Haare, Glatzen, Kopfbeckungen, Perücken

  • Hallo Tisbedag,

    ich hatte genau am 16. Tag nach der 1. Chemo die ersten Haarbüschel in der Hand (seltsam war, dass ich die Nacht davor genau das geträumt hatte). Am selben Abend hat meine Freundin mir die Haare auf 3 mm gekürzt. Da dann aber überall die kleinen Stoppeln rumlagen habe ich sie mir nach 2 Tagen total abrasieren lassen. Die Perücken sind heute so toll, dass es einem Fremden garnicht aufällt. Du wirst sehen, dass die Umwelt das garnicht registriert. Sei mutig8o

    Liebe Grüße von

    Stupsi


    Das Glück des Lebens besteht nicht darin, wenig oder keine Schwierigkeiten zu haben, sondern sie alle siegreich und glorreich zu überwinden (Carl Hilty ) :)

  • Liebe Tisbedag,

    ich bin zu meiner befreundeten Friseurin gegangen, als ich beim durch die Haare fahren immer mehr davon zwischen den Fingern hatte. Die Haare fühlten sich auch nicht mehr lebendig an - sie gehörten nicht mehr zu mir. Für mich war es eher eines der geringeren Übel, denn wie Du sagst: sie wachsen wieder! Bei mir ist es jetzt fast genau ein Jahr her.

    Und ja, ich war nie so schnell im Bad wie seit der Chemo. Auch jetzt noch geht alles super schnell...

    Über den Winter Mütze zu tragen, fällt auch gar nicht auf.

    Es gibt definitiv Schlimmeres in den nächsten Monaten, als den Verlust der Haare. Nur Mut!

    LG Kirsche

  • Guten Morgen ihr Lieben...


    Ja, es gibt definitiv schlimmeres, als keine Haare mehr zu haben!!! Danke für euren Zuspruch!!!!

    Den Mut habe ich ja, nur ich hab da zu sehr auf meinen Mann gehört und nicht auf mein Wohlbefinden!!! Ich werde sie gleich, wenn meine Kids aus dem Haus sind, abrasieren!!!

    Habt alle einen schönen Tag ohne Nebenwirkungen oder sonstige Beschwerden!!! Schön das es euch gibt!!!


    LG Tisbedag

  • Jup, Tisbedag , dazu hätte ich dir jetzt auch geraten.

    Meine fingen am 11. Tag an auszugehen, Schamhaare zuerst. Zwei Tage später vereinzelt auch die Kopfhaare. Ich habe insgesamt gewartet bis einen Tag nach der 2. Chemo, das war viel zu lange (11 Tage nach Beginn der Lösung) Aber ich hatte am Tag davor noch meinen Italienischkurs bei mir zuhause und die wollte ich nicht mit und vor den Kopf stoßen! Außerdem habe (hatte 😆) ich viele Haare und sehr lockig, so dass es erstmal gar nicht aufgefallen ist. Ich habe gemerkt, dass sie dünner werden. Aber einen Tag nach der Chemo waren sie ab. Ich habe auch 3 mm gewählt. Die Stöppel sind noch da, gehen auch zeitweise aus, aber halten sich schon noch, vor allem die grauen!


    Ich finde den Ekelfaktor, wenn die Haare dann massig in der Bürste hängen oder in den Fingern viel höher, als sie abrasieren zu lassen. Ich hatte meinen Friseur drauf vorbereitet, er hat seinen Laden dicht gemacht und los gings. Ich habe mir noch einen Iro vorher schneiden lassen. Mach irgendwas cooles und ein Photo davon. Es fällt allen anderen leichter, so über deine Haare mit dir ins Gespräch zu kommen!

    Ich dachte, das wird ein Drama für mich, war es aber überhaupt nicht! Der Ekelfaktor.... und ich habe es als Erleichterung erfahren, als der Rasierer drüberging.


    Und Mädls, das Duschen ist wirklich sensationell rasant. Ich glaube nur, dass ich durch die ausgiebige Cremerei nicht wirklich kürzer Zeit im Bad verbringe ☺️.


    Zebralilly

  • Liebe Tisbedag,

    Hast Du den Schritt gewagt? Wie geht es Dir damit?

    Ich bin mittlerweile soweit, dass ich mich teilweise ohne Mütze unter fremde Menschen und gute Freunde traue. Chemoende war vor 8 Wochen. Mich haben meine Geheimratsecken wirklich gestört. Jetzt kaschiere ich die dünnen Haare in den Ecken mit meinem Brauenstift. Das funktioniert super und fällt nicht auf.

    Ich freue mich aber darauf, endlich eine richtige Frisur zu haben.


    Heute habe ich mit Erschrecken festgestellt, dass zwei meiner Zehnägel nässen . Ich habe sofort einen Termin zur med. Fußpflege gemacht und beim KID angerufen. Ich solle zum Hautarzt gehen, wurde mir dort empfohlen.

    Ich weiß, dass Heideblüte etwas dazu geschrieben hatte, kann mich aber nicht an alles erinnern. Ich würde am liebsten die Nägel entfernen lassen, die sich lösen...

    Was habt Ihr gemacht?

    Meine Fingernägel sind zum Glück in Ordnung.

    Ich wünsche Euch ein erholsames Wochenende,

    Scilla


  • Liebe Silva,

    mir wurde Fußbad mit Kernseife empfohlen - hat super geholfen. Die Fußpflegerin hat mir die Nägel runtergeschnitten, so weit wie sie lose waren. Wachsen jetzt langsam nach. Ich creme noch wie vor abends meine Füße mit Kokosöl ein, das macht sie schön gechmeidig.

    Sorry Scilla, hab nicht aufgepasst :P

    Liebe Grüße von

    Stupsi


    Das Glück des Lebens besteht nicht darin, wenig oder keine Schwierigkeiten zu haben, sondern sie alle siegreich und glorreich zu überwinden (Carl Hilty ) :)

  • ja Scilla. Bei mir waren es auch die kernseifenbäder. Anfangs sogar 2x täglich. Hab die Nägel schön kurz geschnitten und auch nach dem Bad desinfektionsspray drauf. Dazu eifrig nagelhärter.

    Hatte gerade ne professionelle fusspflege. Es sieht ganz danach aus dass es bei mir rauswächst. Konnte vermutlich die Nägel retten. Rausziehen ist nicht unbedingt ne Lösung. Ohne Nägel ist das nagelbett sehr empfindlich.

  • Danke Ihr beiden! Dann werde ich die Füße in Kernseife baden. Ich dachte auch nicht an Nägel ziehen lassen (gruseliger Gedanke), sondern an ein Herunterschneiden, so dass Luft an das Nagelbett kommt.

    Der Fußpflegetermin ist am Dienstag.

    Schön, dass Deine Nägel wieder kommen!

    Ich hoffe, Du hast eine gute Zeit in der Reha!

    Liebe Grüße

    Heideblüte, welches Desinfekrionsspray hast Du genommen?

  • Guten Morgen ihr Lieben,


    @Scilla...ja, ich habe den Schritt gewagt und ich muss ehrlich gestehen, dass es überhaupt nicht schlimm für mich war. Im Gegenteil, es war sehr befreiend für mich :)!!! Ich fühle mich jetzt viel wohler so, weil es mit Haaren ja nichts Halbes und nichts Ganzes mehr war.

    Mein Mann war Abends, als er von der Arbeit kam, echt voll komisch und abweisend zu mir. Obwohl ich ihn abends vorher vorgewarnt hatte, dass ich es am nächsten Morgen tun werde und er meinte, dass es ja meine Entscheidung ist. Aber ich glaube, er hat gedacht das ich es doch nicht tun werde!!! Hatte ihm dann Bilder meines neuen Aussehens geschickt und es kam null Reaktion, was mich schon sehr traurig gemacht hat.

    Viele meiner Freunde und aus der Familie meinen das mir die Glatze sehr gut stehen würde, was mich dann wiederum aufgemuntert hat :S!!!

    Zu Hause habe ich eine Mütze auf, da es für mich doch recht kalt auf dem Kopf ist und gestern hatte ich zum einkaufen meine Perücke auf. Es hat mich niemand blöd angeguckt oder so, deshalb denke ich mal, dass es gar nicht aufgefallen ist, das ich eine Perücke getragen habe.

