Kostenübernahme Mastektomie

  • Hallo,

    ich habe mal eine Frage in die Runde zur Kostenübernahme der Mastektomie. Ich bin seit dem 27.12. fertig mit der Chemo und für den 19.2. ist nun die beidseitige Mastektomie mit Wiederaufbau mit Silikon geplant, weil ich BRCA1 positiv bin. Da ich 2009 links an BK und 2018 rechts an BK erkrankt war, liegt nun tatsächlich die Kostenpbernahme durch meine gesetzliche Krankenkasse beim Gutachter, ob die Mastektomie überhaupt bezahlt wird.


    Hat dazu jemand Erfahrung, ob das nur eine Formsache ist, oder gibt es Fälle, wo die Kostenübernahme tatsächlich abgelehnt wurde?


    Es macht mich gerade wahnsinnig, weil die Krankenkasse sich bis 1 Woche vor OP Termin mit der Antwort Zeit lassen will.


    LG, Bonny2

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  • Ich musste überhaupt keinen Kostenübernahme Antrag stellen. Bei mir ist alles "einfach so" bezahlt worden, ebenso würde ein Aufbau gezahlt. Und jetzt auch noch eine kosmetische Korrektur nach der Mastektomie. Es ist schlimm, dass es bei Dir nicht so ist. Ich wünsche Dir, dass sich hier noch Erfahrungswerte finden und drücke die Daumen, dass es bei Dir dann letztendlich kein Problem sein wird. Für mich unfassbar dieser Vorgang.

    Alys

  • Vielen Dank für die Antworten.

    Die Begründung für die Notwendigkeit des Antrags war, dass ich ja schon 2009 links erkrankt war. Dort also schon therapiert wurde und es damit keine prophylaktische Mastektomie mehr ist, die das Risiko einer Neuerkrankung reduzieren würde. In den S3-Leitlinien zum MammaCa habe ich gerade gefunden, dass aber auch der Wunsch der Patientin nach einer Mastektomie entscheidend ist.

    Sind solche Leitlinien auch für Krankenkasse bindend, was die Kosten betrifft?

    Ich habe den ausdrücklichen Wunsch einer beidseitigen Mastektomie geäußert, weil ich natürlich Angst vor einer 3., 4., ... Neuerkrankung habe.

  • Bonny2

    Dann ist aber doch die Indikation zur Mastektomie jetzt eine andere. BRCA Mutationen begründen doch die Entscheidung. Dafür gibt es doch sicher auch "Leitlinien". Und könnte nicht die Humangenetik eine "Empfehlung" aussprechen?

    Das man sich mit so was rumärgern muss. Unmöglich.

  • Ernie ,

    ja, die Humangenetik hat die Empfehlung ausgesprochen und ich habe vom BZ ein fachärztliches Gutachten geschrieben bekommen, dass ich mit dem genetischen Befund bei der Krankenkasse einreichen musste.


    Gestern kam dann der Brief, dass sie für die Entscheidung Zeit brauchen (... bis 1 Woche vor OP Termin). Dann habe ich ja kaum noch Zeit für einen Einspruch, falls Sie die OP ablehnen.

  • Hallo Bonny2 ,

    ich hab damals gleich bei der Krankenkasse angerufen und die haben mir die OP sofort bestätigt.3 Tage später war die schriftliche Bestätigung bei mir im Briefkasten.

    So eine Frechheit,aber leider muß man sich um alles selber kümmern.Laß da nicht locker,bis Du die Bestätigung hast.

    Wünsche Dir alles Gute

    Liebe Grüße von Giecher:*

  • Hallo giecher71 ,

    vielen Dank für den Hinweis. Ich werde kommende Woche mal direkt meine Sachbearbeiterin bei der Krankenkasse anrufen. Bisher hatte ich nur Kontakt mit ihrer Urlaubsvertretung. Ich werde nochmal darauf hinweisen, dass die OP ja schon am 19.2. stattfinden soll und sich die Bearbeitung durch den Jahreswechsel schon verzögert hat, Antrag abgesendet am 28.12. nach der letzten Chemo, Antragseingang von der Krankenkasse am 3.1. bestätigt. Während der Chemo war ich total cool, weil ich sie echt gut vertragen hatte, aber jetzt macht mich die Warterei wahnsinnig, weil ich nicht weiß, wie die OP stattfinden darf.

