Wann Wiedereinstieg ins Berufsleben

  • Hallo Fories,


    sicher bin ich nicht die Einzige, die sich fragt, wann der Wiedereinstieg ins Berufsleben sinnvoll ist. Auf der einen Seite will man nicht zu frph wieder starten, da man sich nicht überfordern möchte. Auf der anderen Seite will man auch nicht zu lange warten, so dass man alles Krankengeld aufgebraucht hat. Wovon macht ihr eure Entscheidung abhängig? Wer berät bei dieser doch recht wichtigen Frage? An die bereits Wiedereingestiegenen: Wie habt ihr den Zeitpunkt eures Wiedereinstiegs festgelegt und wie habt ihr ihn erlebt? Danke euch alle für den Erfahrungsaustauch.:)

  • liebe knuppimussweg,ich glaube das liegt an der,Krebsart,welche du hattest wie du dich selbst fühlst und vorallen wo du arbeitest denn ich denke da ist schon ein Unterschied und auch die Stundenzahl bei mir hatten sie dann am Ende meiner Reha mit mir gesprochen da ich ja im Pflegeheim arbeite sahen sie da schon ein Problem alleine schon wegen den ganzen Keimen und unser Immunsystem hat gelitten durch die Chemo das ist ja normal jedenfalls ich habe wieder voll angefangen nach der Wiedereingliederung merkte aber bald das mein Körper nicht so wollte aber frage deine Ärzte die dich begleitet haben lg Lissy :*

  • Hallo Knuppi,


    wie Lissie schon sagt, je nachdem was man macht, wie man sich fühlt, wieviele Stunden man arbeitet. Aber mitunter gibt es sicher einige Punkte zusätzlich.

    Ich rate jeder/m erst die Reha / AHB durchzuziehen, und danach zu entscheiden. Und dann je nach Pensum sehr langsam anfangen.

    Ich bin jetzt genau 1 Jahr wieder Vollzeit auf Arbeit und es geht auf aber auch wieder runter durch die tägliche Belastung. Ich hatte nu 3 Wochen Urlaub war aber so platt, dass ich mir schon Gedanken mache ob ich das weiter aufrecht halten kann Vollzeit zu arbeiten.


    Krankengeldtage übrig zu lassen, mag für den einen die richtige Idee sein, für den anderen nicht, ich denke da spielt auch das Glück mit. Reha und auch Lohnfortzahlung zählen das Tagegeld auch runter. Es bleibt also oft nach ca 1 Jahr + evtl noch eine Reha nicht mehr so allzuviel übrig, eine weitere große Erkrankung kann man damit nicht wirklich abdecken. Also könnte man auch anders denken und sich die Ruhe gönnen.


    Beraten kann dich hier eigentlich niemand, weil niemand dir sagen kann wie du dich fühlst, auch du selbst weißt oft nicht wie dein neuer Körper nun der Belastung standhält. Daher Wiedereingliederung langsam anfangen und schauen was geht. ( meine ging 3 Monate lang). Wenn es nicht geht kann man abrechen oder verlängern.


    Ich wollte zurück, da ich endlich wieder ein normales Leben führen wollte ( im Nachinhein gibt es sowas wie normal nach Krebs nicht wirklich :p) Daher ist es oft vlt. eher eine psychische Frage, vermisst du die Arbeit oder eher nicht.

  • liebe Vael ich bin genau deiner Meinung da gibt es kein Patentrezept genauso wenig wie bei jedem die Chemo anders ist oder er sie anders verkraftet ich hatte eine Frau mit bei Chemo sitzen die hat die ganze Zeit nur wegen ihrer Haare geweint obwohl jeder gesagt hat die wachsen doch wieder so ist jeder eben anders durch meine Angsterkrankung habe ich gelernt bei vielen Menschen besser zuzuhören und nicht gleich abzustempeln weil sie vielleicht nicht so taff sind und das ist in der Außenwelt immer noch ein Problem gerade auch auf Arbeit usw lg Lissy

  • Huhu DerKnuppimussweg , ich habe die Diagnose am 30 November bekommen.

    Ich dachte zuerst, dass ich dann ja fröhlich Ende Sommer wieder arbeiten könnte, aber ich habe das alles völlig unterschätzt.

    Nicht nur die körperliche Beeinträchtigung. Auch, was es mental mit einem gemacht hat.

    Ich fahre am 9 Oktober zur Reha und danach werde ich mich entweder noch krank schreiben lassen, wenn ich körperlich und mental noch nicht fit sein sollte, oder ich nehme meinen Jahresurlaub.

    So oder so gehe ich erst im Januar wieder arbeiten und beginne dann mit einer Wiedereingliederung.

    Dann war ich 13 Monate raus.


    Ich möchte vermeiden, dass ich später feststelle, dass ich mir zuviel zugemutet habe und dann ggf Rückschritte machen muss.

    Ich bekomme aber auch kein Krankengeld und muss meine Entscheidung nicht am finanziellen Aspekt festmachen.

    Liebe Grüße

    Cookie

  • Liebe DerKnuppimussweg ,


    Ich habe mit der Wiedereingliederung ja schon während der Chemo begonnen. Und das bisher nicht bereut. Ich habe aber auch eine lockere Absprache mit dem Arbeitgeber. Für den bin ich ja weiter krank geschrieben und so ist ihm

    das wurscht, wie viel ich mache, weil jede Stunde für ihn ein Zugewinn ist (im Vergleich zur völligen Krankschreibung - wenn ich nicht arbeite).


    In meiner Abteilung haben sie niemanden zur Unterstützung eingesetzt. Dort kriechen jetzt alle auf dem Zahnfleisch und werden gerade reihenweise krank. Trotzdem übernehme ich nichts, was zB in die Abendstunden geht.


    Allerdings übernehme ich auch keine Aufgaben mit dead lines. Ich arbeite wie eine Ehrenamtliche, quasi. Für mich ist dabei schlecht, dass ich nicht für meine eigenen Projekte entscheiden kann. Da ist mir formal jemand vorgesetzt und diese Person ist sehr förmlich. Aber damit kann ich dann schon relativ gut leben. Ich kann kommen und gehen wie ich möchte und vermeide 'doppelte Arbeit'. Meine Stellvertretung möchte mir gerne Dienstreisen aufs Auge drücken (11 Stunden unterwegs), aber die verweigere ich. Die Person muss selbst entscheiden, wo sie hinfahren kann und was sie mit einem Protokoll abkaspern kann. Das lange Reisen schaff ich noch nicht.


    Am meisten macht mir das Chemo - Brain zu schaffen, aber mein Mann sagt, das hat er auch.


    Noch habe ich ja die Bestrahlung vor mir. Falls nötig, lass ich mich wieder vollständige krank (arbeitsunfähig) schreiben.


    Ich brauch etwas fürs Hirn, seitdem ich das so mache, geht es mir mental besser. So habe ich mich motivieren können, die Chemo bis zum Ende durch zu ziehen und nicht abzubrechen.


    Wichtig ist, dass es für dich stimmig ist. Was du kannst und was du dir zutraust.


    Ich weiss auch noch nicht, wie ich mit einer Vollzeitstelle umgehen soll, wenn ich quasi wieder verpflichtet bin, 40 Stunden zu arbeiten , zumal es unermesslich lange Arbeitstage geben kann. Sport, gesunde Ernährung und genügend Schlaf. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass meine Gynäkologin mich immer krank schreiben würde, wenn es nötig wäre. Das darf natürlich nicht zu viel werden, sonst ist man sich selbst und den Kollegen eher eine Last. Mein Plan ist, es ein Jahr zu probieren und wenn sich die Arbeit gut anfühlt, mach ich weiter. Ansonsten reduziere ich oder höre auf. Falls es gar nicht geht, auch eher.


    Also ausprobieren. Vorsichtig ran tasten. Wenn möglich. Eine Wiedereingliederung kann man jederzeit in jede Richtung ändern. Finanziell macht es für mich glücklicherweise auch keinen Unterschied.


    Ach ja, es gibt Kollegen, die meinen, man wäre gleich wieder voll belastbar. Da braucht es ein gewisses dickes Fell, zB wenn sie gerne auch jetzt kommenden Do und Fr frei haben wollen und es nicht geschafft haben, rechtzeitig einen Urlaubsantrag zu stellen. Und nun anfragen, ob ich nicht ihre Arbeit übernehmen könnte (8 Stunden pro Tag). Nein, das ist noch zu viel.


    Was ich noch nicht raus habe, ist, ob ich trotz Wiedereingliederung eine AHB haben kann. Falls nicht, nehme ich Urlaub (habe noch 3 Wochen, die mein Mann schon während meiner Chemo nehmen musste).


    Das Wichtigste ist, dass du dich damit 'gut' fühlst. Du merkst, dass ich mich gar nicht ganz fest legen möchte, weil ich das Gefühl habe, dass ich das noch nicht kann.


