Freunde - fehlende Unterstützung

  • Hallo ihr Lieben. Ich weiß jetzt nicht, ob das Thema hier hin gehört. Falls nicht, könnt ihr mir gern ein anderes Forum empfehlen. Und zwar geht es darum, dass mich meine angeblich beste Freundin abserviert hat. An Anfang hat sie mir sehr geholfen, naja eigentlich hat sie mich "bloß " zu den Terminen gefahren. So im Nachhinein war sie nie wirklich für mich da. Weder hat sie mich aufgebaut, noch hat sie mir mal im Haushalt was abgenommen. Ich muss dazu sagen, dass sie nichts weiter zu tun hat, sie geht auch nicht arbeiten. In der schweren Zeit hat sie dann meine andere Freundin kennen gelernt und die beiden haben sich nun zusammen getan. Mit mir wollen sie anscheinend nix mehr zu tun haben. Mit einer davon wohne ich zusammen im Eingang und die beiden sitzen zusammen vorm Haus, schlürfen Sekt und kichern rum wie 16jährige. Ich werde nicht mal mehr gefragt, ob ich Lust habe, mich mit dazu zu setzen oder wie es mir geht. Ich bin darüber sehr traurig. Ich habe noch andere liebe Freunde. Zum Glück. Aber trotzdem macht mich das fertig. Hat jemand von euch solche Erfahrungen machen müssen ? Und wie habt ihr euch denen gegenüber verhalten ?

  • Liebe Engel79, in Krisensituationen trennt sich die Spreu vom Weizen, es zeigt sich, wer wirklich dein Freund ist und wer nicht. Das ist eine bittere Erfahrung, die hier einige Frauen leider machen mussten, ich allerdings nicht, und dafür bin ich sehr dankbar! Ich denke immer, wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere! Das hilft dir vielleicht akut nicht weiter, ist jedoch so.


    Viele Außenstehende, auch Freunde, wissen oft nicht, wie sie mit uns und der Krankheit umgehen sollen. Wenn das der Fall ist, könntet ihr vielleicht reden. Ich finde, wenn diese Freundin dich gefahren hat, ist das schon sehr viel. Erwartungen wie Hilfe im Haushalt sollte man nicht haben. Oder man sollte einfach direkt danach fragen. Es ist ja auch nicht schlimm, wenn mal was liegen bleibt. Statt dessen finde ich schöne Stunden viel wichtiger... Ich denke, du solltest ein Gespräch unter vier Augen suchen. Frag sie, ob du mal mit ihr reden kannst, am besten bei dir in der Wohnung mit Kaffee oder Tee und Gebäck. Erzähle, was dich bewegt, welche Gefühle dich bewegen usw. Es kann klappen oder auch nicht, in beiden Fällen hast du Klarheit, und das wünschst du dir ja auch. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Erfolg, zumindest jedoch Klarheit :thumbup::thumbup:

    Liebe Grüße

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Hallo Engel79


    Ich hätte die beiden freundlich begrüßt und gefragt, ob ich mich dazu setzen kann. Vielleicht waren die beiden nur gedankenlos und kamen gar nicht auf die Idee, Du hättest dazu Lust.

    Ich kann Jutta nur zustimmen- oft wissen die Freunde nicht, was Du brauchst/Dir vorstellst und sind froh, wenn Du es sagst.


    Meine Freunde/Bekannten haben mich gefragt, ob sie mir helfen können, und wir sind dann so verblieben, dass ich mich gegebenenfalls melde. Mir war es aber wichtiger, einige unbeschwerte Stunden mit ihnen zu verbringen.


