Freunde - fehlende Unterstützung

  • Liebe Naticatt , kruemelmotte , MoKo , 18-09-Sonnenschein ,

    Jetzt sind einige Tage vergangen und ich bin immer noch traurig und verärgert. Angelogen hat mich ja nur A... und das für mich ohne Grund. Hatte gehofft dass A... sich noch meldet mit irgendwelchen Ausreden oder Entschuldigung. Bis heute haben sich beide nicht gemeldet. Wie Aenneken schreibt waren es doch eher Abschnittsfreundinnen. Ich bin immer noch am Überlegen ob ich sie nochmal anrufe oder WhatsApp schreibe. Bis jetzt tendiere ich eher zu nein und abhaken. Denke ich habe es nicht nötig hinterher zu laufen.

  • Liebe Tabaluga.

    Deine Gefühle sind total verständlich. So ein Verhalten tut weh. Ich würde mich an Deiner Stelle nicht mehr melden und die Sache abhaken. Du hast schon sehr richtig gesagt, das hast Du nicht nötig! Auf solche "Freundinnen" kannst Du verzichten. Und selbst, wenn sie sich doch noch mal melden, einen solche fiese Lüge könnte ich nicht vergessen und schon gar nicht vergeben.

    Ganz liebe Grüße Naticatt 😘

  • Liebe Tabaluga,


    ich würde vermutlich auch das Ganze abhaken.

    Aber man sieht sich oft zweimal im Leben.. von daher würde ich mir zumindest ein paar Worte gedanklich zurechtlegen, die ich bei einem unerwarteten Zusammentreffen der Einen oder Andren um die Ohren hauen würde..

    ......nur für den Fall..


    Hak's ab, diese Leute sind die Energie nicht wert, die du mit ihnen verschwendest.

    Es werden neue Türen aufgehen. Bestimmt.<3

    MokoNiara- Dunkelkönigin, Schattenkriegerin.

  • Liebe Tasha,

    Du hattest geschrieben, dass du ganz alleine bist. Hast du Menschen gefunden die dich begleiten, Familie, Freunde, Kollegen?

    Liebe grüße

    Caro

    Lassen-Können ergänzt das Wollen-Können wie die Stille die Musik, das Schweigen das Reden, die Nacht den Tag.

    _______


    Kann nicht ich daraus werden – echter, tiefer, neu?

  • Hallo Caro_caro ,


    ich kann nur sagen, das ich von vielen Menschen sehr entäuscht worden bin.

    Eingeschlossen Famile.

    Ich kann auch sagen, das wenn man ein kranker Mensch ist , trotzdem um alles kämpfen muss.

    Wenn du eine selbstbestimmte Frau bleiben willst , braucht man viel Willen und Kampfgeist .

    Wir können gerne darüber diskutieren

    Gruß Tasha :)

  • Liebe Tabaluga ,

    ich persönlich schreibe bei solch einschneidenden Erlebnissen immer einen Brief. Ich schreibe mir die Sachen quasi "von der Seele".

    Ob Du den Brief hinterher abschickst, verbrennst, in Stücke reißt oder was auch immer machst, bleibt Dir überlassen. Über für den inneren Seelenfrieden für einen selbst finde ich das immer sehr erleichternd.


    Ach... und apropos böse sein.. mein Lieblingsspruch dazu: Lächle, denn du kannst sie nicht alle töten. Aber vielleicht so verwirren das sie vor einen Bus laufen.


    LG Mäusel

    Denke nicht so oft an das, was dir fehlt,
    sondern an das, was du hast!

  • Hallo liebe Foris.

    Ich brauche mal Euren Rat. Ich habe einige Freunde und Bekannte, die sich regelmäßig erkundigen wie es mir geht. Das finde ich auch sehr lieb. Wenn ich dann aber eine ehrliche Antwort geben, wie zB vorgestern, als es mir durch die Chemo Nachwirkungen so richtig schlecht ging, kommt bei vielen "Das tut mir leid. Aber Du schaffst das. Du bist stark." Oder "Du bist eine Kämpferin. Lass dich nicht unterkriegen." Ich kann mit solchen Aussagen nichts anfangen. Fühle mich dann nicht ernst genommen. Bin ich zu empfindlich?

