Ohne Chemo bei Triple neg.?

  • Liebe Lucie75 ,

    Ich hatte auch keine Chemo, hatte aber Hormonpositiv mit Ki 6-7%. Ich kann Dich verstehen, wenn nach OP ein gesunder Rand von 4 mm ist, ich glaube dass ich auch so handeln würde wie Du. Man liest hier zwar immer wieder, dass chemo " machbar" ist, aber ich habe auch schon gelesen, dass chemo, wenn es blöd kommt, einen fast umbringen kann=O. Ich wünsche es Dir ganz sehr, dass es bei Deiner Entscheidung bleibt. :)

    L.G.Amy48

  • ich sehe, ich habe hier eine wichtige, vielleicht überfällige Diskussion gestartet.


    Danke an alle für eure Beiträge. Danke an diejenigen die evtl auch mal in die andere Richtung gedacht haben.


    es ist und bleibt schwierig...


    ich gehe alle 3 Monate zur Kontrolle. Und ich werde offen und ehrlich berichten

  • Liebe Lucie75 ,

    Ich wünsche Dir das allerbeste. Ich werde ab Januar wieder arbeiten gehen. Musste meine Reha im Oktober absagen, da ich noch eine total op hatte. Aber ich werde die Reha auf jeden Fall nachholen und ich hoffe, dass ich mich nie mehr, ausser natürlich zu den Kontrollen, mit dem Thema auseinander setzen muss. Das hofft bestimmt jeder....

    L.g. und einen schönen Sonntag noch:hug:

  • kruemelmotte , mach dir mal keine Sorgen! Nicht du hast mich verängstigt, sondern die Nachricht, dass Krebszellen gerne mal den Sentinel überspringen. Das hatte ich bis dato wirklich nicht gehört, auch wenn ich einen sehr verantwortungsvollen und tollen Onkologen hatte. Auch meine Gyns waren fachlich einwandfrei.

    Bei mir wurde der Sentinel und ein einziger weiterer Lymphknoten entfernt und sie waren beide frei, aber auch von Beginn an unauffällig. Vielleicht ist es besser, ich mach mir da keinen Kopf drum. Ich bin krebsfrei und was Statistiken sagen ist eh egal, wenn man die Einzige ist, die es trifft. Ich vertraue mal darauf, dass ich nichts mehr habe. War vorher alles sauber und ich hatte eine PCR, gute Voraussetzungen für eine Heilung. :-)


    Lucie75


    „Hier lese ich leider leider nur von Frauen, die Chemo durch haben und trotzdem wieder krank sind.“


    Nö, derzeit bin ich nicht krebskrank. Ich dachte auch, dass unter den Schreiberinnen einige sind, die nicht mehr erkrankt sind. Und ich hoffe für uns alle, dass das so bleibt.


    Dass Chemo oder nicht Chemo eine Riesendiskussion auslöst, war zu erwarten. Sicher lassen es auch manche Beiträge an Respekt gegenüber deiner Entscheidung fehlen oder sind vielleicht auch nur unglücklich formuliert. Dennoch haben alle Mädls ihre Erfahrungen gemacht und sprechen aus der Erfahrung heraus. Dass ein Großteil natürlich die Chemo hinter sich hat oder mittendrin steckt ist auch klar. Wir hätten alle anders entschieden, wenn uns nicht das Risiko, dass die Erkrankung weiter fortschreitet, zu groß gewesen wäre. Dass eine Chemo auch daneben gehen kann oder nicht anschlägt liegt immer im Bereich des Möglichen. Das ist für die, die es trifft knüppelhart. Das ändert aber nichts daran, dass eine Chemo schon vielen das Leben gerettet hat. Oder aber manchen die Lebenszeit und durchaus auch die Lebensqualität noch verlängert, was ohne Chemo nicht mehr möglich wäre.


    Du, bzw. deine Familie trägt das Risiko. Ihr habt so entschieden und basta. Alles Gute!


    @Biopsie:

    Hm, also ich gehöre auch zu denen, die davon nicht viel gemerkt haben. Ich glaube, ich hatte auch eine leichte Betäubung vorher, aber sonst fand ich es nicht schlimm. Blaue Flecken hat man bei Blutentnahmen (und da kommt ne Biopsie ja fast ran) immer mal. Geht ja auch wieder weg.

  • Ich glaube nicht,das dich hier irgend jemand angreifen will.Wir wollten dir nur sagen,wie wir darüber denken.Meine ED war 2015 und eigentlich war die erste Aussage der Ärzte mein hormonabhängiger Tumor mit einem Ki von 15 % benötigt keine Chemo.Dann wurde nach Empfehlung des Tumorboards ein Endopredict Test gemacht.Das Ergebnis war ernüchternd.Hohes Rückfallrisiko und doch Chemo.Ich hab sie ohne zu zögern gemacht,ich will mir nicht vorwerfen müssen nicht alles gemacht zu haben.4 mal EC und 12 Taxol.Das halbe Jahr verging schneller als ich dachte und war auch gut zu schaffen.Ich wollt dir nur sagen ,wir sitzen alle in einem Boot und denken nur,oje oje hoffentlich geht das gut und du bleibst gesund.Ich hab mich seit ich erkrankt bin viel damit beschäftigt und noch nie gelesen das jemand mit solch einem Tumor ohne Chemo gesund geblieben ist. Und Amy48 du kannst dich da nicht vergleichen,dein Tumor war vergleichsweise harmlos.Hier gehts um TN,das ist eine ganz andere Nummer.

  • Ich bin erstmalig an BK erkrankt und hoffe, gesund zu bleiben.


    Ich habe eine Freundin, die hatte vor 17 Jahren BK mit einer Fernmetastase - und ist bis heute gesund. Fragt nicht, wie die Chemo damals war. Sie hat gar keinen Grund hier zu schreiben.


    Die Stanzbiopsie habe ich kaum gemerkt, eher etwas Druck als pieksen. Ich hatte allerdings eine so fette Lokalanästhesie, dass ich nach dem Eingriff noch 45 Minuten im Wartezimmer sitzen musste, damit ich gegebenenfalls kontrolliert zusammen breche. Ging aber gut, war nur zur Sicherheit.


    Der Arzt hat mich gefragt, ob es schlimm war. Ich hab gesagt, nein, wenn ich nicht wüsste, was dahinter stecken würde, wäre es nicht schlimm. Es hat tatsächlich 3 Mal geknallt, das hat der Arzt aber vorher angekündigt. (Jet-Biopsie). Ansonsten war das völlig unspektakulär, wenn nicht die Psyche Randale machen würde.


    Bei mir gab es keine Differentialdiagnose. Ich wusste also schon, dass es bösartig war. Nur nicht, wie schlimm. Obwohl der Arzt sagte, es würde wieder gut, weil die Lymphis unauffällig waren. Er sagte, die nächste Zeit würde nicht schön werden, aber dann würde alles wieder gut. Und dass das Vieh so schnell wie möglich raus sollte.


    Nach der Biopsie bin ich zu einer Beerdigung gegangen. Das war sicher einer der 'gelungensten' Tage in meinem Leben ;( Obwohl die eigentliche Biopsie gut erträglich war.


    Ich habe auch einen Gentest machen lassen, um abzuchecken, ob eine Chemo nutzt. Leider sagte der Test ja. :thumbdown:


    Inzwischen bin ich mit der Akuttherapie durch und warte darauf, dass meine bestrahlte Brust sich erholt, die allerdings nur wenig gerötet ist und nur etwas juckt. In etwas mehr als 1 Woche geht es in die AHB.


    Mir fehlt Kraft. Ich weiß noch nicht, wo ich stehe. Trotz AHT geht es mir im Moment gut. Ich bin unsicher, manchmal furchtbar traurig. Der Schritt ins Normalleben nach all der Zeit ist für mich nicht konkret vorstellbar. Aber ich werde ihn gehen und entscheiden, wie ich weiter gehen werde.


    Vielleicht macht das der einen oder anderen Mut. Und der letzte Satz im vorigen Absatz gilt ja immer, egal wie wir entschieden haben.


    Liebe Zebralilly , so weit ich weiß, ist die Gesamtüberlebenswahrscheinlichkeit statistisch nicht signifikant unterschiedlich. Allerdings sind eben auch viele verschiedene 'Krebsformen' gemischt in die Statistik eingegangen. Derzeit gibt es keinen Grund, dass du dir einen Kopf machen musst. Im Moment ist die Sentinel-Methode 'state of the art'.


    LG Sonnenglanz

  • LIebe Lucie75 , ich war das, die schrieb - vom verzerrten Bild, weil alle Chemo machen. Ich wollte dir das sehr schnell schreiben denn mir war ziemlich klar, dass du hier auf strengen Gegenwind stossen wirst. Es ist eine natürliche pyschologische Situation. (Heisst das nicht "Entscheidungsparalyse"?) Wir allen haben uns sehr schwer mit der Entscheidung zur Chemo getragen und müssen das vor uns (und anderen) rechtfertigen, denn wir müssen nun alle Konsqzuenzen tragen. Jetzt kommst du daher und machst dein eigenes Ding, das stellt uns in Frage, überspitzt ausgedrückt.


    Du hast dir das reichlich überlegt und bist selbstbestimmt zu einer Entscheidung gekommen. Ich finde Selbstbestimmtheit eines der höchsten Güter in einer Wohlstandsgesellschaft. Es ist um einiges besser als Ausgeliefert und Fremdbestimmt zu sein. Du hast verschiedenen medizinische Angebote bekommen und das für dich passende ausgewählt. Viele bekommen erst gar nicht solche Angebote. Meinen Respekt hast du, ich will das du das weisst.


    TN ist so oder so aggressiv, mit oder ohne Chemo. Wie du richtig schriebst, gibt es hier Rezidive nach Chemo und auch Frauen die schon gestorben sind, trotz Chemo. Nochmals- meine Entscheidung war für die Chemo und das habe ich nicht in Frage gestellt. Ich hatte eine volle Mastektomie in Frage gestellt und mich dagegen entschieden. Vielleicht werde ich das bereuen. Was für mich aber zählt ist, dass es meine Entscheidung war.


    Ich wünsche dir das Allerbeste (und allen anderen Frauen hier auch), Gesundheit und ein langes Leben. Es würde mich freuen, wenn du ab und an berichtest, wie es dir ergangen ist, davon können wir alle profitieren. Und wenn es bei dir doch zu einem Rezidiv kommen sollte (was ich absolut nicht hoffe), dann wirst du hier wieder Willkommen sein, wenn du es möchtest.


    Alles Liebe vom

    Busenwunder

  • Hallo Lucie,

    ich schreibe hier höchst selten,lese nur mit.

    Habe selbst TNBC, hohen Ki - Wert, LK - Befall. ED : Mai 2017.

    Auch wir haben Kinder, 2 Töchter, jetzt 11 und 14.

    Mein Weg war Chemo, Bestrahlung, seit 09/2018 Teilnahme an der MERIT - Studie.

    Ob ich damit gesund bleibe, wird sich zeigen.

    Mein Rat ist : Hole eine kompetente Zweitmeinung ein.

    In Heidelberg oder Mainz * ich glaube aus der Region kommst du, oder?*

    gibt es Kliniken mit viel Fachkompetenz zum TNBC. Ich habe alle meine Behandlungsschritte durch Zweitmeinungen abgesichert, zu den Gesprächen habe ich immer meinen Mann ( oder eine andere Vertrauensperson) mitgenommen.

    Fragen haben wir vorher überlegt und aufgeschrieben.

    Die Chemo ist nicht toll - psychisch ging es mir aber nicht so schlecht, denn : Unter Chemo hast du bei TNBC ziemlich große Sicherheit, daß dich der Krebs in Ruhe läßt.

    An die Glatze haben sich, nach anfänglichen Tränen * (ich) alle gewöhnt....auch die Kinder.

    Den Alltag haben wir mit liebevoller Hilfe aus der Familie und einer Haushaltshilfe über die KK organisiert.

    Ich drücke dir alle Daumen für deinen Weg und eine gute Entscheidung.

    Mit herzlichem Gruß

    Ursula

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Kliniknamen entfernt

  • Force , Du schreibst, dass Amy48 sich nicht vergleichen kann, da ihr Tumor "vergleichsweise harmlos" sei.

    Nun, ich hatte auch so einen "harmlosen" Tumor, der mir nach zwei Jahren ein Rezidiv bescherte.

    Also zeigt es mir doch, dass man nie weiß, wie es weitergeht.

    Mein Glück ist, dass ich keine Metastasen habe, jetzt noch eine Nachresektion hatte, und wenn das histologische Ergebnis, auf das ich noch warte, okay ist, dann ist meine Uhr wieder auf null gestellt.

    Die Aggressivität des Wachstums sagt leider nichts über das Rezidivridiko aus.

  • Amy48 , mein Befund war pt2, Er+, Pr-, Her2neg, N1mic, L0, V0, R0, KI 5%.

    Keine Chemo, nur Bestrahlung.

    Mein jetziger Befund war ja nur 4mm, allerdings R1, deshalb war jetzt die Nachresektion.

    Danke Dir ganz doll. Mein Doc ist aber auch recht positiv davor. Am Donnerstag weiß ich mehr.

    LG

    Milli

  • Lucie75

    Ich kann mich der überwiegenden Meinung hier nur anschließen. Wer will schon Chemo. Ich habe auch damit gerungen. Bin auch TN. Mein Arzt meinte Behandlung ohne Chemo ist bei TN russisch Roulette. Chemo ist im Grunde die einzige wirkliche Überlebenschance.

  • Für TN Tumoren gibt es nur eine Waffe - Chemotherapie.

    Es kommt auf die Tumor/Zellenstruktur an. Es sieht alles so einfach aus, ist es leider nicht. Der Brustkrebs kann/wird in weitere Untergruppen eingeordnet. Das ist die Aufgabe des Pathologen. Aufgrund der Stanzprobe wird analysiert, welche Architektur dahinterliegt, und es gibt Empfehlungen zur Chemotherapie, die richtig oder falsch sein können. Wenn man Pech hat war die Stanzprobe zu klein und die path. Ersteinschätzung wird später, nach erfolgter OP, revidiert.


    Du könntest eine molekular pathologische Untersuchung in Köln machen lassen, um du prüfen, ob dein Tumor streufreudig war und ob er Blutgefäße gebildet hat.

    Kann der Pathologe dies nicht mit den Kürzel L1, V1 z.B. aussagen ? Gefäß- und Lymphinvasion.

    Oder meinst du tatsächlich, es gibt einen Beweis - einen molekularpathologischen - daß die Metastasenbildung am Laufen ist ?


    Würde mich jetzt ehrlich interessieren.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Zitat gelöscht