Die Zeit danach...oder auch der Alltag hat uns wieder

  • Auch ich kĂ€mpfe mich in den normalen Alltag wieder hinein. ED August 2018, 4 EC,12 Paclis,

    Ostern OP, 30 Bestrahlungen,

    Ende 27.7.19

    3 Wochen Reha, 2 Wochen Urlaub

    genau so hatte ich mir das in etwa auch vorgestellt. (auch zeitlich..meine ED war Juli 2018)

    In der Reha merkte ich aber, dass ich mich lieber nicht festlege und habe noch 2 Wochen rangehĂ€ngt. Und selbst das war recht frĂŒh und vor allem war die Wiedereingliederung etwas zu schnell.

    Ich empfehle, sich da nicht vorher schon ganz festzulegen. Die AHB (Reha) zeigt ganz gut, wo man steht und was ein Tagesprogramm mit einem macht.

    Ich mache mit dem ganzen Resturlaub erstmal einen Tag weniger pro Woche. Das hilft schon mal.

  • und ich habe auch ziemlich lange gebraucht bis mein Hirn wieder zu gebrauchen war im BĂŒro. Elendich lange.

    Nicht nur die Wiedereingleiderung, auch danach war ich ganz schön geschlaucht. Also alles schön langsam.

    Das alte Tempo kommt auf jeden Fall wieder.

  • Ich möchte hier niemanden ein schlechtes Gewissen machen ... ich arbeite nur, weil es sein muss, wĂ€re ich angestellt wĂŒrde ich mich sofort krankschreiben lassen.

    Ich bin auch nicht wirklich fit, mache viele Fehler z.B. beim Bestellen, aber das ist allemal noch besser, als ganz zu schließen. Manchmal - aber nur manchmal - ist die Ablenkung sogar ganz gut.

    Allgaeu65 es beruhigt mich sehr, dass du sagst, dass das alte Tempo wiederkommt... bin auch oft im AllgÀu, in letzter Zeit oft in Rohrmoos, kennst du als Teilzeit Oberstdorferin bestimmt. :-)

  • Liebe Tiscali ich kann dich so verstehen, da ich bis 06/2013 auch selbstĂ€ndig war, aber den Absprung in eine Anstellung im ÖD geschafft habe. Mit diesem Mistviech freue ich mich umso mehr.


    War heute auf meiner Arbeit. Nach der Stunde Hinfahrt traten meine Neuropathien in den FĂŒssen verstĂ€rkt auf, meine operierte Seite schmerzte (Narbe) und ich bekam Kopfschmerzen. Bissel quatschen (die Namen einiger Kolleginnen sind mir echt entfallen) und ĂŒber den Markt brachte Erholung, aber die Stunde Heimfahrt war dann schon eine Herausforderung. Ich weiß im Moment nicht, wie das werden soll ... aber bei einer Zielsetzung 12 Mon nach ED wĂ€ren wir im April, dann passt es hoffentlich wieder.

  • Ich habe eigentlich immer gearbeitet und mein Jurastudium mit 2 kleinen Kindern durchgezogen. Ich war immer stark und sehr aktiv. Zu meiner Arbeit im höheren Verwaltungsdienst habe ich auch noch Rechtskundeunterricht in einer Berufsfachschule gegeben. WĂ€hrend der Chemo habe ich noch bis zur 4. Chemo gearbeitet. Ja und dann ging es mir immer schlechter. Die Therapie mit Bestrahlung war am 4. Juli 2919 beendet . Im September wollte ich wieder arbeiten. Es ging gar nicht. Schlafstörungen und dann immer wieder sehr schlechte Tage wo ich mich absolut krank fĂŒhlte. Dazwischen aber auch gute und sehr gute Tage. Aber jede Woche 2 bis 3 schlechte Tage. Da kann ich nicht arbeiten. FĂŒr mich sehr frustrierend inbesondere wenn ich gelesen habe, dass andere es viel schneller schaffen aber nun habe ich mich damit abgefunden. Ich muss Geduld haben. Es geht mir seit 2 Wochen besser. Wie ein Sprung. Ich warte aber noch ab, um zu sehen ob sich meine Gesundheit stabilisiert. Ich hoffe nun dass ich im Januar wieder anfangen kann zu arbeiten. Es ist wohl schon sehr verschieden. Ich denke es kommt auch auf die Chemo an. Meine war wie die aller TN Patientinnen sehr hart.

