Liposarkom und dann?

  • Liebe Juliane

    Herzlich willkommen von Sarkomi an Sarkomi! Habe allerdings ein strahleninduziertes Angiosarkom ausgelöst durch die Radiotherapie. Schau mal im Unterforum "Sarkome" , dort ist Pelerixi mit einem Liposarkom. Es gibt einige mit einem Leiomyosarkom, vielleicht können die dir auch weiterhelfen. Auf jeden Fall musst du dich an ein Sarkomzentrum wenden mit deinem Rezidiv, wenn du nicht eh schon von einem Sarkomzentrum betreut wirst.

    Alles Liebe, Viviane

  • Hallo Ihr Lieben,

    ich bin neu im Forum und möchte Euch gern meine Geschichte erzählen.

    Im Jahr 2015 hatte ich ständig Schmerzen in der linken Bauchhälfte. Untersuchungen ergaben kein Ergebnis .

    Die Schmerzen wurden immer unerträglicher. Da kam ein Arzt zu dem Entschluß, es käme von der Wirbelsäule. Ich wurde mit Spritzen terapiert, die auch immer 6 Wochen lang die Schmerzen "vertrieben". Aber wenn sie zurück kamen, waren sie stärker denn je. Mein Arzt veranlasste dann ein MRT. Hier wurde an der linken Niere eine erbsengroße "Zyste" gesehen. Dieser wollte mein Arzt auf den Grund gehen.

    Also nochmals in die Röhre zum CT. Das Ergebnis: eine 12 cm lange Raumforderung im linken Bauchraum. Jetzt bekam ich sofort eine Einweisung ins Krankenhaus in die Onkologie. Dort wurden ständig noch zusätzliche Untersuchungen und Gespräche durchgeführt.

    Die für mich zuständigen Ärzte wechselten, so schnell konnte ich garnicht "Luft holen". Es war ihnen Ratlosigkeit anzusehen. Dann wurde ich in ein anderes Krankenhaus eingewiesen. Hier wurde zunächst eine Biopsie durchgeführt. So, jetzt wußte ich , womit ich es zu tun hatte........ein LIPOSARKOM. Mir wurde dann "freundlicher Weise" mitgeteilt, daß im Moment kein Arzt zur Verfügung steht, der mit einem Sarkom vertraut ist. Ich wurde nach Hause entlassen, mit dem Hinweis: sobald der Arzt zur Verfügung steht, bekomme ich einen Anruf. Die Schmerzen wurden immer heftiger, Schmerzmittel verfehlten ihren Erfolg. Ich hatte das Gefühl, in mir wächst etwas heran. Aus dem Alter des Schwangerwerdens war ich aber längst raus. Wöchentlich rief ich in der Klinik an, vergebens. Ich stand kurz vor dem Nervenzusammenbruch, zu wissen, was ich habe und niemand hilft mir. Dann hat sich mein Hausarzt eingeschaltet und in der Klinik unter Druck nachgehakt. Von nun an , ging alles sehr schnell: Sonntag abend ins Krankenhaus, Montag 8.00 Uhr OP. Als ich aus der Narkose erwachte, teilte mir der Arzt mit: "Wir haben den Tumor mit Erfolg entfernt ( 30 cm lang, 3 kg schwer), zusätzlich die linke Niere, li. Nebenniere, Milz, Pankreasschwanz und vom Zwerchfell wurde etwas entfernt. Der Tumor ist sehr aggressiv. Deshalb wurden mir zur Vorsicht noch 30 Bestrahlungen verordnet....................Es hat sehr lange gedauert, ca 9 Monate von Beginn der Schmerzen bis zur OP. Aber ich war glücklich.........endlich geschafft. :thumbup: Aber da hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht :(, genau 3 Jahre später bei der Kontrolluntersuchung wurde wieder ein Sarkom entdeckt. Diesmal wendete ich mich an einen Arzt, der Spezialist auf diesem Gebiet ist. Er operierte sofort. Entfernte den Tumor, dazu den halben Magen und ein Stück vom Colon.