    Gruß Gerda

  • Danke Bonny und Frieda für die netten Worte 😊. Ich habe schon das Gespräch gesucht, ist aber nicht viel raus gekommen. Ich habe nur gemerkt, dass sie sehr arrogant in ihrer Art geworden ist. Ich muss dazu sagen, dass sie eher von Haus aus sehr oberflächlich ist. Ihr Äußeres ist ihr am wichtigsten. Das war schon immer so. Aber trotzdem war sie sehr lieb, auch als sie von der Krankheit erfahren hat. Ich versuche mich immer auch in die Lage meiner Freunde zu versetzen. Wie ich damit umgehen würde. Ich habe von ihr nix erwartet. Nur hat sie mir immer Hilfe angeboten und wenn es dann soweit war, hab ich gefragt, ob sie mir mal beim Abwasch helfen könnte oder mal durchsaugt, aber da musste sie dann ins Solarium oder zum Nägel machen usw. Gefahren hat sie mich natürlich gerne. Da kam sie ja auch mal raus. Sie hatte bis dahin ja nur mich. Andere Freunde hatte sie nicht. Jetzt wo sie mit meiner anderen Freundin rumhängt, hat sie natürlich auch andere kennengelernt und mich dann eben abserviert. Ich merke richtig, wie gleichgültig und eingebildet sie mir gegenüber ist. Das blöde ist ja nur, dass wir zusammen im Eingang wohnen. Ich weiß, klingt bissl wie Kindergarten. Aber ich bin darüber so traurig. Aber wie gesagt, ich hab andere sehr liebe Freunde, die für mich da sind. Das komische ist ja auch, dass sie sich erst richtig abgewandt hat, als es mir deutlich besser ging. LG

  • Hallo Engel79 das ist sehr traurig. Noch schlimmer, dass du das Geschehen live miterlebst, da ihr so eng wohnt.


    passieren kann das immer, das Freundschaften auseinander brechen, während Krankheit tut es sicher noch mehr weh, da man den anderen brauchen kann. Denke du hast verschiedene Möglichkeiten.


    Arrangiere dich, serviere beide Freundinnen ab, sag Hallo und Tschüss, und suche neue Freunde mit denen du Spaß hast, sodass es dich nicht so trifft wenn die 'Hühner' zusammen sitzen und dich ignorieren.


    Wenn es bis ins Mark trifft, wäre die Möglichkeit du suchst eine neue Wohnung, so dass du auch räumlich entfernt bist.


    Oder bring immer mal neue Leute mit zu Dir nach Hause und setz DU dich vor die Tür und spiel das gleiche Spiel. Oder lade die 'Hühner' dazu ein.


    Ich glaube oft wissen die nicht-betroffenen nicht was sie da wirklich tun, aber das Gefühl ausgegrenzt zu sein, ist dramatisch, und tut dir auch nicht gut.

  • Hallo Engel79,

    oh, wie gemein ist das denn. Da schließe ich mich der Meinung von Vael an, mach es genau wie die Zwei oder ignoriere sie. Gut das du noch weitere Freunde hast, die dir vielleicht zur Seite stehen. Kopf hoch! Sei ganz lieb gegrüßt. Mieze66

  • Danke Vael und Mieze66. Ich bin nun erstmal zu dem Entschluss gekommen, dass meine Freundin mich loswerden wollte. Sie hatte meinem Cousin erzählt, dass sie mich pflegen musste und ständig für mich da war und von mir kam nix zurück. Hab ich gerade erfahren. Nur ist das nicht so. Sie hat mich zu vielen Terminen begleitet, worüber ich ihr wirklich sehr dankbar bin. Aber sie musste mich weder pflegen, noch war für mich da, als ich sie wirklich brauchte, und zwar dann, wenn ich mir mal meinen Schmerz von der Seele reden wollte. Sie hat mir eigentlich nie zu gehört. Im Gegenteil, sie fing dann immer mit ihren Fingernägeln an und das sie doch mal zum Friseur muss usw. Ich höre mir das gerne mal an, auch jetzt eventuell wieder, aber doch nicht, wenn ich gerade erfahre, dass ich Brustkrebs habe. Vielleicht war ich auch zu verständnislos. Mag sein. Aber ich hab sie immer gefragt, ob sie mit der Situation überfordert ist, was sie verneinte. Jetzt erzählt sie eben. Sowas rum und das sie sich von mir ausgenutzt fühlt und die Freundschaft seit meiner Erkrankung nur einseitig war. Also sie meint, das sie für mich da war, aber von mir kam nichts zurück. Hallo ? Ich konnte mich teilweise gar nicht auf den Beinen halten, als es mir so schlecht ging. Vor der Erkrankung hab ich mir immer ihre Probleme angehört. Und sie hat von mir immer ein kleines oder auch mal großes Dankeschön bekommen. In Worten sowieso, aber auch Geschenke. Und wenn ich wieder gesund bin und sie mich dann braucht, wäre ich doch wieder für sie da gewesen. Sorry, aber ich muss mir das mal von der Seele reden. Ich verstehe einfach nicht, wie man so sein kann. Ich denke, als richtige Freundin steht man sowas durch.

