Christen und Krebs

  • Hallo an alle,


    Ich würde mich hier unter dem Thema Christen und Krebs, das ich angeregt habe, über eine nette und freundliche Diskussion, gerne auch mit gegensätzlichen Ansichten, freuen. Wichtig ist mir aber ein liebenswürdiger Umgang miteinander. Ich sehe das wie Viviane1968   Lilyrose und Sonne70 . Und wenn jemand mit den Beiträgen eines Teilnehmers nicht klar kommt, muss er sie ja auch nicht unbedingt lesen!


    Ich finde jedenfalls, dass das Mark-Twain-Zitat von cancer-capricornus sehr gut hier ins Forum passt. Vielleicht können wir uns darauf alle einigen?


    Liebe Grüße

    Singdrossel

  • Um mal wieder zum ursprünglichen Thema zurück zu kommen... auch ich finde viel Hilfe im Glauben und im Gebet. Mein Herz einfach ausschütten zu können und um Hilfe zu bitten, entlastet mich sehr und gibt mir Kraft das alles zu ertragen.

    Bin im CVJM und ev. Kirche aktiv und erfahre dort ganz viel Unterstützung, aber auch in anderen Kreisen, die nicht im kirchlichen Bereich angesiedelt sind.

    Das eine schließt ja das andere nicht aus.

    LG friluftsliv


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    Man muss das Leben nicht verstehen, es reicht, wenn man sich darin zurecht findet.

  • Liebe Singdrossel ,

    Erst mal Dank, dass du diesen Strang eröffnet hast. Ich habe alles mitgelesen, komme aber heute erst zum Schreiben.

    Ja, ich bin evangelisch getauft, "wurde" mit 7 Jahren konvertiert, seitdem katholisch.

    Ich hatte einen prima Studentenpfarrer. Dort habe ich mehr für das Leben gelernt als an der Uni. Später habe ich mich besonders in der Kinderarbeit engagiert, dann Jugendliche. Bei dieser Arbeit habe ich manche Schramme an der Seele abbekommen, bis ich mir gesagt habe:Das willst du nicht mehr. Man kann auch als "Sonntagskatholik" gut leben.

    Auf der letzten Lektorenzusammenkunft , die ich besucht habe, wurde heftig gestritten, ob Jesus für alle Menschen oder nur für viele gestorben sei. Ich fand das unmöglich, habe heftig für alle gestritten. Heute frage ich mich, wer denn nun recht hatte.

    Bei meiner Ersterkrankung habe ich zu Gott um Heilung gefleht, als es hieß ich sei geheilt, tausend Dankgebete, jeden Regenbogen als Zeichen der Versöhnung gesehen. Das gab Halt und Hilfe.

    Als es nach einem halben Jahr hieß "April, April" von wegen Heilung ist auch mein Gottesbild zusammengebrochen. Ich bin nach wie vor dankbar für die vielen Leute, die in verschiedenen Konfessionen für mich bei Gott und Alah bitten. Aber für mich selbst sehe ich den Vertrag mit Gott gekündigt oder gibt es ihn überhaupt? Es war ein schmerzhafter Weg und tut noch heute weh. Wen soll ich um Hilfe bitten, wem kann ich für einen schönen Tag danken? Am ehesten der guten Fee aus Dornröschen. Sie ist nicht allmächtig, vesucht aber das Leid abzumildern.

    In die Kirche gehe ich kaum noch, sitze dann mit starrem Gesicht, kann nicht mitsingen, um nicht loszuheulen.

    Es gibt noch das Gleichnis von der Witwe und dem ungerechten Richter. Ich mag mich nicht anbiedern.

    Viele Menschen haben im KZ ihren Glauben verloren: Er wurde in Auschwitz ermordet. So fühle ich mich.

    Ich hoffe, ich habe niemanden hier verletzt, wir sind so dünnhäutig. Aber das ist meine Situation,und ich bin froh, es hier niederschreiben zu dürfen.