    Er klärte mich ordentlich auf, daß weder Bestrahlung noch Chemo auf diese Art einwirken kann. Es kann jederzeit wieder auftreten. Ich soll jeden Tag, den ich habe genießen, als wäre es der letzte Tag.:?: Jetzt bin ich einigermaßen genesen, warte auf besseres Wetter und werde mein Leben genießen, solange ich es noch habe.

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  • Liebe Juliane

    Tja, das mit den Sarkomen ist leider so eine Sache, bei G3 Sarkomen sind Rezidive sehr häufig und schlecht bis nicht behandelbar und wenn dir dein Sarkomarzt dazu rät, das Leben zu geniessen, dann deshalb, weil eben die Rezidivwahrscheinlichkeit so enorm hoch ist. Auch ich bin mir der äusserst schlechten Prognose täglich bewusst. Vielleicht wechselst du am besten ins Unterforum Sarkome, da antwortet dir vielleicht pelerixi zielgerichtet zum Liposarkom!

    Alles Liebe und Gute,

    Viviane

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  • Liebe Juliane,


    herzlich willkommen in unserem Forum. Ich freue mich, dass Du uns gefunden hast, denn hier gibt es mehrere Foris, die auch Sarkome haben und mit denen Du Dich austauschen kannst. Schau mal bitte hier: Sarkome oder gleich hier: Liposarkom. Ich wünsche Dir alles Gute und schicke Dir ein Paket mit Kraft, Mut und Zuversicht.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • Liebe Juliane,


    ich möchte dich auch ganz herzlich hier willkommen heißen!


    Ich hatte kein Liposarkom, sondern ein Leiomyosarkom. Deine Geschichte hat mich sehr berührt und es tut mir sehr leid, dass du schon ein Rezidiv hattest. Natürlich kann ein Rezidiv wieder auftreten, aber es muss das nicht zwangsläufig, es gibt immer noch die Chance, dass jetzt Ruhe ist! Das heißt nicht, dass ich das jetzt schön reden will, mir ist sehr wohl klar, was Sarkome bedeuten! Aber ich bin mir auch sicher, dass es auch bei Sarkomerkrankten immer noch einen Prozentsatz, egal wie klein er ist, gibt, die trotz einmaligen Rezidiv, den Krebs überleben!


    Und jetzt machen wir das Beste aus unserem Leben und machen (fast) jeden Tag zu einem Feiertag ;)...


    Ich wünsche dir auch Kraft, Zuversicht und ganz viel Lebensfreude,

    Wölfin :hug:

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • Hallo Juliane :hug:


    wie oben angekündigt gibt es mich :D, ich war eine Weile nicht im Forum. Heute hat es mich dorthin gezogen und siehe.............ich werde gesucht.

    Liebe Juliane, mein Liposarkom im Oberschenkel wurde im Januar 2014 entfernt. Ich hatte das Glück, gleich in ein kompetentes Sarkomzentrum eingwiesen zu werden. Schon während der OP erhielt ich die erste Bestrahlung, die anderen 29 dann wöchentlich. Mein Sarkom war auch riesig, ich hatte aber keine Schmerzen nur ein Druckgefühl.

    Jetzt, 5 Jahre nach der OP kann ich dir sagen, mir geht es gut :love: Klar, die große Narbe ziept und es gibt schon Einschränkungen, die berühmte Fatigue hat mich auch dann und wann im Griff. Rezidive habe ich bis jetzt keine. Schreib, wenn ich dir helfen kann:hug: Jetzt gehe ich erst einmal die Sonne genießen.

    Euch allen in dieser Gruppe einen wunderschönen sonnigen Freitag

    Grüßle pelerixi

  • Hallo liebe alle,


    ich bin 34, eigentlich "kerngesund", habe viel Sport gemacht und immer gut ernährt, und wurde im Januar mit einem Liposarkom (gut differenziert) am rechten Obershcenkel diagnostiziert. Größe ca. 9cm.

    Der ganze Spaß wurde dann zum Glück rausoperiert, auch mit genug Sicherheitsabstand (gesundes Gewebe), eine Chemo bzw. Strahlenbehandlung wurde als nicht nötig angesehen zu diesem Zeitpunkt. Da aber auch ein Stück Muskel und Nerven entfernt werden mussten, bin ich jetzt grade dabei, wieder Laufen zu lernen und komme in ein paar Wochen in Reha.


    Jetzt im April steht die erste Kontrolluntersuchung an (MRT), und ich bin schon TOTAL nervös. Muss mich am Riehmen reißen, nicht ständig dran zu denken, und das "rabbit hole" von "Was ist wenn....??" hinunterzufallen.

    Ich würde mich sehr sehr gerne austauschen über eure Erfahrungen mit einem ähnlichen Behandlungsweg. Ich fühle mich zumindest momentan nicht so ganz zugehörig zur Kategorie "Chemo/Strahlenbehandlung" etc., weil es das ja bei mir (noch) gar nicht gab. Dennoch gehts um Krebs, was nicht zu vernachlässigen ist. Einfach als "abgeschlossen" kann ich das Ganze daher auch nicht sehen. V.a. die Sorge um "Was ist wenn?" treibt mich wie gesagt sehr um.


    Freue mich über eure Erfahrungsberichte, und vll auch Tipps, wie ihr mit dieser Situation umgegangen seid bzw. umgeht.


    Grüße :)

    Susanne

  • Liebe Susanne,


    ich möchte dich ganz herzlich in diesem Forum begrüßen, auch wenn der Anlass dazu alles andere als wünschenswert ist!


    Ich hatte vor 5 Jahren ein Leiomyosarkom (in der Gebärmutter) und seitdem sind alle Nachsorgen o.B.! Bei mir gab es auch keine Nachbehandlungen, nur alle 3 Monate Gyn.Nachsorge mit Ultraschall und 1x/ Jahr Lungen-CT.

    "Was ist wenn...?", kennen alle hier und bei dir ist die ganze Angelegenheit ja auch noch ganz frisch, das mußt du doch erst einmal verarbeiten.

    Diese Ängste sind so normal und die gute Nachricht ist, es wird besser, auch wenn man sich das anfänglich nicht wirklich vorstellen kann.

    Ich habe am Anfang auch ganz schön an dieser Angst herumgeknapst. Da hatte ich dann auch dieses Forum gefunden und die Erfahrungsberichte der anderen, ihr Verständnis und Mitgefühl haben mir sehr geholfen, hier konnte ich meine Ängste auch benennen.


    Mittlerweile beschränkt sich die Krebsangst meistens nur auf die Nachsorgen, oder wenn irgendetwas Körperliches ist, das ich nicht einordnen kann, ansonsten lebe ich wieder recht normal ;).
    Lass dich nicht unterkriegen, lass uns an deinem Befinden teilhaben, frage, tausche dich aus und alles Gute!


    Liebe Grüße

    Wölfin :hug:


    Ach ja, Pelerixi, hier im Forum, hatte auch ein Liposarkom, die ist zwar nicht mehr so häufig im Forum, aber wird sich bestimmt auch mal hier melden.

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • Liebe Susanne001

    Herzlich willkommen bei uns Sarkomis. Ich bin in der gleichen Situation wie du, nur OP, weder Chemo noch Strahlentherapie (denn daher habe ich das Angiosarkom ja). Allerdings war meines sehr wenig differenziert und die Prognose ist sehr schlecht. Ich habe alle 4 Monate Nachsorge Termin und habe auch jedes Mal sehr grosse Angst. Bisher habe ich das Sarkom 9 Monate überlebt. Ich versuche mir zu sagen, dass diese Angst ein sinnloser zusätzlicher Stressfaktor für mich und mein Immunsystem ist und dass es reicht, mich dann damit auseinanderzusetzen, wenn ich weiss, dass wieder was gewachsen ist in mir, das da nicht hingehört (Rezidiv oder Metastasen). Das alles ist natürlich leichter gesagt als getan, aber diese Angst soll NICHT unser Leben dominieren, denn das Leben ist schön!

    Alles Gute und LG,

    Viviane


    P.S: Mir hilft am besten gegen diese Angst Alltag, normales Leben mit Arbeit, Sport, Kultur und ganz viel Familie!

  • Hallo Susanne,

    auch von mir ein herzliches Willkommen, auch wenn wir alle auf den Anlass hätten verzichten können. Ich habe vor 7 Monaten die Diagnose Leiomyosarkom in der Gebärmutter bekommen, alles wurde per Bauchschnitt entfernt und danach auch keine Chemo/Bestrahlung. Bis November war ich krankgeschrieben, dann Dez. und Jan. Wiedereingliederung und seit Feb. arbeite ich wieder Vollzeit. Ich weiß auch nie so genau, ob ich mich als gesund oder doch irgendwie krank bezeichnen soll :/. Körperlich bin ich zwar aktuell krebsfrei, aber alle 3 Monate zur Nachsorge, geht das ganze Gefühls- und Gedankenchaos wieder los...:rolleyes:. Ich kann dich daher gut verstehen und drücke dir schon mal die Daumen für die Nachsorge. Wir können nur hoffen, dass alles ruhig bleibt und dieses fiese Teil nie nie wieder kommt:!:

    Genieße alles so gut wie möglich,

    lg Kessu :hug:

  • Liebe Susanne,


    und noch ein ähnlicher Fall: ich hatte ebenfalls ein Leiomyosarkom (ED Dezember 2017). Ebenfalls aus Gebärmuttergewebe entstanden, aber außerhalb angesiedelt auf dem Dickdarm, Zufallsbefund bei meiner Gebärmutterentfernung.


    Der Tumor (17cm) wurde mit 20cm Darm entfernt. Ich habe dadurch nach wie vor einige Nachwehen... Chemo und Bestrahlung hatte ich, wie meist bei Sarkomen, keine. Da mein Tumor hormonsensibel ist, bekomme ich eine Antihormontherapie, die sonst bei hormonsensiblem Brustkrebs gegeben wird.


    Meine Nachsorge besteht für die ersten 2 Jahre aus: alle 3 Monate Gyn mit Ultraschall Becken, MRT des Bauchs und Röntgen der Lunge, weil sarkome dahin wohl am ehesten streuen. Und Blutwerte werden bestimmt.


    „Krank“ fühle ich mich in erster Linie durch die Nebenwirkungen des Medikaments und, auch wenn das merkwürdig klingen mag, halt durch die ständigen Arzttermine, etc.


    Aber so richtig Fisch oder Fleisch bin ich da auch stimmungsmäßig nicht. Laut Onkologenbrief habe ich vollständige Remnission. Aber Sorge und Angst bleibt. Ich kann dich also bestens verstehen. Es wird, auch wenn das grade am Beginn, an dem du dich ja noch befindest, kaum zu glauben ist, mit der Zeit besser. Wann es wieder richtig gut ist, weiß ich noch nicht. Oder ob es niemals wieder so wird wie „vorher“, vom Gefühl her...


    Auf jeden Fall herzlich willkommen und alles Gute für deine anstehende Untersuchung. Ich bin im April auch wieder dran...

  • Liebe Wölfin , liebe Viviane1968 : Vielen vielen Dank für euer ausführliches Schreiben. Das hilft mir jetzt schon! Es hilft ja sogar schon, einfach mal mit jemandem reden (bzw. schreiben) zu können, der auch davon betroffen ist/war. Damit man sich nicht als die einzig "Glücklose" fühlt, weil so kann es zumindest mir manchmal vorkommen. Allen gehts gut und jeder geht ihres Weges, und ich bin die (gefühlt) Einzige, die es so getroffen hat. :/


    Ich kann mir vorstellen, dass die Angst vor dem "Was wenn? " tatsächlich irgendwann nachlässt. Vll ist der menshcliche Geist einfach auch nicht in der Lage, sich STAENDIG mit sowas zu befassen, schließlich geht irgendwann ja auch wieder der Alltag los - Rechnngen müssen gezahlt werden, die Arbeit geht weiter, usw usw. Vielleicht ist es tatsächlich einfach noch verdammt früh, heute, genau zwei Monate nach der OP.


    Ich denke mir jetzt immer, ich kann sowieso nichts dran ändern, egal wie es kommt. Ich kann mich weiterhin gut ernähren, dafür Sorgen dass mein Körper gut versorgt ist, das Stresslevel niedrig halten usw . - und falls es dann DOCH anders kommen sollte, na dann ist es eben so. (Manchmal ist das natürlich leichter gesagt als getan...) Wie du richtig sagst Viviane1968 , ich will nicht, dass das mein Leben so dominiert, und mir jede Freude raubt.


    Kessu ja das hab ich mich auch schon gefragt - bin ich denn jetzt krank oder nicht? Also krank, weil Fuß geschwollen usw, aber EIGENTLICH... bin ich doch krebsfrei?! Vielleicht muss man das wie vor Gericht sehen, solange nichts bewiesen ist (sprich, neu kommt), gilt die Krebsfrei-Vermutung! :P

    CrapCrab , hui, das klingt nicht einfach auch bei dir. V.a 17cm Tumor - das ist ja wirklich total gross! Meiner war wie gesagt ca. 9cm (oder 11cm, weiß ich grade nicht mehr), aber da hieß es schon, das sei relativ groß. 17cm... und mit Darmstück... ich hoffe wirklich sehr, sehr, dass du trotzdem auch wieder auf die Beine kommst!! <3

    Und gute Erinnerung mit dem Lungen CT - das möchte ich auch bitte dabei haben bei meinem Kontrollbesuch nächsten Monat. Vor Streuung hab ich glaub noch mehr Panik als vor dem "Mutterschiff"! ?(

  • Hallo Susanne,


    ich kannte deine Gedanken auch (glücklos ;)), aber da mußte ich mir ganz schnell von meiner Familie/Freunden anhören, dass doch das Gegenteil der Fall wäre. Häh? "Ja", meinten sie, "ich hätte doch Glück gehabt, dass überhaupt das Sarkom entdeckt worden ist und es entfernt worden ist".

    Na ja, das hat mich anfänglich nicht als Glück überzeugt, hätte ich doch lieber auf die ganze Sache verzichtet...


    Im Nachhinein hat die Erkrankung aber auch Positives gebracht, meine Lebensqualität hat sich verbessert, denn ich lebe bewußter (nicht 24 Std. lang ;)) achte mehr auf mich (meine Bedürfnisse) und genieße auch die kleinen Freuden mehr!

    Es ist also nicht alles Scheibenkleister :) ...


    Liebe Susanne, liebe CrapCab, liebe Viviane,

    ich wünsche euch schon jetzt alles, alles Gute, also ein dickes o.B. :thumbup:für eure Nachsorgen!


    Liebe Grüße an alle,

    Wölfin :hug:

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • Erst einmal vielen Dank für die guten Wünsche zur Nachsorge :hug:

    Es hilft ja sogar schon, einfach mal mit jemandem reden (bzw. schreiben) zu können, der auch davon betroffen ist/war. Damit man sich nicht als die einzig "Glücklose" fühlt, weil so kann es zumindest mir manchmal vorkommen. Allen gehts gut und jeder geht ihres Weges, und ich bin die (gefühlt) Einzige, die es so getroffen hat. :/

    Hallo Susanne,


    ich kannte deine Gedanken auch (glücklos ;)), aber da mußte ich mir ganz schnell von meiner Familie/Freunden anhören, dass doch das Gegenteil der Fall wäre. Häh? "Ja", meinten sie, "ich hätte doch Glück gehabt, dass überhaupt das Sarkom entdeckt worden ist und es entfernt worden ist".

    Na ja, das hat mich anfänglich nicht als Glück überzeugt, hätte ich doch lieber auf die ganze Sache verzichtet...

    Ja, diese Gedanken kenne ich auch. Bei mir war es ja tatsächlich "Glück im Unglück", dass mein Tumor zufällig bei der Gebärmutter-Entfernung entdeckt wurde. Ansonsten wäre es wohl lebensbedrohlich und fulminant geworden (unkontrolliertes weiteres Wachstum ohne Symptome bis zum Darmverschluss aus heiterem Himmel o.ä.). Und dafür bin ich ein gutes Stück dankbar, klar. Auch, dass ich noch die harmlosere Variante mit hoch differenzierten und nur sehr wenigen entarteten Zellen hatte - aber eben 17cm und auch mit Einwachsen in den Darm nebst Lokalmetastase. Also von allem (gut und böse) ein bisschen. Und eben Glück im Unglück...