  • Liebe Linny , irgendwann wĂŒnscht man sein altes Leben wieder zurĂŒck. Ich drĂŒcke Dir die Daumen das Du wieder bald anfangen kannst zu arbeiten.

    Liebe Tiscali , ja Rohrmoos kenne ich vom Namen. Selbst war ich komischerweise nie dort. Machst Du da Urlaub ? Ich bin ab 5.1. wieder dort. Mache zum ersten Mal einen Skikurs.

    Gestern habe ich wieder in der Firma Karatekurs gegeben. Hat viel Spaß gemacht. Heute besichtige ich mit meinem Bruder 3 Wohnungen. Er möchte eine kaufen und ich unterstĂŒtze ihn dabei.

  • Hallo Linny ,


    ich kann dich gut verstehen. Da hofft man, dass alles schnell seinen alten Gang geht, aber Körper und Geist haben eine andere Meinung. Hast du denn nach Bestrahlungsende noch eine AHB gemacht. Ich hoffe nĂ€mlich, dass die bei mir einen großen Fortschritt bringt (allerdings muss ich zunĂ€chst noch die Bestrahlungen hinter mich bringen). Wie ist das eigentlich mit der Krankschreibung? Wer hat dich nach den Bestrahlungen krank geschrieben, da ja die Akutbehandlung als abgeschlossen gilt. Und wer schreibt dich im Moment krank? Kann man einfach sagen, dass es noch nicht geht und die Ärzte glauben das auch?

  • Hallo an alle KĂ€mpferinnen

    Ich möchte mal was schönes sagen. Ich hatte heute meine letzte Bestrahlung. Ich bin so froh alles gut ĂŒberstanden zu haben. Ich bin heute in Feierlaune. NatĂŒrlich bleibt die Angst vor einem Rezidiv, aber das werde ich noch in den Griff bekommen. Tamoxifen vertrage ich bis jetzt erstaunlich gut.

    Ich wĂŒnsche euch allen einen wunderschönen Tag! Stay strongđŸ’ȘđŸ’Ș

  • Hallo Teafriend

    ich habe keine AHB gemacht, habe mich aber immer viel bewegt. Die AHB hĂ€tte mit unserem Urlaub kollidiert. Wenn ich keinen schlechten Tag habe fĂŒhle ich mich sehr fit. Mein GynĂ€kologe ist gleichzeitig mein Onkolge. Er schreibt mich krank. Er glaubt mir meine Beschwerden. Ich denke nicht dass ein Arzt jemanden in die Arbeit schickt, wenn derjenige noch ĂŒber Beschwerden klagt. Mein Arzt sagt mir sehr deutlich, dass ich es selbst wissen muss, ob es geht oder nicht.

  • Danke Linny , da hast du anscheinend einen guten Doc erwischt. Ich könnte mir schon vorstellen, dass es auch andere Ärzte in dieser Hinsicht gibt. Ich komme mir in Arztpraxen oft wie ein Simulant vor. Bisher war es immer so, dass wenn ich hĂ€tte sagen mĂŒssen, dass es mir schlecht geht es lieber bleiben ließ und mich stattdessen zur Arbeit gequĂ€lt habe :(.

