Die Zeit danach...oder auch der Alltag hat uns wieder

  • Was ist nun in Zeiten Coronas Alltag?


    Da schafft man es endlich wieder zu ein StĂŒckchen NormalitĂ€t kĂ€mpft sich bis zur Wiedereingliederung und dann wird man doch wieder aus dem Alltag gerissen.


    Mir macht es gerade wahnsinnig zu schaffen das ich aufgrund der EinschrĂ€nkungen garnicht richtig wieder zur NormalitĂ€t zurĂŒck kehren kann und mir ein StĂŒckchen Freiheit genommen wird. Der Druck in der Arbeit ist aufgrund der immer einschrĂ€nkenderen Maßnahmen immer grĂ¶ĂŸer. Anerkennung bekommt man immer weniger. Nein im Gegenteil, hört man nur das es Konsequenzen gibt wenn man sich entgegen der Regeln verhĂ€lt.


    Die Arbeit selbst ist fĂŒr mich trotz "Stress" gut machbar, aber ich merke das ich mit dem Verhalten der Kollegen mir gegenĂŒber immer mehr Probleme habe. Ich möchte keine Aussenseiterin sein. RĂŒckmeldungen ob ich etwas gut oder falsch mache bekomme ich nicht. Neuerungen muss ich mir selbst "erarbeiten" und hoffen das es richtig ist. Mir sind heute mehere kleine banale "Fehler" unterlaufen die ich selbst gemerkt habe wo ich mir aber letztlich nicht ganz sicher bin ob es wirklich meine Fehler waren oder weil meine Kollegin so gewuselt hat und "mein" System in dem Moment auseinandergeworfen hat. FrĂŒher ist mir sowas vielleicht schneller aufgefallen und ich habe sehr viel gelassener reagiert. Aber heute könnte mich das rasend machen., was ich scheinbar tatsĂ€chlich auch fĂŒr die Kollegen ungewohnt und letztlich auch ungewollte lautsark mitgeteilt habe. Daraufhin wollte dann eine Kollegin sogar die Arbeit mir abnehmen. Ich glaub die hat garnicht verstanden was mich so rasend gemacht hat.

    Es wĂŒrde manchmal auch einfach gut tun den Satz zu hören Schön das du wieder da bist, du hast gefehlt, wir brauchen dich.


    Augrund Corona gibt es natĂŒrlich auch fĂŒr uns im Krankenhaus gewisse Regeln und EinschrĂ€nkungen die schon jetzt kaum mehr in den Arbeitsalltag auf Grund des hohen "normalen" Personalmangels kaum mehr stemmbar sind. Ich will garnicht daran denken wenn sich das noch weiter zuspitzt. Ich kann mir durchaus vorstellen das garnicht das Virus unbedingt die Sterbichkeitrate steigen lĂ€sst sondern der akute Personal und Platzmangel in den KrankenhĂ€usern. Das System ist schon ohne Corona (Hype)t ein katastrophales und daran kann auch die Regierung nichts schön reden, wenn keine Taten folgen.


    Freizeit ist eingeschrÀnkt, alles was ich mir vorgenommen habe, jetzte wÀhrend meiner freien Zeit in der Wiedereingliederung, hat irgendwie mit Menschenkontakt zu tun und funktioniert eh nicht mehr da schon gesperrt.....Ich könnte mich noch alleine raus in den Wlad stellen und krÀftig schreien.....

    Momentan kullern mir einfach nur die TrĂ€nen. Familie ist knapp 1000km entfernt in Deutschland und aufgrund der EinschrĂ€nkungen ist Kontakt nur mehr virtuell möglich und das auf unbestimmte Zeit. Wenn dann noch die Grenzen zwischen Österreich und Deutschland schließen wĂŒrden bricht fĂŒr mich tatsĂ€chlich eine Welt zusammen. Dann werde ich mir ĂŒberlegen ob ich meinen Job fĂŒr meine Familie riskieren will falls ich es dann noch rausschaffen sollte aus dem Land. Wenn man das Hoororszenario weiter durchdenkt..........;(;(;(


    So das musste ich jetzt mal von der Seele reden......

  • Liebe @Der Lotte,

    liebe Kollegin, ich versteh' Dich & ich drĂŒck Dich, virtuell also hygienisch korrekt ;)

    Wenn eine Kollegin Dir Arbeit abnehmen wollte scheint Euer Miteineinder gut zu sein, auch wenn das in dem Moment nicht sinnvoll fĂŒr Dich war. Damit zeigen Dir Deine Kollegen, was sie nicht sagen können.

    Vielleicht könnt Ihr mal außerhalb des Dienstes als Team in Ruhe reden?

    Auch fĂŒr Pflegepersonen ist der Umgang mit Krebsbetroffenen nicht leicht, obwohl man das ja anders erwartet wĂŒrde.

    Das mit dem Wald klingt nach einer guten Idee, das befreit.

    Lieben Gruß von Rike

  • @Rike Lieben Dank:hug:


    Jetzt zwei Tage spĂ€ter mit etwas Abstand sehe ich die Sache wieder etwas positiver. Vor zwei Tagen nach dem Dienst hĂ€tte ich am Liebsten meine Sachen gepackt und wĂ€re nach Deutschland gefahren. Wahrscheinlich werden solche Momente in der kommenden Zeit noch hĂ€ufiger kommen. Aber ich bin mir letztlich ja trotzdem meiner Verantwortung bewusst und will ja auch "gebraucht" werden. Ich muss fĂŒr mich jetzt einen Weg finden wo ich noch viel deutlicher meine Grenzen ziehe. Ich weiß nicht wie sich das Ganze weiter entwickelt und dies Auswirkungen auf meine Wiedereingliederung hat. Ich habe eine Verantwortung mir gegenĂŒber.

    Dennoch möchte ich einen Beitrag leisten meine Kollegen und folglich auch die Patienten nicht im Sticht zu lassen, obwohl ich meinem Arbeitgeber so gerne mal den Mittelfinger zeigen wĂŒrdeX/ In wieweit mir das gelingt und wo ich fĂŒr mich einen annehmbaren Kompromiss finde.......es wird sich zeigen!


    Ich weiß jedoch, sobald ich von meiner Familie ein Signal habe das es der nicht gut geht bin ich die Schnellste die ihre Koffer packt und eine evt. geschlossene Grenze von Österreich zu Deutschland hĂ€lt mich dann auch nicht mehr auf.8o Ich hoffe ganz stark das dieser Fall niemals eintreten wird!


    Nein einfach ist es zu dieser Zeit nicht in einen normalen Alltag wieder zurĂŒck zu kommen. Was bitteschön ist denn jetzt noch normal? Im Grunde geht ja meine soziale Isolation weiter und wird noch strenger. WĂ€hrend der Therapie hatte ich immerhin die Familie die kommen konnte, nun geht das auch nicht mehr.:(

  • Liebe @Der Lotte,


    ich befĂŒrchte dass Deine Probleme eher mehr werden dĂŒrften. Im stationĂ€ren und ambulanten Bereich hat im Moment niemand Zeit, Kraft und Lust sich auf Befindlichkeiten von Kolleginnen einzustellen, so berechtigt sie vielleicht auch sind.

    Ich kann Deine WĂŒnsche nach mehr Selbstschutz, Abgrenzung usw. gut nachvollziehen, weil ich auch immer wieder damit kĂ€mpfe.

    Aus der Sicht Deiner Kolleginnen dĂŒrfte das im Moment aber anders aussehen.

    Es sollte mich nicht wundern wenn die denken: Da kommt sie fĂŒr ein paar Stunden und bringt hier vieles durcheinander, das bitte jetzt nicht auch noch."


    Vielleicht wĂ€re es gut darĂŒber nachzudenken, entweder jetzt keine Wiedereingliederung zu machen oder in der Zeit in der Du da bist wirklich mitzuziehen und die PrĂŒfung Deiner VerĂ€nderungswĂŒnsche zu verschieben.


    Das meint so garnicht Mainstreamkonform


    SusiSum


    Edit: Gerade hat Österreich den "Notbetrieb" beschlossen. Das heisst nun wirklich nur Arbeit und zu Hause.

  • Eine Wiedereingliederung nun zu canceln wĂŒrde fĂŒr mich bedeuten entweder zurĂŒck in den Krankenstand was enorme finanzielle Einbußen zur Folge hĂ€tte und vor allem erst Recht wieder noch schlimmere soziale Isolation. Oder aber zurĂŒck in gleich komplett 40 Stunden Vollzeit und das will und werde ich jetzt noch nicht packen. Hier in Österreich gelten andere Regeln zur Wiedereingliederung.


    Wenn ich da bin, bin ich voll da und meinem GefĂŒhl nach sehr viel "voller" als so manch anderer meiner Kolleginnen. Naja das Empfinden hat sich zu der Zeit vor der Therapie eh nicht geĂ€ndert.X/ Fehler können immer und jedem passieren. Das meine Schnelligkeit und vielleicht auch meine Konzentration ein wenig unter der Therapie doch gelitten hat stell ich nun fest, ist aber nicht so das es jetzt meine ArbeitsfĂ€higkeit in Frage stellt.


    Befindlichkeiten haben ja leider noch nie wirklich Platz gefunden unter Pflegekollegen. Meine Erwartungshaltung das dies nach meiner Therapie anders ist, war wohl einfach zu hoch. Ich kann die Kollegen grundsĂ€tzlich verstehen die so wie SusiSum schreibst denken. FĂŒr mich ist die Aufgabe unter den immer fortschreiternden Anforderungen immer grĂ¶ĂŸer.......wielange und wie gut ich das durchstehe werde ich sehen. Bisher sehe ich aber noch nicht den Anlass aufzugeben.


    Hier in Österreich wird jetzt eine Art Ausgangssperre durchgefĂŒhrt. Meinen Dienstausweis muss ich immer dabei haben damit ich noch einen Grund habe ĂŒberhaupt draußen auf die Straße zu gehen. Wenn ich mich jetzt krank melde wĂ€re das ein psychischer Kollaps fĂŒr mich.

    Einmal editiert, zuletzt von Der Lotte ()

  • Ihr lieben, meine Ed war im November 2018, das Forum hat mir sehr geholfen in dieser schweren Zeit. Es sind soviel liebe Kontakte entstanden an die ich immer denken muss.

    Am Samstag habe ich Simba persönlich kennenlernen dĂŒrfen. Ich habe sie in Hamburg besucht. Es war toll. Ich wollte nur sagen das fĂŒr mich nach der Therapie sehr viel schönes geblieben ist vor allem die Kontakte mit WhatsApp oder auch persönlich. Von simba soll ich alle grĂŒĂŸen die sie noch kennen. Es geht ihr gut heut.

    Ich schicke ganz liebe GrĂŒĂŸe an alle hier, vor allem auch an die vielen neuen MĂ€dels hier. Alles Gute fĂŒr euch. Es ist eine schwere Zeit, aber sie geht vorbei. Liebe GrĂŒĂŸe hosimo

    2 Mal editiert, zuletzt von Alice () aus folgendem Grund: Ich musste leider das Foto löschen wg Forumsregeln

  • Liebe Hosimo

    ich gehöre noch zu den neuen MĂ€dels und möchte mich fĂŒr deine lieben Worte und WĂŒnsche an uns bedanken:)

    Das ist immer wieder schön zu lesen.

    Ich wĂŒnsche dir alles Gute und daß du mit diesem Thema nie mehr was zu tun haben wirst.

    LG 18-09-Sonnenschein

  • Meine Phase "die Zeit danach" hat auch begonnen (okay, noch Antikörper bis Jahresende). Letzte Woche habe ich die ganzen Chemo-Medikamentenreste zur Apo zurĂŒckgetragen. Keine antiemetischen Tropfen, Blasenschutz-Dings und Co. will ich mehr hier rumfliegen haben. Weg damit.


    Und ich habe einen wichtigen Auftraggeber kontaktiert (bin Freiberuflerin). Mit einem gewissen Bangen, in Corona-Zeiten. Sieht so aus, dass es dort weitergeht, und das erleichtert mich doch ziemlich. Passt auch gut mit dem avisierten Reha-Fenster. Jetzt muss das mit der AGM nur noch so klappen, wie ich mir das vorgestellt habe.


    Wie habt ihr eure PerĂŒcken fachgerecht eingemottet? Einfach innen Karton? Das kommt hier als NĂ€chstes, die staubt gerade auf dem StĂ€nder ein. So kleine, sichtbare Schrittchen. Ist fĂŒr mich gerade total wichtig. Auch, um nicht in so ein Loch zu fallen.

  • Liebe Hosimo

    Wie schön, von dir zu lesen 😊 u ich hoffe, es geht dir gut u du genießt den Sommer 😎

    Ich wĂŒnsche dir alles Liebe u Danke fĂŒr die GrĂŒĂŸe đŸ€—

    LG ☀☀

  • Bei mir kehrt nĂ€chste Woche der Alltag ganz normal zurĂŒck. Die Wiedereingliederung startet. Ich war dann 10 Monate zu Hause. Chemoende war der 19.03. ich hatte keine Reha und keine Bestrahlungen.


    Ich freue mich auf NormalitÀt, Arbeitsalltag und weg von dem "Krankenstatus" .


    Bei uns hat sich so viel geÀndert nach der Chemo. Wir haben einen Hund, neue Freunde etc. Ich hoffe, dass der Mistkerl wegbleibt. Ich habe so Lust auf Leben....

  • Mein Chemoende war Ende Februar. Seit 3 Wochen bin ich wieder am Arbeiten. Zur Zeit mit 4 Stunden tĂ€glich (Wiedereingliederung). Hatte wg. Corona auch keine Reha. Hatte wĂ€hrend des Lockdowns viel Ruhe und Zeit zur Erholung. Mein Mann war in Kurzarbeit und viel Zuhause. Wir haben unseren Garten "aufgehĂŒbscht":love:


    Meine Haare sind noch sehr kurz.... die PerĂŒcke werde ich noch eine ganze Weile tragen. Wenn ich in ein paar Wochen wieder zum Friseur gehe, hoffe ich, das man dann keinen Mund/Nasenschutz beim Haare schneiden tragen muss. Und das es einen Kaffee und Zeitschriften zum lesen gibt. So wie frĂŒher.


    Die PerĂŒcke möchte ich aufheben, fĂŒr Bad Hair days. Ich finde sie wirklich praktisch:)

  • Liebe Hosimo


    schön von dir zu hören/lesen.

    Freu mich, dass es dir so gut geht,vor allem, weil Du ja damals echt bei den Nebenwirkungen hier geschriehen hast und du so sehr leiden musstest. Und Simba ging es damals ja auch oft nicht gut. Schön, dass ihr euch mal persönlich kennenlernen konntet . GrĂŒĂŸe sie lieb zurĂŒck .


    Genieß die schönen Tage und sei ganz lieb gegrĂŒĂŸt von


    Fighter

  • Ich habe gerade herausgefunden, daß es in Bochum eine Krebsberatungsstelle gibt. War von euch schon mal jemand da und kann etwas ĂŒber seine Erfahrungen berichten? Die HP liest sich ganz gut, es gibt unterschiedliche Angebote, darunter Kunsttherapie und Wassergymnastik.

    Liebe GrĂŒĂŸe

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Nach der Reha


    Hallo liebe Foris!


    Ich habe einiges hier zum Thema vor der Reha und wÀhrend der Reha gelesen aber zu der Zeit nach der Reha habe ich nicht so richtig etwas gefunden.

    Vermutlich vermischt es sich in den anderen Rubriken oder ich habe es einfach nicht entdeckt.

    Ich bin relativ frisch wieder zurĂŒck und möchte eigentlich vieles von dem, was ich mir in den 4 Wochen erarbeitet habe, weiter fĂŒhren und nicht gleich wieder verlieren.

    Wie habt ihr eure Motivation halten können?

    Ich glaube es ist generell schwer, sich nicht gleich wieder vom Alltag einvernehmen zu lassen aber unter Corona finde ich es nochmal herausfordernder.

    Ich bin nicht der Typ der jetzt gern turnt und schon gar nicht alleine vor dem Fernsehen.

    Reha Sport geht auch nicht zur Zeit.

    Ich arbeite ja auch wieder, wenn auch nur Teilzeit aber neben Haushalt, meiner Mutter, den Tieren und diversen Arztterminen, fehlt mir dann auch der Elan und die Kraft.

    Habt ihr Erfahrungen und Tipps?

    Ich bin wÀhrend der Reha am Tag durchschnittlich 9 km gelaufen. Berg auf Berg ab. Darin ist noch keine Sportstunde enthalten, das war das reine gehen.

    Völlig utopisch, dies hier zu schaffen.

    Aber ich mag es wenigstens etwas aufrecht erhalten.

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