Gibt's hier Mütter mit Jugis?

  • Hallo, bei mir sind die Akut-Themen schon etwas her (dreidreiviertel Jahre), und meine Erkrankung ist für meine Familie fast schon vergessen. Das ist ja auch gut so. Ich habe drei Schulkinder, zwei davon G8 mit 2 bzw. 3 Fremdsprachen (= fünf mal Vokabellernen) , und ich merke wie mich das Antreiben bzgl. Schule, Lernen, sooo viel Lebensenergie kostet, dass ich immer denke, ja, die wenigen Jahre die ich vielleicht nur noch habe muss ich mich mit so einem Mist befassen. Manchmal denke ich, das ist meine vergeudete Restlebenszeit.

    Ich habe tolle Kinder und bin auch wirklich dankbar für sie. Aber sie sind halt ganz normal bequeme Jugis und ich will nicht, dass sie schulisch den Anschluss verlieren.

    Ich weiss, dass sich hier die meisten mit weitaus akuteren Problemen rumplagen müssen. Aber in einem Elternforum bin ich auch nicht richtig, denn dieser Gedanke "mein Leben ist zu kurz für Schulgalama" haben andere Eltern ja Gottseidank nicht.


    Gibt's hier Eltern in der gleichen Situation? Wie geht Ihr damit um?

    LG Schneeglöckchen

  • Mutter sein ist ein Full-time-Job mit mieser Bezahlung. Ich beneide Dich nicht. Aus eigenen Kindheitserfahrungen weiß ich, ........ die Eltern wollen immer nur das Beste für einen, würden ihr "letztes Hemd" dafür geben. Allerdings solltest Du aber auch auf Dein Gefühl "es wird zu viel" hören, ansonsten besteht halt die Gefahr, dass Du eines Tages völlig daniederliegst.

    Gibt es nicht die Möglichkeit das die Schulfreunde untereinander sich die Vokabeln abhören ? Wäre die preisgünstigste Möglichkeit. Etwas kostspieliger ist die "Nachhilfe".

  • Hi Schneeglöckchen -Deine Probleme kommen mir sehr bekannt vor. Mein Sohn 14 musste im letzten Jahr erst rausfinden warum er eigentlich lernt- er fand das völlig überflüssig. Jetzt ist das geklärt und er kümmert sich- mal sehen wie das Ergebnis wird...ansonsten kannst Du Dich als Mama totarbeiten mit Helfen und es hat keinen Effekt. So war es bei uns.

    Und je mehr ich mich raushalte, umso besser geht es.

  • Liebe Schneeglöckchen


    In einem Gymnasium ist es nun wirklich nicht mehr deine Aufgabe, mit deinen Jungs zu lernen bzw. Vokabel abzufragen. Ich würde mit ihnen sprechen, ev. können sie sich gegenseitig abfragen. Unser Sohn spricht Vokabel aufs Handy z.B. und fragt sich so selbst ab. Sprich offen mit ihnen, genau so, wie du es hier geschrieben hast, dass es dir schlicht die Energie rauszieht, dass sich die Randbedingungen nun geändert haben und dass du es ab nun so handhaben wirst:....Du hast die Schule schon hinter dir, es ist IHRE Schule. Ich bin sicher, dass sie Verantwortung übernehmen werden für ihr Lernen, wenn du ihnen nicht diese Verantwortung abnimmst, indem du sie antreibst.


    Auch unser Junge (13) hat diesen Sommer gelernt, die Waschmaschine zu bedienen und zu kochen sowie den Haushalt zu machen, den Pool zu putzen, zu backen. Beide Kinder (Kind gross ist 16) müssen im Haushalt helfen, wenn ich arbeite. Wir sind eine Familie und ziehen am selben Strang. Mein Mann macht ebenfalls Hausarbeit, er kocht, er macht den Wocheneinkauf. Ich will, dass die Kinder das alles können, es kann sein, dass ich in 1 Jahr nicht mehr lebe und es ist ihnen wirklich nicht damit geholfen, wenn ich ihnen bis dahin alles abnehme! Dasselbe gilt für das Lernen.


    LG, Viviane

  • Ich beneide alle Mütter, mit ehrgeizigen, fleißigen und strebsamen Kindern.


    Meine sind halt nur ganz normale Kinder.

