• Hallo, Leute!


    Zuerst entschuldigen Sie mich für mein schlechtes Deutsch. Ich wohnen seit 1 Jahr und 4 Monaten mit meiner Frau in Deutschland, Althütte (bei Backnang.... bei Stuttgart) . Mein Name ist Francisco, aber alle nennen mich Pancho (Francisco's Spitzname in Lateinamerika). Ich bin Chilenin, und sie ist Chilenin/Deutsche. Sie ist 30 Jahre alt. Ihr Name ist Bárbara.


    Ich erzähle Ihnen kurz, was mit uns in 1 Woche und 2 Tagen passiert ist:


    - Juni 2018: Meine Frau spürt ein kleines Knötchen in ihrer linken Brust. Er gibt ihm nicht viel Bedeutung, weil es normal zu sein scheint.


    - August 2018: Der Knoten ist ziemlich stark gewachsen. Vereinbaren Sie einen Termin mit dem Gynäkologen, um herauszufinden, ob es ein Problem gibt. Das Krankenhaus gibt dir einen Termin für weitere zwei Monate.


    - November 2018: Der Gynäkologe sagt, dass die Knötchen sehr groß sind. Er sagt meiner Frau, dass sie eine Mammographie machen muss.


    - Montag, 3. Dezember: Wir werden aus dem Krankenhaus gerufen, um das Ergebnis zu erhalten. Das Dokument sagt, dass es eine mehr als 95% Wahrscheinlichkeit gibt, dass es kanzerogen ist. Die Welt beginnt zusammenzubrechen.


    Wir verstehen nicht, warum meine Frau Krebs hat. Ihre Mutter war vor fast 3 Jahren an einem sehr aggressiven Schilddrüsenkrebs gestorben (sie starb genau eine Woche nach unserer Hochzeit).

    Warum ist das Leben so ungerecht? Gerade als das Leben gut war. Als wir beschlossen, ein neues Leben in einem so wunderbaren Land wie Deutschland zu beginnen. Wir können immer noch nicht verstehen, warum alles immer so schwierig war.


    - Mittwoch 5. Dezember: Im Krankenhaus machen sie die Biopsie. Der Arzt sagt, es sieht so aus, als ob es einen kompromittierten Lymphknoten in der linken Achselhöhle gäbe.


    - Donnerstag 6. Dezember: Die Ärztin bestätigt uns: Meine Frau hat Brustkrebs. In der Linke Brust, und in einem Lymphknoten in der linken Achselhöhle. Sie sagt, es ist ein sehr aggressiver, "dreifach negativer" Krebs. Sie sagt, wir müssen sehr schnell handeln. Sie fragt, ob wir ihre Eierstöcke einfrieren wollen, weil sie in Zukunft vielleicht keine Kinder mehr bekommen kann. Sie verlangen mehr Tests.


    Man sagt, dass es nach dem Sturm ein wenig ruhig ist. Hier beginnen wir, positiver zu sein.


    - Freitag 7. Dezember: Untersuchung von Knochenmetastasen: keine Metastasen!


    - Montag 10. Dezember: Untersuchung von Organmetastasen: keine Metastasen!


    - Heute, Dienstag 11. Dezember: DNA-Test, um zu wissen, ob der Krebs, den Sie haben, genetisch bedingt ist (da meine Frau sehr jung ist und der Krebs sehr aggressiv ist).


    Im Moment ist das passiert. Es war alles so schnell. Wir haben das Gefühl, dass es schon drei Monate her ist.

    Jetzt müssen wir bis Donnerstag warten, um zu sehen, was die nächsten Schritte sind. Anscheinend muss sie zuerst eine Chemotherapie, dann eine Operation und dann eine weitere Chemotherapie machen.


    Ich hoffe, dass alles gut geht. Ich kann mir meine Welt ohne sie nicht vorstellen. Es ist alles für mich. Ich habe Angst, aber wenn ich vor ihr stehe, will ich keine Angst zeigen. Ich möchte mich immer positiv zeigen und ihm Energie geben. Aber die Wahrheit ist, ich habe Angst, sie zu verlieren.

    Zum Glück sind wir nicht allein. Mein Schwager und seine Freundin haben uns sehr geholfen. Sie begleiten uns zu allen Terminen, weil wir immer noch nicht gut Deutsch sprechen oder verstehen. Sie waren in diesen schwierigen Zeiten sehr wichtig. Ich weiß nicht, was wir ohne sie machen würden. Allein mit Krebs zu kämpfen, in einem neuen Land, muss sehr schwierig sein.


    Die Freundin meines Schwagers hat mir dieses Forum empfohlen. Also habe ich mich heute angemeldet und schreibe jedem, dass ich hier bin. Ich bin hier, um meine Frau und Sie alle, die auch gegen Krebs kämpfen, zu unterstützen und zu ermutigen <3


    Eine herzliche Umarmung für euch alle in dieser schwierigen Zeit :hug:


    Herzliche Grüße,

    Pancho

  • Hallo Pancho. Herzlich willkommen hier. Ich weis wie schlimm es am Anfang einer solchen Diagnose ist, habe meine Diagnose im März bekommen und habe bereits Chemo und Op hinter mir. Zur Zeit befinde ich mich in der Bestrahlung. Ich habe auch den gleichen Brustkrebs Typ wie deine Frau ( Tripple Negativ) und ja er ist sehr aggressiv aber die Chemo schlägt gerade bei diesem Typ sehr gut an und die Chancen stehen dann sehr gut wieder ganz gesund zu werden. Bei mir war der Tumor nach ende der Chemo fast komplett verschwunden. Wenn sich der erste Schock gelegt hat und die Therapie beginnt geht es einem schon besser :). Das schafft ihr auch :thumbup:. Lg Star

  • Lieber Star:


    Sie können sich nicht vorstellen, wie glücklich ich bin, Ihre Nachricht zu lesen! <3 Es gibt mir mehr Hoffnung. Wir hoffen, dass die Chemotherapie so schnell wie möglich beginnen kann. Dann ist es wahrscheinlich, dass sie ihm auch Bestrahlung geben werden. Ich bin froh zu wissen, dass der Krebs Tripple Negativ ist gut angegriffen durch Chemotherapie.


    Vielen Dank, lieber Star!

    Herzliche Grüße

    Pancho

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  • Lieber Pancho,

    Ich schicke dir und deiner Frau ein großes Paket Kraft :hug:

    Die Diagnose haut uns alle um. Aber du wirst sehen, wenn die Behandlung beginnt, dann werdet ihr Schritt für Schritt ruhiger. Unter der Chemotherapie kann sehr oft schon gespürt werden, wie der Tumor kleiner wird. Bei mir war er nach 4 mal Chemotherapie nicht mehr zu sehen im Ultraschall.

    Es ist ganz toll von euren Verwandten, dass die euch d o gut begleiten. Das hilft schon sehr über die Sprachbarriere drüber weg.

    Ich habe mir am Anfang alles aufgeschrieben :

    Meine Fragen, was die Ärztin gesagt hat, was ich für Tabletten nehmen muss, wie ich mich gefühlt habe...... Es ist wie ein kleines Tagebuch.

    Ich wünsche euch ganz viel Kraft und Zuversicht.

    Liebe Grüße von Tanne

  • Lieber Pancho,


    ganz herzlich willkommen bei uns im Forum.


    Deine Angst kann ich gut verstehen. Denn sobald das Wort "Krebs" fällt, denken wir an das Schlimmste. Vergleiche aber bitte den Krebs Deiner Schwiegermutter nicht mit dem Krebs Deiner Frau. Denn Brustkrebs kann heute gut behandelt werden - und viele Frauen werden danach auch wieder gesund.


    Die Menschen, die Ihr um Euch habt, tun Euch sicher gut. Denn sie unterstützen Euch. Und Ihr könnt auch mit ihnen reden.


    Jetzt geht Ihr am besten zusammen Schritt für Schritt durch die Therapien. Ihr werdet sehen, sobald die Therapien anfangen, werden die Ängste auch ein bisschen kleiner. Denn dann müsst Ihr nicht mehr nur warten, sondern könnt etwas tun!


    Ich wünsche Euch viel Kraft und ganz erfolgreiche Therapien!


    Herzliche Grüssles


    Saphira

  • Es freut mich das ich mit meiner Nachricht etwas aufbauen kann. Aber dafür gibt es nichts zu danken. Es ist auf jeden Fall zu schaffen und es ist super das keine Metastasen gefunden wurden. Die Bestrahlung findet fast immer im Anschluss an die Op statt und die meistert man dann auch noch:). Am Anfang erscheint einem die ganze Therapie wie ein riesiger nie zu schaffener Berg aber die Zeit vergeht wie im Flug und ehe man sich versieht hat man es geschafft. Kopf hoch und dem Mistkerl den Kampf ansagenX(

  • Hallo Pancho ,

    Herzlich willkommen hier im Forum!

    Ich hatte auch diesen Triple negativen Krebs. Die Chemo hat ihn ganz verschwinden lassen, wurde jetzt nach der OP festgestellt.

    Wenn das passiert, hat man eine ganz gute Prognose!


    Die schwierigste Zeit habt ihr schon geschafft, ständig warten auf Ergebnisse, das ist schrecklich!

    Aber keine Metastasen, das ist super!

    Deine Frau kann wieder gesund werden.


    Toll, wie du sie unterstützt!

    Du kannst uns hier gern alles fragen!


    Liebe Grüße!


    Ach Ja,

    Es gibt auch den Krebsinformationsdienst.

    Dort kann man kostenlos anrufen und bekommt wissenschaftlich korrekte Antworten.

    Einfach mal danach googeln! Haben auch eine gute Website.

  • Hallo lieber Pancho , herzlich Willkommen hier im Forum:*, toll wie Du Deine Frau unterstützt:hug:

    Die Diagnose zu bekommen ist furchtbar und zieht einem erstmal den Boden unter den Füssen weg.

    Brustkrebs ist heute sehr gut zu behandeln, es gibt ganz viele Möglichkeiten.

    In Eurem Fall wird es auf alle Fälle eine Chemotherapie sein:(

    Aber Ihr werdet das schaffen und ich wünsche Dir noch ganz viel Zeit mit Deiner Frau:love:

  • Hallo Pancho ,


    schön, dass du uns hier gefunden hast und deine Frau so sehr unterstützt.

    Wir alle können euren Schock sehr gut verstehen. Wir haben ihn alle erlebt.

    Ich kann mir vorstellen, dass ihr euch den Start den Deutschland ganz anders ausgemalt habt. Aber hier in Deutschland hat deine Frau die beste medizinische Versorgung, die ihr euch vorstellen könnt. Seht das positiv!!

    Triple negativ ist freilich keine gute Nachricht,ABER er spricht in den meisten Fällen sehr gut auf Chemo an und ist oft schon während der Therapie verschwunden!!!

    Lasst euch beraten, wegen der Eizellentnahme, falls ihr noch Kinder haben wollt, weil diese unter der Chemo sehr leiden und eine Schwangerschaft später schwierig werden könnte.


    Mit der Diagnose wird deine Frau wahrscheinlich 4EC und 12 Pacli oder umgekehrt bekommen. Für diese Behandlung gibt es einen extra Thread. Dort tauschen wir uns sehr viel aus und du findest viele Antworten auf eure Fragen. Frag uns gern alles, was ihr wissen wollt.


    Auch ich schicke euch ein riesen großes Kraftpaket für die kommenden Monate.


    Ich möchte dir auch noch sagen, dass ich finde, dass du schon sehr gut deutsch kannst.:thumbup:


    Herzliche Grüße und alles Gute

  • Mimikri

    Hallo Mirjam,

    toll das ihr Pancho und seine Frau so sehr unterstützt und zu den Terminen begleitet!!

    In so einer Ausnahmesituation ist es so wichtig jemanden zu haben, der unterstützt und hilft, weil es so schwer ist alles zu verarbeiten und zu akzeptieren.

    Als Familie werdet ihr den Weg gemeinsam schaffen!

    Alles Gute dafür.

    Herzlich Fighter

  • Hallo Pancho und Mimikri , herzlich willkommen, auch wenn der Anlass gar nicht schön ist.


    Pancho, bei deinen Zeilen musste ich weinen. Soviel Liebe und Sorge sprechen aus deinen Worten (dein Deutsch ist super, übrigens).

    Deine Frau kann sich sehr glücklich schätzen dich und Mimikri zu haben.


    Ich habe auch einen Triple-negativen (TN) Tumor, allerdings bin ich älter (53). Ich habe den Tumor auch gefühlt und bekam die Diagnose im Juni 2017, er war ca 4cm groß. Ich hatte auch 3 befallene Lymphknoten in der Achsel.

    Es ist fast ein Jahr vorbei, dass ich Chemo bekam und auch die OPs und Bestrahlungen liegen hinter mir. Mein Mann, meine Familie und Freunde haben mich toll unterstützt und das hat viel ausgemacht. Ich bin übrigens auch Immigrant, das heisst ich kann ein bisschen verstehen, dass die Sprachbarriere noch weiter die Ängste schürt.


    Es geht mir gut und ich arbeite wieder Vollzeit. Wenn ihr im Thread Haare, Glatzen, Kopfbeckungen, Perücken stöbert, könnt ihr sogar Fotos von mir während der Chemo sehen.


    Es ist kein Spatziergang aber es ist nicht das Ende! Nur Mut! Wir stehen euch gerne bei.


    Liebe Grüße vom Busenwunder

  • Hallo Pancho das is so rührend wie du dich um deine frau kümmerst. Da kann sie echt glücklich sein so eine Familie hinter sich zu haben<3

    Und ich finde dein deutsch auch schon sehr gut. Ich versuche seit jahren spanisch zu lernen aber könnte niemals so ein Text verfassen. Respekt wirklich.

    Mir fällt ein dass es in unserem krankenhaus ziemlich mulitkulti is und es gibt extra eine dolmetscher liste wo sich ärzte, pfleger etc eingetragen haben. Also da sind alle möglichen sprachen dann vertreten. Vielleicht gibt es sowas bei euch auch. Ich stelle es mir auch beruhigend vor mal mit einem Mediziner in seiner muttersprache über alles zu reden.

    Und wenn nicht dann bekommt ihr das trotzdem hin. Hier in Deutschland seid ihr medizinisch wirklich super aufgehoben.

    Am besten alles aufschreiben wenn man was nicht versteht und immer wieder nachfragen.

    Ich habe mir vor der chemo auch eizellen einfrieren lassen. Hat super geklappt alles nur leider musste ich die spritzen und den ganzen eingriff selbst zahlen:( es is echt teuer leider.

    Ich drück euch ganz fest die daumen, zusammen schafft ihr das!


    LG

    Van

  • ¡Hola Pancho! (Mehr gibt mein Spanisch leider nicht her, ich konnte wegen dem Krebs meinen Kurs nicht weiter besuchen).


    Ich bin 27 und habe am 21.06.2017 die Diagnose "Triple negatives MammaCa mit befallenene Lymphknoten" erhalten. Also ähnlich wie deine Frau. Ich habe insgesamt 22 Runden Chemo mitgemacht, 36 Bestrahlungen, 3 OPs.

    Seit August arbeite ich wieder.

    Die Zeit ist richtig kacke, aber sie geht wieder vorbei. Ich hatte wenig Nebenwirkungen und konnte trotz Chemo einiges machen. Sogar etwas Sport, kleinere Urlaube und den Haushalt.



    Frag dich nicht nach dem "Warum?". Du wirst keine Antwort bekommen. Nehmt es an, wie es ist. Ihr könnt es leider nicht ändern. Viel wichtiger ist es, jetzt alles dafür zu tun, dass deine Liebste wieder gesund wird.


    Ich finde es wundervoll, dass du sie unterstützen möchtest. Gemeinsam seit ihr stark und werdet das alles schaffen.

  • Hallo Pancho,


    Herzlich Wilkommen hier bei uns

    Ich war auch 30 Jahre alt bei Diagnose wie deine Frau es tut mir total Leid.

    Kann mich total in deine Frau einfühlen meine Mutter ist mit Anfang 40 an einem Aggressiven Krebs gestorben trotzdem war mein Gentest negativ.

    Diese Ohnmacht am Anfang und die ungewissheit das ist wirklich schlimm.

    Ich habe die chemo OP und Bestrahlung gut hinter mich gebracht, es ist wirklich gut, dass sie einen so tollen Mann an Ihrwr Seite hat das wird Ihr helfen.

    Wünsche euch viel Kraft Liebe Grüße Josephin

    Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und bleibe für immer bei meinem Gott!