TNBC und will mein Leben zurück

  • Liebe bella777

    Isabell...Danke für Dein Kraftpaket. Ist angekommen 😊

    Ich schicke Dir ein großes zurück. Versuch Dich nicht vom Schalentier einkriegen zu lassen. Kopf hoch🙃...und verscheuche ihn aus Deinem Schlaf...meine Mutter hat immer gesagt: Macht nix, wenn Du nicht schläfst, mach Dich nicht verrückt...iwann holt sich der Körper den Schlaf. Mittlerweile weiss ich, dass meine Nacht um 4.00 zu Ende ist...und?...egal...hab ja jetzt eh frei 😋...und um halb sechs Schlaf ich für ne Stunde wie ein Stein.

    Deine Freundinnen sind wahrscheinlich total verunsichert. Sich mit Krankheit und Sterblichkeit auseinander zu setzen ist nicht leicht. Ich schätze Du bist auch ein bissl jünger als ich, für Euch/Deine Freundinnen eben noch schwerer dem Schicksal entgegen zu treten. Aber Du schaffst das💪💪...Manche Menschen begleitet uns eine Weile, andere für immer. Freu Dich, dass Du mit Deiner Mum eine neue Ebene gefunden hast. Du wirst neue Menschen kennenlernen und sie werden Dir zur Seite stehen.

    Ich glaube das Leben ist das Gleiche...UNSER Leben...nur eben Grad ein bisschen vom Weg abgekommen.

    Ich drück Dich mal so auf die Ferne:hug:Ernie

  • Liebe Ernie,

    ja meine Freundinnen sind sehr verunsichert und wollen gar nichts hören.

    Was geht dir nachts durch den Kopf? Bei mir sind es so Sachen wie der Tod und ob es ein Leben danach gibt. Ganz komisch halt. Und ob es irgendeinen Sinn macht, falls ich sterbe =O. Dann habe ich Angst vor den Chemos, dass ich die nächsten nicht mehr so gut wegstecke. Bei der letzten hatte ich danach Muskelkater und Knochenschmerzen, als ob ich schwer Sport getrieben hätte. Dann überlege ich, ob der Tumor vielleicht kleiner wird und dann wieder kommt, in ein paar Jahren. Und ob ich meine Mutter irgendwie absichern könnte/sollte - aber welche Sterbegeldversicherung würde mich jetzt noch nehmen. Also endlose Spiralen, die ich so denke.

    Schläfst du dann bis vier Uhr normal oder hast du Alpträume?
    Ich träume nicht richtig sondern phantasiere irgendwie im Alphazustand.

    Gruselig

  • Liebe bella777 , hast Du schon mal überlegt einen Psycho Onkolgen zu besuchen? Oder frag Deine Gyn ob sie Dir helfen kann durch die Nacht zu kommen. Meine Chefin hat mir autogenes Training empfohlen. Oft bieten die VHS Kurse an.

    Bisher komme ich ganz gut durch die Nacht. Aber eben nur bis 4.00 ..dann beginnt das Kopf Kino. Und natürlich überkommt mich manchmal ein Heul Flash und die Angst vorm Sterben überkommt mich. Aber ich versuche dann die doofen Gedanken zu verdrängen und an etwas zu denken dass mir Mut gibt.

    Ich wünsche Dir, dass es Dir auch gelingt. 😙

  • Liebe Ernie,

    ich habe schon eine Psychoonkologin, leider nur einmal im Monat, da ihr Terminkalender sehr voll ist. Mein nächster Termin ist erst Ende November. Sie ist mir aber keine wirkliche Hilfe, da sie, wenn ich sie anjammere, z.B. indem ich sage, ich könnte bald tot sein, dann antwortet, was wäre denn dann...

    Und wie soll ein Psychoonkolge auch mein Schicksal abwenden oder bewirken, dass ich es so akzeptiere?
    Hast du auch einen?

    LG bella

  • Liebe bella777

    Ne, bisher habe ich noch keinen Psycho Onkologen. Es ist auch sicher ganz schwer Jemanden zu finden, der eben gut zu einem passt. Nicht Jeder reagiert ja gleich auf zum Beispiel die Frage was wäre wenn man tot ist. Ich würde antworten : Sch..... ICH WILL LEBEN...und bitte helfen Sie mir mich aus meinem Depri Loch zu ziehen.

    Ich denke Bella, wir müssen akzeptieren das unser Leben endlich ist. Es ist egal ob das Schalentier uns das gerade aufzeigt oder ob wir ein "normales " Leben haben. Wir wissen alle nicht was morgen passiert. Leider prüft uns das Leben grad ziemlich doll, aber WIR schaffen das. So viele hier im Forum können uns ein Beispiel sein.

    Ich habe auch ganz viel Angst. Habe ja noch nicht mit der Therapie begonnen und kann mir so schlecht vorstellen "krank" zu sein. Oder eben auch zu sterben. Ich versuche dann mich am Schopf zu packen (haha😅 noch hab ich einen) und meine Gedanken abzulenken.

    Lass Dich nicht unterkriegen 😚Liebe Grüße Ernie

  • Liebe Ernie und bella777 ,

    mit unserer Diagnose wird man plötzlich und unvorbereitet an die eigene Endlichkeit erinnert. Es ist ja nicht so, dass wir nicht wüssten, dass wir nicht ewig leben. Aber als vermeintlich gesunder Mensch verdrängen wir diese Tatsache, um unbeschwert leben zu können. Diese totale Unbeschwertheit kommt wohl nicht mehr zurück, bei mir wenigstens nicht. Aber wir können lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Das ist allerdings ein Prozess und braucht etwas Zeit. Ich befinde mich noch mitten drin in diesem Prozess. Jedoch finde ich, ich lebe mein Leben jetzt schon intensiver als vor der Diagnose. Gegen dunkle Gedanken in der Nacht hilft mir nach wie vor ein Hörbuch aufs Ohr. Und ansonsten befolge ich den Rat meiner Onkologin:"Haben Sie viel Spaß, Lebensfreude. Tun Sie möglichst oft, was Ihnen Freude macht."

    Liebe Grüße, Moni13

  • Liebe bella777 ,falls die Chemie zwischen dir und dem Psychologen nicht stimmt, suche dir einen anderen. Ich hatte einen, der fragte mich dauernd 'Warum erzählen Sie mir das'. " und ich dachte," "jetzt muss ich mich auch noch rechtfertigen?" Damit bin ich nicht klar gekommen.


    Jetzt habe ich eine neue Psychologin, die mir auch sehr hilft. Allerdings ist sie mit dem Verwaltungskram sehr langsam, da habe ich ewige Nachfragen von der Krankenkasse. Aber egal, sie hat mich wirklich gestützt und das ist es mir dann wert.


    Alles Gute für dich


    LG Sonnenglanz

  • Ich WILL nicht schwach und malad sein. Die Vorstellung auf das was kommt macht mich irre... Menno...

    Genau so gings mir auch und deswegen hatte ich beschlossen auch nicht schwach und malad zu sein;), klar gelingt das nicht jedem, aber ich habs weitesgehend geschafft. Ich hab einfach so weiter gemacht, wie ohne Krebs und Chemo ( ausser arbeiten gehen, übertreiben muss man ja nicht gleich:D). Klar gabs Tage, da taten Knochen und Gelenke schon a weng weh, und ich hab mich am Treppengeländer abstützen müssen um die Treppen ausm Haus rauszukommen. Aber nachdem die ersten 100 meter geschafft waren, gings plötzlich und als ich ne halbe Stunde später mit Hund wieder nach Hause kam, gings mir gut:thumbup:

    Ja die Sache mit dem Essen, verirrte Gelüste und latenter Übelkeit waren schon manchmal echt nervig. Aber irgendwas gabs dann doch immer, worauf man Lust hatte. Und wenn das bedeutet hat, das ich für 7,99 € das Mittagsbuffet beim Chinesen wie ne siebenköpfige Raupe leer gefräst habe, weil ich eben gerade nur Lust auf Chinesisch hatte. Man lernt auch neue Leute kennen, den Pizzalieferanten zum Beispiel^^

    Wir konnten uns leider nicht aussuchen Krebs zu bekommen, aber wir können uns aussuchen, wie wir damit umgehen.

    Natürlich kann man sich ein Kuschelkissen bedrucken lassen auf dem steht "Mit Krebs ist alles doof, Haare doof, Wimpern doof, Chemo doof, Übelkeit doof, Bestrahlung doof, OP doof, Ärzte doof - alles doof". Damit legt man sich dann 10 Monate aufs Sofa, Rolladen runter und alles ist tatsächlich doof. Oder man bedruckt sich ein T-Shirt auf dem steht das Motto von Moni13 "Kill Bill":thumbup::thumbup:

    Raus und kämpfen:!::!:


    Ich will auch mal eine Lanze brechen für Freunde / Familie / Bekannte / Kollegen.

    Nicht jeder kann mit Krebs umgehen. Klar gibt es auch die psychisch stabilen, die mit dieser Diagnose im Freundeskreis gut umgehen können, mit so jemandem kann man mal heulen, jammern und die ganze Welt verfluchen. Aber viele Menschen fühlen sich von dieser Diagnose überfordert, sie sind ja auch nicht selbst betroffen und möchten sich nicht unbedingt mit Tod auseinander setzen.

    Diese Menschen sind aber nicht per se schlechte Freunde. Die kann man für andere Dinge gebrauchen. Das sind "Ablenkfreunde". Wenn ich über Krebs und mein Leben reden will, tu ich das eigentlich nur hier oder mit anderen Betroffenen im Umfeld. Wenn ich mich mit Freunden treffe, will ich von Krebs nix wissen. Ich schau auf Arbeit vorbei, weil ich wissen will, was es da neues gibt. Ich treffe mich mit Freunden um zu hören, worum es beim aktuellen Zoff mit dem Partner geht, wie Junior beim Turnwettbewerb abgeschnitten hat. was es bei denen neues auf Arbeit gibt. Ich will Normalität. Bei mir waren alle so erleichtert, als ich sie gebeten habe, bitte ganz normal weiter zu machen.

    Und mir tats gut, das es beim grillen, Eis essen, frühstücken um ganz normale Dinge ging.

    Klar gibts auch noch die Leute, die beim Wort Krebs sofort ohnmächtig werden, auch wenns nur Bestandteil des Tageshoroskops ist, die kann man dann schon aussortieren:thumbup:

    Wir können nicht immer erwarten, das sich alle sofort und verständnissvoll in uns rein versetzen können. Auch wir sollten uns mal einen Moment nehmen uns in unsere nicht betroffenen Freunde / Familie / Kollegen reinzuversetzen.

    Wie haben wir uns vor Krebs verhalten, als wir im Umfeld so eine Diagnose mitbekommen haben?? Hat mir geholfen mit den Leuten ausserhalb vom Krebs milder umzugehen.:saint:

  • 🤗 ach Liebe Ronda ... Du sprichst mir aus der Seele. Ich möchte auch so viel Normalität wie möglich und empfinde gerade genau so wie Du das beschrieben hast. In meinem Umfeld wissen einige von meiner Erkrankung und zur Zeit ist ja noch alles in Aufruhr, Staging, Therapie Planung etc. Es tut mir gut, dass ich mich bei einigen ausheulen darf. Ich wünsche mir, dass sie mir dann auch in den Po treten wenn ich mich völlig hängen lasse 😉...und das werden sie💪..!

    Die anderen "Ablenker" wie Du sie nennst (genial ^^) werde ich so verbrauchen wie ich es möchte... Ich verstehe, dass manche gehemmt sind im Umgang mit mir...ging mir vorher ja auch manchmal so. Das werde ich aber aushalten und die die blöde Bemerkungen machen kriegen eins übergewatscht. (Hat doch eine Stallkollegin gemeint, in meinem kleinen Busen könne doch gar kein Krebs sein🙄)

    Ich hoffe, dass mein Depri Loch ganz klein bleibt und ich durch Euch Ronda , Moni13 und all die anderen hier,erlebe wie der Weg sein kann.

    Liebe Grüße und einen schönen Tag Ernie😘

  • Hallo Ernie und bella777

    Im Februar 2017 gings mir genauso, eure Ängste auch die mit dem Tod zusammenhängen hatte ich auch, aber glaubt mir es wird mit der Zeit alles etwas einfacher. Man nennt diese Situation ja auch DiagnoseSchock.

    Es wird bestimmt keine einfache Zeit aber ihr werdet es schaffen und nächstes Jahr gestärkt und zuversichtlich in die Zukunft schauen können

  • Hallo Ernie , hallo bella777

    Gerade die ersten Wochen sind schlimm, um sein Gefühlschaos in den Griff zu bekommen. Schlaflose Nächte und Todesangst, hatten wir alle, aber es wird besser. Mein Tpp an alle „ gebt euch immer so weit es geht, eine gedankliche kreisfreie Zeit. Ich habe z. B. mir den Fernseher angemacht und irgend einen Mist angesehen um einfach zu lachen. Hilfreich ist auch tanzen zu schöner Musik. Außerdem habe ich meinen Freunden untersagt, ständig nach meinen Gesundheitszustand zu fragen. Ich wollte einfach „ normal“ behandelt werden , ohne Mitleid.


    Mädels ihr schafft das:!::!:

    Ach und zum Thema altes Leben zurück ...

    Ehrlich gesagt mir gefällt mein neues Leben nach Krebs viel besser :!:

    Liebe Grüße

    Johanna Maria

  • hallo Ihr Lieben

    also eine Auszeit vom Krebs ist immer gut.
    Ich habe heute lauter ungesunde Sachen gegessen, das war auch mal schön. Nun quält mich wieder das Brennen in der Speiseröhre.

    Es gab zu Mittag Schweinesteak mit Kartoffeln und Sellerie und nachmittags war ich mit einer Freundin im Kino, in dem Film

    "Der Vorname", da haben die Figuren eineinhalb Jahren miteinander gestritten. Das war zwar jetzt nicht das, was ich einen "schönen Film" nennen würde, aber bei dieser Streiterei habe ich doch glatt meinen Krebs vergessen :) Dazu gab es Cola und leckeres Popcorn.


    Wie verbringt ihr anderen euere krebsFREIE Zeit?
    LG Bella

  • Hey bella777 ich freu mich dass Du einen schönen Tag hattest😊. Hatte heute früh echt Sorge um Dich..

    Siehst Du...es gibt auch krebsfreie Zeit. Und das ist gut so. WIR lassen uns nicht kleinkriegen.

    Meine "freie" Zeit verbringe ich mit meinem Pferd. Er spiegelt mich😐...ist seit 3 Monaten am kränkeln...ich versuche ihm was vorzumachen....klappt aber nicht....🙈

    Auch hier gilt: WIR schaffen das...

    Ich denk an Dich... Liebe Grüße Ernie

  • Liebe Ernie,

    das ist aber lieb, dass du an mich gedacht hast. Ja, Tiere spüren das.
    Pferde sind was wunderbares, sehr hübsche stolze Tiere. Leider hatte ich nie Gelegenheit, Reiten zu lernen,

    das war immer so ein Traum.


    Tut mir Leid, dass dein Pferd kränkelt.


    LG Bella

  • Ach Mädels, es macht mich so traurig immerzu zu lesen, dass Freunde/Angehörige so schlecht mit der Situation ungehen können. Ich bin ein großer Freund davon, nicht ständig über den Krebs zu quatschen. Ihm so wenig Raum wie möglich zu geben. So normal wie möglich zu leben und auch so normal wie möglich behandelt zu werden. Aber auch ich habe erlebt, wie sich die Leute zurück ziehen.

    Wenn man über ein Jahr alleine zuhause hängt und plötzlich nie jemand Zeit hat (und ich war WIRKLICH fit und aktiv während der Chemo, zumindest für einen Krebspatienten). Wenn man drum gebeten wird, doch nur mit Perrücke zu erscheinen (oder das über 3. erfährt). Oder man Dinge erzählen möchte und man förmlich merkt, wie unbehaglich der andere sich fühlt und es dann sein lässt.


    Ich habe oft darüber nachgedacht. Natürlich ist es schwierig, auch für die anderen. Angst, Krankheit, Tod - diese Themen mag niemand gern. Dass ich am Sche*ßkrebs sterben könnte? Da wurde ganz schnell mit einem "Denk nicht so, du schaffst das" abgewunken und das Thema gewechselt.


    Aber ich, ich kann das Thema nicht einfach so wechseln. Das kann ich vielleicht nie wieder. Der Krebs ist da. Morgens beim Aufstehen und abends wenn ich wieder ins Bett gehe. Zum Glück nur noch in meinen Gedanken. Aber ich als (ehem.) Patient kann da nicht raus aus der Situation. Ich kann nicht einfach abwinken und mich schöneren Themen zuwenden, so als wäre nie was gewesen.


    Es ist also sehr schwierig im Umgang mit anderen. Verständnis dafür zu haben, dass die Leute kein Verständnis für die eigene Krankheit haben. Was kann und darf man vom Umfeld verlangen? Was anderen aufbürden? Und muss man sein Päckchen wirklich alleine tragen, nur um die anderen zu schonen?



    Da gibt es wohl keinen richtigen Weg. Das entscheidet jede von uns selbst. Ich schone lieber meine Angehörigen und lasse meine Ängste und Sorgen hier bei euch. So lange ich daran glaube, dass ich das alles schaffe, geht es meinen lieben gut. Meine Ängste und Nöte werden schnell zu ihren. Und das möchte ich nicht. Es soll sich keiner so große Sorgen um mich machen müssen.



    Und noch etwas:

    Ich appelliere an euch alle: lebt. Mit und trotz und wegen Krebs. Die großen und die kleinen Träume, werft sie nicht über Bord. Das Leben ist genau JETZT. Und jeder Tag, der vorüber ist, kommt nie mehr wieder.

  • Hallo Mädels,

    ich bin am Anfang meiner Diagnose auch in ein tiefes Loch gefallen und hatte mich fast schon aufgegeben .Ich war nur noch ein Schatten meines Selbst .Ich hatte Alpträume und war nur am weinen Am Leben hatte ich nicht mehr teilgenommen.Eine Onkopsychokogin konnte mir auch nicht helfen .Sie sagte zu mir,dass ich nie wieder Angst haben werde .Das war nichts für mich.Soetwas glaube ich nicht.Bin ein sehr weltoffener Mensch,aber nie wieder Angst zu haben. Nein!🤔🤔

    Ich stand vor dem Spiegel und hatte mich nicht wiedererkannt.Verquollen von Heulen,Abgemagert. ... Das Lachen verloren ..

    Ich bin stehen geblieben und bin uber mein Spiegelbild sehr erschrocken.Habe mir gesagt,dass ich das nicht mehr bin So wollte ich nicht weitermachen.Es musste sich was ändern,denn sonst würde ich als seelisches Wrack aus dieser Geschichte rausgehen .Das wollte ich nicht und schon gar nicht meine Familie und Freunde...

    In dieser Zeit fand ich auch dieses Forum.lch konnte hier weinen ,schimpfen und jammern Es war immer ein Ohr für mich offen .Ich habe gesehen,wieviele tapferen Frauen es hier gibt,die es auch geschafft haben und die kämpfen.

    Meine Chemo begann auch fast zeitgleich und ich begann zu kämpfen. In der Brust rumort es seit der ersten Chemo,was sich als ein Kampfzeichen herausstellte.Mein Tumor ist geschrumpft

    Ich hatte die Gelegenheit, mich mit ehemaligen Krebskranken zu unterhalten,die bis heute schon bis zu 10 Jahren Krebsfrei leben . Das gibt viel Kraft!!

    Auch in der Chemo war eine Frau,die mittlerweile die 56 Chemo hatte Erst Brustkrebs und jetzt Hirnmetastasen.Sie strotzte nur so vor Lebenskraft und Freude.

    Ich sage mir jeden Tag,das ich es schaffe.

    Bin froh,die Chemo bald geschafft zu haben.Was die Zukunft betrifft,...kann keiner voraussehen Ich kann morgen an einem Herzinfarkt sterben oder Unfall....

    Es kann jeden Menschen treffen gesund oder krank .Also lasse ich solche Gedanken die mir Angst machen nicht lange in meinem Kopf.Das zieht mich nur runter .Ich nutze jeden guten Tag und versuche normal zu leben .

    Mal kommt ein Tief und dann wieder ein Hoch. Gerade während der Therapie macht man solche Phasen durch .

    Ich freue mich,wenn ich die letzten 2 Chemos, OP und Bestrahlung hinter mir habe und wieder ohne Einschränkungen und NW Leben zu können.Ich freue mich wenn meine Haare wieder wachsen und überhaupt auf das nächste Jahr.

    Ich möchte gerne noch Oma werden und meine Enkelchen aufwachsen sehen .

    Ich möchte noch viel reisen . u.u.u.

    Dafür lohnt es sich zu kampfen, egal wie steinig der Weg ist

    Und ich halte ab mein Motto fest:

    ALLES WIRD GUT !!

  • Liebe Erdnuss und liebe Kajuscha, Eure Beiträge haben mich tief berührt. Einerseits der Umgang von Familie und Freunden mit der Krankheit andererseits der eigene Kampf mit allen Höhen und Tiefen. Bin jetzt vor der 4. Pacli und war bisher eigentlich sehr positiv während der ganzen Zeit. Der 1. Dämpfer kam als wg. niedriger Leukos und Gürtelrose die 4. EC verschoben werden musste. Ich bin jetzt sehr vorsichtig, gehe nicht unter Menschenansammlungen und habe immer Desi dabei. Wie Erdnuss meint, gehören wohl Höhen und Tiefen dazu. Aber wir sollten uns nicht unterkriegen lassen auch im Umgang mit anderen nicht. Jeden kann es treffen und die, die mit unserer Krankheit nicht umgehen können, kann es auch selbst erwischen. LG Sally11

  • Liebe@Sally11,

    die Tiefs,die man zwischen den Chemos hat,sind ganz normal.Ich hatte meine erste bei der 8.,weil die NW nach der 7.Pacli+ Carboplatin so heftig waren.

    Gerade wenn es einen so schlecht geht,dann fällt man natürlich schnell in so etwas.

    Im Moment habe ich auch einen Durchhänger,weil ich mich über eine Woche mit den NW der EC rumplage.

    Ich habe kaum Kraft Es ist zum heulen.Mein Mann und meine Freunde holen mich immer wieder daraus und wird auch schon mal bissel ernster im Ton,wenn ich in Selbstmitleid versinken will.Das ist auch gut so.Da brauche ich kein getuttel und Mitleid.

    Klingt bissel hart,aber es ist so.

    Jetzt kurz vor der Ziellinie ist es besonders schwer. Es ist jeden Tag ein harter Kampf für mich.

    Am Anfang hat man Bilder über die Chemo im Kopf,die vielleicht vor 20 Jahren aktuell waren. Diese Menschen sahen sehr gezeichnet aus.

    Heute ist das zum Glück alles anders und die Medikamente haben sich verändert.

    Und es gibt vieles neues,was zur Heilung beiträgt. Ich bin sehr dankbar dafür.

    Deswegen sollte jeder diese Chance nutzen. Diese Angst ,dass man stirbt,hatte ich anfangs auch.Heute weiß ich..neinnnnn..ich bin noch lange nicht soweit.

    Ich glaube auch,dass in diesem Forum Frauen sind,die schon jahrelang Krebsfrei leben und sich nicht mehr hier gemeldet haben.

    Das was ich jetzt schreibe,klingt hart,ist aber so.

    Mein Mann sagte zu mir: Entweder du kämpfst jetzt und ziehst diese Chemo durch , egal wie hart es wird.Oder du sagst nein.Dann lebst du noch einige Zeit und darfst auch nicht meckern und jammern.

    Mir ist es dann richtig bewusst geworden,dass ich selbstverständlich kämpfen werde .Was anderes käme nicht in Frage.

    Als ich die Frau (45) mit dem 56 Chemos kennenlernte,fiel mir am Anfang die Kinnlade runter,als ich hörte,was sie schon hinter sich hatte.Und so eine Lebensfreude . Wahnsinn!!

    Ihre Mutter saß mit dabei und meinte,dass sie es nicht zulässt,dass ihre Tochter vor ihr geht Sie würde ihr in den Hintern treten,wenn die durchhängt.

    Genau das macht (sprichwörtlich)mein Mann.Bin ihm sehr dankbar.Klingt nicht immer sehr nett,aber es hilft ungemein .

    So nun habe ich genug geschrieben.

    Ich hoffe,dass du weißt,wie ich es meine.

    Dieses Schreiben!!😎😎

    Dir einen schönen Tag

    LG

    Und allen anderen Mädels auch!!!!

  • Ach Erdnuss :D....die Vorstellung wie unsere Männer uns in den Hintern treten...haha...im Leben "vorher"war das eher andersherum.

    Ich will mir ganz fest vornehmen das was kommt durchzustehen. Ihr seid meine Vorbilder. Trotzdem gruselt es mich bei der Vorstellung auf das halbe Jahr Power-Chemieattacke...

    Ich drück Dir jedenfalls ganz fest die Daumen das Du den kurzen kleinen Rest auch noch durchziehst und das es Dir bald besser, die Kraft kommt wieder 💪...ganz bestimmt. Liebe Grüße Ernie

  • Liebe Sally11 , liebe Ernie ,


    hmmh, also mein Mann hat mich eher nicht in den Hintern getreten, aber er hat versucht, mir das Kämpfen möglichst einfach zu machen. Er ist mit mir spazieren gegangen, wenn ich mich nicht getraut habe, weil mir etwas kodderig war. Er hat ganz viel im Haushalt gemacht. Er hat mit mir gegessen, was lecker war. Oder er hat mich so oft wie möglich zu den Terminen gefahren. Er hat geschaut, wie es mir nach den Infusionen ging. Als ich nicht mehr wollte, hat er zwar gesagt: "jetzt bist du so weit, jetzt hältst du auch durch", aber er hat mir auch das Gefühl gegeben, falls ich wirklich abbreche, steht er hinter mir. Weil er wusste, dass ich das nur tun würde, wenn es nicht anders gehen würde.


    Drei Dinge haben mich zusätzlich motiviert


    A) Ich will leben. Das geht mit der ganzen Therapie wahrscheinlich besser und länger als ohne. Wahrscheinlich sogar so, dass ich nie wieder mit dem BK wieder etwas zu tun habe.


    B) Der Arzte meinte: "Geben Sie erstmal nichts auf. Die schlimmste Nebenwirkung ist Fatigue. Gehen Sie raus, raus und raus und machen Sie, was Ihnen Spaß macht. Treiben Sie Sport" (AHa, dachte ich, da holst du dir immer zurück, was du dir eben zurück holen kannst. Du lässt dich von den Therapien nicht unterkriegen. Das habe ich ganz tief innen gespürt und das war der Anfang von sehr viel körperlicher Bewegung in meinem Chemo-Bestrahlungs-Leben.


    C) Das Forum. In der Mitte der Zeit der Chemos hatte ich einen ziemlichen Durchhänger, aber hier kämpften so viele, dass ich einfach mit gekämpft habe.


    Nun stehe ich vier Tage vor dem Ende der Akuttherapie. Ich kann nicht sagen, dass ich irgendwas an dieser Zeit richtig gut fand. Aber ich habe es fast geschafft. Ich habe mich etwas verändert, aber nicht sehr. Ich möchte einen großen Teil meines Lebens zurück, aber etwas anders als vorher. Ich hoffe sehr, dass ich das hinkriegen kann. Der "Wiedereinstieg" wird wahrscheinlich fast so spannend wie der "plötzliche Ausstieg" - aber ich bin ziemlich fest davon überzeugt, dass das Leben danach halbwegs gut weiter gehen wird. Und das ist erstmal die Hauptsache. Wie es im Detail funktionieren wird, muss sich erst noch heraus stellen. Und ich lasse es offen, falls ich mich für irgendetwas zu schwach finden werde, werde ich irgendetwas in meinem Umfeld ändern. Schweren Herzens, aber vielleicht nur am Anfang. Irgendwie werde ich mich hoffentlich auch in eine "schwache" Rolle finden, wenn es sein muss (hier ist die Inca57 mein großes Vorbild).


    OK, mein Tumor war hormonabhängig, da sind die Prognosen ja angeblich besser. Aber was wirklich passiert, wird man immer erst sehen. Sollte es schlechter kommen, sind die Karten neu gemischt. Und wie immer man dann entscheiden wird, ich denke, es wird "irgendwie richtig" sein.


    Ich hatte übrigens auch eine "Ansteckungsneurose" und immer Desinfektion dabei, eigentlich immer noch. Ich wollte keinesfalls die Therapien und deren Ablauf gefährden. Sieh es als Selbstfürsorge an, liebe Sally.


    Jetzt wünsche ich euch und der Erdnuss , dass ihr gut durch die Therapien kommt. Dass sie ihre Wirkung tun und euch heilen. Dass wir alle eine möglichst lange, möglichst gute Zeit haben, auch unabhängig vom Krebs. Mit meinen 58 wird das Altern ja sowieso auf mich zukommen 8o

    LG

    Sonnenglanz