  • Liebe Engel79, solche "Freunde" braucht kein Mensch und erst recht nicht die Belastungen, die sie mit sich bringen! Doch wie gesagt, hier trennt sich die Spreu vom Weizen... Ich wünsche dir viel Kraft!

    Liebe Grüße

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Hallo ihr Lieben,


    ja, in solch harten Zeiten merkt man erst, wie wichtig gute Freunde sind. Bei mir ist es so, dass wirklich die meisten gut damit umgehen und mich jeder für sich in einer Art und Weise unterstützt. Es gibt einige, mit denen es einfach mega gut tut zu reden, sei es über die Krankheit / Emotionen oder den normalen alltäglichen Trott. Andere schreiben in regelmäßigen Abständen liebe Worte, die gehören allerdings nicht zu den ganz engen Freunden. Viele bieten Hilfe jeglicher Art an.. Manchmal lernt man auch im Rahmen der Therapie / Klinikaufenthalten Frauen kennen, die das gleiche Schicksal verbindet und manchmal stimmt da auch die Wellenlänge. Ich hab zb. bei meiner 2. OP eine Frau ähnlichen Alters aus der selben Stadt kennengelernt und wir haben die ganzen 2 Tage in der Klinik durchgeschnackt (wg. Corona hatten wir keinen Besuch) und anschließend Nr. ausgetauscht. Jetzt sind wir sogar in der selben Rehaklinik im selben Zeitraum und freuen uns schon aufeinander.


    Weiterhin gabs im Freundes- und Bekanntenkreis auch viele "Kontaktangebote" mit anderen Freunden von Freunden, die bereits auch Betroffen waren. Da konnte ich hin und wieder auch anfragen.


    Trotz Freunden und Familie muss selbst für sich einen Weg finden mit der Krankheit umzugehen und stark zu bleiben/positiv zu denken. Abnehmen kann einem leider die ganze Sache nicht.



    Ich hab in den ersten Wochen das Buch "Kopf hoch- Brust raus" gelesen. Sehr unterhaltsam und ein wenig schwarzer Humor darfs bei der Krankheit auch sein. Da werden zum einen Ärzte und auch Freunde in verschiedenen Kategorien eingeteilt...



    Alles Gute euch!


    LG Gina

  • liebe s@Engel 79 .Es tut mir sehr leid,aber solche Menschen gibt es immer wieder.Ausziehen wegen so jemanden würde ich nicht ,ausser man plant es eh schon .Umziehen ist ja auch eine finanzielle Sache und auch gleich mal eine richtige Wohnung zu finden ,ist ja auch nicht immer einfach .Das ist aber nur meine Meinung.Ich weiß auch von einigen,die in so einer Situation waren und sind ,wie du jetzt.Wir sind auch viel hellhöriger und sensibler geworden.Das ist gut so ,irgendwie beschützt es uns auch vor vielen Dingen.Solche Freunde braucht auch ein Mensch nicht ,der nicht krank ist .lg Lissy 💕

  • Danke liebe Bonny und Frieda. Ich werde auch nur noch "hallo " sagen und das wars. Ich hab ja noch drei andere Freundinnen und einen lieben Mann und eine süße Tochter, die mit ihren fast 5 Jahren reifer ist als manch anderer. Nur hat man jetzt auch Angst, über die Krankheit zu erzählen, weil man nicht möchte, dass die anderen sich auch noch anwenden. Aber noch 3 Chemos und dann ist der Sch...wenigstens erstmal geschafft. Ich bin seit den leichten Chemos eigentlich fast wieder die Alte.

  • Liebe Engel79,

    ja, wenn man krank oder in Not ist, dann erkennt man eine wahre Freundschaft. Ich finde es absolut unmöglich, solche Dinge über dich zu erzählen, jetzt musst du darüber stehen, auch wenn es schwer fällt.

    Eine gute Freundschaft hält es aus, auch in einer Zeit, wo der andere nicht so gut funktioniert.

    Vielleicht findet sich noch eine wirkliche FreundIn mit Empathie und Hilfsbereitschaft.