    LG an Euch alle Naticatt

  • Liebe Naticatt .

    Als ich die Diagnose bekommen habe, habe ich auch gemerkt, dass mich Phrasen dieser Art und Kalendersprüche je nach Tagesform entweder verletzt oder auf 180 gebracht haben.

    Es ist wie du schreibst, man fühlt sich nicht ernst genommen, der Gesprächspartner nimmt einen damit die Möglichkeit weiter darüber zu sprechen aber er vermittelt auch das Gefühl, dass man ja eigentlich keinen Grund hat zu klagen, denn es wird ja alles wieder gut.

    Ich glaube, dass es die Hilflosigkeit der anderen ist. Die meisten denken vermutlich, dass man den anderen davon ablenken und aufbauen muss.

    Aber eigentlich wollen wir ja nur die Möglichkeit haben darüber zu sprechen. Ohne Lösungsvorschläge oder Glaskugelaussichten.

    Ich habe in meinem Bekanntenkreis zwei Freundinnen, die eine hat den Mann früh verloren, die andere ihr Kind. Beide leiden sehr darunter, dass fast niemand sie auf ihre Verluste anspricht. Als würden die Leute denken, dass man das Thema vermeiden müsse, weil man sonst die Situation noch verschlimmern würde.

    Aber die Situation ist so oder so schlimm, es wird auch nicht besser wenn man so tut, als wäre das alles nicht passiert. Im Gegenteil, sie fühlen sich auch nicht ernstgenommen und sehr einsam dadurch.

    Geht es dir denn wieder etwas besser?

  • Hallo Naticatt , viele wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Einfachste Variante: Sag ihnen, was du brauchst. Etwa so: ich brauche Trost, jemanden, der mir zuhört. Oder was du gerade brauchst.
    dann kommst du mit denen, die dir zugeneigt sind, gut ins Gespräch. Und die anderen brauchst du nicht, sie sind nicht hilfreich.

  • Liebe SaDe.

    Du hast mir wirklich aus der Seele geschrieben! Die Möglichkeit, weiter darüber zu reden, wird einem komplett genommen. Und die Situation wird dadurch auch "verniedlicht". - mach mal einfach weiter, und dann ist alles wieder gut.

    Ich denke auch, dass solche Phrasen einer gewissen Hilflosigkeit entspringen. Und vielleicht der Angst mit einer schlimmen Krankheit konfrontiert zu werden. Mitgefühl zeigen - ja, aber bloß nicht zu sehr drauf einlassen.

    Vielleicht ärgert mich das alles auch so sehr, weil ich ganz anders bin. Wenn mir jemand sagt, es geht ihm nicht gut, frage ich nach und ermögliche ein Gespräch. Vielleicht muss ich lernen, dass nicht jeder so gestrickt ist.

    Was Deine Freundinnen erleben, finde ich sehr traurig. Gerade in einer solchen Situation ist es wichtig, darüber reden zu können. Niemand findet so etwas einfach, aber ich finde, wenn einem jemand wichtig ist, sollte man auch mal die eigenen Befindlichkeiten Hintenstellen und über seinen Schatten springen. Ich sehe eine Freundschaft so wie eine Ehe - in guten wie in schlechten Zeiten. Aber vielleicht bin ich auch einfach naiv.

    Danke Deiner Nachfrage. Heute geht es mir besser. Hätte ich vor ein paar Tagen noch nicht gedacht.

    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Sonntag und hoffe, es geht Dir auch wieder besser. Du hattest es in den letzen Tagen ja auch nicht leicht. Ich bin noch nicht lange in diesem Forum, aber trotzdem haben mich die vielen Todesfälle mitgenommen.

    Ich schicke Dir liebe Grüße. 🥰

  • Liebe Naticatt ,


    ich glaube auch nicht das du zu empfindlich bist. Ich bin da ganz bei SaDe und dir, es ist bestimmt ein gewisses Maß an Hilflosigkeit.

