Aufforderung Reha-Antrag

  • Hallo,


    heute kam eine Aufforderung von meiner Krankenkasse hereingeflattert, dass ich einen Reha-Antrag stellen soll.

    Eigentlich wollte ich aber eine AHB beantragen.

    Kann ich denn nun beides beantragen oder fällt dann die AHB weg, sobald ich den Reha-Antrag gestellt habe?

    Ich bekam mal die Info, dass ich, wenn ich erst die AHB mache, innerhalb eines Jahres die erste und dann sogar noch eine zweite Reha beantragen könnte. Wenn ich aber gleich die Reha beantrage die AHB wegfällt.

    Das ganze verwirrt mich ziemlich und ärgert mich auch irgendwie, dass man unter Androhung des Krankengeldverlustes dazu gezwungen wird:cursing:

  • SanNiH

    Die AHB wird schon während des Krankenhausaufenthaltes beantragt, wird über den Sozialdienst des KH abgewickelt. Man bekommt dann die Formulare zugeschickt (... sind die gleichen wie bei Reha). Die AHB muss innerhalb eines bestimmten Zeitraumes ab Krankenhausentlassung angetreten werden (meist 3 - 5 Wochen) --- abhängig von der Erkrankung/Behandlungsmaßnahme im KH. Nach dieser AHB darf man als onkologischer Patient nach 1 Jahr eine sog. "Erhaltungs-Reha " beantragen.


    Bei Reha gibt es 2 Varianten:

    (a) medizinische Rehabilitation = 3 (-4) Wochen in einer Reha-Klinik bzw. ambulant, um "Körper & Geist" wieder auf Vordermann zu bringen

    (b) berufliche Rehabilitation = für die Wiedereingliederung ins Berufsleben (z.B. Weiterbildung, Umschulung, geringere Arbeitsstundenzahl, ......)

    Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden .......... Mark Twain

  • cancer-capricornus

    Danke dir für die schnelle Antwort:)


    Kann ich denn nach einer medizinischen Reha auch innerhalb eines Jahres eine Erhaltungs- Reha beantragen? Dann wäre ja egal, ob ich nach der Bestrahlung AHB oder Reha mache...:/

  • SanNiH

    Wieso beantragst Du nicht eine AHB ? --- in der Reha-Klinik macht das keinen Unterschied, da sind alle "bunt durchgemischt" --- oftmals weiß man gar nicht wer ist AHB/ wer ist Reha. Die Therapiemaßnahmen sind die gleichen. Vorteil der AHB: Antragsbearbeitung sehr schnell und man muss den Bescheid nicht abwarten (weil Maßnahme ärztlich angeordnet = wird immer bewilligt). Verlängerung des Aufenthaltes ist auch kein Problem, wenn man möchte (Reha-Klinik fragt meist gleich zu Beginn, ob man noch 'ne 4-te Woche will). Die Reha-Klinik kann man sich auch aussuchen.

    Ob man bei Reha-Antrag nach 1 Jahr die Erhaltungs-Reha beantragen kann ...... ?

    Übrigens: AHB kann man nach jeder erneuten Krankenhausbehandlung beantragen. Beispiel: KH-Aufenthalt wegen OP, dann AHB, dann wird festgestellt es muss doch noch eine Chemo gemacht werden, nach Beendigung dieser kann man wieder zur AHB

    Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden .......... Mark Twain

  • Ansonsten lass dich nicht unter Druck setzen. Solange du ärztlich krank geschrieben bist, sollte die Krankenkasse da nicht viel tun können. Und hört sich an als ob du die Bestrahlung noch vor Dir hast, die Krankenkasse weiß das vlt. nicht, daher die Papiere.

  • Lasd Dich nicht unter Druck setzen und vor allem nicht verwirren. Eine AHB ist auch eine REHA. Hat eben nur andere Grundvoraussetzung. Deshalb macht Deine Kasse da auch keinen Unterschied in ihrer Wortwahl.

    Und die AHB macht man sowieso eigenlich erst nach der Bestrahlung.

    Mach Dich nicht verrückt.


    LG

    Milli

  • Es sollte aber auch Vorsicht geboten sein. Wenn die Krankenkasse zur Reha auffordert, kann der Reha-Antrag auch in einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente umgewandelt werden. Und ablehnen darf man auch nicht, dann bekommt man das Krankengeld gestrichen. Die AHA ist eigentlich nach Beendigung der ganzen Therapie vorgesehen. Die Reha dann ein Jahr danach.

    Wenn du jetzt noch Strahlenbehandlung hast, dann also erst nach der Strahlenbehandlung. Ich vermute aber, die Krankenkasse will Krankengeld sparen?

    LG Christina

    Wenn es ein Löwenzahl durch den Asphalt schafft, dann wirst du doch sicher auch einen Weg finden.

  • Hallo SanNiH,

    lass Dich bitte unbedingt von jemandem beraten, der „von der Sache“ wirklich etwas versteht. Erkundige Dich beim Krebsinformationsdienst oder beim Sozialdienst. Denn wie Christina schon gerade richtig erwähnt hat, kann es sein, dass Dein Reha-Antrag bei Ablehnung dann als ein Antrag auf EU-Rente gesehen wird. Das passiert automatisch. Und: Anspruch Krankengeld hast Du (bzw. wir alle, die wir keine Beamten sind) „nur“ für 78 Wochen. Alles Gute für Dich! LG Conny1967

  • Danke euch allen für die Antworten und Ratschläge:*

    Ich werde morgen mal versuchen beim Sozialdienst anzurufen und mich beraten zu lassen.

  • Hallo Zusammen!


    Folgendes: ich bin nicht in die Anschluss-Reha gefahren (aus diversen persönlichen Gründen). ich bekomme seit der Krankschreibuung (abzüglich 6 Wochen) im April das Krankentage-Geld. (Diagnose: mamacarzinom)


    Nun habe ich einen Brief von meiner Krankenkasse bekommen, dass ich innerhalb der nächsten 10 Wochen einen Rehabilitationsantrag (G0100) stellen muss, ansonsten sie mir ab 10.12.2019 das Krankengeld streichen werden. Ist das üblich so?


    Ich habe nicht unbedingt was dagegen, in eine Reha zu gehen.. nur finde ich das ein wenig merkwürdig, dass ich quasi gezwungen werde, obwohl ich mich immer wieder krankschreibe..

    nun frage ich mich natürlich: wie geht das alles? V.a bzgl. Wunschtermin.. was empfiehlt ihr mir, wann ich das einreichen soll, wenn ich so ab Ende Januar in eine Reha gehen möchte?


    Offenbar muss ich den Antrag an die Krankenkasse zurückschicken, (die überprüfen, ob ich das rechtzeitig zurückgeschickt habe) , und dann wird der Antrag an die Rente weitergeleitet..


    der Sachbearbeiter der Krankenkasse sagte: wenn ich in die Reha gehe, hätten sie neue Informationen über meinen Gesundheitszustand.


    (zur Info muss ich noch sagen: ich war bei Erkrankung arbeitslos, es wartet also kein Arbeitgeber, sondern ich muss wieder fit sein für die Stellensuche.. abgesehen davon, dass mein Beruf körperlich sehr anstrengend ist... )


    Ich danke Euch für irgendwelche Hinweise...


    Habt ihr Empfehlungen für Reha's? was mich selber interesiert ist alles was mit Meditation (MBSR o.ä) zu tun hat.. nicht so sehr Musiktherapie (weil ich selber Musikerin bin).. es soll möglichst Bio-Essen geben. (gibts das überhaupt?)..


    ich wohne selber im Süden...Reha muss nicht zwingend im Süden sein..


    claudia

    Einmal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Themen zusammengeführt

  • Nachtigall69 ... Das Vorgehen deiner KK finde ich sehr merkwürdig.


    Ich bin auch seit April wegen BK krankgeschrieben.

    Seit Juni bin ich nun im Krankengeldbezug. Solange irgendwelche Therapien, Behandlungen, etc. laufen können die doch nicht dich zur Reha zwingen.


    Mir wurde gesagt, dass das Krankengeld für 78 Wochen innerhalb von drei Jahren bei gleicher Diagnose gezahlt wird.


    Macht vielleicht bei dir das Arbeitsamt im Hintergrund Druck?🤔

    Wenn dir das Leben Zitronen schenkt, mach Limonade drauß!;)


    Wenn sich im Leben eine Tür schließt, sollte man sich manchmal lieber HAMMER und NAGEL schnappen und sicherstellen, daß das Teil auch zu bleibt.8o


    Alles, was man über das Leben lernen kann, ist in drei Worte zu fassen: ES GEHT WEITER!:thumbup: (Friedrich Schiller)

  • Hallo zusammen,


    ich bekam noch im Krankenhaus, nachdem ich ausgesteuert wurde, Post vom Arbeitsamt zwecks Einstufung ob Reha oder EU-Rente, da ich 8 Wochen im KH war und mit offen Wunden entlassen wurde die täglich vom Pflegedienst versorgt werden, war ich echt der Meinung okay erstmal EU-Rente bis alles abgeschlossen ist (Wunden + Chemo ) und dann Reha....

    Pustekuchen... ich bekam 4 Wochen nach Entlassung Post, das ich zwei Wochen später in die Reha sollte :thumbdown:. Nach Rücksprache mit meinen Ärzten hieß es ganz klar.... NEIN-nicht Rehafähig... erst später nach Abschluss der Behandlungen. Gut, alles schriftlich weitergegeben und ich bekam nach weiteren 3 Wochen Post .... ich wäre Unwillig und verweigere die Mitarbeit..X(:cursing:

    Nach einigen Telefonaten konnte ich es doch noch klären und es geht erst mal mit Übergangsgeld vom Arbeitsamt weiter:|


    Mal sehn was als nächstes kommt... es nervt total diese Behörden....

    Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein wie andere mich gern hätten:P ... denn ...der Kopf ist rund damit das Denken die Richtung wechseln kann! ;):thumbup:

  • Hallo Nachtigall69,


    Da könnte/müsste ich jetzt ganz weit ausholen, aber die Kurzform ist: ja es ist durchaus üblich, sie haben sich eher länger als kürzer Zeit mit dir gelassen und ich kann dir nur empfehlen, die Fristen einzuhalten. Und meine zweite ausdrückliche Empfehlung an dich lautet: werde Mitglied in einem Sozialverband und lasse dich diesbezüglich unterstützen.


    Vielleicht doch noch drei Worte zum Hintergrund: die Krankenkasse hat das Interesse/muss das Interesse haben, deinen Krankengeld Bezug so kurz wie möglich halten zu halten. Es gilt das Gemeinwohl der Versicherten-Gemeinschaft als höherwertig im Vergleich zu deinem persönlichen Interesse. Der Krankenkasse ist bei Fristversäumnis daran gelegen, dich rasch in eine Erwerbsunfähigkeits-Rente abzuschieben oder eventuell wieder in die Hände des Arbeitsamtes. (Von der Krankenkasse veranlasste Umwandlung des Rehaantrages in einen Rentenantrag, ohne jegliche Befragung oder Befürwortung deinerseits. Du wirst schlicht nicht gefragt, wenn du in die Rente abgeschoben wirst.) Für das Arbeitsamt gelten aber die gleichen Regeln; auch sie werden versuchen, dich schnellstmöglich in die Erwerbsunfähigkeits-Rente zu bugsieren.


    Hanka

    Die 78 Wochen Frist ist ein ausgesprochen theoretischer Wert, den man eigentlich bei der Erst-Erkrankung nicht erreicht/nicht erreichen kann, weil – wie oben angesprochen – viel früher der Prozess des Abschiebens in eine andere Versorgung – Verantwortlichkeit abläuft.


    Wie gesagt, ein recht komplexes Thema, bei dem man sich verwundert die Augen reibt, wenn man zum ersten Mal damit konfrontiert wird.


    Und, nebenbei angemerkt, ich verkneife mir ausdrücklich die Wiedereingliederung nach Hamburger Modell, um mir für den Fall der Fälle (Rückfall) berechtigte Bezugswochen für Krankengeld aufzusparen.


    Hole dir fachliche Beratung – viel Erfolg

    Schnutz

    Einmal editiert, zuletzt von Ally ()

  • Schnutz oh... ich spüre sofort, dass du in diesem Gebiet total kompetent bist!! Herzlichen Dank für Deine Zeilen! Eigentlich habe ich eine Rechtsschutzversicherung.... aber ob die mich da gut beraten weiß ich noch nicht.... werde mir das anschauen mit sozialverband!


    Wenn ich nach der Reha sage, ich will wieder arbeiten, aber fühle mich noch nicht 100%ig fit, was passiert dann? Habe ich nicht Anrecht auf 72 krankengeldtage?


    Herzliche Grüße! Claudia

    Einmal editiert, zuletzt von Ally ()

  • Hallo Claudia,


    Danke für die Blumen - aber ich bin keine Koryphäe für das Thema, vor allem nicht in Zusammenhang mit dem Arbeitsamt. 🙄


    Deine Rechtschutzversicherung wird Dir voraussichtlich keine Hilfe sein; wie gesagt, die Vorgehensweise der Krankenkasse ist höchstrichterlich abgesegnet (.... Wohl der Versichertengemeinschaft).

    Beim Sozialverband kennen sie sich sehr gut aus ....


    Alles Gute!!

    Viele Grüße Schnutz

    Einmal editiert, zuletzt von Ally ()

  • Schnutz ok! Werde ich machen! Ich bin dann als Musikerin nochmals ein spezieller Fall... mit nebenberuflich selbstständigen Sachen... mal schauen ob der Sozialverband bei mir durchblickt... 😉 herzliche Grüße! Claudia

    Einmal editiert, zuletzt von Ally ()

  • Bergfreundin73 phuhhh.. echt mühsam... hab erst jetzt gelesen.. was ist Uebergangsgeld? das bekommt man glaub in der Reha, nicht?


    gibt es so was wie 50% erwerbsfähig.. und dann steigernd.. wenn man arbeitslos ist? alles Fragen an den Sozialverband


    herzliche Grüsse auch an Dich!

    Einmal editiert, zuletzt von Ally ()

  • Hallo Schnutz

    Ich bin aktuell 5 Monate schon krank geschrieben und seit 10.6. im Krankengeldbezug (also ca. 3 1/2 Monate). Aktuell bin ich noch in der Chemophase.

    Mein Ziel ist/war es eigentlich auch die Krankengeldwochen nicht komplett zu verballern und aufzusparen. Aber da wird wohl bei mir nichts daraus.


    Bisher bin ich davon ausgegangen, dass nach der Chemo die OP (brusterhaltend), dann Bestrahlung, Reha und BEM kommt und ich im April wieder im Job stehen kann. So haben es mir die Ärzte auch prognostiziert, dass das realistisch ist.


    Da es bei mir nun 2-3 OP's geben soll ist der realistische Fahrplan nun Rückkehr im Sommer in den Job🙄. Und dass auch nur, wenn alle OP's gut laufen und es keine Komplikationen gibt.


    Da wird es dann echt knapp mit meinem Krankengeld-Wochen-Konto😬(für den hoffentlich nie eintretenden "Supergau").


    Meine private Versicherungsgesellschaft hat mir übrigens dazu geraten, den Antrag auf Erwerbsminderungsrente jetzt schon auszufüllen (nach 6 Monaten im Krankenstand hat man Anspruch auf diese Rente). Bis zur Bewilligung können wohl auch schnell mal 5-7 Monate ins Land streichen😳.

    Zum anderen ist es ja auch nicht wirklich sicher, ob man nach der Genesung wieder 100% arbeiten kann oder in Teilzeit gehen muss.

    Ich bin da zwar noch etwas skeptisch, da ich ja noch nicht mal operiert bin.

    Andererseits würden mir weniger als 80% Lohn auch nicht langfristig reichen. Ich merke es ja jetzt schon mit dem Krankeld🙈.

    Wenn dir das Leben Zitronen schenkt, mach Limonade drauß!;)


    Wenn sich im Leben eine Tür schließt, sollte man sich manchmal lieber HAMMER und NAGEL schnappen und sicherstellen, daß das Teil auch zu bleibt.8o


    Alles, was man über das Leben lernen kann, ist in drei Worte zu fassen: ES GEHT WEITER!:thumbup: (Friedrich Schiller)

  • Ich habe nicht unbedingt was dagegen, in eine Reha zu gehen.. nur finde ich das ein wenig merkwürdig, dass ich quasi gezwungen werde, obwohl ich mich immer wieder krankschreibe..

    Nach abgeschlossenen Therapien ist es gut wieder ins normale Leben einzusteigen. Die Reha kann in kurzer Zeit nochmal viel an Besserung bewirken. Die Diagnose Krebs, wenn entfernt, ist nach den Therapien vermutlich keine Begründung mehr für eine Krankschreibung.
    Die berühmten 5 Jahre wird jede von uns bibbern und sich fragen, wie es weitergeht. Da braucht es ein bisschen Mut alles wieder anzupacken.

    Über die Rehaeinrichtungen gibt es spezielle Threads in diesem Forum. Scheidegg und Bad Überkingen sind vielgelobt (auch durch Berichte aus erster Hand). Ich selber habe mich für Bad Kissingen entschieden.

    Es macht ganz sicher Sinn sich rechtzeitig Gedanken zu machen, welche Möglichkeit der Zahlungen für einen selbst in Frage kommt. Schließlich haben wir eins durch die Krankheit gelernt: Nach uns zu schauen und auszuwählen was für uns das Beste ist!

    Ich schulde meinem Leben noch Träume und meinen Träumen Leben!

    Einmal editiert, zuletzt von IBru ()