Bestrahlung

  • Hallo Sommerliebe-87 , ich meinte die Bestrahlung der Thoraxwand. Die soll bei geringem Alter und TN bei nodal positiven Patienten durchgeführt werden (Siehe Leitlinien). Bei neoadjuvanter Chemotherapie und pcr soll das Tumorboard je nach Risikofaktoren entscheiden. Bei mir haben sie dafür gestimmt, obwohl mein Lymphknoten nur leicht (kleine Absiedlung) befallen war. Aus diesen Entscheidungen kommen sicherlich die unterschiedlichen Vorgehensweisen. Ich hätte sehr gerne auf die Thoraxwand bzw. generell auf die Bestrahlung verzichtet. Aber andererseits würde ich mir jetzt vielleicht Gedanken machen, nicht alles gemacht zu haben. Es ist einfach verdammt schwer zu entscheiden!!! Dass ich gerne verzichten würde habe ich auch dem Prof aus der Radiologie gefragt. Er fragte mich warum und ich sagte ihm, dass ich mir gerne die Strahlen sparen würde, wenn es mir keinen oder sehr wenig Vorteile bringt. Da hat er laut gelacht und gesagt: „Sie hatten eine Chemotherapie, da muss man sich um die Strahlen keine Gedanken mehr machen“ 😞 leider hat er ja (aus Physik Sicht) recht. Es gibt halt im Gegensatz zur Chemotherapie hier nur eingeschränkte Untersuchungen/Studien und für TN und pcr noch viel weniger. Und die kleinen Studien, die es gibt, sagen eher dass man auf die Bestrahlung verzichten kann. Der Prof hatte hier natürlich eine andere Meinung und ich wollte in diesem Moment kein Risiko eingehen. Du musst das wirklich selbst entscheiden, aber wenn der Tumor nahe der Thoraxwand war und du mehrere befallene Lymphknoten hattest, würde ich es wahrscheinlich an deiner Stelle tun.

  • Jueli danke! Du hast recht, auf die Lymphabflusswege war ich ja schon eingestellt. Das jetzt noch die Thoraxwand dazu kommt, joar blöd gelaufen aber ist halt so 🤷🏻‍♀️ hab nur echt Angst ums Implantat, aber gut da wusste ich eig auch vorher worauf ich mich einlasse! Es ist wie es ist! Und vielleicht gehört man dann wenigstens zu den paar Prozent ohne Kapselfibrose! Man kann ja auch mal Glück haben 😅

  • Liebe Artea


    ich danke Dir für Deine ausführliche Antwort. Remscheid scheint diesbezüglich einer Freigabe für neue Wege ein Dorf zu sein bevor ich es mir mit dem nächsten Dok verscherze, akzeptiere ich wohl (oder übel) seinen Behandlungsansatz/Therapie (15 + 5).


    Hast Du toll gemacht, und offen Ärzte = Hammer freue mich dass dein Onkologe unterschrieben hat und es hoffentlich bald losgeht. Ich drücke Dir die Daumen. Halte uns auf dem Laufenden


    Liebe Grüße

    Liebe cats2020  

    Wenn es bei mir mit dem integrierten boost nichts geworden wäre, hätte ich mich vermutlich auch mit Deinem Bestrahlungsschema zufrieden gegeben... So bist Du mit 20 Sitzungen, immernoch deutlich schneller durch als 28 es wären, bei einer ebenfalls geringeren Gesamtdosis.
    Hoffe, Du regenerierst aktuell gut! <3

    (Ich warte derweil weiterhin auf die Bürokratie... :sleeping:)

    Artea


    Alles klar, das ist natürlich sehr speziell und wird so noch nicht angeboten. Aber dem Grunde nach hast Du vermutlich recht, es konnte bisher nur noch keiner nachweisen (oder ist zumindest noch nicht publiziert - Du weißt da offensichtlich mehr über die HYPOSIB Studie)


    Woher hast Du die Informationen von der Studie? Kennst Du dort jemanden? Jedenfalls spannendes Thema

    Oha, ich versuche mal zu rekonstruieren...

    Bin meine alten Biophysik-Unterlagen durchgegangen und habe mich dann auf den aktuellen Stand gebracht.

    Im ersten außerplanmäßigen Gespräch (vor Ende der Chemo und VOR der OP) habe ich den Strahlentherapeuthen primär zu prä- und interoperativen Bestrahlungsmöglichkeiten sowie Bauch- & Rückenlage interviewt. Am Ende blieben dann die Optionen postoperativ und Rückenlage (Bauchlage hier nicht machbar - und bei kleiner Oberweite wohl ohnehin geringer Vorteil) in Standardfraktionierung oder _ggf._ hypofraktioniert. (Interoperativ hätte einen größeren Schnitt und eine andere Klinik erfordert - ich wollte aber bei meiner Chirurgin bleiben. Präoperativ macht bei anderen Situationen Sinn.)

