Haare, Glatzen, Kopfbeckungen, Perücken

  • lausfehl . Ich hab mir von Anfang an einen Plan für alles gemacht auch für meine Haare . Ich lasse mir morgen von einer Freundin einen schicke kurzhaarschnitt machen . Habe die erste chemo hinter mir aber hab auch keine Lust jeden Tag ein Büschen meiner langen Haare zu ziehen . Und somit weiss ich gleich wie es aussieht und ich denke es ist nicht so krass der Übergang zur Glatze. Ausserdem möchte ich meine Haare aufheben . In einem Bilderrahmen oder so . Termin beim perücke Mann hab ich nächste Woche . Rezept gab es von der onko. Da ich schon 20 Jahre färbe und das nach Genesung nicht mehr tun will denke ich wird die nach perücken Frisur eher kurz bleiben und grau . Hör auf deinen Bauch 😉. Und haare sind für mich unwichtig geworden ich will einfach nur leben .

  • Liebe lausfehl,

    ich fand die Zeit bevor es mit dem Ausfall der Haare losging auch schrecklich. Als es dann soweit war, habe ich mir die Haare sofort abrasieren lassen. Den Tag vorher hab ich sehr vIel geweint. Aber als es dann soweit war, war es auch irgendwie erleichternd und gar nicht soooo schlimm.

    Wie Taima schon geschrieben hat, vielleicht darfst du jemanden mitbringen, der dir beisteht.

    Ich für meinen Teil trage meine Perücke so gut wie gar nicht, sondern setze Mützen auf oder binde Tücher.

    Du schaffst das auch - versuche das jetzt einfach als Phase in deinem Leben anzunehmen, deine Haare kommen wieder und es wird alles gut. 💕

  • lausfehl: Ich hatte auch Angst davor und ich muß sagen, es war schrecklich. Aber weil ich es in einer Phase gemacht habe, wo es mir nicht gut ging, psychisch, nach der zweiten EC. Das war mein persönlicher Fehler und ich würde raten, sofern es dazu kommt, die Rasur dann zu machen wenn man einigermaßen stabil ist.


    Es sind nur Haare, ja, aber es sind eben doch nicht nur Haare. Es tut weh. Ich war sehr stolz auf meine Haare und hab es auch erstmal mit Kühlhaube probiert und nach 14 Tagen der Schock.


    Ich hab auch direkt eine Perücke bekommen, aber ich tu mir da eine wenig schwer mit, auch wenn sie ganz hübsch ist und ein wenig nach mir aussieht, bin nicht ich es, Habe nie Mützen gemocht, aber jetzt find ich das echt gut, gerade auch im Winter. Und ich glaube, daß man mit der Zeit diesbezüglich auch selbstbewußter wird.


    Und ganz klar, lieber ne Glatze als tot. Da ist die Verhältnismäßigkeit dann doch lächerlich. Und: Ein absoluter Vorteil ist, keine Haare im Bad!!! Und man ist ratzfatz fertig nach dem Duschen.

    Das Leben ist ein Keks, jeden Tag beissen wir ein Stück davon ab

  • Liebe lausfehl


    Es ist natürlich ungewohnt, wenn man sich im Spiegel ohne Haare sieht, aber sie wachsen nach Ende der Chemotherapie ja wieder nach. Meine Haare sind jetzt dichter als früher und leicht gelockt. Ich habe aber immer kurze Haare gehabt, da war dann bald ein Erfolg zu sehen, ich bin auch mit nur 1-11/2 cm langen Haaren munter herumspaziert, weil mir im Sommer Tücher und Mützen zu warm wurden.


    Perücke wollte ich keine. Ich habe mir in türkischen Modegeschäften mehrere Turbane gekauft, damit ich sie farblich passend zur Kleidung tragen konnte, teilweise noch mit einem Schal drumherum. Manchmal habe ich auch aus einem großen Tuch etwas gewickelt. Bei den Türken habe ich 5-10 € pro Stück bezahlt. Vorsichtshalber habe ich sie aufgehoben, falls wieder eine Chemo fällig wird.

  • Ich habe noch meine Haare, aber hab mir auch bereits vor Beginn der Chemo eine Perücke aus Kunsthaar gekauft. Mein Mann war mit und der Termin hat 2 Stunden gedauert.
    Ich hab mich gegen Echthaar entschieden, weil ich es Wahnsinn finde für die kurze Zeit so viel Geld zu bezahlen, aber vor allem, weil Echthaar ja wieder so viel Pflege braucht wie normales Haar. Das Kunsthaar ist immer gestylt so lange man nicht den Backofen öffnet und Hitze dran kommt, wird einmal pro Woche gewaschen und trotzt jeglichen Wetterbedingungen.


    Mir ging es wie Taima beim Kauf. Wir hatten so viel zu lachen. Mein Mann mag gerne Frauen mit langen blonden Locken, ich habe aber kurze dunkle Haare.

