen und ihre Erlebnisse und Abenteuer in Malibu. Das war so schön leicht und erfrischend. Sommer, Sonne, Strand Surfen und natürlich "Moondoggie" ihre grroße Liebe. Ich habs dann die Zeit über gemacht wie Gidget -mich einfach mal treiben lassen. Ist bestimmt Geschmackssache, aber hier kannst ja mal reinschauen: http://www.youtube.com/watch?v=BmVxuUDxU6E&list=PLFCCB7B88DC877AB0


    Und Du schreibst ja Du machst gerne was mit den Händen. Kennst Du schon Fingerstricken? Das ist total einfach und geht ganz schön schnell. Schau mal hier: http://www.youtube.com/watch?v=NulgNzKp1LY


    Hoffe Du bringst die Tage gut herum und kommst bald raus :thumbsup:
    Schau mal ich zähle gerade 7 Besucher, ein Hoch auf die Technik. Hast Du eigentlich skype? Das könnte ja auch ganz witzig sein mit Bekannten und
    Verwandten?


    viele liebe Grüße
    Madita


    Und zu Heidihs Spiel: Ist es glitschig? :D

    „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Franz von Assisi

    Einmal editiert, zuletzt von Madita ()

  • Ne, wolke, so geht das nicht ;), Du liegst ja bei der ersten Fage schon richtig! Klar, es ist kein grün angestrichener Gartentisch, sondern ein Frosch!
    Jetzt bist Du dran...

    Liebe Grüße aus dem wunderschönen Hessenland, heidih57



    Glück liegt nicht darin, dass man tut, was man mag,
    sondern dass man mag, was man tut.
    James Matthew Barrie

  • Uff seit heute geht es mir psychisch besser - ich bin auf die normale Station verlegt worden, ich darf raus, zur Kunsttherapie und zum Frühstücksbuffet... (kleine Freude) :) Sie haben nämlich endlich getestet, dass ich den Keim (der im letzten KH schon weg war) nicht da ist :wacko:


    Es ist Lang, dünn und weiss-gelblich ... ;)

  • Liebe Wolke,


    das sind ja wirklich gute Neuigkeiten, dass Du jetzt auf der Normalstation bist, zur Kunsttherapie kannst und einfach wieder unter Menschen bist.


    Natürlich ist's daheim immer noch viel schöner als im Krankenhaus. Aber Du weißt ja, dass es notwendig ist, dort zu sein. Und immerhin hast Du ja ein ganzes Stück an Freiheit zurück.


    Ich freue mich für Dich!!!


    Viele Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Ach Wolke,


    Das sind ja gute Nachrichten. Das glaube ich Dir, dass es Dir jetzt besser geht. Und irgendwann sagst Du dem ganzen Haus ' Auf Wiedersehen'.


    Lang, dünn und weiß-gelblich: (hört sich irgendwie eklig an) ist es ein Tier?

    Liebe Grüße aus dem wunderschönen Hessenland, heidih57



    Glück liegt nicht darin, dass man tut, was man mag,
    sondern dass man mag, was man tut.
    James Matthew Barrie

  • Ihr Lieben! Ich möchte aus aktuellem Anlass diesen Thread wiederbeleben und gerne eure Ansichten dazu hören: Sonne69 weiß, dass ich in dieser Woche erneut an der Schilddrüse mit Verdacht auf ein Rezidiv operiert worden bin. Inzwischen ist alles soweit gut; ich wurde heute entlassen und sitze tippend auf meiner Couch, habe mich schon sooo nett mit der lieben Sonne69 per WhatsApp ausgetauscht und brauche eigentlich nur noch auf ein Verheilen der Wunde und einen histologischen Befund, der sagt, alles sei gut, zu warten. Aber etwas treibt mich um: Meine Erlebnisse während des KH Aufenthalts standen dieses Mal von Beginn an unter einem seltsamen Stern und machen mich immer noch wütend, und ich weiß nicht, ob ich wie eine verwöhnte Göre überreagiere oder mich doch im Nachhinein noch beschweren soll, um es loszuwerden:

    Es fing schon bei der Aufnahme an: die schicke Station im Hy..st.. in Essen kenne ich vom letzten Mal, Lounge als Empfangsbereich, eine Schwester empfängt mich beim Betreten um 7.40 Uhr mit den Worten, ich sei sofort dran mit der OP , aber es sei noch kein Zimmer frei. Ich solle mich im Schwesternzimmer umziehen, meine Plönnen dort liegen lassen und dann hopp.... Sie drückt mir diesen offenem Kittel, die Netzhose und eine Einlage in die Hand und dirigiert mich in Richtung Schwesternzimmer. Ich schwanke zwischen Protest - meine Wertsachen...???? - und dem Gefühl, froh sein zu müssen, dieses Mal nicht nüchtern bis 16 Uhr auf die OP warten zu müssen... Da kommt meine Rettung- das Bett in meinem Zimmer ist nun bereit. Im Zimmer ziehe ich mich gerade aus, da kommt die Dame mit dem Essensplan und bittet mich, schnell noch für die nächsten Tage die Menüs auszuwählen. Meine Brille liegt bereits in der Schublade- gleichzeitig kommt der Pfleger, der mich in den OP führen soll - ich muss nämlich laufen- und drängt mich, mich zu beeilen. In diesem Moment saust meine Zimmermitbewohnerin ( und spätere Erzfeindin) mit einem gemurmelten "Guten Morgen " ins Bad. Ich wollte vor dem Eingriff unbedingt und soo dringend noch aufs Klo gehen... Also fülle ich, während das Hemd meinen Hintern mit dem Netzschlüpper beim Bücken über das Blatt freigibt, auf Verdacht diesen Essenszettel auf- lesen kann ich ohne Brille nicht viel - hoffe auf eine schnell frei werdende Toilette und sehe den ungeduldigen Pfleger im Zimmer auf und ab gehen. Im Bad geht die Dusche an ...also laufen der Pfleger und ich los- meinen Bademantel konnte ich noch schnell aus dem Koffer fischen - und ich darf auf dem Weg zum OP Bereich noch an einer "öffentlichen " Toilette" Halt machen. Die nächsten 4 Stunden verschwimmen im Dunkeln, bis ich wieder aufs Zimmer gefahren werde und dort auf meine - nun hat sie den Status erreicht - Erzfeindin treffe, die gerade ihre halbstündige Gymnastik beginnt. Während der folgenden 3 Tage bis zur Entlassung traktiert sie mich mit ALLEN Details ihres 53 jährigen Lebens, Krankengschichte- Ehe- Scheidung- Kind- Beruf- Hobbies- Einkauf- Kosmetik - Reisen - alles dabei. Es gibt KEIN Entkommen - sie ist taufrisch, topfit und wartet auf ein Brustimplantat. Selbst wenn ich mir in meiner Verzweiflung den Kopfhörer aufziehe und vortäusche, fernzusehen, redet sie weiter. Viermal täglich vollzieht sie, an ihr Bett geklammert oder auf dem Bett herumturnend, mindestens halbstündige Gymnastikeinheiten, die letzte jeweils abends so um 23 Uhr, um anschließend schnaufend und verschwitzt erst mal ausgiebig zu duschen. Morgens um 6.30 Uhr schellt ihr Smartphonewecker für die erste Sporteinheit des Tages.... Ich weiß seitdem, dass ich DEFINITIF zu einem Mord fähig wäre - aber nicht, ob dieses Verhalten einer Mitpatientin Anlass für eine offizielle Beschwerde sein kann. Man will ja nicht als kleinlich gelten und mir fehlen glücklicherweise weitere Krankenhauserfahrungen als Vergleich. Jetzt bin ich ja auch zuhause - Aber ich habe so eine Mordswut in mir... :cursing: immer noch- sowohl über den Empfang als auch über diese Person. Was meint ihr?

  • Liebe Mariana , das geht ja gar nicht!

    Unfassbar und eine Zumutung, sowohl vom KH Personal als auch deiner Zimmernachbarin.

    Ich würde mich noch formell beschweren. Der Modus, dass du quasi von der Straße weg , in den op musstest, geht ja gar nicht..


    Das KH Personal hätte während deines Aufenthaltes dafür sorgen müssen, dass deine Zimmernachbarin normal und rücksichtsvoll benimmt.