    Habe mich dann mit den verschiedenen (aktuellen und weniger aktuellen) Fraktionierungsschemata auseinandergesetzt: Früher zählte man das Mammakarzinom eher zum 'früh reagierenden' Gewebe (wie auch z.B. die Haut), das empfindlicher auf viele kleine Portionen reagiert. Es scheint aber (statistisch) doch eher zum 'spät reagierenden' Gewebe zu gehören (wie z.B. auch Herz, Lunge, Nerven), das mit größeren Einzeldosen weniger gut klarkommt.
    Das, zusammen mit der niedrigeren Gesamtdosis, ließ mich die Hypofraktionierung bevorzugen. Die geringere Anzahl an Behandlungstagen ist ein angenehmer Nebeneffekt. ;)

    Musste der für mich notwendige boost aber noch untergebracht werden: Hypofraktioniert gibt es den standardmäßig noch nicht integriert. Ich schaute nach laufenden Studien, und fand nur die 'abgelaufene', aber leider noch nicht ausgewertete HYPOSIB (nach deren Schema ich im Endeffekt nun bestrahlt wurde). In meinem nächsten 'Date' nervte ich meinen Strahlenthearpeuten also damit... erfreulicherweise hatte meine Uniklinik damals an der Studie teilgenommen, und war prinzipiell aufgeschlossen (wenn allerdings auch auf ihre Richtlinien bedacht). Anscheinend hatte es im Rahmen der Studie immerhin keine offensichtlich schrecklichen Nebenwirkungen gegeben, und so stimmte man schließlich zu. ;)

    (Den boost hätte man ggf. auch via Brachytherapie mit Afterloading machen können - so richtig viel Lust hatte ich darauf aber nicht, und habe diese Option nicht angesprochen. Und bei notwendiger Bestrahlung der LAW hätte ich mich vermutlich zähneknirschend mit Standardfraktionierung abgefunden.)

  • Liebe Artea  


    mittlerweile merke ich, dass ich mit Hypofraktionierter Bestr. von Thoraxwand UND LAW hier eine große Ausnahmen bin.


    Im April 2019 habe ich es dankbar angenommen, dass ich nach der langen Behandlung nur 15 Einheiten/Tage hatte und mein Professor hat es mir ich gut erklärt, warum er es empfiehlt, obwohl es in den Leitlinien noch anders stünde. Da er ein mehrfach ausgezeichneter Professor auf seinem Gebiet ist, mir von Studien berichtete, die noch nicht in Leitlinien eingeflossen sind, habe ich mich darauf verlassen. Ein gering höheres Lymphödem-Risiko gäbe es, meinte er. (habe ich zum Glück nicht)


    Da ich aber auch noch die AHT habe und eigtl. der Tumor komplett entfernt war, wollte er mir wahrscheinlich nur die geringste Dosis zumuten.

  • Hi Artea

    danke für Deinen ausführlichen Bericht. Ich werde versuchen mich darüber zu freuen, dass ich nur 20x Sonnenbank buchen muss ;)

    Am Donnerstag (03.11.2020) habe ich mein Planungs-CT, da stellt sich dann heraus ob mit oder ohne Atmengating. Er sagte im gebrochenen deutsch: "Auch wenn linke BRUST muss nicht sein Atemgating, hängt von ANTOMIE ab!" Wenn es nicht gerade der Radiologe wäre, fände ich ihn ganz drollig so ein riesiger, tapsiger Bär, denke ein Russe.

    Je näher alles rückt, so mehr verspüre ich den DRANG wegzurennen =O:hot:

    Diesmal habe ich beschlossen mir keine NW mitzunehmen. Ich kämpfe noch sehr mit der Polyneuropathie, macht echt keinen Spaß. Manchmal denke ich das Carbo schießt immerzu noch hinterher, wodurch sich dann auch meine Anfälle des Tinnitus erklären könnten!? Vielleicht bin ich auch nur reif für die INSEL:!::!::!:

  • SanniKa  
    Ich glaube, auch bei der Bestrahlung der LAW gibt es große individuelle Unterschiede, was da sonst noch an unbeteiligtem Gewebe mit im Strahlenfeld liegt... und die höhere Einzeldosis sollte für die Tumorzellen wohl eher schlecht sein. Die Langzeitfolgen sind bei selteneren Bestrahlungsschemata teils noch etwas schwer einzuschätzen, weswegen man sich gerne an bewährte Fraktionierungen hält.

