Bestrahlung

  • Hallo Taima , wenn weniger Bestrahlungen gemacht werden, dann mit höherer Grayzahl. Ich habe allerdings noch nicht verstanden, weshalb manche ihre Dosis mit 28 oder mehr Terminen bekommen und andere die gleiche mit 15 oder so. Meine Wahrnehmung bisher ist, dass ältere Frauen eher die hochdosierte und dafür weniger Einzelbestrahlungen bekommen. Mein Strahlenarzt meinte, dass er mir aufgrund meines Lebensalters und des höheren Risikos für Spätfolgen bei hochdosierter Strahlung zu einer längeren Behandlungsdauer mit weniger Gray je Behandlung rät. Aber bestimmt meldet sich dazu noch eine von unseren Profis, die uns das dann richtig erklären kann, würde mich nämlich auch interessieren.

    Ich wünsche euch jeden Morgen etwas, worauf ihr euch freuen und jeden Abend etwas, wofür ihr dankbar sein könnt. :hug:

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  • Taima  Fiducia2020

    Ich bekomme nur 15 Bestrahlungen hoch dosiert, weil ich so jung bin (Aussage des Oberarztes) Außerdem wird jedes Mal ein integrativer Boost mit gegeben, nicht nur ein paar, wie ich hier schon oft gelesen hab.

    Zudem ist es abhängig davon, ob es eine freie Praxis ist, die gewinnbringend arbeiten muss oder eine Klinik.

    Die 15x sind nicht lukrativ, sagte er.

    So mein Kenntnisstand.

    Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen :)

  • Hallo Taima


    ich hätte wählen können zwischen 15 Tage (dann höher dosiert) und 28 Tage (dann niedriger dosiert), in Summe wäre es bei beiden 50,4 Gy gewesen, wie Fiducia2020 schreibt, da ich ein Lymphödem entwickelt habe gleich nach OP, wollte ich kein höheres Risiko einer Verschlechterung eingehen, das eben gern der höheren Einzeldosis bei 15 Tagen zugeschrieben wird.


    Am Ende weiß ja niemand, wie der Körper reagiert, und er soll ja auch reagieren, dabei hatte ich Glück, dass meine Lunge von der Körperform her anscheinend nicht viel abbekommen hat. Hier gilt wohl auch die Abwägung mit Vorbelastung, anderen Krankheiten, und es steht und fällt mit der Frage zu noch mehr Tagen, ob man von R0 (sauberer Rand mit Abstand zum Tumorbett bei OP) oder R1 (mit Tumorrand) ausgehend bestrahlt. So habe ich zumindest die Erklärungen im Aufklärungsgespräch verstanden.


    Und dass wir nach so einer Dosis wohl nicht mehr bestrahlt werden an derselben Stelle.


    Alles GUte für Dich


    Liebe Grüße

    Du musst Dir schon selbst Konfetti in Dein Leben pusten. 8) (visual statements)


    Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben. (Alexis Carrel)


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  • Meine Strahlenärztin hat das auch damit erklärt, daß einmal derzeit gerne auf 15 Bestrahlungen verkürzt wird wegen Corona. Desweiteren ist die Ausweitung auf 28 Dosen dem Alter geschuldet. Sie hat mir so unendlich viel erklärt, daß ich es nicht mehr so richtig zuzsammenbekomme. Aber es ging darum, daß sich ja das Gewebe unter der Bestrahlung verändert (verändern kann). Arbeitet man mit geringerer Dosis können daraus resultierende Spätfolgen minimiert werden. Sie sagte, in 15 Jahren wäre ich 65 also im Prinzip immer noch jung (sie nannte das jetzt einfach mal so als Zeitpunkt) und da wolle man ja nicht unbedingt ein erhöhtes Risiko provozieren. Ich war einfach nur froh, daß sie überhaupt über einen so langen Zeitraum gesprochen hat.

    Das Leben ist ein Keks, jeden Tag beissen wir ein Stück davon ab

  • Claudi209

    Dann schauen wir einfach mal in 15 Jahren und vergleichen dann 😂


    Welches Risiko, bzw Spätfolge soll denn erhöht sein bei erhöhter Einzeldosierung?


    Ich bin froh, dass ich nichts selbst entscheiden konnte, bzw hab das genommen wozu mir geraten wurde und bin sehr froh nur 15 Mal hin zu müssen.

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  • Lexa67: Z.B. ein erhöhtes Risiko für Fibrosen. Ich hab es auch nicht selbst entschieden, es wurde so festgelegt. Ehrlich gesagt isses mir im Moment irgendwie komplett wurscht, was in 15 Jahren ist (da können noch zig Coronas unseren Weg kreuzen - hoffen wir mal es bleibt beim Bier). Aber ich war innerlich eh auf 28 mal eingestellt, so daß es mich auch nicht weiter überrascht hat.


    Ich hoffe inständig, daß wir uns in 15 Jahren vergleichen können mit dem Ergebnis, daß es nichts zu vergleichen gibt ;-)

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  • Lexa67 und Claudi209 , da bin ich auch dabei. 😃

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  • Weiß eine von euch, warum die Bestrahlungen so unterschiedlich sind?

    Woran liegt es, dass manche 28, 20, 15 oder irgendwas dazwischen bekommen?

    Hat das was mit der Tumorbiologie zu tun?

    Oder sind die Einheiten unterschiedlich kräftig?