  • Liebe Teafriend ,


    das ist wirklich schrecklich, dass Du Dich in Arztpraxen oft so fĂŒhlst. Ich finde immer wichtig einen Arzt zu haben, bei dem alles zusammen lĂ€uft, bei mir ist das meine HausĂ€rztin. Sie ist immer erster Ansprechpartner fĂŒr alles. Zu ihr gingen auch alle Befunde, sie hat immer alles mit mir besprochen, erklĂ€rt usw. und sie stellt auch die AUs aus. Es wĂ€re gut, wenn Du so jemand fĂŒr Dich finden könntest. Ich glaube, wenn ein Arzt „alles von Dir kennt“, wĂŒrdest Du Dir auch weniger wie ein Simulant vorkommen.


    Was aber auch vielleicht wichtig ist fĂŒr Dich: Du musst Dir immer wieder sagen, dass weder Arzt, noch Praxenpersonal Deine Freunde sein mĂŒssen. Erst einmal sind sie fĂŒr Dich Dienstleister, sie sollen Dir helfen, ihren Job machen. Das klingt unpersönlich und vielleicht unfreundlich, aber so ist es nicht gemeint. Du musst sie aber als das sehen, was sie in erster Linie sind. Wenn es Dir nicht gut geht, sag es. Was soll passieren? Was der Arzt in dem Moment denkt ist unherheblich, es geht um Dich, nicht um andere. :hug:


    Wenn Du die Arztpraxis verlĂ€sst, denken Ärzte und Personal vermutlich in den seltensten FĂ€llen weiter an Dich, der nĂ€chste ist dran. Nutz die Zeit, die Du beim Arzt hast, fĂŒr Dich. Du bist in dem Moment der Mittelpunkt, niemand anderes und nichts anderes. :)

  • Liebe Teafriend

    ich glaube, wir machen uns manchmal zu viele Gedanken, was andere ĂŒber uns denken, in unserer Situation noch mehr als andere.

    Mein Hausarzt hatte mir nach der Biopsie und meinen Nervenzusammenbruch gleich gesagt, bis das Ergebnis da ist, lÀsst er mich nicht mehr arbeiten. So kam es auch. Er schrieb mich auf eine gutartige Erkrankung der Brust und Nerven krank.
    Er hat mich dann so gesund geschrieben, dass ich den Freitag vor meinem Einzug ins KH zur anstehenden OP noch mal arbeiten gehen und meinen Arbeitsplatz aufrÀumen kann. Damit war die AU sicher unterbrochen und ein neuer AU-Grund ab der Aufnahme im KH.

    Meine alte neue GynĂ€kologin (war vorher bei ihr und war dann zur GynĂ€kologin mit Spezialisierung Onkologie gewechselt, zumal ich 3 Jahre nicht bei ihr war) begrĂŒĂŸte mich ... lange nicht gesehen und dann gleich so ein Ding (aber sehr nett und mitfĂŒhlend gesagt) und mir versichert, dass ich von ihr alles bekomme, was ich brauche. Ich bekomme schnell Termine und sie bringt mich schnell runter, weil sie meine Beschwerden/Schmerzen und Unbefindlichkeiten ernst nimmt.


    Ich glaube nicht, dass ein Arzt uns vorwirft, wir simulieren. Allenfalls sind sie unsensibel oder ihnen fehlt die nötige Empathie. Gerade die psychische Komponente und die LeistungsfÀhigkeit sind sehr individuell. Das ist im Regelfall nicht nachweisbar.


    Ach so, habe heute Grillsession Nr. 2 und werde am 22.12.2019 abschließen, da man in der Woche vor Weihnachten auch Sonntah bestrahlt. Ab 13.01.2020 habe ich meine AHB und vielleicht beginne ich vorher schon meinen Reha-Sport wegen Asthma. Aber ich denke, man muss alles langsam angehen und kein Arzt wird uns verdenken, wenn wir sagen, es geht noch nicht. Man kann ja auch das HH-Modell verĂ€ndern, also nach hinten strecken.

  • Teafriend , mein Gyn hat mich die ganze Zeit der Therapie krank geschrieben

    ratlos , ich bin sogar am 24.12. gegrillt worden. Mein Mann ist mitgegangen und ihm durfte ich den Toaster

    zeigen und er durfte dann draußen bei den Technikern stehen. Danach haben wir mit FReunden gefrĂŒhstĂŒckt

    und dann Heilig Abend gefeiert.