    Lass dich nur nicht so herunterziehen, dass ist was du im Moment absolut nicht brauchst.

    Hab noch einen schönen Tag und erhole dich von deiner Therapie. Alles Liebe! Mieze66😘😘

  • Hallo lissie. Nein, ausziehen möchte ich auch nicht. Das wäre keine Option. Ich mag meine Wohnung und der Rest kann mir egal sein. Ich versuche es so gut es geht, mich mit ihr zu arrangieren. Vielleicht kommt man ja irgendwann doch mal ins Gespräch und es stellt sich raus, dass man vieles missverstanden hat. Wie du schon sagtest, wird man ja auch viel sensibler und man nimmt Dinger persönlicher oder ernster, die einen vor der Erkrankung gar nicht interessiert haben oder man es eben nicht so ernst genommen hat. Ich lass es auf mich zukommen und gut. Nur macht sie mich jetzt überall schlecht, lass ich mir das nicht gefallen. Sowas finde ich fies. Klingt zwar jetzt mitleidig, aber das macht man mit einer Krebskranken angeblichen Freundin nicht.

  • Liebe Engel79

    Ich schließe mich an besser als Bonny und Frieda hätte man es nicht ausdrücken und schreiben können. Ich habe auch 2 Freundinnen noch aus der Schulzeit "verloren", beide konnten mit der Krankheit nicht umgehen. Versuche nach vorne zu blicken falls das 4 oder 6 Augengespräch nicht positiv ausfällt. Ich habe es früher immer für eine Floskel gehalten aber gelernt dass es stimmt "wenn eine Tür sich schliesst geht meist eine andere auf", alles Gute lass den Kopf nicht hängen VG SONNE70

  • Liebe @Enge79 wenn sie dich schlecht macht ,dann war es bestimmt keine richtige Freundin,denn das macht eine echte Freundin nicht .Bei uns heißt es so schön,eine Schüssel mit einen Riss kann man schlecht wieder richtig kleben.Du wirst wieder jemanden finden,der auch in schlechten Zeiten immer zu dir steht und dir zuhört . Ich denke jetzt ganz anders,wie vor dem Krebs und ich glaube das geht vielen so .In vielen Dingen bin ich weicher geworden,aber ich kann mich auch viel besser von Dingen und Menschen trennen und meine Meinung sagen die mir nicht gut tuen oder weh getan haben.Glaube mir ,du schaffst das .Vielleicht nicht morgen,gib dir selbst Zeit.Übrigens finde ich auch ,das viele einfach mit so einer Krankheit überfordert sind .lg Gr Lissy 💕

  • liebe Engel79


    Du kannst ihr ja mal irgendwann ernsthaft danke sagen und ihr erzählen, dass du ohne ihre Pflege wirklich verloren gewesen wärst.


    Du wirst sicher große Augen sehen und sie schon nach ihrem Fluchtweg suchen sehen.

    Danach wird sie bestimmt einen großen Bogen um dich machen.


    Leider ist nicht immer alles so wie es scheint, auch in Freundschaften

  • Liebe Engel79 ,

    das ist ja schon ein starkes Stück was die "angebliche" Freundin hier so "abliefert.

    Ich musste mich während meiner Chemo Zeit mit einem Mann rum ärgern der mich im nachhinein betrachtet nur ausgenutzt hat. Er wusste das ich krank war und hat sich trotzdem nichts darum gesch....n. Er hat sich nur gemeldet, wenn er was gebraucht hat. Als ich das erkannt habe, habe ich ihm einen Brief geschrieben.

    Der Brief war nicht böse. Ich hab meine Gefühle geschildert. Wie es mir geht, wenn er sich verhält, wie er sich verhält.

    Sowas in der Art würde ich an deiner Stelle auch machen. Und wenn Du Dir den ganzen Mist einfach von der "Seele" schreibst. Mir hilft das immer enorm. Ob Du den Brief dann abschickst, verbrennst, zerreißt oder sonst was damit machst > egal. Aber deine Gedanken sind "frei" von dieser für Dich giftigen Verbindung. Ich wünsche Dir alles Gute. Fühl Dich gedrückt :hug:

    Mäusel

    Denke nicht so oft an das, was dir fehlt,
    sondern an das, was du hast!

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