  • Ich denke nicht, dass das Verhalten deiner Zimmernachbarin ein Grund zur Beschwerde ist. Zumal du ja wohl auch nicht um einem Zimmerwechsel gefragt hast. Solche Leute nerven ungemein, das weiß ich.

    Ich lag mal, als ich während der Chemo wegen Fieber ins KH mußte, mit einer Dame auf dem Zimmer, die mich auch von morgens bis abends genervt hat. Ich hab mich dann, als das Fieber nicht mehr da war, entlassen. Zwei Tage später hatte ich wieder hohes Fieber. Leider war auf der Onkologie kein Bett frei und so landete ich auf der Gastro. Da ich wegen Chemo und Antibiotikaeinnahme auch Durchfall hatte, wurde ich in die Isolierung gepackt und da lag ich dann fast 1 Woche. Ich hab mich etliche Male sehr darüber geärgert, dass ich die Dame beim ersten Aufenthalt nicht einfach ausgehalten habe...


    Die Aufnahmesituation war sicherlich nicht glücklich, ist aber leider auch keine Ausnahme. Die Betten werden in fliegenden Wechsel vergeben. Die eine ist noch nicht weg, während die nächste schon da ist. Ein eigenes Bett sollte einem im KH aber schon direkt angeboten werden. Befremdlich finde ich auch, dass man zu Fuß zum OP geht.

    LG, Angi ;)


    Läuft bei mir. Zwar rückwärts und bergab. Aber läuft.

  • Oh, liebe Mariana, so hab ich das ja gar nicht vermutet 😒

    Also ich würde auf jeden Fall diese Info los werden wollen, ich meine nicht wegen der Erzfeindin, sondern wegen dem Aufnahmeprozedere. Das geht ja gar nicht. Trotz fliegendem Wechsel in die KH Betten reden wir nicht davon, einfach mal ne Flasche umzutauschen oder einen Zahn ziehen zu lassen. Und ich finde auch, dass man vorher ungefähr wissen sollte, wann man mit der OP dran ist. Es geht um einen Eingriff, um Angst usw.

    Sicher ist das nicht die Norm, aber solche "Ausnahmen" gehen gar nicht. Da gibt's nichts schönzureden.


    Ich drücke dir die Daumen für ein Befund o.B. 🍀🍀🍀

  • Liebe Mariana ,


    da hast du wirklich Pech gehabt mit deiner Zimmergenossin, in solchen Fällen hilft wahrscheinlich nur eine Schlafbrille und große Kopfhörer, um sie wegzu'klicken', für nachts dann ggf. Ohrstöpsel.


    Leider kann das Personal da nicht wirklich was machen, die Nachtruhe scheint sie ja einigermaßen eingehalten zu haben. Rücksichtslos war sie auf jeden Fall, und nervig, es tut mir leid, dass du das aushalten musstest, statt dich erholen zu können. Ich bin sicher, dass der Pfleger die Bettnachbarin innerlich verflucht hat!


    Das mit der ersten OP und dementsprechend kein Bett frei kenn ich auch. Ich fand es eher positiv, sofort dranzukommen, weil ich auch schon mal morgens nüchtern reinkam, bis 14 Uhr nüchtern bleiben musste (allerdings mit Bett), um dann zu erfahren, dass ein Notfall reinkam und meine OP zwei Tage verschoben wurde und ich erst mal wieder entlassen wurde.


    Mit einer rücksichtsvolleren Nachbarin wär ja auch dein Gang zur Toilette problemlos gewesen, sie trägt die Hauptschuld an der Belastung für dich.

    Aber ich denke auch, dass sie fast eine Zwangsstörung hat, normal ist das nicht. Tröste dich damit, dass sie ein unglücklicher Mensch ist und dich zugeschwallt hat, um sich selbst von ihren eigenen Problemen abzulenken.


    Ich denke, zum Teil liegt der unglückliche Ablauf auch an der Coronasituation. Die OPs die überhaupt noch stattfinden dürfen, sind eng getaktet. Alles was an Personal entbehrlich ist, ist woanders. Zu Fuß zum OP geht schneller als jemanden im Bett schieben...


    Ich hoffe, du hast die unangenehme Zeit gut hinter dich bringen können und kannst dich jetzt erholen.


    Liebe Grüße,


    Hornisse447