    Ein anderer, eher phlisophischer oder psychologischer Aspekt: Cancer- Capriconus schrieb: "Vielleicht hat sich der Krebs schon damals eingenistet"- ihr Avatar als unbewußtes Zeiche dafür. Ich habe den Eindruck, dass mein Körper schon lange wusst, was passiert und mir Zeichen gegeben hat. Ich konnte sie nur nicht deuten, wäre wohl auch als verrückt erklärt worden. Viele Leute sagen "Du musst positiv denken, das hilft." Ja, passiert nun was wir positiv erträumen oder das, was uns unser Körper versucht mitzuteilen. Als ich große Angst vor einem Rzidiv äußerte wurde mir erst mal mein Glauben von einer Ordensschweter abgesprochen. Heute meine ich, dass ich durch Gespräche, die ich eigentlich nicht wollte, auf meine jetzige Situation vorbereitet wurde.

    Auf diese Fragen gibt es sicher keine Antwort, aber wiegesagt, ich bin froh, sie hier äußern zu dürfen.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt.


    "Gut, wer einen Gott hat, zu dem er beten kann" Das habe ich mal in einem Vortrag gehört. Ich beneide alle, die das noch können.

    Ich wünsche euch weiter Halt im Glauben und möge Gott euer Flehen erhören.
    LG Lilibe

  • Seit meiner Erkrankung hadere ich mit 'dem theoretischen da oben' sehr. Ich denke oft, dass es ihn nicht geben kann. Ich bin wohl eher eine Agnostikerin. Ich denke schon, dass es so etwas wie ein Leben nach dem Tod geben könnte, aber nicht so, wie wir uns das vorstellen. Hinter dem Spiegel... werden wir erkannt (oder so). Offiziell bin ich Mitglied der evangelischen Kirche, habe aber vor Jahren das Gesangbuch gewechselt. Ich war also mal katholisch. Ich bete manchmal gewohnheitsmässig und denke dann, das kannst du dir auch schenken. Er kümmert sich oder nicht. Du kannst eh nix dran drehen, was passiert. Ich versuche trotzdem, möglichst positiv zu denken.


    Ich beziehe mal Stellung für cancer-capricornus , vor allem die sachbezogenen Beiträge schätze ich sehr.


    LG


    Sonnenglanz

  • Seit ich erkrankt bin betet meine sehr gläubige Schwiegermutter für meine Gesundheit. Das nehme ich dankbar an als Zeichen ihrer Liebe, wenn auch nach mein Gottesbild sich Gott nicht um die konkreten Probleme der Menschen kümmert/kümmern kann/ kümmern muss.

    Meine Schwiegermutter wollte auch meine Kinder dazu bringen für meine Genesung zu beten, und das habe ich ihr strikt verboten, denn wenn ich doch am Krebs sterbe nimmt sie meinen Kindern noch zusätzlich zu diesem Verlust jeden Glauben und möglichen Trost, denn ihr Gebet hat ja nichts genutzt. Ich empfinde das also in variierter Form (bezogen auf meine Kinder) wie Lilibe .

    LG Schneeglöckchen

  • An alle in diesem Thread


    Der Thread heißt Christen und Krebs, nicht mehr und nicht weniger.

    Wie soll jemand einen Thread nennen, wo er/sie sich mit beten, Fragen im Glauben wegen Krebs und so weiter austauschen möchte?

    Sogenannte Christen sind auch keine besseren oder schlechteren Menschen, wie alle anderen, denn auch sogenannte Christen machen Fehler und bauen auch mal richtig Sch..., Mist. Deshalb ist mir die Vergebung wichtig.


    Ps. Auf cancer-capricornus Beiträge möchte ich nicht verzichten müssen, nur wegen diesem Thread hier.

    Danke das Du in diesem Forum bist, liebe cancer-capricornus :*<3 und tret dem schwarzen-Männchen bitte weiter kräftig in den Po:D

  • Hallo in die Runde,


    Lilibe ...deinen Beitrag habe ich mit Genuss gelesen. Das ist genau das, was für diesen Thread wichtig ist. Die innere Zerrissenheit, eigene Erfahrungen einbringen und trotz allem um Genesung beten...egal ob es klappt oder net. Aber zu wissen, dass es Menschen gibt, die für mich beten, gibt mir mehr inneren Frieden. Im übrigen hab ich auch stellenweise Probleme, die richtigen Worte für mein Gefühlsleben zu finden und benutze dann auch Metaphern. Ich hab jedenfalls kein Problem damit. "Die Hoffnung stirbt zuletzt". Wie wahr und zeigt mir auch, dass du deinen Glauben net ganz verloren hast.;)


    Es gibt sicherlich viele Menschen hier im Forum, die mit dem Glauben Schwierigkeiten haben. Ist auch völlig legitim. Deswegen ist dieser Thread etwas speziell denke ich.

    Was mich aber stört, ist die Bezeichnung "diese Christen" oder "sogenannte Christen". Das ist eindeutig abwertend und bewertend. Mich würde interessieren, wenn anstatt Christen "Juden, Moslems, Buddhisten" gestanden hätte. Wäre die "Toleranz" dann größer? Oder würde es sich jemand erlauben "diese Juden" oder "sogenannte Juden" zu schreiben....

    In diesem Sinne

    LG Vollmondalarm

  • Liebe Vollmondalarm , ich bin mir nicht sicher, ob das 'sogenannte' abwertend oder wertend gemeint war. Vielleicht distanzierend, und ja, bei Juden hätten wahrscheinlich viele empörter reagiert. Leider kann so ein Wort sehr vielschichtig gemeint und interpretiert werden. Insofern wäre mir weg lassen auch lieber. Aber nun steht es da. Ich nehme es als 'wir sind alle nur Menschen'. Ich verstehe deine Einwände allerdings völlig.


    Für mich beten auch Menschen, sogar sehr intensiv. Sie zünden für mich Kerzen an und meditieren sogar für mich. Ich denke, wer immer erreicht werden kann, wird auch erreicht werden. Ich mache in den Kirchen auch Kerzen an und früher habe ich nur für andere gebeten. Bei der letzten Kerze habe ich trotzig 'auch für mich' angehängt.


    Ich denke, dass es auf der anderen Seite des Spiegels schöner ist als hier und dass ich alle geliebten Menschen, die schon gegangen sind, wieder treffen werde. Ganz anders als jetzt. Und das beruhigt mich sehr. Und selbst, wenn tatsächlich nach dem Tod nichts mehr spürbar sein sollte, wäre das für mich auch irgendwie OK. Für diejenigen, die zurück bleiben, ist es viel schwerer.


    Mögen wir alle noch viele schöne Jahre vor uns haben.


    LG


    Sonnenglanz

  • Ist es schon mal jemandem aufgefallen, bei der Benennung einer Religionsgruppe in Zusammenhang mit ihrer Religion, gibt man immer eine Bewertung ab ---- denn man verallgemeinert, ...... man schließt von vielleicht nur einem Einzigen auf alle anderen.

    Beispiele:

    (a) Seit dem 11.09.2001 (Terroranschläge in den USA durch al-Qaida) werden sämtliche Muslime etwas strenger beäugt.

    (b) Kindermissbrauch durch katholische Priester

    (c) Bürgerkriege oder Ausschreitungen gegenüber Minderheiten eines Landes, wo die Religion als Grund vorgeschoben wird

    .........Gewalt gegenüber muslimischen Minderheiten in buddhistischen Ländern (Myanmar, Sri Lanka)

    .........Nord-Irlandkonflikt 1969 - 1998


    Aber, ich glaube, wir weichen hier im Forum vom Thema ab. Wenn ich Singdrossel bei der Eröffnung des Threads richtig verstanden habe, war die Frage "ob es unter uns hier auch gläubige Christen gibt, um sich untereinander auszutauschen". Jeder verarbeitet sein Schicksal auf individuelle Weise, einem Gläubigen (egal welcher Konfession) gibt oft die Religion viel Kraft, anderen vielleicht einfach nur die Natur. Ich finde, man sollte jedem das Seine zugestehen, .... ohne Bewertungen, ......denn keiner ist besser oder schlechter als der Andere. ...... :saint:

  • Liebe Lilibe ,


    Dein Eintrag hat mich sehr berührt. Es ist schlimm, dass Deine Hoffnung auf Heilung so enttäuscht worden ist. Erst mal wünsche ich Dir ganz viel Kraft für den weiteren Kampf gegen Deine Erkrankung! Und ich werde Dich natürlich auch in meine Gebete einschließen.


    Ich habe mich auch schon gefragt, was kommt nach dieser meiner Ersterkrankung? Wie geht es dann weiter? Und was erwarte ich von Gott? In erster Linie möchte ich natürlich gesund werden. Aber kann ich erwarten, dass dieser Wunsch genau so erhört wird wie ich mir das vorstelle? Für mich ist wichtig, dass Gott mich nicht verlässt, dass er, egal, was kommt, bei mir bleibt und mir weiterhin Kraft gibt. Auch und gerade dann, wenn ich nicht wieder richtig gesund werde.


    Zur Diskussion bei Deinem Lektorentreffen: Wenn Jesus nicht für alle gestorben ist, würde er ja Menschen ausschließen. Ich kann mich jetzt nicht erinnern, dass er das getan hat. Er hat gerade die gesucht, die als Sünder oder Ausgestoßene galten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er entscheiden würde, die einen ja, die anderen nein. Und wenn, an welchen Kriterien soll das sich dann entscheiden?


    Liebe Grüße

    Singdrossel

    Was die Bewertungen und Verallgemeinerungen angeht, würde ich cancer-capricornus noch ergänzen: das betrifft meiner Erfahrung nach nicht nur Religionsgruppen, sondern grundsätzlich alles, was fremd ist. Das kommt dann in die Schublade für "kenn ich nicht, mag ich nicht, ist gefährlich." Ausländer und Flüchtlinge, auch Volksgruppen wie Sinti und Roma sind da schon lange betroffen.


    Alle Menschen sollten die Möglichkeit haben, sich frei zu entscheiden, was sie glauben oder nicht glauben.


    Liebe Grüße

    Singdrossel

  • Hallo zusammen,

    ein sehr interessantes Thema, liebe Singdrossel , das du eröffnet hast.

    Ich lese fleißig mit, habe aber gezögert,etwas zu schreiben, weil Glaube ja eine sehr persönliche Sache ist, die oft nicht leicht zu erklären ist. Ich versuche es dennoch.

    Ich bin katholisch und, wie man so schön sagt, in einem gut katholischen Elternhaus aufgewachsen. Es hat zwar in meiner Jugend Zeiten gegeben, wo ich alles hinterfragt habe, aber irgendwie gehörte der Glaube immer zu meinem Leben. So war es wichtig für mich und auch für meinen Mann, kirchlich zu heiraten, ebenso wichtig, dass unsere Tochter getauft wurde und zur Kommunion ging. Und ich habe mich sehr gefreut, dass sie sich selbst entschieden hat, letztes Jahr auch die Firmung zu empfangen.

    Als ich vor viereinhalb Jahren erkrankte, habe ich heftig mit „dem da oben“ gehadert. Ich konnte und wollte nicht beten, bin nicht in die Kirche gegangen, ich wollte nichts mehr von allem wissen und fühlte mich im wahrsten Sinne des Wortes gottverlassen. Irgendwann habe ich, wenn ich abends im Bett lag, angefangen mit Gott zu sprechen, manchmal mit ihm zu schimpfen, ihm Fragen zu stellen, ihm zu danken, ihn um etwas zu bitten - von allem etwas, und das hat mir geholfen. Das mache ich bis heute so und es hilft mir nach wie vor. Das ist meine Art zu beten.

    Ich zünde übrigens auch gerne Kerzen in Kirchen an und bete dabei für andere und auch für mich. Das ist ein schönes Ritual.

    Aber ich denke, es gibt viele Wege, Kraft zu finden, ob es der christliche Glaube ist oder ein anderer oder Meditation... Alles hat seine Berechtigung, wenn es uns hilft.


    Liebe Grüße


    Hannah

  • Also nur noch soviel erstmal:

    -Ich bin Christin und meine direkten Nachbarn sind Muslime.


    -Beten tue ich schon lange und seit ich hier bin auch für uns hier (alle, ohne Ausnahme)


    -Und ja, beim ersten Schreck habe ich gar nichts mehr glaubensmässig verstanden, doch dann waren liebe Menschen, auch Christen um mich und ich habe immer mehr versucht zu vertrauen bei allem Unverständnis. Und vertrauen tue ich immer noch mit samt aller Hoffnung und Liebe die möglich ist (innerlich, wie auch von außen). Hoffnung und Liebe mittlerweile auch für manch anderen Mitpatienten (hier, wie bei Ärzten, in Krankenhäuser usw.)


    LG Nicki-Lydina

  • Hallo


    Obwohl ich aus der Kirche ausgetreten bin mit 18, dachte ich immer, dass ich gläubig wäre und an ein Leben nach dem Tod glaube. Nach dem 1. Krebs habe ich jedoch schmerzvoll erkennen müssen, dass ich es definitiv nicht glaube. Ich mag aber gewisse Rituale der Kirche, z.B. zu Weihnachten und bitte die Menschen, die wirklich gläubig sind, für mich zu beten. Selber beten sind bei mir leider leere Worthülsen. Ich lebe aber weiter in meinen Kindern mit der Hälfte meiner DNA, das beruhigt mich irgendwie, sollte ich sterben.


    Alles Liebe,

    Viviane

    Wir verpassen so viel Schönes, weil wir in den richtigen Momenten mit den falschen Gedanken beschäftigt sind.

  • Hallo zusammen,


    leider war ich lange nimmer im Forum, seit ich keine Familienhelferin mehr habe ist es alles etwas viel und anstrengend für mich.


    Singdrossel , danke für die Eröffnung dieses Treads sehr gute Idee.


    Ich bin auch eine bekennende Christin

    ich durfte in der ganzen Zeit erleben wie Jesus mich und meine Familie getragen hat.

    Und welch ein Privileg ich hatte mit 30. zwei Kinder als ich den Knoten ertastete und ich darf Leben und kämpfen.

    wie schön in Deutschland zu leben und so gut versorgt zu sein!

    Auch habe ich so viel Hilfe erfahren das war ein Geschenkt.

    Ich durfte auch mit anderen Patenten beten es war einfach irgdwie für mich eine schöne und sehr intensive Zeit auch in meiner Gottesbeziehung.


    Lg Josephin

  • Hallo ihr Lieben,

    Ich danke euch allen, die ihr auf meinen Beitrag geantwortet habt.

    Singdrossel , Ich danke dir dass du mich in dein Gebet einschließt. Obwohl ich den Glauben, dass Gott auf mich hört wohl verloren habe, bin ich allen von Herzen dankbar, dass sie für mich beten. Vielleicht bewirkt es ja doch etwas.

    Und das mit der Lekorendiskussion, ich habe ja geschrieben, welche Meinung ich verteidigt habe. Die war wohl nicht ganz falsch. Damals wurde Protestanten - Katholiken diskutiert. Kennt ihr den Witz: Jemand ist gestorben und wird von Petrus im Himmel herumgeführt. Plötzlich kommen sie an eine große Mauer. "Was ist denn das?" Petrus:" Sei still, dahinter sitzen die Katholiken. Sie meinen, allein im Himmel zu sein." Später habe ich mir sagen lassen, dass die Katholiken leicht austauschbar wären. Ein Himmel voller Mauern? Jedenfalls habe ich damals allen "Überzeugten" gewünscht, dass sie im Himmel mit den Mauern landen. Ich bevorzuge Freiheit und Toleranz.

    Sonnenglanz , ja so geht es mir auch. Ich stelle fest, dass ich bete "Gott, begreif doch, dass ich leben will und hilf mir." Dann denke ich , was soll das? Er hört nicht auf mich.

    Vollmondalarm , danke auch dir. Ja, dass Andere für uns beten ist so wertvoll. Mit Metaphern habe ich mein ganzes Leben gelebt, erwische mich auch heute dabei, merke aber, dass mir eine sachliche Argumentation besser bekommt.

    Schneeglöckchen , auch dein Beitrag hat mich berührt, die Kinder vor dem Zusammenbruch des Glaubens bewahren, falls doch etwas schief geht. Ich wünsche dir und uns allen, dass nichts schief geht.

    Nicki-Lydina , ja, beten für uns alle, ohne Ausnahme, das ist gut.

    Mögen die Gebete erhört werden.

    LG Lilibe

  • Liebe Singdrossel,

    danke für dein Thema „Christen und Krebs“.

    Seit ich Jesus in mein Leben gelassen habe weiß ich, wo ich hingehöre.

    Für mich ist es eine große Gnade, dass ich trotz Brustkrebs-OP (ich musste meine linke Brust hergeben und lasse aus mehreren Gründen keinen Aufbau machen) und der momentanen Lebenskrise nicht einen Augenblick an Jesu Liebe zweifeln musste.

    Als ich im Juli diesen Jahres von der Krankheit erfahren habe hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen, denn auch als Christen geht es uns da nicht anders.

    Fast zeitgleich wurde unser viertes Enkelkind geboren und ich habe im Gebet immer wieder darum gefleht, dass ich den Kleinen aufwachsen sehen darf.

    Momentan ist der Krebs zwar besiegt und trotzdem habe ich große Schwierigkeiten mit meinem Leben, meine Gefühlen, meinem Aussehen, meinen Plänen usw.

    Doch mit all dem bin ich nicht allein, denn Jesus ist in allem bei mir.

    Ich bin zutiefst überzeugt, dass er es immer gut mit mir meinte und meint.

    Lieber Gruß,

    Genna

  • Liebe Genna ,


    schön, dass Du zu uns gefunden hast. Ich denke, für jede von uns hier im Forum ist es schwierig, die Krankheit mit allem, was dazugehört, anzunehmen und als Teil von sich selbst zu akzeptieren. Und es ist auch nicht selbstverständlich, sich dann auch noch selbst zu mögen.


    Es ist ja super, dass Du den Krebs besiegt hast! Und es ist auch gut, dass Du Jesus gefunden hast und nicht allein bist. Viele von uns hier im Forum sind noch am Anfang des langen Weges, den Krebs loszuwerden. Damit bist Du nun schon durch. Du hast schon eine ganze Menge geschafft! Dass Du jetzt Schwierigkeiten mit Deinem Leben hast, weil die Krankheit ihre Spuren hinterlassen hat, ist wohl ganz normal. Wenn es zu viel wird (Du schreibst von Lebenskrise), solltest Du aber professionelle psychologische Hilfe suchen. Wir hier im Forum können Dich moralisch unterstützen, wir können auch für Dich beten, aber manchmal braucht es jemanden vom Fach, um Probleme gezielt anzugehen und zu lösen.


    Ich wünsche Dir Gottes Segen und nehme Dich gerne in mein Abendgebet auf!

    Liebe Grüße

    Singdrossel