    Nachts trage ich auch eine Mütze, da meine Friseurin meinte, dass man das tun muss, da die Körperwärme ja, wie bei Babys über den Kopf weg geht.

    Wie macht ihr das? Trägt ihr Nachts auch eine Mütze?


    Habt alle einen schönen Sonntag und seit herzlich gegrüßt und geknuddelt :hug::hug::hug:


    LG Tisbedag

  • Glückwunsch, Tisbedag. Viele Frauen erleben das als Befreiung, hat mir meine Onkoschwester gesagt, auch so eine Seele von Mensch!

    Lass deinem Mann Zeit, ich erfahre immer wieder, dass unser Umfeld noch überfordert ist. Aber je klarer und je offener wir mit der Erkrankung umgehen können, desto leichter wird es auch bei unserem Umfeld, jedenfalls bei einem Großteil dessen.


    Ich trage nachts eine Mütze, es ist so ne weiche, volle Schlabberbeanie. Eigentlich hatte ich eine tolle, extra mit Sternchen für die Nacht, aber mit der komme ich gar nicht klar. Liegt vermutlich am Stoff, wobei das extra eine Nachtmütze ist und dazu verkauft wurde.

    Manchmal, wenn es mir zu heiß wird, nehme ich sie auch vom Kopf. Oft schlafe ich aber mit offenem Fenster und dann brauch ich was am Kopf.


    Schönen Sonntag!


    Zebralilly

  • Liebe Tisbedag,

    Schön, dass Du den Schritt als befreiend empfindest. Mir ging es ähnlich. Ich habe nachts immer ein Schlauchtuch getragen. So ein Tuch, dass beim Kosmetikset des Schminkkurses dabei war. Das war genau richtig, nicht zu dünn und hat nicht aufgetragen. Ohne Tuch war es mir nachts auch im Sommer zu kalt.

    Dein Mann wird sich bestimmt daran gewöhnen. Reden ist wichtig. Jetzt ist die Krankheit durch Dein verändertes Äußeres sichtbar geworden.


    Heideblüte, ich frage dann einfach in der Apotheke nach. Dir noch eine gute Rehazeit!

    Liebe Grüße,

    Scilla

  • Liebe Tisbedag,

    schön, dass Du mit Deiner neuen Frisur und sicherlich sehr schönen Kopfform gut zurecht kommst.

    Ich habe meinen Mann mitgenommen zum Friseur, so konnte er sich gleichzeitig mit mir an den neuen Anblick gewöhnen. Meine rumfliegenden Haare vorher fand er aber auch nervig.

    Nachts konnte ich ohne Kopfbedeckung schlafen, da mein Kopfkissen sich um den Kopf legt.

    Tagsüber habe ich meine Mützchen nur abgesetzt, wenn unser Ofen das Wohnzimmer stark aufgeheizt hat. Für Draußen hatte ich warme Mützen. Meine Perücke habe ich nur Silvester auf Arbeit und zur Betriebsweihnachtsfeier getragen.

    LG Kirsche

  • Ich trage auch ein Baumwollmützchen während der Nacht - bis mich der Schwitzanfall aufwacht. Dann muss ich warten bis mir wieder kalt wird. Sonst trage ich leichte Beanies (bin ich froh dass es die gibt). Eine Perrücke war nichts für mich.


    Nach Heideblütes Tip hatte ich meine Haare eingeschickt, um ein Haarband machen zu lassen. Genau einmal habe ich es angezogen. Mein Mann kam um die Ecke und erschrak. Dass ich auf einmal aussah wie vor der Diagnose, hat ihn erschreckt, er sagte es wäre als ob man aus einem bösen Traum aufwacht. Nur das der böse Traum ja leider nicht zu Ende ist. Deswegen trage ich das Haarband nicht, es tut mir emotional weh. Lieber eine ehrliche Glatze. Ich kann es echt nicht erwarten dass die Haare wieder wachsen.


    Allerdings ist der verminderte Pflegeaufwand echt von Vorteil!

