BRCA1+ nicht erkrankt

  • Liebe Xena,


    ich bin mit dem optischen Ergebnis inzwischen zufrieden. Je mehr die Narben verblassen, um so besser finde ich es. Aber ich musste mich schon daran gewöhnen. Wenn es sich fremd anfühlt, hilft die ganze Optik nichts. Es ist ein Zusammenspiel aus Optik und Gefühl, das dann irgenwann wieder stimmt.


    Sie sind nicht perfekt. Ich habe seitlich leichte Wellen und die Brustwarzen sind narbig geblieben, da werde ich vielleicht irgendwann nochmal mit einer Tätowierung rangehen (lassen). Aber wie du schon schreibst, mit den Jahren sind die eigenen ja auch nicht mehr so knackig gewesen als mit Anfang 20, deshalb verzeihe ich den Neuen die paar kleinen Makel gerne;)


    Ich habe ziemlich genau die selbe Menge an Silikon reinbekommen, wie an Gewebe entnommen wurde. Dadurch dass aber alles kompakter ist und sich nicht so verteilt als das köpereigene Gewebe find ich, dass sie größer aussehen als zuvor. Ich hatte zuvor ein B Körbchen und habe es jetzt auch nach den OPs. Ich hätte sie auf keinen Fall größer haben wollen.


    Viele liebe Grüße


    Eirene

  • Claudia_1969 ach ja, ein seitenschläferkissen habe ich nicht. Muss ich mir unbedingt noch besorgen. Welches hast du genau? Weil es gibt ja verschiedene. Die wie so eine 7 aussehen, sind wahrscheinlich eher unpraktisch, weil man ja hinten am Rücken dann keine Stütze hat? Oder?

    LG

  • Eirene oh Mann, natürlich ist mir an erster Stelle wichtig , dass das ganze Gewebe raus ist und ich gesund bleibe. Aber grade in einem sehr jungen Alter möchte man schon schöne Brüste haben und mir ist halt das optische Ergebnis schon sehr wichtig. 😞


    Nach dem geschrieben hast, dass du dir auf keinen Fall größer machen würdest, zweifele ich an meinen gewünschten C-Körbchen. 😂 ob ich alles richtig mache? Muss ich wohl nochmal mit meinem Arzt besprechen.

    Deine Brustwarzen sind narbig geblieben, schreibst du. Also wurde der Schnitt an der Warze gemacht? Mein Arzt sagte zu mir, er kann entweder an der Brustwarze Stich machen oder unter der Brust. Ich dachte eher an „unter der Brust“. Bin mir aber noch nicht sicher.

    LG

  • Huhu liebe Xena

    also ich habe verkleinern lassen. Ich hatte vorher 75DD bei Körpergröße 1,59 und das war schon ganz ordentlich. Ich fand es immer irgendwie doof, wenn der Blick der Gesprächspartner immer wieder „abwanderte“ 8o. Also Mastektomie, Verkleinerung, Straffung und Implantate in einer OP.


    Ich hab ein ganz normales Seitenschläferkissen. Sieht also aus wie so ein 40x80 Kopfkissen bloß länger, schätze mal so 1,50 Länge. Ohne irgendwelche Biegungen etc.


    Meine Brustwarzen haben auch ganz leichte Pigmentierungsunterschiede durch leichte Vernarbung zurückbehalten, aber das fällt kaum noch auf. Durch die Verkleinerung und Straffung habe ich natürlich mehr Narben als üblich. Ich hab praktisch einen Kreis um die BW, dann senkrecht herunter eine Naht bis zur Naht in der Unterbrustfalte. Aber meine Nähte sind super gut verheilt, nur ganz schmal und wenn dann im Laufe der Zeit diese Nähte noch verblassen, wird man kaum noch etwas sehen. Derzeit sind sie noch ganz leicht rötlich.


