Ohne Chemo bei Triple neg.?

  • Es gibt aber auch bei TN Grenzen für eine Chemo. TN bis 5mm haben nach Leitlinien keine Indikation zur Chemo. TN bis 1cm sind eine Grauzone und erst ab 1cm ist die Entscheidung klar. Vorausgesetzt ohne Lymphknotenbefall.Und die Frau, die den Thread eröffnet hattem war genau in dieser Grauzone.

    Sie hatte auch ohne Chemo eine gute Prognose. In diesem Bereich ist der Nutzen der Chemo unter Umständen sehr gering.

    Viel hilft auch bei TN nicht immer viel, auch hier spielt das Stadium eine Rolle und nicht nur die Tumorbiologie.

    Life's journey is not to arrive at the grave safely in a well preserved
    body, but rather to skid in sideways,
    totally worn out shouting "holy
    crap....what a ride".

  • Desir77

    Ich bin immer wieder begeistert, wie gut du informiert bist👍🏻 ich hab davon erst gestern das erste Mal gehört und bin mit 1mm in die Graustufe gerutscht 😣 blöd. Ich könnte mich aber so niemals guten Gewissens gegen eine Chemo entscheiden. Aber vielleicht ist das bei Rezidiven auch sowieso anders. Ich bin gespannt, was die Ärzte sagen werden.

  • Ich bin auch eine TN-Kandidatin. Als ich im April die Diagnose bekam, meinte mein Gyn gleich, dass ich mich auf jeden Fall auf eine Chemo und eine OP einstellen muss. Das war schon ein Schock für mich! Im BZ fragte ich dann meine Ärztin wie meine Lebenserwartung ohne Chemo wäre. Sie meinte so genau könne sie es nicht sagen, aber so im Rahmen von etwa 9-12 Monaten.


    Ab da hatte ich keine Zweifel mehr am Sinn und Nutzen einer Chemotherapie. Denn eins war mir definitiv klar: ich will leben!!! Zudem bin ich defintiv zu jung um mit 43 Jahren die "Radieschen von unten" zu zählen! Also nehme ich alles mit, was die Schulmedizin in ihrem "Hexenkessel" anzubieten hat.

    Mittlerweile bin ich 8 Monate nach Erstdiagnose. Ich habe die Chemo und die OP hinter mir. Ab Montag starte ich zur Sicherheit noch mit der Tablettenchemo. Mir geht es den Umständen entsprechend sehr gut. Die paar Nebenwirkungen (Konzentrationsstörungen, leichte Neuropathien, "Schönheitsprobleme") nehme dann doch gerne in Kauf, um dafür jeden Tag wieder aufstehen zu dürfen.

    Ich bereue bis heute nicht die Entscheidung "pro Chemo"!

    Wie @Krümelmotte schon schrieb: lieber Kratzer und Narben als einen Zettel am Zeh.


    Letztendlich muss es jede Frau für sich entscheiden, ob sie das "Abenteuer Chemo" antreten möchte. Aber bei TN ist es die einzigste sichere Therapieform. Es spricht ja nichts dagegen, begleitend noch Naturheilverfahren zu nutzen oder bestimmte "Ernährungstherapien" zu machen.

    Wenn dein Leben kein Ponyhof ist, mach nen Zirkus draus!;)


    Eines Tages werde ich sagen: Es war nicht einfach, aber ich habe es GESCHAFFT!:thumbup:

  • Aber bei TN ist es die einzigste sichere Therapieform.

    Hanka , naja, leider ist Chemo auch kein „Allheilmittel“ - von sicherer Therapieform kann da nicht unbedingt die Rede sein... Ich hab letztens irgendwo gelesen, dass die Chemo auch „nur“ in ca. 60% der Patienten überhaupt Wirkung zeigt.

    (Zum Glück wusste ich das nicht letztes Jahr schon, ich glaub, ich wär wahnsinnig geworden)

    Ich bin da auch sehr bei Desir77 - soooo schlecht wie alle hier tun, find ich die Prognose der Fragestellerin nun auch nicht. Sie wird sich einfach abgemeldet haben, weil sie keine Lust hatte, sich rechtfertigen zu müssen, ich glaube nicht, dass sie nicht antworten kann, weil sie bereits verstorben ist, sondern einfach nicht antwortet, weil sie nicht möchte...


    Ich gehöre allerdings auch zu denen, die ohne Chemo, bzw. Ohne wirkende Chemo, nun bereits die Radieschen von unten betrachten könnte, mit inflammatorischem TN ist Chemo tatsächlich die Einzige Chance, die man hat. Da gehts ohne (wirkende) Chemo tatsächlich recht schnell, wie ich leider in den letzten 18 Monaten seit meiner Diagnose beobachten musste. Von daher bin ich der Chemo für jeden Tag, den sie mir geschenkt hat dankbar und hoffe und bete, dass es noch viele mehr werden.

    Aber, wie gesagt, dennoch muss das jeder individuell für sich und seine eigene Tumorbiologie entscheiden und das sollte man dann auch so akzeptieren, ohne „drauf“ zu hauen, auch wenn man selbst aus seiner eigenen Sichtweise, sich das nicht getraut hätte, auf Chemo zu verzichten....

    LG

    Tanja