    cats2020  
    Auch ein Radiologe kann knuffig sein. ;)
    Gegen das, was Du an Therapien schon hinter Dir hast, wird die Bestrahlung ein Spaziergang! :)
    Abgesehen davon, dass sich die Nebenwirkungen i.a. echt in Grenzen halten, sind die Termine auch kurz, schmerzlos - und pünktlich. Ich konnte selbst kaum fassen, wie schnell diese Etappe um ging.
    (Ja, dem Carboplatin traue ich auch noch nicht so recht. Neuerdings schlafen mir die Hände / Finger häufig nachts ein. ?(
    Bei der Insel bin ich sofort dabei - aber bitte schön warm und Südsee! ;) )

  • Hallo ihr lieben. Mal eine Frage an die erfahren alten Hasen ;).... wie lange hattet ihr nach Bestrahlung (Ich hatte starke Verbrennungen) noch mit Problemen zu tun? Ich bin im Juli mit der Bestrahlung fertig gewesen und habe immer noch gerötete erwärmte und ödematöse Haut.... wie ist es euch da ergangen, habt ihr Tipps?

  • Hallo Claudia.s. ! Ich hatte zwar keine Verbrennungen, aber trotzdem war die Brust noch 1/2 Jahr danach heiß und empfindlich. Mir haben Weißkohlblätter sehr geholfen - einfach morgens jeweils 1-2 Blätter etwas zerdrückt, damit der Saft besser austreten kann und dann in ein bequemes Bustier gepackt. Manchmal hab ich mittags nochmal gewechselt um den Kühlungseffekt nochmal zu haben. LG Tiane.

  • Claudia.s.

    Bei mir ist es nach einem Jahr deutlich erholt, obwohl ich noch an anderen Fronten zu kämpfen habe. Nach einiger Zeit hat sich in dem geschädigten Bereich das Gewebe verdicht und war hart und unbeweglich. Das hat die Physiotherapeutin durch die Lymphdrainage wieder hin bekommen. Mißempfindungen an der Brust gibt es immer wieder, was leider verunsichernd ist.

    Aber die hat ja auch ordentlich einstecken müssen.

    Wer hat behauptet, dass alte Frauen nicht auf Bäume klettern dürfen? (freie Interpretation von Astrid Lindgrens Ausspruch)

    Ich tue was getan werden muss, denn ich schulde meinen Träumen noch Leben und meinem Leben Träume!

    Aufgeben ist keine Option!

  • Nach einem Jahr durfte ich mich für eine Nachkontrolle in der Radiologie vorstellen. Eigentlich hieß es zur Hautkontolle. Man hat aber sehr genau nach den durch Untersuchungungen vorhandenen Bildern geschaut. Es war ein sehr guter Termin.

    Außerdem war ich zur Schilddrüsenkontrolle und das Herz wurde kontrolliert. Diese NACHSORGE sollte man im Auge behalten, wenn es sonst keiner macht. Bestrahlung war bei mir zwar rechts, aber mit Lymphabflusswegen Richtung Hals.

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  • Jabu Die Option wurde im Abschlussgespräch benannt, ohne sie zu bewerben. Daraufhin habe ich mich nach einem Jahr selber dort gemeldet und bekam den Termin. In 2 Jahren soll ich mich nochmal vorstellen. Näher habe ich mich damit nicht befasst.

    Es steht auch im Zusammenhang mit der Strahlenbelastung und dem Risiko für unerwünschte Strahlenfolgen.

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  • Liebe Jabu

    Mir wurde gesagt 6 Wochen nach Bestrahlung zur 1. nachsorge, dann einmal Jährlich od bei Bedarf.

    Lg caro

    Lassen-Können ergänzt das Wollen-Können wie die Stille die Musik, das Schweigen das Reden, die Nacht den Tag.

    _______


    Kann nicht ich daraus werden – echter, tiefer, neu?

  • Liebe IBru

    Hat die radiologin dein Herz kontrolliert od die kardiologin? Ich gehe 1 x im Jahr zur kardiologin, müsste reichen oder? Haben wie schonmal besprochen, erinnere aber nicht mehr. Chemobrain.. :hot: oder schlicht das Älterwerden.

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  • Kardiologe. Ich hatte das Glück dass ich schon vorher wegen Bluthochdruck bei einem Angiologen war. Der schaut nach beidem.

    Herz kontrolliert od die kardiologin

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  • Meine BET-Chirurgin will mich nach der Bestrahlung nochmal sehen (Termin nächste Woche).

    Von Seiten der Strahlentherapie wird bei uns 3 Monate danach standardmäßig nochmal ein Temin gemacht ('wir melden uns' :rolleyes:) - man bot mir an, diesen telefonisch wahrzunehmen:/, das fand ich trotz Pandemie aber nicht sehr sinnvoll.

    Herzuntersuchungen sind seit Beginn der Chemo ohnehin regelmäßig im Programm.