    LG


    Sonnenglanz

  • Hallo DerKnuppimussweg , ich hatte meine Diagnose im Juni 2017, Chemo bis Dezember, Bestrahlung bis April 2018. Ich habe keine AHB gemacht.

    Ich arbeite von zu Hause aus am Computer und das ist sicherlich etwas anderes. Ich habe aber jede Menge Stress und Deadlines.


    Während der Chemo hatte ich an guten Tagen gearbeitet, weil ich es wollte. Es half mir, mich nicht nur als Kranke zu sehen. Die ECs waren dreiwöchentlich, also habe ich jeweils bis auf die ersten drei Tage nach der Infusion gearbeitet. Wärhend den wöchtentlichen Paclis habe ich Donnerstag und Freitag gearbeitet. Während den Bestrahlungen ging das nicht und ich wollte auch nicht. Ich war dann 4 Monate krankgeschrieben und habe im Juni 2018, genau ein Jahr nach der Diagnose wieder mit Vollzeit angefangen.


    Die Wiedereingliederungsgeschichte hab ich irgendwie verbummelt. Mir war nicht so klar wie das geht und mir hat auch keiner was gesagt.

    Nachdem ich nun seit über 3 Monaten wieder arbeite und den vollen Deadline-Stress habe, kann ich sagen: 60% währen echt besser oder meinetwegen 80%. Ich bin nicht mehr so belastbar und auch die Konzentration ist schlechter als vorher. Das mag auch daran liegen dass mein Schlaf nicht so gut ist (Hitzewallungen), aber das könnte unabhängig von der Erkrankung sein (Menopause).


    Wie schon gesagt wurde, das ist sehr individuell. In meinem inneren gehe ich noch immer von einem zukünftigen Rezidiv aus und daher möchte ich zur Zeit nicht reduzieren, einfach wegen der Kohle. Wenn ich wieder erkanken sollte, werde ich dann entscheiden ob ich arbeiten will und wie viel. Momentan könnte ich ganz gut darauf verzichten. Da ich aber sehr weit ab vom Schuß wohne, gibt mir die Arbeit einfach auch menschlich viel.


    Alles Liebe

  • Hallo DerKnuppimussweg ,

    ich habe meine Diagnose im März 2018 bekommen und dachte, spätestens im September arbeite ich wieder. Hat nicht geklappt 😳 ich war ziemlich ausgelaugt und antriebsschwach.

    Meine Chemo war im September fertig, jetzt bekomme ich noch alle 3 Wochen Herceptin. Und endlich geht mir gut! Meine Reha beginnt am 17.Oktober.

    Ich denke danach fange ich langsam mit der Wiedereingliederung. Im Februar habe ich dann meine Diep Flap Op.

    Ich möchte vermeiden, dass ich im Februar völlig gestresst auf dem OP Tisch liege und werde deshalb die Wiedereingliederung mit 4 bis 5 Stunden bis zum Februar durchziehen.

    Das ist der Plan - doch wie jede von uns weiß, muss man immer damit rechnen, dass der Körper einen anderen hat😜.

    Ich hab mir fest vorgenommen, auf mich zu achten und wenn nötig einen Gang zurück zu schalten.

    Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende und das eure Pläne und Wünsche in Erfüllung gehen!

  • Ich habe damals die Wiedereingliederung gemacht, und dann nach BEM meinen Resturlaub so abgebummelt, das ich nochmal acht Wochen lang eine 3-Tage -Woche hatte. Das war sehr angenehm, weil es da wieder volles Gehalt gab.

    Auf den Trichter hatte mich ein Sozialarbeiter in der REHA gebracht.

    Habe leider noch eine Kollegin mit Brustkrebs, die macht das jetzt genauso.


    LG

    Milli

  • Interessanter Thread. Das mit der 3 Tage Woche hört sich auch vernünftig an.

    Ich bekomme ja weder Chemo noch Bestrahlung, aber ich denke auch schon an die Zeit nach der Diep flap. Wie lange es wohl dauert bis ich wieder fit bin? Habe ja einen körperlich anstrengenden Job. Werde auch möglichtst erst in Reha gehen.

    Bin gespannt.

    LG friluftsliv


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    Man muss das Leben nicht verstehen, es reicht, wenn man sich darin zurecht findet.

  • So, ich Reihe mich hier mal ein. Habe am 30.4. meine Diagnose bekommen und kommenden Montag geht es wieder los. Arbeite 20 Stunden die Woche, 3x 5 Stunden Vormittags und habe dann noch 5 Stunden Home Office. Wobei ich jetzt schon gehört habe, dass man mir dies streichen möchte, damit ich noch nen 4. Morgen dazu komme. Aber ganz ehrlich, das traue ich mir nicht zu. Lieber gebe ich dann 5 Stunden ab. Seh meinem Arbeitsbeginn mit gemischten Gefühlen entgegen🤔😥 Mal abwarten!