    Sie haben 36 bzw. 40 Wochenstunden Unterricht, machen anstandslos ihre (schriftlichen) Hausaufgaben, und sind dann anschließend der Meinung, dass sie genug gearbeitet haben. Aber da sind dann die drei Fremdsprachen Englisch, Latein, Spanisch, und der Wortschatz von sechs, fünf und drei Lernjahren - und die zu pauken macht nun mal keinen Spaß. Kann ich übrigens gut verstehen, die schiere Masse überwältigt mich auch. Der Nürnberger Trichter ist leider immer noch nicht erfunden. Nachhilfe hilft bei Vokabeln auch nicht. Da bleibt nur "motivieren, antreiben und ermutigen" oder "ins Messer laufen lassen".


    Ja und dann fühle ich fremdbestimmt und bin ich neidisch auf Eltern die solche Probleme nicht kennen. Denn natürlich will ich, dass es schulisch gut läuft, ich bin Mutter.

  • Liebe Schneeglöckchen


    Ich verstehe dich voll und ganz. ich bin auch Mutter und ich weiss, dass Jungs sehr faul sein können und sind. Aber was macht dich so sicher, dass es schief laufen wird, wenn du dich (zumindest etwas) zurücknimmst und sie nicht mehr antreibst? Weil sie "faul" sind aus deiner Perspektive? Sie sind ja nicht faul, sie machen ihre Hausaufgaben und 40 Lektionen Schule. Weil du sie kennst?


    Ein Versuch wäre es wert, dich zumindest teilweise/in Schritten auszuklinken aus dem Hamsterrad Schule. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass sie mehr Verantwortung übernehmen werden für ihre Vokabeln, wenn du deine Verantwortung "antreiben, motivieren, ermutigen, dahinter sein" abgibst.


    Ich würde in der Familie drüber reden und gemeinsam eine Lösung suchen, in dem Sinne:

    "Mir ist das Schulische alles zu viel, ich möchte mit euch eine Lösung suchen, die für uns alle passt. Könntet ihr euch vorstellen, dass ....? "

    Was ist mit deinem Mann? Kann er Vokabeln abfragen?


    Wenn man es auf den Punkt bringt, dann gibt es immer nur 3 Optionen:

    Take it

    leave it or

    change it.


    Wen du dir im Klaren bist, was du für dich wirklich willst, dann wirst du das auch gemeinsam mit den Jungs erfolgreich hinkriegen. Wenn du insgeheim denkst, nur "take it" ist eine gangbare Option, dann kannst du hier über deine innersten Gedanken schreiben "vergeudete Restlebenszeit", von uns getröstet werden, dich erleichtert fühlen, weil wir mit dir mitfühlen. An der Situation objektiv ändern wird es nichts, aber du wirst dich ev. subjektiv besser fühlen, da bestätigt, dass für dich nur die Option "take it" die gangbare ist. Das ist auch ein möglicher Weg.


    LG, Viviane

  • Antreiben bzgl. Schule, Lernen, sooo viel Lebensenergie kostet, dass ich immer denke, ja, die wenigen Jahre die ich vielleicht nur noch habe muss ich mich mit so einem Mist befassen. Manchmal denke ich, das ist meine vergeudete Restlebenszeit.

    Ich habe tolle Kinder und bin auch wirklich dankbar für sie. Aber sie sind halt ganz normal bequeme Jugis und ich will nicht, dass sie schulisch den Anschluss verlieren.


    Ich hab mal die wichtigen Teile rot markiert.


    Es kann sein, dass es nicht nur deine verschwendete Lebenszeit ist, sondern auch die Deiner Kinder. Da die Kinder vielleicht nicht mal studieren werden, oder falls studieren, dann vlt. keinen Job finden. Auf der anderen Seite wurde G8 sicher nicht nur erfunden um einen Vergleich zu ausländischen Schulen zu haben, die nur 12 Jahre haben, sondern auch als weitere Auslese. Dass du möchtest dass sie da durch kommen, ist allerdings wieder normales Mutter Verhalten, du möchtest dass sie die besten Chancen im Leben haben.


    Ich glaube nach der Erkrankung sieht man vieles anders, Zeit bekommt einen höheren Faktor und man hinterfragt vielleicht ob das eine oder andere es wirklich wert ist.


    Zuerst müsstest du dich wohl fragen, wie schlimm es wäre wenn der eine oder andere in den Noten rutscht, wenn du nicht mit von der Party bist bei Vokabel lernen. Bei 2-3 Kindern können sie sicher zusammen lernen. Nur müsstest du dann auch etwas Kontrolle abgeben.

  • Liebe @Vivianne1968 und Vael ,

    danke für Euere Antworten, werde sie sacken lassen, wenn ich auch auf den ersten Blick nicht das Gefühl habe, dass sie auf uns passen.

    Ich sitze definitiv nicht neben dem Schreibtisch meiner Kinder. Ich habe drei Kinder mit zig Terminen und kann mich gar nicht detailliert um Schulisches kümmern, selbst wenn ich das wollte. Und ich will es auch nicht. Ich bin definitiv kein Kontrollfreak. Aber egal ist mir die Schule trotzdem nicht.


    Vael : meine Kids sind 3. 7. und 10. Klasse. Mein Zehntklässler ist 15 Jahre alt und hat mit 40 Wochenstunden plus Hausis meiner Meinung genug zu tun und nicht die Verantwortung mit seinem Bruder zu lernen, der Siebtklässler hat ebenfalls volles Programm.

    Sie sind nicht wegen meinem Ehrgeiz auf dem Gymi, sondern weil sie eindeutige Gymnasialempfehlungen hatten. Und sie haben wirklich tolle Freunde dort, so dass ich mir z.B. keinerlei Sorgen mache, dass sie in eine ungute Peergroup rutschen könnten, oder in Mobbing oder sonstige Probleme laufen könnten. Das ist (mir) sehr viel wert. Natürlich will ich dass sie dort bleiben. Sie sind auch keine schlechten Schüler, solides Mittelfeld. Und mir kann keiner erzählen, dass der durchschnittliche Gymnasiast schulisch ein Selbstläufer ist. In Zeiten von Handy und Computerspielen schon zweimal nicht. Glaube ich nicht, dafür kenne ich zu viele Eltern mit den gleichen Sorgen. Aber ich kann mein Leben nicht auf "später" schieben, weil ich nicht weiss was später ist.

    Grüße, Schneeglöckchen

  • Schneeglöckchen

    Hallihallo, jetzt muss ich aber auch meinen „Senf dazugeben“ so sagt man in Wien dazu...

    Ich unterschreib mal alles blind was Viviane1968 gepostet hat! Sie hat es sehr treffend ausformuliert und dir auch gleich beschrieben wie es bei ihr zu Hause klappt. Und das sollte dir zu denken aufgeben.... sie hat auch angeführt, dass ihre Kinder jetzt viele Aufgaben auch im Haushalt übernehmen müssen, weil sie nicht weiss ob sie in einem Jahr noch da ist.....


    Mag sein, dass deine Erkrankung schon von deiner Familie vergessen ist, aber du kaust immer noch daran und du musst unbedingt versuchen auch deiner Familie inkl. Kindern es klarzumachen, dass du auch Zeit für dich brauchst. Du hast keine Grippe überstanden sondern Krebs, und wenn es auch schon einige Jahre her ist, du musst dich freispielen.


    Ja, es ist bequem wenn sich Mutter um alles kümmert, aber wer kümmert sich um Mutter?


    Du schreibst so treffend „ du kannst dein Leben nicht auf später schieben, weil du nicht weisst was später ist“. In dieser Aussage ist ja schon die Lösung drin.....deine Kinder werden dich trotzdem lieben, auch wenn sie selbständiger werden müssen. Es ist dein Leben und du hast nur eines...


    Noten sind viel...aber nicht ALLES IM LEBEN!

  • Schneeglöckchen - hi - ich hab ja nur einen Sohn, aber der Übrrflieger ist er auch nicht. Er geht aufs Gymnasium G9 und wir haben auch echt gekämpft.

    Allerdings glaube ich an ihn und dass er seinen Weg machen wird, auch wenn es vielleicht nicht immer so geradeaus ist.

    Bin hin und her gerissen zwischen ihm die bestmöglichen Zukunftschancen bieten zu wollen, aber ihn auf der anderen Seite auch selbst machen zu lassen.

    Habe dann eher am Ende wie Viviane1968 oder auch Vael die Zügel locker gelassen und mehr Verantwortung an abgegeben. Das funktioniert ganz gut.

    LG Ida

  • Wollte dich nicht angreifen Schneeglöckchen , eine Mutter /Vater ist immer in Kontrolle...auch wenn wir keine (offensichtlichen) Kontrollfreaks sind. Auch ist es nicht unbedingt Ehrgeiz den ich da anspreche sondern die Sorge, bzw. den Wunsch unseren Kindern den besten Start ins Leben zu geben, den sie ( nach unseren Maßstäben) haben könnten.


    Ich habe es so verstanden, dass du viel Zeit investierst mit den Kindern Vokabeln zu lernen, bzw sie zu motivieren und dich wunderst ob das verschwendete/Rest- Lebenszeit ist. Natürlich geht es anders,wenn man das möchte.

  • Liebes Schneeglöckchen ,


    ich bin voll und ganz deiner Meinung!

    3 , 7, und 10 Klasse ist kein Zuckerschlecken!

    In der 7 Klasse muß man voll dahinter sein ( ich fand es als schlimmste Pubertätsphase!, kein bock zum lernen usw...) und die 10 Klasse vollgestopft mit vielen Nachmittagsstunden und höheren Anforderungen, muß auch erst mal bewältigt werden. Dann hast du auch noch die 3 Klasse, wo schon mal die Weichen gestellt werden für die weiter Empfehlungen.

    Hut ab!!


    Ich habe nur 1 Kind, kein Junge, ein Mädchen. Auch sie hat das G8 gemacht. Was wirklich hart ist!! , Dazu 3 Fremdsprachen!! Ich weiß noch wie ich zwischen Latein, Englisch , und Französchisch Vokabeln mit ihr gepaukt habe. :hot:Ansonsten hat sie selbständig ihre Hausaufgaben gemacht.

    Doch ALLE Eltern die ich dort kennengelernt habe, mußten mit ihren Kindern Vokabeln pauken!!!!

    Vielleicht gibt es Ausnahmen wie hier beschrieben ...

    Die Pubertät wo sie dann gerade drinstecken , macht es einem auch nicht gerade einfacher. Da sind halt Computerspiele( meine Tochter hat sie geliebt!!😬) Handys oder das andere Geschlecht wichtiger als Vokabeln pauken- wie langweilig!!


    Mir kann auch niemand erzählen das Gymnasiasten schulisch Selbstläufer sind!!!

    Ich glaube da muß man als Elternteil einfach durch, Vokabeln pauken , auch wenn’s hart ist !! Als kleiner Trost, die 11 Klasse wird dann besser. Meine hatte dann gleich mal Latein abgewählt:P(Gottseidank!!!)

    und Französisch!

    90% haben dann in ihrer Klasse Nachhilfe in Mathematik kurz vor dem Abitur von ihren Eltern bekommen!!! Also nichts mit „Selbstläufer“!

    Du machst alles richtig und mein größter Respekt bei 3 Kindern und deiner Vorgeschichte das alles zu steuern!!

    Wichtig auch mal die Hausarbeit liegen lassen , rausgehen, kleiner Spaziergang durchatmen , Energie tanken und weiter gehts....;)Schließlich wollen wir nur das Allerbeste für unsere Kinder!


    Ganz lieben Gruß

    Anemone66

  • Hallo Schneeglöckchen, wollte eigentlich gerade schlafen, muss aber auch noch meinen Senf dazuzugeben. Erstmal zum Thema Nachhilfe. Die hilft, vorausgesetzt, es ist ein guter Nachhilfelehrer, auch bei Sprachen. Sollte man aber nur machen, wenn es sich um gezielte Probleme in einem bestimmten Bereich handelt, z. B. Angst vor dem Sprechen, ein spezieller Grammatikteil oder so. Zweitens war es mir auch immer wichtig, meinen drei Kinder alles im Haushalt beizubringen, von klein an und sie zur Selbständigkeit zu erziehen. Dafür sind sie mir noch heute, nun schon erwachsen, sehr dankbar. Drittens, mit den Kindern ein paar Minuten zu lernen, kann auch Spaß machen und alle noch mehr zusammenbringen und unvergessliche gemeinsame Erinnerungen schaffen. Ich habe mir bei der Hausarbeit, beim Einkauf oder wann auch immer, von den Schulstunden erzählen lassen. So habe ich etwas Neues gelernt und die Kinder haben automatisch den Schulstoff wiederholt. Und es gab jederzeit das Angebot ( manchmal etwas nachdrücklich) Vokabeln oder anderes abzufragen. Aber insgesamt sind sie für ihr Leben selbst verantwortlich. Und wer sagt den was das Glücklichsein ausmacht? Unser Ziel und unser Weg muss nicht der unserer Kinder sein. Eines meiner Kinder hat das Gymnsium abgebrochen, zu viel Theorie und das Abi mit mehr Praxis erworben und ist jetzt nach einem technischen Studium seit vielen Jahren glücklich in seinem Beruf. Also: bring etwas mehr Gelassenheit an den Tag. Deine Gesundheit, deine Kinder und euer Familienleben werden es danken. Liebe Grüße von Sternlein

  • Liebe Schneeglöckchen ,

    ich kann dich da sehr verstehen.

    Meine drei Kinder sind auch am Gymnasium G8. 6.,9.,11.Klasse. Der Spagat zwischen Eigenverantwortung und elterlicher Unterstützung ist kein leichter und der Gedanke, dass man vielleicht nicht lange genug für die Kinder da ist, macht es nicht eben einfacher.

    Und dann ist da noch das eigene Leben und die veränderte Wahrnehmung dessen, was wichtig ist in der Zeit, die uns bleibt und von der wir nicht wissen, wie lang sie ist.

    Den hilfreichen Tipp habe ich auch nicht.

    Aber vielleicht ist auch blöde Zeit mit unseren Kindern einfach Zeit mit ihnen. Die ist schnell vorbei und dann sind sie aus dem Haus und wenn sie dann einen guten Weg einschlagen, waren wir daran beteiligt.

    Ich bin echt dankbar, daß ich noch dabei bin, an guten und schlechten Tagen. Auch wenn ich es an den schlechten Tagen manchmal vergesse.

    Vielleicht kannst du dir regelmäßig ein bisschen Zeit für dich freischaufeln, in der du nur machst, was dir gut tut. Und vielleicht lässt sich jemand ins Boot holen, der das Vokabellernen unterstützen kann, ein Student oder so.

    Sei lieb gegrüßt und lass dich nicht unterkriegen Nachtigall

  • Hallo in die Runde.

    Bin im Forum nicht mehr aktiv, aber lese noch so manche Beiträge.

    Und nun möchte ich auch mal wieder "meinen Senf" ( Erfahrungen ) beisteuern.

    Erstmal ziehe ich den Hut vor 3 Kindern.

    Ich habe einen Sohn, der grad sein Abi in der Tasche hat. ( Bin natürlich sehr stolz auf mein Kind. )

    Mein Sohn war bei meiner Diagnose 8 Jahre alt. Und zur Chemozeit stand die Entscheidung für die weiterführende Schule an, weshalb die Schulbesichtigungen ohne mich stattfanden.

    Mein Sohn entschied sich dann für´s Gymnasium bilingual ( auch G8 ). Kurz vorm Schulwechsel trennte sich dann mein Mann von mir, so daß der größte Teil der Erziehung usw. dann bei mir lag.

    Natürlich half ich anfangs bei den Lateinvokabeln ( Latein war auch seine Wahl, Französisch wäre mir lieber gewesen;)), sah ich als meine mütterliche Pflicht. Beim Englisch konnte ich nicht helfen, hab ich selbst nicht gelernt und tue mich heute noch sehr schwer damit .

    Irgendwann beim Elternsprechtag, sagte der Lateinlehrer auch zu mir, daß es nicht mehr meine Pflicht wäre und mein Sohn lernen muss, eigenverantwortlich zu lernen. Das war sehr schwer für mich, denn schließlich wollte auch ich nur die besten Vorraussetzungen für das Leben meines Kindes.

    Als dann die Entscheidung stand, noch ein Jahr für das Latinum zu machen, oder abzuwählen, hat mein Sohn, entgegen meiner Erwartung, das Jahr durchgezogen, obwohl er bis dahin so grad dadurch kam und nicht zu den "Fleißigsten" gehörte. ( Immer soviel, wie nötig )

    Ich fand es die ganzen Jahre auch immer sehr anstrengend für mich, schließlich wollte ich als gute Mutter mein Kind doch motivieren.

    Aber meine Kräfte waren dafür begrenzt. Dachte ich zumindest immer.

    Und nun war sein Abidurchschnitt sogar besser, als ich gehofft hätte.

    Grundsätzlich dachte und denke ich immer: er wird seinen Weg gehen, hauptsache er ist glücklich damit.


    Oh je, nun hab ich soviel zusammengeschrieben, ...aber wo anfangen und wo aufhören...

    ...hab nicht mehr die Übung.


    Liebe Grüße

    nikita

  • Schneeglöckchen ,

    nun bin ich‘s nochmals mußte gerade so herzhaft lachen und genau so ist es...

    meine Tochter hat mir gerade einen Studentenspruch geschickt und der lautet so...


    Meine Mutter eben zu mir:

    In dein Zimmer zu gehen ,ist wie ein Besuch bei IKEA. Man möchte nur kurz mal reinschauen , kommt aber mit 6 Gläsern, 2 Tellern und 2 Handtüchern wieder raus!

    😂😂

    genau so ist es bei uns auch , wenn sie in den Semesterferien hier ist!

  • Danke für alle Antworten,

    ganz besonders Anemone66 und Nachtigall , weil ich mich von Euch so richtig verstanden fühle :-)

    Es ist immer ein gutes Gefühl nicht allein zu sein. Heute ist's auch schon wieder viel besser, habe mit meinem Mann einen langen, sonnigen Herbstspaziergang gemacht und die Kinder spielen gerade zu dritt draußen Basketball.... Alles gut im Moment.

    Danke für alles Verständnis, das ist was mir am meisten hilft: dass ich nicht allein bin mit meinen Gefühlen.

    LG Schneeglöckchen

  • Hei!

    Meine beiden Kinder sind jetzt im Studium und nun müssen sie sowieso alles alleine machen.

    Mir war es immer wichtig die selbständig zu bekommen und ich freue mich nun daran, dass es doch ganz gut gelungen ist. Muss mir die Studentenbuden nicht angucken ;)

    Habe beiden immer das Angebot gemacht Vokabeln abzuhören. Die Große hat es manchmal angenommen, der "Kleine" so gut wie nie. Beide kamen auf ihre Weise mal mehr, mal weniger gut durch die Schulzeit. Aber sie sind durchgekommen. Manches ist im Rückblick einfacher, als wenn man mittendrin steckt.

    nikita hat das schön geschrieben: Es ist nicht Deine Pflicht sie anzutreiben und abzuhören, aber Du darfst es tun :) oder auch nicht. Dadurch bekommt es etwas Freiwilliges. Biete Dich an, aber wenn sie ablehnen, dann ist es auch gut.

    Die größte Aufgabe in der Pubertät ist, mit den Kindern in Kontakt und im Gespräch zu bleiben.

    Wünsche Dir Nerven wie breite Bandnudeln :hug:

    LG friluftsliv


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    Man muss das Leben nicht verstehen, es reicht, wenn man sich darin zurecht findet.

  • Meine Kids sind fast 15 und fast 17. Beide in einer Höher bildenden Schule. Als mein Papa letztes Jahr krank geworden ist, hatte ich keine Zeit sie zu prüfen oder beim Lernen zu helfen. Und dieses Jahr als es dem Ende zu ging, war mir die Schule egal. Meine Tochter hatte im September eine Nachprüfung und juhuuu sie hat sie geschafft. Es gibt wichtigeres im Leben als Schule! Ich finde die 2 sind alt genug alleine zu lernen, und wenn sie Hilfe brauche, dann kommen sie von selbst!

  • Liebe Schneeglöckchen,


    ich habe zwei Kinder (16 und fast 10). Bei dem Älteren habe ich nach der Unterstufe das Lernen in seine Hände gelegt mit der Ansage, daß er bei Versetzungsgefährdung mit Nachhilfe und Diskussionen, ob er auf dem Gymnasium bleibt, zu rechnen hat. Er hat immer dafür gesorgt, dass er das hinbekam und jetzt in der Oberstufe strengt er sich an, nicht nur seine Pflicht zu erfüllen. Uns hat es sehr entlastet, weil Schule hier kein Thema mehr war und er jederzeit wusste, daß er um Hilfe bitten kann und die dann auch bekommt. Bei unserer Jüngeren sieht das anders aus. Sie braucht viel Unterstützung und deine Gedanken, daß ich gerne meine Zeit anders als mit ihrem Schulkram verbringen möchte, kommen mir sehr bekannt vor. Ich gehe es jetzt so an, daß ich es, nachdem out-sourcing mehr als schlecht funktionierte, als meine mütterliche Pflicht ansehe und froh bin, es überhaupt noch leisten zu können, versuche ihr Hilfe zur Selbsthilfe zu vermitteln und mir ganz bewusst Auszeiten nehme. Mal schauen, wie es weitergeht. Vielleicht hilft Dir mein Beitrag noch ein wenig - es ist ein schwieriges Thema zwischen Selbstfürsorge und Verantwortung für andere Alles Liebe