    Liebe Grüße Bonny2 :*

  • Hallo liebe Bonny2,


    meines Wissens nach gehen die Operateure hier einfach auf Nummer sicher, was die Kostenübernahme der Krankenkasse angeht, da es da früher häufiger Probleme mit den Krankenkassen gab. Mir ist in der neueren Zeit kein Fall bekannt, bei dem die Kostenübernahme bei nachgewiesner Genmutation abgelehnt wurde. Es ist also eher eine Formsache. Leider ist es ein äusserst nervenaufreibendes Spiel und weshalb das immer noch zum medizinischen Dienst gehen muss ist mir auch vollkommen unklar, aber gesetztlich ist das Vorgehen der KK leider in Ordnung. Mach dir nicht zu viele Sorgen, es wir schon klappen, vielleicht kann dir deine Sachbearbeiterin ja auch schonmal eine Tendenz am Telefon mitteilen, damit du etwas beruhigter bist.


    Viele liebe Grüße


    Eirene

  • Liebe Eirene ,

    vielen Dank für deine Nachricht. Es beruhigt mich schon sehr, dass du dieses Vorgehen der KK kennst. ☺️

    Ich sage mir ja immer, die Ärzte hätten die OP nicht schon so komplett geplant, wenn sie nicht an die Kostenübernahme glauben würden. Aber je länger ich jetzt warte, um so nervöser werde ich und plötzlich fangen die Zweifel an. Es ist ja nicht gerade so, dass ich mich auf die OP freue, aber ich habe mich zur Mastektomie entschlossen und stehe nun auch voll hinter meiner Entscheidung, um meine Angst vor einer erneuten Erkrankung so gering wie möglich zu halten. Ich weiß, auch nach Mastektomie gibt es ein Restrisiko, aber doch so gering wie möglich.


    Ganz liebe Grüße

    Bonny2

  • Liebe Bonny2

    ich bin auch BRCA1-positiv und es wurde in meinem Fall bei allen Kostenübernahmeanträgen bezüglich prophylaktischer Mastektomie, Hysterektomie plus Ovarektomie sowie der beiden Implantatwechsel bedingt durch Komplikationen der MDK für eine gutachterliche Stellungnahme hinzugezogen. Meine Krankenkasse betonte dies damit, dass sie nur Sachbearbeiter wären und dies somit medizinisch nicht beurteilen könnten. Bei den Korrektur-OPs musste ich vorher zusätzlich auch Fotos der Komplikationen einsenden.


    Das ist also kein Hinweis darauf, dass die Kosten nicht übernommen werden, sondern einfach deshalb, weil den Sachbarbeitern das medizinische Fachwissen fehlt und diese OPs ja keine Regelleistung sind.


    Liebe Grüße Claudia

  • Hallo ihr Lieben.

    Bei mir wurde jetzt auch das BRCA 1 Gen festgestellt. Aktuell mache ich noch Chemotherapie, da ich an TN erkrankt bin. Für mich steht auch fest, dass ich mir die Brüste abnehmen lasse. Aber was dann? Was genau zahlt die Krankenkasse? Den Wiederaufbau mit Eigengewebe? Oder zahlt die KK auch Implantate? Wisst ihr das?

  • Hallo !

    Meine Krankenkasse hätte alles bezahlt. Entweder nur Mastektomie (dafür habe ich mich entschieden), als auch Silikon-Brüste oder welche mit Eigengewebe. Ich hatte die "freie Auswahl". Ich weiß aber nicht, ob das von Kasse zu Kasse verschieden ist.

    Grüsse

    Alys

  • Hallo Anna25


    die Krankenkassen bezahlen normalerweise die prophylaktische Mastektomie, den Aufbau mit Eigenfett oder Implantaten, sowie die propylaktische Entfernung der Eierstöcke. Neuerdings steht auch prophylkatisch operierten Frauen eine AHB zu.


    Auch bezahlen die Krankenkassen Folgeoperationen wegen Komplikationen, wobei ich hier selbst die Erfahrung gemacht habe, dass das nicht immer unbedingt ganz unkompliziert verläuft.


    Viele liebe Grüße


    Eirene

  • Hallo,

    ich habe gerade etwas den Halt verloren. Gestern kam der Brief von der Krankenkasse mit der Mitteilung, dass der MDK den „beantragen Maßnahmen „ (bilaterale Mastektomie bei BRCA1 Pos.“ vor der Krankenhausbehandlung nicht zustimmen kann. Deshalb hat die KK den Antrag abgelehnt. Das Krankenhaus soll mit mir die Notwendigkeit besprechen und im Nachhinein wird das der MDK dann prüfen. Was soll der Quatsch? Ich könnte heulen. Dannmachen wir die Mastektomie und hinterher sagt der MDK dann nein???

    Darauf wird sich das Krankenhaus wohl kaum einlassen. Ich verstehe das nicht.