    Eirene hat das Thema mit dem Gefühl angesprochen. Das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Es ist nicht mehr so wie vorher, das sollte einem klar sein. Also die „erogene Zone“ ist bei mir keine mehr. Weiß nicht, wie das bei anderen ist. Das Fremdkörpergefühl verschwindet allmählich. Eine Seite nehme ich nicht als Fremdkörper wahr, die andere schon. Die letzte OP war aber auch erst im Dezember, da ist das Ergebnis diesmal schon beachtlich. Man braucht viel Geduld. Die Heilung dauert Monate und das Ergebnis wird im Normalfall von Monat zu Monat besser.


    Liebe Grüße

  • Claudia_1969 na ja, wir Frauen, sind ja nie mit unseren Brüsten zufrieden. 😆entweder sind sie zu klein oder zu groß. Aber ich hätte trotzdem lieber meine behalten, auch wenn sie nicht mehr so toll aussehen, wenn ich eine andere Wahl hätte. Aber die habe ich leider nicht. 😞

    Danke für deine aufmunternde Worte und für den Tipp mit dem Seitenschläferkissen. 😉werde mir auf jeden Fall eins besorgen.


    Alles Gute für dich.

    Liebe Grüße

  • Hallo liebe Xena,


    meine Brustwarzen wurden ausgeschnitten, entkernt und neu aufgenäht. Es muss ja auch das komplette Drüsengewebe aus den Brustwaren entfernt werden. Das geht entweder so oder indem die Brustwarzen angeschnitten und entkernt werden. Eine Narbe an der Burstwarze bleibt eigentlich immer. Wie macht dein Arzt das denn, mit nur einer Naht?


    Ich habe die gleichen Narben wie Claudia, nur dass meine Burstwarzen die Prozedur nicht so witzig fanden und jeweils das untere Drittel Probleme bei der Heilung gemacht hat.

    Ich fand meine Brüste eigentlich immer schon groß genug. Deshalb wollte ich sie nicht größer. Aber wenn du das gerne möchtest, wieso nicht? :)


    Claudia_1969 Schön dass dieses Mal alles gut läuft! Ich drücke dir die Daumen, dass es so weitergeht.


    Viele liebe Grüße


    Eirene

  • Liebe Eirene

    liebe Xena

    dankeschön, Eirene :). Es wäre wirklich unglaublich toll, wenn diesmal alles glatt läuft, bisher sieht es super gut aus. Wenn es diesmal nicht gut gehen würde, gäbe es nur noch alles weg oder Eigengewebe. Vor beidem hab ich einigermaßen Respekt ... gelinde gesagt ...


    Ansonsten, klar, wenn man das notwendige Übel mit dem „Angenehmen oder Nützlichen“ verbinden kann, wieso nicht. Ich hätte jetzt keine freiwillige Brustkorrektur machen lassen, wenn wegen dem BRCA nicht ohnehin operiert worden wäre. Aber so dachte ich auch, man kann ja gleich die Gelegenheit nutzen und optimieren. Eine Verkleinerung und Straffung des Hautmantels ist ohnehin etwas komplizierter als eine leichte Vergrößerung mittels Implantaten. Allzu viel sollte es dennoch bei Vergrößern nicht sein. Man muss auch immer ein bisschen an das Fremdkörpergefühl und auch Gewicht der Implantate denken. Immerhin muss der Hautmantel dies auch tragen. Aber das ist meine persönliche Meinung ;). Manche Operateure haben solche Sizer, die man sich in den BH über die Brust einlegen kann, um zu sehen, wie die vergrößerten Brüste aussehen würden. Ich hatte damit bei meinem Doc mal herumprobiert. War ganz witzig.


    Habt ein schönes Wochenende und liebe Grüße Claudia

  • Huhu Linchen123

    ich bin ja die mit den verkleinerten Brüsten;). Aber ja, die Krankenkasse hat nur überprüft, ob sie die Eingriffe generell übernimmt, nicht in welcher Größe die Implantate ausgesucht werden. Ich musste Arztbrief, wo ersichtlich ist, in welchem Umfang der Eingriff erfolgt und entsprechende Brustfotos an die Krankenkasse senden. Die haben dann sozusagen eine Überprüfung durch den MDK veranlasst, ob die Revisions-OPs notwendig sind. Welche Größe die Implantate hatten, interessierte niemanden. Die Fotos etc. waren aber nur für die Revisions-OPs notwendig. Bei der Mastektomie und Erstrekonstruktion natürlich keine Bilder nur Gentest-Ergebnis und es erfolgte auf dieser Basis die gutachterliche Bewertung durch den MDK.


    Liebe Grüße Claudia

  • Eirene meine Brustwarzen werden nicht entkernt. Ich habe schon so viel gehört und gelesen, dass die Brustwarzen dann absterben könnten. Deswegen habe ich mich dafür entschieden, die zu behalten und nicht zu entkernen. Mir ist bewusst, dass das Restrisiko bleibt , aber mein Arzt hat mir versichert, dass er bisher keine kennt , die trotz der Mastektomie und ohne Entkernung doch an Brustkrebs erkrankt ist. Ich habe noch etwas Zeit , mir das zu überlegen, ob ich es mache oder nicht. Aber ich tendiere eher dazu, dass ich es nicht mache.


    Aber ich freue mich für dich, dass es bei deinen Brustwarzen alles so gut gelaufen ist. 👍

    Claudia_1969

    Eirene

    Jetzt habe ich mal eine Frage was Krankenkasse bzw. Übernahme der Kosten betrifft. Muss ich mich jetzt schon melden, obwohl die Op erst in 3 Monaten ist? Welche Unterlagen muss ich einfordern? Damit habe ich mich leider noch gar nicht beschäftigt. Vielleicht könnt ihr mir paar Tipps geben?

    Liebe Grüße

  • Liebe Xena

    ich habe in der Tat schon eine Fallbeschreibung gelesen, dass es trotz prophylaktischer OP mit Silikonsofortrekonstruktion zu einer Ersterkrankung kam. Ein Restrisiko bleibt auch mit Entkernung der Brustwarzen, weil vermutlich immer irgendwo irgendwelche Restdrüsenzellen bleiben, egal wie sorgfältig der Chirurg operiert. Ohne Entkernung wird das Risiko sicherlich noch einen Tick höher sein, weil die Gänge ja nun mal in der Brustwarze münden.


    Bezüglich der Krankenkasse würde ich das so früh wie möglich beantragen. Die handeln alle unterschiedlich. Meine zum Beispiel hat bei jedem dieser Eingriffe, also prophylaktische Mastektomie, Ovarektomie und alle Revisions-OPs den MDK zur Begutachtung einbezogen. MDK und Krankenkasse haben generell bis zu 5 Wochen Zeit über den Fall zu entscheiden. Also wenn die Situation bei Dir klar ist, Du die Dokumentation (Arztbrief mit den Details über den geplanten Eingriff) hast, würde ich Dir empfehlen, dies der Kasse zuzusenden. Es kann nämlich sein, dass denen nach 2 Wochen oder so einfällt, dass sie weitere Dokumente benötigen. Für die Erst-OPs musste ich den Arztbrief mit der OP-Planung sowie mein humangenetisches Gutachten/Gentest-Befund einreichen.


    Liebe Grüße Claudia

  • Xena deine Frage bezüglich der amerikanischen Seite ist ja schon etwas her. Aber wenn man die aufruft, dann findet sich da ein Link, unter dem man ein Passwort beantragen kann. Da muss man nur kurz schreiben, weshalb man die Bilder gerne sehen möchte und dann bekommt man das ziemlich zügig zugeschickt.

    Unter folgendem Link kann man auch ein paar Fotos ansehen, wie es ohne einen Aufbau aussehen kann: Breastfree


    Zum Thema Brustrekonstruktions-OP kann ich ja überhaupt nichts persönliches und auch nur minimal Erfahrungen anderer beisteuern. Von einer Bekannten, die ganz frisch Operiert ist, weiß ich, dass die Schmerzen am ersten Tag wirklich massiv waren. Sie hat über dem Muskel und tropfenförmige Implantate, muss laut Aussage ihres Arztes wirklich vorsichtig sein, dass da nichts verrutscht. Damit ist mein Wissen auch schon erschöpft. Wobei, man hat bei ihr etwas größere Implantate verwendet als ihre ursprüngliche Brust groß war, um so auch etwas vor einem verrutschen zu schützen. So die Argumentation des Operateurs.


    Bei mir gibts seit dem letzten Eintrag einiges neues zu berichten. Ich war zur OP Vorbesprechung in der Klinik und mir zu dem Zeitpunkt wirklich sicher, dass ich keinen Aufbau möchte. Das war in der Zeit zwischen meinem letzten Post und jetzt nicht immer so klar. Habe viel an mir gezweifelt und wieder viel gelesen, mir auch viele Bilder angeschaut. Mich auch gefragt, welchem Frauenbild ich mit meinem Körper entsprechen möchte... Habe dann meinen Entschluss im Gespräch mit der Ärztin sehr deutlich gemacht und wurde von ihr trotzdem fünf mal gefragt, ob ich mir das mit dem Aufbau nicht doch nochmal überlegen möchte. Sie fände es Schade, wenn ich keinen mache. Aber mit meinen kleinen Brüsten jetzt wird der Schritt zur Mastektomie ohne Aufbau wahrscheinlich (hoffentlich) leichter sein, als bei einer Frau, die immer schon präsente, größere Brüste hatte. Da die OP nicht so lange Dauert wie eine OP mit einem direkten Aufbau, habe ich direkt für Ende Februar einen Termin bekommen. Den Operateur durfte ich mir selbst aussuchen und habe einen gefunden, bei dem ich mich mit meinem Anliegen gut aufgehoben fühle. Eine Freundin von mir arbeitet als Krankenschwester in der selben Klinik und war auch mit mir erleichtert, als sie gehört hat, wer meine OP macht. Er hat dort, was das Ergebnis seiner OPs angeht, den besten Ruf von allen. Jetzt bin ich sehr, sehr aufgeregt und versuche, möglichst alles in den nächsten Wochen zu organisieren, was ich für die OP und die erste Zeit danach eventuell brauchen könnte.


    Ich hatte bei dem Gespräch auch nach einer Entfernung der Eierstöcke gefragt und wurde dafür zu einem Extra Gespräch an die Kinderwunschklinik & an die Hormonsprechstunde im selben Klinikum verwiesen. Mir ist das wirklich sehr wichtig, weil dieser Krebs in meiner Familie so früh aufgetreten ist und eben keine Vorsorge möglich ist. @die Jüngeren unter euch Mitleserinnenn, meine Ärzte und auch einige in der lokalen BRCA Gesprächskreisgruppe haben sehr betont, dass man da nichts überstürzen sollte. Wer das nicht so früh in der Familie hat, darf das mit sehr viel mehr Ruhe angehen als ich. Die Nebenwirkungen sind ziemlich massiv und die Hormonersatztherapie wie viele hier im Forum ja auch wissen, hat ihre ganz eigenen Nebenwirkungen und nicht jedes Präparat wirkt bei jeder gleich gut. Also werde ich auf dieses Gespräch warten und da alle meine Fragen zur Familienplanung, dem eventuellen Einfrieren von Eizellen mit allem drum und dran im "davor" sowie einer Entnahme der Eierstöcke für meinen ganz persönlichen Fall abklären lassen. Ab April soll sich ja in der Kostenübernahme zumindest bei Krebspatientinnen etwas ändern was die Kryokonservierung angeht, wie sich das auf uns "nur" MutationsträgerInnen auswirkt (und ob überhaupt) habe ich noch nicht so ganz verstanden.


    Linchen123 wie kommt es denn, dass du so früh getestet wurdest? Und wie ist das für dich, um die verschiedenen Risiken zu wissen und auf den Beginn der Früherkennung noch warten zu müssen? Oder wirst du trotzdem schon getestet im MRT und mit Ultraschall? Ich fand es schon hart, alle Termine zu planen und das mit dem Vorsorgeprogramm zu planen, dann jedesmal 40km fahren und den ganzen Tag in der Klinik sein und vor allem auf alles ewig zu warten. Ich weiß nicht, wie ich mich gefühlt hätte, wenn ich nicht mal die "Sicherheit" der Früherkennung gehabt hätte. Wenn man dann das Ergebnis von Brustultraschall und MRT schwarz auf weiß hat, geht es einem ja schon deutlich besser als in der Zeit des wartens...