    Gleich ist Wochenende. Wir werden heute einen ruhigen Abend machen, morgen geht es auf die Automeile Autos sichten

    und Sonntag nach Roermond.


    Schönes Wochenende Euch allen

  • Linny   Tempi   ratlos   Allgaeu65


    Vielen Dank fĂŒr eure Worte. Ich bin wĂ€hrend der jetzigen Therapie auch durchgĂ€ngig krank geschrieben worden. Da hatte ich auch nicht das GefĂŒhl als Simulant da zu stehen. Mir ging es eher in der Vergangenheit so, nicht bei der Krebserkrankung. Vor der Krebsdiagnose war ich so gut wie nie beim Arzt, weil ich immer gedacht habe, dass man mit einer "lĂ€ppischen" ErkĂ€ltung auch arbeiten gehen kann. Aber das ist ja doch oft eine QuĂ€lerei.


    Ich hatte nur ĂŒberlegt, wie ein Arzt es wohl bewertet, wenn ich nach der AHB kommen wĂŒrde, weil ich mich fĂŒr die Arbeit doch noch nicht fit genug fĂŒhlen wĂŒrde (ich weiß ja noch gar nicht, ob es so ist). Ich bin Lehrerin und muss geistig voll da sein und psychisch stabil. Falls das nicht der Fall sein sollte, ist das ja nicht nachzuweisen. Deswegen hatte ich hier nachgefragt. Mir macht ĂŒbrigens auch die Tatsache zu schaffen, dass ich bis MĂ€rz (bin bis Ende Feb. noch krank geschrieben) keine vorzeigbare Frisur habe. Mit MĂŒtze vor die Klasse? Schreckliche Vorstellung...đŸ€Ș

  • Liebe Teafriend

    ich habe das Problem, dass ich auch viel mit motzenden BĂŒrgern zu tun habe (Ordnungsamt). Ich glaube nicht, dass mein NervenkostĂŒm schon so gefestigt ist, dass ich so einen verbalen, teilweise auch handgreiflichen Angriff durchstehen. WĂ€re peinlich und ich wĂŒrde mich unmöglich machen, wenn ich dann in TrĂ€nen ausbreche und das passiert mir in stressigen Situationen immer wieder. Ich fĂŒhle mich zur Zeit sehr schnell ĂŒberfordert.

  • Ich hatte nur ĂŒberlegt, wie ein Arzt es wohl bewertet, wenn ich nach der AHB kommen wĂŒrde, weil ich mich fĂŒr die Arbeit doch noch nicht fit genug fĂŒhlen wĂŒrde (ich weiß ja noch gar nicht, ob es so ist).

    Du kannst nach der AHB in Ruhe sehen, wie es dir geht. Es gibt keine Vorschrift, wie schnell du wieder arbeiten musst. Als ich nach der AHB mich nochmal 4 Wochen krank schreiben ließ, rief meine KK nach ca. 3 Wochen an und fragte ganz höflich nach, wie es denn so bei mir aussehe. Da waren es ja auch schon ĂŒber 52 Wochen seit der Diagnose. Ich konnte berichten, dass ich in absehbarer Zeit die Wiedereingliederung starte. Auf die Woche kam es denn auch nicht an. Meine Psychonkologin wollte mich allerdings davon ĂŒberzeugen, spĂ€ter anzufangen.

  • Ich will den Thread hier jetzt aber nicht lĂ€nger "missbrauchen". Der ist ja eigentlich fĂŒr andere Themen gedacht.


    Liebe GrĂŒĂŸe

    Hier gibts keinen Themen-Kodex:*


    Ich hab ĂŒbrigens auch keine AHB gemacht. Hatte am 30.11 letztes Jahr die letzte Bestrahlung und meine Gyn hat mich noch bis 01.02 krank geschrieben, in der Zeit hab ich mein eigenes Programm gemacht:thumbup: