Aufforderung Reha-Antrag

  • Schnutz hallo !


    darf ich fragen, was Du meinst mit dem "Verkneifen des Hamburger Modells".. ich habe nachgelesen was das ist.. klingt eigentlich nach einer guten Sache.. dass man nicht voll einsteigen muss.. arbeitest Du wieder? oder bist Du noch krankgeschrieben?

    willst du sagen, dass Du arbeitest und dir die Krankengelder sparst, falls du wieder krank wirst..

    was für Nachteile hat denn das Hamburger Modell??


    ich habe heute übrigens mit meiner Rechtsschutzversicherung gesprochen, und aus Kulanz (schon länger versichert und nie einen Fall gehabt) darf ich einen Termin bei einem Anwalt bzgl. Sozialrecht machen.. in 2 Wochen habe ich den Termin.. bis dahin sammle ich alle Fragen...
    und wenn das nichts bringt, kann ich immer noch zum Sozialverband.

    hast Du eine Ahnung, ob es das Hamburger-Modell auch gibt, wenn man arbeitslos war bei Erkrankung?

    Herzliche Grüsse!

  • Liebe Nachtigall69 ,


    puhh - bei der Wiedereingliederung gibt es zwei Verfahren: das eine ist verpflichtend für Arbeitgeber, das andere freiwillig. Und bei meinem Chemobrain habe ich mir das im Detail nicht gemerkt - könnte ich zur Not wieder ausgraben, wenn Du das möchtest. ;-)

    Allerdings wird die Frage "aus der Arbeitslosigkeit heraus" dort nicht beantwortet.


    Hamburger Modell:

    Während der Zeit des Hamburger Modells bezahlt dich nicht Dein Arbeitgeber, es fließt kein arbeitgeberseitiges Entgelt, sondern Du erhältst weiterhin Krankengeld.

    Das bedeutet (wenn man in einem Arbeitsverhältnis steht):

    * weniger Geld in der Tasche - denn das Arbeits-Entgelt ist immer viel höher als das Krankengeld

    * die Zeit der Wiedereingliederung wird auf die Zeit des Krankengeldbezugs vollumfänglich angerechnet.

    Beispiel: Du fängst mit 4 h/Tag an, nächste Woche 5 h/Tag, ... nach 5 Wochen 8 h/Tag. Das würde bedeuten, dass von den 78 Wochen Anrecht auf Krankengeldbezug 5 Wochen durch die Wiedereingliederung abgeknapst werden.
    Manchmal zieht sich eine Wiedereingliederungsphase über 3 Monate hin - und da ist das dann schon ein Schlag ins Kontor.


    Beantwortet das einen Teil Deiner Fragen?


    Wie gesagt, ich könnte es Dir präzise benatworten, wenn Du in einem Arbeitsverhältnis stündest. Aber den Fall "aus der Arbeitslosigkeit heraus" weiß ich leider nicht.


    Wie stünden denn Deine Chancen, nach überstandener Therapie gleich wieder einen Arbeitsvertrag zu erhalten? Ist das überhaupt realistisch?

    Falls Du langzeitarbeitslos sein solltest, gibt es auch Wiedereingliederungen - eine allmähliche Steigerung der Arbeitszeit - die der nach einer längeren Erkrankung ähneln .....


    Viele Grüße

    Schnutz

  • Schnutz ja... das beantwortet meine Frage.. :) Danke Dir!!

    Tempi Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass ich da Widerspruch einlegen kann.. ich habe 10 Wochen Zeit, einen Reha-Antrag zu stellen. Es ist ein bisschen merkwürdig dieser Brief.. es heisst, der medizinische Dienst hätte der Krankenkasse geschrieben, dass meine Erwerbsfähigkeit gefährdet ist (wie kommen die darauf? keine Ahnung.. vermutlich Artzberichte.. ) .. habe gegoogelt: ich habe Anrecht auf Akteneinsicht... aber weiss nicht ob sich das ganze lohnt..

    Ich vermute mal, dass ich schon den Reha-Antrag stellen werde. ich habe aber da noch ganz andere Fragen an diesen Anwalt, da mein Beruf ein sehr spezieller ist.. wo ich bezweifle dass ein Reha-Arzt das beurteilen kann, ob ich wieder den Beruf ausüben kann oder einfach noch mehr Zeit brauche.. solche Dinge will ich mal klären, wie das alles abläuft bei einer Reha.... Aber danke für den Hinweis balg. dem Widerspruch.. zur Sicherheit rufe ich die Krankenkasse an und frage....(der Mann, der das Schreiben geschickt hat, ist eigentlich sehr nett...:-).. )

  • Nachtigall69 , Widerspruch kann man immer einlegen, zumindest, wenn es eine Aufforderung mit Konsequenzandrohung o.ä. ist. Es ist aber bekannt, dass Krankenkassen in diesen Schreiben gerne mal den Rechtsbehelf vergessen.

    Ich schick Dir mal einen Link per PN, vielleicht hilft Dir das bzgl. Widerspruch oder nicht weiter. :)


    Den MDK muss die Krankenkasse einschalten, das ist gesetzlich vorgegeben. Und die Formulierung „Erwerbstätigkeit gefährdet“ ist eine Standardformulierung. - Auf jeden Fall gut, dass Du einen Termin mit einem Anwalt hast, schaden kann es in keinem Fall. :)

  • Hallo Nachtigall69 ,


    ich muss gerade einen Antrag auf Anschluss -Heilbehandlung stellen und hier sind einige Informationen seitens der Deutschen Rentenversicherung beigefügt. Ich werde versuchen, diese zu fotografieren und dir per PN zu schicken. Möglicherweise wird dort die eine oder andere Frage Stellung von dir beantwortet.


    Liebe Grüße Schnutz

  • Hallo Nachtigall69


    speziell wenn arbeitslos, würde ich versuchen unbedingt eine Reha zu machen. Deine persönlichen Gründe würde ich stark abwägen, ob es nicht doch möglich ist. In Reha bekommst du eine Einschätzung was du dir zumuten kannst. Ohne Reha bin ich nicht sicher ob ich es geschafft hätte wieder Vollzeit zu arbeiten.