    Was das Erkrankungsrisiko trotz vorsorglicher OP angeht: Man kann einen Großteil des Brustdrüsengewebes entfernen. Aber es befinden sich auch Brustzellen im gesamten oberen Brustbereich, also in dem Bereich Hals abwärts bis zu den unteren Rippen, auch die seitliche Ausdehnung ist relativ groß. Selbst wenn man oben an der eigentlichen Brust viel bis alles entfernt in der OP, bleiben eben kleine Reste an Gewebe übrig. So hat mir das meine Ärztin erklärt, korrigiert mich bitte wenn ich da ganz auf dem Holzweg bin. Nach der OP wird ein MRT gemacht, um zu überprüfen, wie viel Restgewebe vorhanden ist und danach kann man dann eventuell auch das Restrisiko besser einschätzen. Es ist auf jeden Fall um einiges gesenkt. Aber auch meine Ärztin hat immer wieder betont, dass es keinen 100% Schutz gibt. Es ist mir so trotzdem viel, viel lieber als mit dieser Risikospanne zwischen 60 - 80%. Unter 3% liegt man dann etwa, war die Aussage in meinem Gespräch.


    Ganz lieben Gruß an euch alle,

    Selma

  • Selma

    Meine Mutter und zwei Tanten sind bei mir in der Familie erkrankt. Daher war es für mich keine Überlegung wert, mich auch direkt testen zu lassen.

    Ich habe einen Termin zum MRT und zur Sonographie. Die regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen fallen bei mir aus, da ich mich für die Subkutane Mastektomie entschieden habe.

    Einen genauen OP-Termin habe ich noch nicht. Es wird Anfang/Mitte Mai soweit sein. Bis dahin habe ich noch Zeit mit allem besser klar zu kommen.


    LG

  • liebe Xena leider kenne ich einen Menschen, der trotz Mastektomie und anschließend sauberes MRT, nach 1 Jahr genau in der Brustwarze ein Rezidiv hatte. Sie wurde mit eine 99% entlassen und sollte das Thema Brustkrebs vergessen. Nun nach kurze Zeit hat man bei ihr diese Woche Metastasen diagnostiziert. Sie hat Brca2. Das alles ist einfach nur schrecklich. Zum heulen....

    Da ich das hautnah mit erlebt habe, war mir kein Risiko mehr wert.

    Brca 1 und 2 sind laut meinem PC unberechenbar. Sicher kann man sich nie fühlen.

    Alles Gute für dich.

  • Linchen123 ich kann das sehr gut verstehen. In meiner Familie ist das aber tatsächlich sehr gemischt. Obwohl die Verkrebsung auf beiden Seiten der Familie zuschlägt, ignoriert die Generation über mir das ziemlich effektiv. Kann ich für mich ganz persönlich nicht nachvollziehen, wer sich testen lässt hat immerhin noch bei der Chance 50/50, dass man die Mutation nicht hat. Und das kann eine riesen große Erleichterung sein. Bei mir und meinen Schwestern hatte dieses Glück leider keine. Aber wir gehen alle sehr bewusst mit dieser Belastung um, tauschen und aus und haben gelernt, dass unsere 3 Wege seh, sehr unterschiedlich verlaufen momentan. Für mich war auch klar, nachdem bei meiner Schwester die Mutation nachgewiesen wurde, dass ich mich auch testen lasse. Ein paar Wochen später saß ich schon beim Genetiker, weil der vorher keinen Termin hatte. Und als meine Mutation klar war, war ich die erste, die im Hochrisikoprogramm im MRT lag. Lieber weiß ich um eine Gefahr und arbeite mich daran ab, als dass ich den Kopf in den Sand stecke und so tue als wäre nichts. Hilft ja auch keinem. Und ja, es ist eine Belastung. Aber ich habe mir da schon als Kind und als Jugendliche immer Gedanken gemacht, wen von meinen Schwestern und mir es wohl treffen würde, wenn wir mal groß sind. Die Leerstellen, die der Krebs in der Geschwisterriege meines Vaters hinterlassen hat, war zu deutlich spürbar, auch wenn da keiner drüber gesprochen hat.


    Amulett, diese Unsicherheit kann ich gut nachvollziehen. Und dass deine Freundin/Bekannte es trotzdem getroffen hat tut mir wahnsinnig Leid für sie. Da hat sie schon diesen großen Schritt gewagt und über sich ergehen lassen und dann trotzdem ein Rezidiv und Metastasen... ganz, ganz unfair. Ich habe auch eine Weile in einer FB Gruppe mitgelesen, in der eine junge Frau dann auch ganz verzweifelt nach Leidensgenossinen gesucht hat. Auch sie hatte die Mutation BRCA, ob 1 oder 2 weiß ich jetzt nicht mehr, mit Mastektomie und Aufbau und trotzdem kam es zu einer Ersterkrankung. Auch meine Ärztin hat mir die Zahlen alle nochmal vorgesetzt. Ich habe ja die Mastektomie ohne Aufbau in 3 Wochen. Und ich werde mir alles, was sie da rausschneiden lassen können, entfernen lassen um die Wahrscheinlichkeit so niedrig wie möglich zu halten. Auch die Brustwarzen kommen mit weg. Und wenn das eine Risikoreduktion von über 80% Lebenszeitrisiko, an BK zu erkranken, auf irgendwas um die 3-5% senkt, dann immer her damit. Damit fühle ich mich trotz aller Restunsicherheit besser. Und auch um eventuelle Veränderungen etc. die doch auftreten so schnell wie Möglich erkennen zu können, auch um wenige Komplikationen mit den Implantaten zu riskierenund NachOPs möglichst zu vermeide, die Nachsorge so einfach wie möglich machen lassen zu können... aber das hat eben auch seinen Preis. Ich bin emotional ganz schön Achterbahn gefahren, bis ich mir so sicher war, dass das mein Weg wird, vor allem weil die Anforderungen der Gesellschaft an Weiblichkeit so eng sind. Als ich dann gelesen habe, dass man in der rekonstruierten Brust gar kein Gefühl, bis wenig Gefühl hat, oft nachoperiert werden muss, weil mit den Implis was ist oder weil sie altersbedingt ausgetauscht werden müssen... da habe ich mich gefragt, für wen das alles. Aber das ist eben auch nur meine, ganz persönliche Entscheidung. Alles was ein hohes Risiko hat, kommt raus.


    Meine Nennoma kommt aus einer Familie, ganz ohne BK. Und trotzdem hat sie dann mit Ü70 der "sporadisch" auftretende BK getroffen. Und sie war da im Umgang mit der Krankheit für mich eine echte Inspiration. Hat Nägeln mit Köpfen gemacht und da es in einem frühen Stadium erkannt wurde geht es ihr heute mit jetzt Ü80 sehr, sehr gut. Ich weiß, dass wir, auch wenn wir uns die Brust abnehmen lassen, und die Eierstöcke, immer noch andere Risikobereiche haben. Da dort die Wahrscheinlichkeiten, zu erkranken wesentlich niedriger sind, nehme ich das erstmal so hin. BK und EK waren eben auch bis auf Magenkrebs, Leukämie, Bauchspeicheldrüse auch die vorherrschenden Krebsarten bei uns und sind deshalb in meinem Kopf auch die "gefährlicheren" Baustellen. Am gefährlichsten, auch zeitlich für mich, der EK. Und da es meine Tante und meine Oma so früh damit erwischt hat, kommen sie wahrscheinlich ganz entgegen der Leitlinie jetzt schon raus und nicht erst in 15 Jahren.


    Lieben Gruß und für euch alle mit euren ganz individuellen Entscheidungen alles, alles Gute!

  • Selma bleib weiterhin so stark und hör auf dein Bauch. Ich kenne mehrere Frauen (auch alter als ich), die über das Thema ES bewusst nicht nachdenken wollen, jedoch mächtig Angst vom EK haben. Ich mit meinen 41 musste die Ärzte überzeugen, dass ich tatsächlich meine ES entfernen lassen möchte. Einfach war es nicht.


    Bei meiner Bekannte ist das leider keine ED. Als ihre junge Schwester schwer erkrankt war, war und ist sie bis heute die einzige in ihrer großen Familie, die sich testen lassen hat. Die Vorsorge mit MRT, US, Mammagrafie war immer unauffällig. Erst der Pathologe hat nach der Mastektomie den BK gesehen. Man hat ihn früh entdeckt. Der Test, Chemotherapie ja oder nein, war grenzwertig. Sie hat trotzdem Chemo gemacht und eine sehr gute Prognose bekommen. So schnell kann sich das Blatt wenden....


    Auch wenn der Gentest negativ ist, aber der Krebs in der Familie vorkommt, hat man leider mind. 25% Risiko zu erkranken. Auch hier gilt 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter des jüngsten Betroffenen in der Familie.


    Bleib gesund:thumbup::thumbup:

  • Selma

    Ich finde es auch sehr wichtig sich testen zu lassen, dann weiß man Bescheid und lebt mit keiner Ungewissheit. Ich sah dies auch als Chance an noch früh agieren zu können.

    Klar bleibt bei der Mastektomie die Angst, bleibt etwas übrig? Wird etwas übersehen? Werde ich trotzdem erkranken usw.

    Ich finde es gut das du deine Entscheidung ganz persönlich für die getroffen hast und dahinter stehst! Ich könnte das so nicht. Aber da sind wir ja alles ganz unterschiedlich und jeder sollte seine passende Entscheidung treffen.

    Bei mir wird direkt ein Aufbau mit Implantaten durchgeführt und der Nippel bleibt erhalten. In 15 Jahren müssen die Implantate ausgetauscht werden. Aber bis dahin vergeht noch viel Zeit.

    Ich denke man muss das ganze positiv sehen und such positiv denken. Mehr können wir nicht machen außer regelmäßig zur Untersuchung zu gehen und prophylaktisch zu operieren.

    Da ich mir ja Implantate einsetzen lassen, sehe ich es einfach positiv das die Brust nicht hängen kann wenn man älter ist, alle 15 Jahre könnte man zusätzlich korrigieren. Die Narbe ist da aber bei dem was wir hier alle durchmachen darf sie uns dann auch begleiten finde ich.

    Klar man kann nicht stillen aber ich denke da gibt es genügend andere Möglichkeiten. Andere Mütter wollen aber können nicht stillen. So ist das bei uns auch.


    LG

  • Amulett ich habe mich wahrscheinlich falsch ausgedrückt.. es gibt mit Sicherheit einige Fälle, wenn es trotz einer Mastektomie zu einer Ersterkrankung kommt. Mein Arzt hat sich lediglich auf seine Patienten bezogen, die er bereits operiert hat. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir in den letzten Tagen schon Gedanken bezüglich der Entkernung der Brustwarzen gemacht habe. Das ist so der einzige Punkt, an dem ich noch zweifele. 😞 diese Woche habe ich mal wieder Termin bei meinem FA und werde das Thema noch mal ansprechen. Man möchte es natürlich später nicht bereuen, dass man es nicht gemacht hat.

    Selma Respekt! Du lässt es ohne Aufbau machen.. finde ich ganz toll, dass du es für dich so entschieden hast und so mutig bist. Ich könnte es nicht. 🙈 da hätte ich zu viel Angst um das optische Bild nach der Op. Aber dafür wirst du wahrscheinlich nie die Angst haben, dass die Implantate verrutschen, sich etwas entzündet oder Ähnliches😂 und hast die Op schnell vergessen.

    Deine OP müsste ja schon bald stattfinden?! Ich wünsche dir schon mal alles Gute und dass die Op gut verläuft und alles schnell verheilt ist. 😉drücke dir die Daumen!

    LG

  • Amulett ach herrjeh. Da kann man ja nur sagen: gut, dass sie auf ihr Bauchgefühl gehört hat! Das ist ja ein ganz schöner Schlag, wenn sich nach der prophylaktischen Mastektomie herausstellt, dass das gar nicht mehr "nur" prophylaktische ist. Ich glaube, da geht man dann erst recht auf Nummer sicher und nimmt die Chemo mit. Würde ich wahrscheinlich genauso machen. Bei dem negativen Gentest vermuten sie ja, dass es weitere Risikogene gibt, die man noch nicht erkannt hat. Bei mur im Gesprächskreis ist auch eine, bei der keine der bisher bekannten Mutationen gefunden wurde, aber die Familiengeschichte ist sooooo eindeutig.


    Linchen123 ja, genau :-) aber wenn ich es richtig verstanden habe, kann man ein paar Monate nach der OP ein MRT zur Überprüfung machen lassen, bei der dann geprüft wird, wie viel Restgewebe noch da ist und da kann man dann wohl auch eine Risikoeinschätzung abgeben. Egal mit welcher OP, das Risiko wird drastisch gesenkt. Ich glaube einfach, ich könnte nicht damit umgehen, dass ich vielleicht etwas gegen einen Krebs hätte tun können und zu lange gewartet habe. Und so denke ich, kann ich positiv bleiben, weil ich alle meine Möglichkeiten ausschöpfen um hoffentlich gesund zu bleiben. Und ich finde es sehr wichtig, das wir alle gut auf uns aufpassen und in uns hineinfühlen, was für uns richtig und wichtig ist. Mittlerweile habe ich ein paar Rekonstruktionen in echt gesehen. Und ich muss sagen, bei vielen von ihnen sind die Brüste wirklich schön geworden. Mit Implantat und Brustwarze, DIEP mit rekonstruierter Brustwarze... Und jede hat für ihre OP den richtigen Arzt gefunden. Deswegen drücke ich dir auf deinem Weg auch ganz fest die Daumen, dass du hinterher genauso zufrieden bist wie die beiden, die ich momentan im Kopf habe! Im übrigen: ich bin ein Frühchen, Zwilling noch dazu. Wir sind auf Grund des schwierigen Starts auch nicht gestillt worden und haben a) ein Top Verhältnis zu unserer Mama und b) obwohl wir nicht gestillt wurden sondern Flaschenkinder waren, haben wir gut und zügig zu unseren Altersgenossen aufgeschlossen.


    Xena falls ich doch nicht so gut damit klarkomme, kann man immer noch später einen Aufbau machen lassen. Eine der Frauen aus dem Buch "Ansichtssache" ist im Buch wunderbar flach und hat sich später dann doch noch für einen Aufbau entschieden. Das man die Möglichkeit noch hat gibt mir etwas Sicherheit. Wobei ich mir ein Implantat einfach nicht vorstellen kann zum jetzigen Zeitpunkt. Die OP ohne Aufbau steht man wohl tatsächlich relativ gut durch. Nach ein paar Tagen ist man wohl oft schon relativ fit. Wenn alles gut geht, worauf ich hoffe. Wenn alles flach wird, muss ich mir tatsächlich um nichts mehr Gedanken machen. Da kann nichts verrutschen, sich nichts entzünden, verkapsel... Dann bin ich für den Rest meines Lebens wieder im Zustand "präpubertär" :D

    Am 25.2. bin ich dran. Und die Zeit fliegt plötzlich an mir vorbei. Ob man das so schnell vergessen kann... glaube ich fast nicht. Der Körper verändert sich ja doch super krass und damit muss man sich dann auch erstmal anfreunden. Ich bin mir auch noch nicht sicher, ob ich danach Prothesen tragen möchte oder nicht. Mit merkt kaum jemand was, aber man macht ja auch der ganzen Welt einen heilen Körper vor, der so einfach gar nicht mehr da ist. Und ohne Prothese macht man sich total verletzbar. Da stimmen dann aber wenigstens Innen- & Außenwahrnehmung überein. Muss ich mal ausprobieren, was sich dann am Ende gut anfühlt. Und vielleicht kommt es dann auf die jeweilige Situation an, ob mit oder ohne richtig ist.

    Auf jeden Fall, ganz herzlichen Dank fürs Daumendrücken, liebe Xena .