    Ich für mich schaue immer wer ist das und in welcher Beziehung stehen diese Person und ich zueinander. Von einem guten Bekannten erwarte ich keine tiefer gehenden Fragen (ist allerdings schon vorgekommen und hat mich sehr gefreut weil es ernsthaft gewesen ist), eventuell möchte ich da meine eigenen Befindlichkeiten auch garnicht so genau besprechen. Dann freue ich mich einfach darüber, das diese Person an mich gedacht hat und nachgefragt hat (macht ja auch nicht jeder). Und die Phrasen (Du schaffst das, du bist stark, etc...) nehme ich als gut gemeinte Aufmunterung an.

    Bei engen Freunden ist das etwas anders. Ich muss allerdings dazu sagen das ich ein sehr stabiles Netz habe und viel Support erfahre. Mit den engsten Freundinnen spreche ich ganz offen, die fragen auch. Ich erzähle aber auch von mir aus und bitte um Unterstützung. Da sehe ich eine Freundschaft wie du - wie eine Ehe. Aber diese "Ehe" bin ich auch nur mit wenigen, ausgewählten Menschen eingegangen. Und die Auswahl bestand auf beiden Seiten, das heißt jeder kümmert sich in schwierigen Situationen um den anderen.

    Ich bin ehrlich - auch ich gebe nicht jedem, den ich kenne und von dem ich weiß, es geht ihm / ihr schlecht, meinen absoluten Support. Das mache ich im Rahmen meiner Möglichkeiten und ehrlich gesagt auch nur so, wie es mir damit gut geht (ich rede hier nicht von engen Freunden, da ist das etwas anderes).


    Euch allen einen schönen Sonntag,


    Stine

    Ein tiefer Fall führt oft zu hohem Glück    (Shakespeare)


    Stark sein bedeutet nicht, nie zu fallen.

    Stark sein bedeutet, wieder aufzustehen.


  • Liebe Naticatt,

    also erstmal tut es mir wirklich leid, dass es dir von der Chemo schlecht geht. Das ist mies.

    Mit gingen diese Art von Sprüchen auch total auf die Nerven! Meist habe ich geantwortet, dass mir ja nicht viel übrig bleibt, als es zu schaffen. Wenn die Leute beziehungsmäßig nicht nahe genug waren, habe ich auch oftmals eine 0815-Antwort auf die Frage zu meinen Befinden gegeben („Den Umständen entsprechend.“), um keine „blöden“ Antworten/Kommentare zu bekommen. Irgendwann kann man einschätzen, wer‘s kapiert hat bzw. wer‘s ernst meint.

    Drück dich virtuell und hoffe sehr, dass es dir bald etwas besser geht!!

  • Liebe Naticatt ,

    ich kann da irgendwie nicht wirklich mitreden, da bei mir ja nur mein engstes Umfeld davon weiß. Und Chemo und Bestrahlung blieb mir ja zum Glück erspart.

    Am Ende wird alles gut. Und ist nicht alles gut, dann ist es auch noch nicht das Ende!

    2 Mal editiert, zuletzt von Ahyoka ()

  • Es ist ja nett, dass man fragt, wie es dir geht. Doch wahrscheinlich wollen nur wenige die ganze Wahrheit von dir hören. Ich denke, dass leider nur wenige so sensibel sind, um wirklich hilfreich zu sein. Das ist leider traurige Realität.

    Am Ende wird alles gut. Und ist nicht alles gut, dann ist es auch noch nicht das Ende!

  • Ihr Lieben alle.

    Danke für Eure lieben Antworten. Es tut gut zu hören, dass ich nicht einfach nur hyper empfindlich bin. Diese Art und Weise vieler Menschen mit dem Thema Krebs umzugehen, scheint ja normal zu sein.

    Ich denke, ich werde demnächst auch bei einigen Leuten besser mit 0815 Antworten reagieren. Und wer dann nachhakt, ist wahrscheinlich wirklich interessiert.


    Auf jeden Fall bin ich froh, hier über solche Dinge sprechen zu können.

    Ich wünsche Euch allen einen schönen Abend und einen guten Start in die Woche. 💛💜

  • Ich habe es wie Alphabet gehalten. Einfach gesagt, was ich brauche. Meistens musste ich mich einfach nur ausk*tzen. Diejenigen, die nicht drauf eingegangen sind, sind heute nicht mehr meine Freunde.


    Ich muss gestehen, dass ich anderherum auch kein super Zuhörer bin und mich selbst dabei beobachte, wie ratlos ich bin, wenn Freunde mir ihre Sorgen berichten.


    Deswegen würde ich das hier gerne einmal aufgreifen. Naticatt, Summerinthecity, was würdest du dir von den anderen an Zuspruch wünschen? Kannst du das benennen?

  • Hallo Busenwunder.

    Mir geht es in erster Linie um Kommunikation. Hilfestellung habe ich von einigen nahestehenden Menschen, die ich auch frage wenn ich was brauche.

    Was mich einfach ärgert, ist, wenn sich (auch von engeren Freunden) bei mir erkundigt wird wie es mir geht, und dann auf eine ehrliche Antwort meinerseits nur Phrasen kommen oder gar keine Reaktion. Dadurch wird jegliche Kommunikation abgewürgt und ich fühle mich stehengelassen.

    Wünschen würde ich mir einfach eine weitere Nachfrage, wie zB Was genau ist denn im Moment so schwierig für Dich? Oder vielleicht einfach Möchtest Du mit mir darüber reden?

    Wer nur fragt, um Phrasen abzusondern, ist in meinen Augen gar nicht wirklich interessiert sondern erfüllt ein Pflichtprogramm. Bei einfachen Bekannten ist mir das egal. Wenn es aber von Freunden kommt, denen ich auch immer zuhöre, ärgert mich das und ich fühle mich abgespeist.

    Ich bin eine gute Zuhörerin und Versuche, mich in mein Gegenüber hineinzuversetzen.

  • Hey Busenwunder

    mir ist es wichtig, dass die Leute erstmal zuhören, wenn es mir schlecht geht und nicht unbedacht irgendwelche Phrasen raushauen, weil sie sonst ratlos sind. Dann lieber sagen, dass man gar nicht weiß, was man sagen soll. Und konkrete Hilfe anbieten: „Ich bringe euch Morgen Kuchen/Suppe etc.“ Und nicht: „Melde dich, wenn du was brauchst.“

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich verfolge gerade aufmerksam euren Austausch. Ich bin noch ganz neu hier und bekam vor knapp 2 Wochen die Diagnose Brustkrebs. Nachdem ich in der ersten Woche nicht genau wusste, wie ich damit umgehen soll, bin ich mittlerweile soweit, dass ich daraus kein Geheimnis mache. Die meisten reagieren genau so, wie ihr es beschrieben habt. "Das tut mir leid" - "Du packst das schon" und "Scheue dich nicht dich zu melden, wenn du was brauchst". Jetzt geht es mir ja "noch" gut und ich kenne auch meinen Behandlungsplan noch nicht. Die ganzen Voruntersuchungen fehlen auch noch ... was weiß ich, wie ich mich fühle. Es wird sich noch heraus stellen, wer dann noch zur Verfügung steht.

    Aber mal ganz ehrlich - ich bin jetzt ein Typ - ich möchte reden. Das tut mir persönlich gut. Nicht in der Form: was wäre, wenn. Sondern einfach einen Zuhörer ... in meiner Familie habe ich zwar Rückhalt, merke aber auch, das gerne einfach nur Small-Talk gemacht und das Thema umgangen wird. Muss mich auch selbst in die Schranken weisen - zuviel darüber zu sprechen, bringt ja auch nichts.

    Und wenn wir nicht hier alle in einem Boot sitzen würden ... frage ich mich: Würde ich nicht genau so reagieren, wie alle anderen, die nicht betroffen sind?

    Was ich mir hier mitgenommen habe: Sag wie es ist und was du brauchst und von demjenigen erwartest wie Busenwunder und Alphabet es schrieben.

    Ich bin sehr dankbar in diesem Forum gelandet zu sein!

    LG

    ela75