  • Liebe Anne79 , gib nicht zu schnell nach, setz ein Pokerface auf und sag, neeee, bei home-office bist du viel besser. Ich arbeite gerade ganz viel mit home office und bin 20 Mal schneller als im Büro . Sie sollen sagen, was du von zuhause aus machen sollst und was, wenn du dort bist.


    Ich kann mir nicht vorstellen dass man das nicht organisieren kann.

  • Ja, liebe Anne79 und das ist meiner Meinung nach ein Irrtum, es sei denn, du sitzt im Hotel an einer Rezeption oder so etwas und sollst für 2 Arbeiten?


    Probier, was du hin kriegst. Vielleicht kannst du später die Stunden wieder bekommen, wenn du dir mehr zutraust? Quasi zeitlich begrenzt kürzer treten?


    Blöd. Versuche, darum zu kämpfen. Wäre schade um die Kohle für dich. Und um die Anerkennung für diese Arbeit.


    LG


    Sonnenglanz

  • Sonnenglanz ich habe nen ziemlich verantwortungsvollen Job und da auch beschlossen mich nie wieder so zu stressen. Das hat mich meine Erkrankung gelehrt. Daher nehme ich lieber die freie Zeit, statt dem Geld. Da ich Lohnsteuerklasse 5 bin, macht das eh net soviel aus🙈 Sag mal, ist dir auch aufgefallen, dass hier im Forum sehr viele Frauen aus sozialen Berufen sind?

  • Liebe Anne79 , wenn es kein grosser finanzieller Verlust ist und dir im Gegenzug andere wichtige Qualitäten bringt, dann ist es natürlich die richtige Entscheidung.


    Frauen sind ja sowieso oft in sozialen Berufen. Was ich meine, zu sehen, ist dass viele eine hohe Verantwortung übernehmen. Sie bringen für ihr Geld enorme Leistungen und qualitativ hochwertige Produkte.


    Es bedeutet, dass hier viele Personen sind, die einen besonderen Stress haben.

    Das lese ich zB auch bei Busenwunder heraus. Es gilt also besonders, Balance zu finden. Ich bin nicht sicher, ob weniger arbeiten da immer die 'richtige' Konsequenz ist. Oder ob nicht anders arbeiten und mit genauer Reflexion der Rolle auch entstressen kann. Weniger arbeiten geht natürlich schnell und leichter. Man hat flott ein Ergebnis, das zieht.


    Ich hoffe, dass ich wegen der AHT wenigstens 10 Jahre ohne Krebs haben werde. Das habe ich mal so beschlossen ;)Innerhalb dieser Zeit werde ich hoffentlich 'normal' in Rente geschickt. Aber wir werden älter und obwohl es meinem Mann und mir finanziell gut geht, denke ich, im Alter kann das schon 'knapp' werden. Und irgendwie will ich das einem Arbeitgeber nicht einfach so schenken. Die Arbeit muss auch langsamer, strukturierter und geplanter funktionieren, wenn ich nicht mehr auf mehr als 100 % fahren kann. Ich habe es dem Arbeitgeber schon angedroht, was nicht gut geplant ist, wird auch in der deadline nicht fertig. Ich fange die 'Zeitverzögerungen', die andere zu verantworten haben, nicht mehr auf.


    Verstanden hat er das noch nicht. Und ich weiß nicht, ob ich konsequent genug sein werde. Ich werde es ein Jahr lang vollzeit ausprobieren und dann entscheiden, wie ich weiter machen werde, Vollzeitstelle, halbtags, reduziert oder vielleicht sogar gar nicht mehr. Ich lass mir einfach alles offen. Ich glaube, im Moment geht das einfach.


    LG


    Sonnenglanz

  • Die Arbeit muss auch langsamer, strukturierter und geplanter funktionieren, wenn ich nicht mehr auf mehr als 100 % fahren kann.

    Liebe Sonnenglanz das ist genau mein Thema. Hier werde ich jetzt einfach mal abwarten, was die Woche auf mich zukommt. Ich habe mittags meine Kinder für die ich da sein muss und die mich brauchen und ich nehme mir jetzt aufgrund meiner Erkrankung die 2 "freien" Vormittag für mich raus. Zumindest im Moment, da traue ich mir einfach nicht mehr zu.:hot: