Dringende Familienunterstützung mit minderjährige Kindern im Raum Bonn!!!

  • Hallo zusammen,


    die Situation meiner Diagnose wird zunehmend schwieriger für unsere 11-jährige Tochter. Wir sind ganz "offen" damit umgegangen, haben Lehrern die veränderte Familiensituation mitgeteilt, aber dennoch möchte sie in der Schule z.B. nicht zu dem Vertrauenslehrer gehen, weil sie sie nicht mag. Bei der Klassenlehrerin hat sie noch eine kleine Hemmschwelle, vielleicht vertraut sie sich dieser - sehr lieben- Person noch an. Mit Freunden darf sie ganz offen über alles sprechen.

    Trotzdem möchte ich schon über die eine oder andere Unterstützung informieren. Erstmal möchten wir keine Psychoonkologen hinzuziehen, liegt auch daran, dass wir vor 2-3 Jahren ein wenig Unterstützung brauchten und unsere Tochter nicht so gut mit dem Therapeuten zurecht kam.


    Hat jemand hier Adressen, Ratschläge und jeglicher Informationen rund um dieses sehr wichtige Thema?


    Danke Euch allen!!


    Liebe Grüße:/

  • Liebe Ate67 , das tut mir sehr leid, die Krankheit ist ja schon so schlimm genug. Und jetzt dreht sie auch noch euer Liebstes durch. Leider fällt mir an Tips nicht viel ein. Theoretisch haben auch die PfarrerInnen der Kirchengemeinden ein offenes Ohr und vielleicht Angebote für eure Tochter. Dann könntest du dazu vielleicht auch den Krebsinformationsdienst anrufen. Und es gibt noch das Buch '

    Mama hat Krebs: mit Kindern die begreife n'. Wobei ich nicht genau weiß, ob es für 11 jährige passt.


    Ich persönlich finde es sehr gut, dass ihr offen mit der Krankheit umgeht. Nichts ist schlimmer als Schweigen. Das ist meine Meinung.


    LG und alles Gute für euch

    Sonnenglanz

  • Ich glaube Kinder schauen sich viel ab, und wenn die Erwachsenen sich Hilfe suchen, das natürlich auch abfärbt. Es gibt in manchen Städten auch Familien beratung, das wäre vlt. eine gute Adresse. Mit 11 ist sie zwar nicht ganz klein aber auch noch nicht so groß, als dass sie wüsste welche Konsequenzen es nach sich zieht, Beratung abzulehnen.


    Je nachdem wie deine Diagnose im Moment ist, ob du Familie, Ehemann, weitere Kinder hast, warum sollte sie sich Vertrauenslehrern nähern, wenn sie diese nicht mag, oder was sollte ihr dieser denn sagen? Was wissen denn die Lehrer über Krebs? Wahrscheinlich wenig. Ich würde die Psychonokologin mit einbinden. Kann kaum die gleiche sein, die ihr vor 2-3 Jahren hattet?


    Ich denke für Kinder ist es wichtig, dass sie wissen wie es weitergeht, egal in welche Richtung es geht.

  • Liebe Ate,


    es gibt sog. "psychosoziale Krebsberatungsstellen", deren geschulte Mitarbeiter für Betroffene und Angehörige gleichermaßen als Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Vielleicht schaust Du einmal nach (auf der Seite des Krebsinformationsdienstes unter https://www.krebsinformationsd…krebsberatungsstellen.php ), ob es in Deiner Nähe eine solches Angebot gibt.


    Wenn ja, kannst Du dort einmal anrufen und nachfragen, welche Angebote für Kinder und Jugendliche krebsbetroffener Eltern es für Euch geben könnte. Dann hast Du ja vielleicht schon entsprechende Adressen, wenn Deine Tochter tatsächlich mit einem Außenstehenden reden möchte.


    Und vielleicht mögt Ihr Euch ja zusätzlich noch auf der Seite von Flüsterpost e.V. (Unterstützung für Kinder krebskranker Eltern) https://kinder-krebskranker-el…wir-helfen-euch/umschauen, wo es neben vielen Informationen für alle Altersgruppen auch verschiedene Angebote (u.a. auch das Angebot für Telefongespräche und/oder Onlineberatung) gibt.


    Viele Grüssles


    Saphira

  • Liebe Ate,


    herzlich willkommen bei uns im Forum. HIer sind viele Mütter unterwegs, sicher bekommst du noch hilfreiche Tipps.


    Meine Tochter war auch 11 als ich erkrankte. Ich verstehe deine Sorge.

    Saphira hat dir schon eine gute Adresse genannt. Ich würde noch http://www.mum-hat-brustkrebs.de/ und https://www.hkke.org ergänzen. Z.Bsp. kannst du da eine Broschüre von Jugendlichen für Jugendliche bestellen: https://www.hkke.org/broschueren/


    Alles Gute für dich und deine Familie.


    Liebe Grüße von der Jo

  • Liebe Ate67 , du hast ja hier schon wichtige Tipps und Adressen bekommen. Da kann ich nichts ergänzen.

    Ich möchte dir aber sagen, dass ich deine Sorgen sehr gut verstehen kann. Meine Tochter war bei meiner Diagnosestellung 12 Jahre alt, mittlerweile ist sie fast 17.

    Sie hat sich damals sehr zurückgezogen, wollte gar nicht über meine Erkrankung sprechen, weder mit mir noch mit meinem Mann. Auch mit Freundinnen hat sie kaum, mit Lehrern gar nicht gesprochen. Das war für mich sehr schwer. Ich habe mich immer gefragt, was in ihrem Kopf vorging. Beruhigt hat mich damals, dass sie trotz allem in der Schule gut zurecht kam, ihren Hobbys nachging und sich mit Freundinnen getroffen hat, auch bei uns zu Hause. Ich hatte das Gefühl, dass ihr gerade diese Normalität geholfen hat.

    Deshalb haben wir auch auf professionelle Hilfe verzichtet.

    Am wichtigsten Kindern gegenüber ist altersgerechte Offenheit. Kinder dürfen nicht das Gefühl haben, dass man ihnen etwas verheimlicht. Sonst malen sie vielleicht etwas aus, womit sie nicht fertigwerden. Ob sie selbst reden möchten und mit wem, ist vielleicht eine Typfrage.

    Ich wünsche dir und euch jedenfalls alles Gute.


    Liebe Grüße


    Hannah

  • Liebe Ate67 ,

    meine Tochter ist 12 und hat auch ziemliche Probleme mit der Diagnose. Ich hatte auch offen mit ihr gesprochen, als im Sommer die Diagnose kam, zunächst hatte sie es "ok" aufgenommen, dann hat sie mit Freundinnen in der Schule darüber gesprochen, welche nichts besseres zu tun hatten, als ihr mitzuteilen, daß ihre Oma/Tante etc an Brustkrebs gestorben sind ;(X(

    Das war dann natürlich nicht sehr hilfreich...

    Naja, mittlerweile hat sie sich etwas gefangen, schläft zwar nach wie vor etwas schlechter und ich muß auch immer ein bischen schauen, daß ich nicht unangekündigt nicht da bin, wenn sie aus der Schule kommt, weil sie sich sonst direkt sorgt und Angst hat, daß ich nicht wiederkomme, aber, wie bei Hannah, läufts in der Schule weiterhin ganz gut und sie geht auch weiter ihren Hobbies nach und trifft sich mit Freundinnen.

    Ich war beim Psychoonkologen, hab dort auch nach Hilfe gefragt, er hatte allerdings auch keine wirklichen Angebote für mich, bzw. meine Tochter.... Von daher haben wir da auch keine externe Hilfe in Anspruch genommen... Ich hoffe nun einfach, daß sie sich weiter fängt und das "normale" Leben nach und nach wieder einkehrt...

    Ist schon Mist, für einen selbst ist das ja alles schon schwer genug, aber wenn man dann die Kinder so leiden sieht, tuts doppelt und dreifach weh....

    LG

    Tanja

  • Liebe Ate67 ,

    habe neulich in der Zeitung gelesen, dass es in Wiesbaden spezielle Gruppen für Kinder krebskranker Eltern gibt. Vielleicht bist Du durch die geposteten links schon auf ein solches Angebot in Deiner Nähe gestoßen, sonst würde ich im Krankenhaus nachfragen.

    Für viele Erwachsene ist es ja schon schwer oder unmöglich über Krebs zu sprechen, das merken wir ja dauernd, und wie hilfreich der Austausch mit Betroffenen ist.

    Da ist es für Kinder doch erst recht wichtig sich mit Gleichaltrigen auszutauschen, die im selben Boot sitzen.

    In diesen Gruppen wird auf die Sorgen und Ängste eingegangen, die sie sich vielleicht zu Hause nicht zu äußern trauen um die kranke Mutter nicht zu belasten.

    Hoffentlich findest Du etwas Passendes für Euch,

    alles Gute von Rike

  • Liebe Ate67


    ich war auch ein solches minderjähriges Kind - meine Mutter ist an Brustkrebs erkrankt als ich 13 war.


    Es ist sicherlich richtig und wichtig, dass sich deine Tochter austauschen kann und auch dass jemand da ist der sie auffängt, wenn es ihr nicht gut geht. Dazu hast du ja auch schon viele Links bekommen.


    Ich muss aber sagen, für mich waren die Zeiten außerhalb der Familie damals mega wichtig weil sie einfach "normal und krebsfrei" waren. Wenn deine Tochter die Schule vielleicht als ihren Rückzugsort behalten möchte und nicht will, dass das dein Krebs auch hier thematisiert wird, solltest du ihr diesen Willen vielleicht einfach lassen. Uns Erwachsenen tut der Austausch gut, hilft das reden. Aber deine Tochter will sich in der Schule vielleicht einfach nicht anders fühlen als alle anderen.


    Viele liebe Grüße


    Eirene

  • Hallo Ate67


    Meine Tochter wird jetzt 10. Wir handhaben das wie Ihr, gehen offen (altersgemäß) mit dem Thema um, und sie darf mit ihren Freunden und jedem drüber reden, Hauptsache, sie spricht über das, was sie beschäftigt.


    Je nachdem, in welcher Ecke der Region Bonn Ihr wohnt, kommt vielleicht auch die Krebsgesellschaft in Koblenz in Frage https://www.krebsgesellschaft-…ote-fuer-familien-ko-2018


    Die haben eine sehr liebe Kinder-Pädagogin/Psychoonkologin/Therapeutin. Und bieten auch Kinder-Veranstaltungen.


    Zu den Kinder-Veranstaltungen kann ich nichts sagen, weil meine Tochter nicht hingehen möchte. Aber das Gesprächsangebot der Pädagogin haben wir ein paar Mal in Anspruch genommen, während wir auf einen Platz bei einer regulären Psychologin gewartet haben. Man kann dort, anders als bei einer Therapie beim Psychologen, einzelne Termine wahrnehmen und das Kind kann von Mal zu Mal entscheiden, ob es nochmal hingehen möchte.


    Meine Tochter war anfangs extrem skeptisch, was solche Gespräche betrifft, aber hat dann im Nachhinein doch festgestellt, daß es ihr gut getan hat, Tipps für ihre Situation zu bekommen und manche Dinge mal mit jemand anders zu besprechen.


    Mittlerweile geht sie regelmäßig zur Psychologin. Nichtsdestotrotz leidet sie sehr unter unserer Situation, macht sich viele Sorgen. In dem Alter kommt dann ja auch noch die beginnende Pubertät dazu, das macht es auch nicht gerade leichter. Es ist schon eine große Last, die ein Kind in so einer Situation (er)tragen muss...


    LG und alles Gute!

  • Liebe Ate,

    hier in Essen gibt es z.B. den Verein "menschenmögliches- große Last von kleinen Schultern nehmen".

    Ein Verein, der speziell für Kinder mit schwer erkrankten Eltern.

    Ruf doch ggf. da mal an und feag nach Alternativen bei Euch.


    Ich war auch 10 Jahre alt, als meine Mutter eine sehr schwere Durchblutungsstörung bekam und etwa 1,5 Jahre im Krankenhaus mit 6 OPs verbrachte.

    Ich leide heute noch unter der Belastung. Ich fühle mich immer viel für meine Mutter verantwortlich (mein Vater war leider kaum präsent und starb als ich 16 war) und leide sehr, wenn sie was hat (und das hatte sie leider oft... Hörsturz, Schlaganfälle, Herzinfarkt, neue Gefäßprobleme etc.).

    Von daher, vielleicht findet Ihr doch was. Ich hätte damals auch gesagt "brauche ich nicht, heute schreit meine Seele danach).

    Liebe Grüße

    Mia