    Taima  Lexa67
    Beim Mammacarcinom am bewährtesten und erprobtesten ist die 'Standardfraktionierung' von 28 Einheiten à ca. 1,8Gy, zu insgesamt etwa 50Gy. Wird ein zusätzlicher Boost auf das Tumorbett gegeben, kann dies entweder 'integriert' erfolgen (während der 28 Termine), oder anschließend (dann gibt es z.B. 5 weitere Termine). Die Gesamtdosis liegt so bei ca. 60Gy.

    Bei der 'hypofraktionierten Bestrahlung' werden in ca. 16 Sitzungen höhere Einzeldosen von etwa 2.5Gy gegeben zu einer Gesamtdosis von 40Gy. Falls notwendig, erfolgt ein Boost auf das Tumorbett häufig im Anschluss in weiteren 5 Terminen, zu insgesamt dann 48-50 Gy. Inzwischen wird dieser Boost aber auch manchmal integriert mit den 16 Sitzungen verabreicht (s. z.B. HYPOSIB-Studie), zu 48Gy gesamt.

    Das Gewebe reagiert unterschiedlich auf die Dosis / Fraktion und die Anzahl der Bestrahlungen:
    Der Haut macht eine etwas höhere Einzeldosis anscheinend wenig aus - sie leidet aber definitv stärker mit der Anzahl der Bestrahlungen.
    'Langsam regierende' Gewebe wie z.B. das Herz (und. vermutlich auch viele Mammacarcinome...) reagieren dagegen empfindlicher auf höhere Einzeldosen: Kann man nicht gut 'am Herz vorbeischießen', empfiehlt sich eher die Standardfraktionierung.

    Im Gegensatz zur Standardfraktionierung liegen über die Wirkung der hypofraktionierten Bestrahlung auf die Lymphabflusswege noch relativ wenig Daten vor - weshalb in diesem Fall aktuell dann eher noch zur Standardfraktionierung geraten wird.


    (kA, wie es sich mit Silikonimplantaten verhält. :/)


    Ich bekomme nur 15 Bestrahlungen hoch dosiert, weil ich so jung bin (Aussage des Oberarztes) Außerdem wird jedes Mal ein integrativer Boost mit gegeben, nicht nur ein paar, wie ich hier schon oft gelesen hab.

    Na, das ist ja fein, ich musste da erst lange drum verhandeln. :thumbup:
    Ich fand vor allem die niedrigere Gesamtdosis sexy (Statistik und so). Hätten bei mir die LAW mit auf dem Programm gestanden, hätte ich aber vermutlich zur Standardfraktionierung tendiert.

  • Danke für die tolle Erläuterung, liebe Artea. 🤗

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  • Artea

    Vielen lieben Dank für die tolle Erklärung.

    Bei mir werden die LAW auch nicht mit bestrahlt.


    Fiducia


    Dann sind wir schon drei beim Vergleichen. Ich bin dann schon 69 😳...

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  • Lexa67 und ich 64, wir verkürzen den Rhythmus danach auf 10 Jahre, dann schaffen wir noch 3 weitere Vergleichstreffen. 😁

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  • Danke Ihr Lieben!!

    Ich habs jetzt wesentlich besser verstanden.

    Ich bekomme ja auch eine atemgestützte Bestrahlung, da mein Tumor links war.

  • Mein Tumor sitzt links.

    Um das Herz bei der Bestrahlung zu schonen, atme ich auf Kommando bei der Bestrahlung ein und halte den Atem an.

    Es ist wichtig in den Brustkorb zu atmen.

    Der hebt sich dadurch und das Herz "rückt" quasi ein Stückchen von der bestrahlten Stelle weg.

    In der Zeit, wo ich den Atmen anhalte, erfolgt die Bestrahlung.

    Das wird recht genau gemessen.

    Während ich bestrahlt werde, habe ich ein Tablet vor dem Gesicht auf dem mein Atem als gelber Balken dargestellt wird.

    Wenn ich einatme, bewegt sich der Balken nach oben, wenn ich ausatme nach unten.

    Das ist witzig! Wie ein Spiel!

    Ich muss dann auf Kommando so tief einatmen, dass der gelbe Balken (mein Atem) einen grün markierten Bereich am Tablet erreicht.

    Somit weiß man, dass der Brustkorb hoch genug gehoben ist.

  • Liebe Taima

    Liebe Artea, besser kann man's nicht erklären, danke!

    Die Maximaldosis hier ist 25* 2GY = 50Gy plus Boost 8x2Gy = 16Gy, total also 66Gy.

    LG

  • Mal eine Frage an euch. Die zwei netten Damen, die mich gestern durch das Einstellungs-CT geführt haben, haben die Einstellung einmal schriftlich dokumentiert und dann auch noch ein Foto der Liegeposition (natürlich halbnackt) gemacht. Ist das üblich? Ich meine, so lange ich da mit Maske liege, ist es mir halbwegs egal. Anschließend ist allerdings auch noch ein Gesichtsfoto (ohne Maske) gemacht worden, damit es nicht zu Verwechslungen kommen kann. Heute Nacht kam mir das irgendwie merkwürdig vor. Jetzt bin ich mal gespannt, ob bei der Bestrahlung selbst auch das Foto mit meinem Gesicht ohne Maske verglichen wird. Ich überlege schon, ob ich ggf. schriftlich anfrage, was mit den Fotos nach der Behandlung passiert.


    Habt ihr diese Erfahrung auch gemacht?

    Es gibt nichts, was nur gut oder nur schlecht ist. :)