  • Liebe Tisbedag,

    Ich drücke dich ganz lieb :hug:

    Dein Mann ist sicher noch mit der gesamten Situation überfordert und Kopf ohne Haare ist wohl das offensichtlichste Zeichen unserer Krankheit. Da hilft nur reden.

    Ich war im Sommer haarlos und habe auch nachts eine dünne Mütze getragen. Sonst wäre es zu kalt für mich gewesen. Am Tag bin ich oft ohne gegangen. War viel joggen und da habe ich das Tuch meist nach kurzer Zeit schon ums Handgelenk gewickelt. Im Büro habe ich das Tuch auch öfter abgenommen. War einfach zu warm. Meine zwei Kollegen waren erstaunt, wie so ein Kopf schön aussehen kann ;););)

    Die Perücke hatte ich einen ganzen Tag lang auf :zu meiner Hochzeit :*:*

    Da war ich so aufgeregt und glücklich, habe das kratzen nicht beachtet ;)

    Also Kopf hoch und gelacht :):):)

    Bald kommen wieder Stoppeln ;););)

    Liebe Grüße von der Tanne

  • Ich war heute, zwei Monate nach letzter Chemo, bei der Friseurin, die mir damals die langen Haare abgenommen hatte.

    Ich habe mir die Ohren frei schneiden lassen und der Nacken wurde ausrasiert. Da wuchs ein Pflaum, der mich gestört hatte. (Im Gesicht habe ich auch das Gefühl, dass das mehr Behaarung ist. Kennt das jemand?)

    Ich hatte Tränen in den Augen vor Freude, dass ich beim Friseur war. Ich bin zwar noch entfernt von einer richtigen Frisur, aber ich fühle mich gepflegt.

    Ich möchte damit allen Mut machen, die wie ich eine "Opafrisur" und sonstige Hasrphänomene hinter sich haben. Es wächst tatsächlich wieder!

    Liebe Grüße, Scilla

  • Liebe Scilla,

    Das hört sich doch super an.

    Der leichte Flaum im Gesicht geht bald weg. Ich war da auch fast panisch :D:D:D

    Ich weiß nicht mehr wie lange es gedauert hat. Aber es ging schon schnell.

    Als ich das erste Mal beim Friseur war( kurz vor einer Weiterbildung in einer anderen Stadt) sollten auch nur die Haare im Nacken ausrasiert werden. Also sie erfuhr, dass es meine ersten Haare nach Krebs waren, da wollte sie kein Geld von mir :hug:

    Liebe Grüße

  • Liebe Tanne,

    das war aber wirklich nett von der Friseurin. Ich war so dankbar, dass meine noch ein dickes Trinkgeld bekommen hat.

    Dann will ich mal hoffen, das der Pflaum im Gesicht auch noch verschwindet. Etwas gedulde ich mich noch (so lange die Haare auf dem Kopf noch länger als die im Gesicht sind ;)).

    Liebe Grüße

  • Huhu ihr Lieben...lieben Dank für eure Antworten :)!!!

    Ich habe auch schon viele bewundernde Meinungen gehört, was für eine tolle Kopfform ich doch habe und das mir die Glatze gut stehen würde. Aber mein Mann hat sich dazu immer noch nicht geäußert. Er erwähnt es nicht mit einer Silbe. Ich spreche ihn auch nicht mehr darauf an um Meinungsverschiedenheiten zu vermeiden.

    Ich habe mir jetzt auch so dünne Schlauchtücher gekauft, die ich als Mützen umfunktioniere, da sie nicht zu warm und nicht zu kalt für drinnen und Nachts beim schlafen sind. Gestern als ich zur Hyperthermie bin und wenn ich mit dem Hund laufe, setze ich eine dickere Beaniemütze auf. Bei dem Wetter das beste was man machen kann.

    An manchen Stellen kommen Stoppel, die ich aber noch wegrasiere. Mal sehen wann ich sie einfach wieder wachsen lasse, denn ein Chemoende ist noch nicht in Sicht. Muss erst die Untersuchungen Anfang Dezember und das danach führende Gesspräch mit meinem Onkologen abwarten und bestehen!!!


    Tanne ...lieben Dank für den Drücker, den ich gerne erwider zurück gebe :hug:


    Liebe Grüße Tisbedag