    Nun konnte ich ihm einmal zeigen wie ich mit blonden Locken aussehen würde. Gruselig. Auch ganz wilde oder total biedere Frisuren hab ich getestet, jetzt hab ich mal die Möglichkeit ganz anders auszusehen, wenn ich mag.


    Den Schnitt hatten wir schnell gefunden, aber die Perücke gab es in vier verschiedenen Farben und ich habe lange gebraucht mich für eine zu entscheiden. Mit dieser fühle ich mich wirklich wohl und ich bin immer noch ich, obwohl die Haare mit Perücke etwas länger sind. Ich fühle mich wohl damit.


    Mir wurde von meiner Friseurin, dem Friseur im Perückenstudio und bei der Chemo geraten die Haare zu rasieren, wenn es los geht und nicht Strähne für Strähne Abschied zu nehmen und so werde ich das tun. Meine 7 jährige Tochter wartet schon darauf, sie findet das lustig, dass Mama dann eine Glatze hat. :)


    Ich glaube das Schwierige ist, dass damit die Krankheit nach außen sichtbar wird, denn eigentlich sind es nur Haare, die irgendwann wieder kommen.
    Noch bin ich guter Dinge, ich weiß nicht, ob noch Tränen fließen, wenn die Haare weg sind.


    lausfehl

    Ich wünsche Dir, dass du deine Perücke, dein Tuch oder deine Mütze findest mit der du dich wohl fühlst und wünsche dir eine so tolle Beratung, wie ich sie hatte. <3

    Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen :)

  • Lexa67: Ja, das genau ist der Punkt. Die Krankheit wird unwiderbringlich nach außen sichtbar, zuvor sieht man ja nicht krank aus. Das büschelweise Ausgehen ist schon ein Drama. Ich bin kein Jammerlappen, aber das hat mich echt getroffen. Die Glatze, ja ist immer noch ungewohnt, wenn ich in den Spiegel schaue. Aber leicht geschminkt finde ich sehe ich gar nicht mal sooo schlecht aus. So pur irgvendwie, aber ich finde auch sehr verletzlich, das weckt eine sehr empfindsame Seite an sich.


    Aber ja, es sind wirklich nur Haare.

    Das Leben ist ein Keks, jeden Tag beissen wir ein Stück davon ab

  • Claudi209

    Das hast du wunderbar ausgedrückt. So verletzlich <3

    Der Friseur im Perückenstudio sagte dazu, manchmal ist es gut, wenn dieUmwelt sehen kann wie verletzlich wir gerade sind und ich glaube das wir alle, der eine mehr, der andere weniger. Der eine versteckt es, der andere haut es raus...

    (mir laufen gerade die Tränen während ich schreibe)

    Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen :)

  • Lexa67: Meine Verletzlichkeit zeige ich normalerweise nur ganz ganz wenigen Menschen und möchte sie nicht in die Welt rausschreien, angefangen mit dem Grossraumbüro (aber da hilft ja grad Corona). Vermutlich interessiert es ja kaum jemanden wirklich, ich bewundere die Mädels, die recht unbefangen damit umgehen.

    Das Leben ist ein Keks, jeden Tag beissen wir ein Stück davon ab

  • Liebe lausfehl 🙋‍♀️ich sehe es auch so wie Claudi209 es muss der richtige Tag sein.

    Ich hatte mich mit meiner Perückenfrau verabredet zum kurzschneiden der Haare, da sie schon total stumpf und tot aussahen. Aber als sie kam, konnte ich es nicht. Ich war nicht gut drauf an dem Tag. Dann 3 Tage später kam es dann ganz plötzlich über mich und ich kämmte meine Haare so lange bis kaum was übrig war. Den Rest hat eine Freundin mit der Scheermaschine erledigt. Und dann war es okay und ich fand es super🙈

  • Liebe Holly G ,

    ich bin immer wieder fasziniert, wie wunderschön Frauen ohne Haare sind. Irgendwie sind da die Gesichter viel ausdrucksvoller und klarer. Auch ich habe meine Glatzenzeit nicht als besonders schlimm empfunden. Mit meiner Perücke konnte ich mich allerdings nie anfreunden. Aber Baumwollmützen mit Tüchern kombiniert waren auch mein Ding. Allerdings war ich zu feige, um "oben ohne" auf die Straße zu gehen.

    Herzliche Grüße

    catchme

  • Holly G, auch Du siehst wirklich toll aus mit Glatze (ich weiß es wäre verzichtbar), aber irgendwie hat das eine Austtrahlung. Mit der Perücke ja, das seh ich wie Du. Durch den Winter ist es ja grad okay mit Mütze. Ob ich es schaffe oben ohne zu gehen? ich weiß nicht, werde ich sehen. Man wächst ja mit seinen Aufgaben, aber das ist ja nicht so wichtig.

    Das Leben ist ein Keks, jeden Tag beissen wir ein Stück davon ab