    Was mir manchmal ein bisschen schwer fällt, ist die Erwartungshaltung Vieler in meiner Umgebung zu erfüllen, dass ich keine Sorge und bei bei einem oB in der Nachsorge doch eigentlich keine Angst vor Rezidiv oder Metastasen habe mehr haben "dürfe". Am besten gar keine negativen Gedanken wegen irgendwas anderem, weil ich doch dankbar sein muss, nun als geheilt zu gelten...

    Ein wenig sarkastisch denke ich manchmal: Wie viele von den "Nicht-Krebskranken" tanzen denn jeden und den ganzen Tag vor Freude auf dem Tisch, weil sie keinen Krebs haben, und sind nie niedergeschlagen, weil sie ja ein noch so viel größeres Glück als ich haben? Ich weiß, nicht ganz fair;), aber an manchen Tagen schlagen die Gedanken so ihre eigenen Kapriolen.

    Auch mein Leben hat sich sehr verändert, u.a. arbeite ich nur noch 50%, lebe bewusster, etc., wie so viele hier. Deshalb ist meine Situation, abgesehen von den Nebenwirkungen durch die AHT und die Sorgen davor, dass noch einmal etwas nachkommt, tatsächlich nicht schlechter als vor der Diagnose, sondern in einigen Bereichen besser und schöner.


    Und ich versuche trotz allem bis hierhin gesagten, optimistisch zu bleiben und das Beste aus der Situation zu machen.


    Allen, die die Nachsorge vor der Nase haben, natürlich auch meine besten Wünsche für ein fettes oB!

  • Liebe CrapCrab ,

    ich hänge mich mal mit hier rein. Genauso wie dir, mit deinem Umfeld ( Bekanntenkreis und Familie und Arbeitskollegen ) geht's mir auch. Ich muss mir auch anhören, dass ich ja so Glück hatte und keine Chemo brauchte und ich meine Haare nicht verloren habe und man mir die Krankheit ja gar nicht ansieht und deshalb bin ich ja gesund , Hä? Ich hatte trotdem Krebs und op und Bestrahlung und muss jahrelang Aromatasehemmer nehmen ( wer weiss was die noch anrichten)aber wehe ich hab negative Gedanken, wie diese Woche vor meinem allerersten MRT, da hätte ja wirklich alles mögliche endeckt werden können....aber es war o.B. Nichtbetroffene können die Ängste die wir ausstehen weder nachfühlen noch nachvollziehen, das hört man bei so vielen und es ist einfach so.

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende

    L.g.von Amy

  • Sehr recht habt ihr beide, bzw. alle drei! Mein coach hat es eigentlich aber ganz gut ausgedrückt, schon im Januar. Er meinte wenn du willst, kannst du dich auch als die glücklichste Frau der Welt bezeichnen. Alles eine Sicht der Betrachtung - die OP lief gut, der Pathologie Befund war gut, du konntest dir ein Privatkrankenhaus bei einem der besten Ärzte des Landes leisten (lebe in der Türkei, daher war die OP in Istanbul), KEINE Metastasen, etc. etc.

    Da hat er natürlich recht, aber es stimmt schon, die Sorge, dass nochmal etwas kommt, dieses Gefühl versteht keineR der davon nicht direkt betroffen ist oder war. Das ist einfach so. Ich glaube es ist sehr sehr wichtig, sich solche "negativen GEdanken", und die Angst auch nicht wegreden zu lassen. Das ist ja schließlich total normal, und vollkommen menschlich! Ich denke es ist eben einfach ein Prozess, damit umgehen zu lernen, und sich, wie ich am Anfang meinte, nicht völlig davon einnehmen zu lassen - manchmal natürlich leichter gesagt als getan.


    @Crapcab, so habe ich das bisher noch gar nicht mitbekommen muss ich sagen, dass das Umfeld "erwartet", dass man jetzt ohne Sorgen ist. Aber das kann evtl noch kommen, ich stehe ja so gut wie ganz am Anfang.


    Alles Gute diese Woche Amy48 , für dein erstes MRT. Meines steht am 10.4. an .

  • Liebe CrapCrab, liebe Alle,


    das kenne ich auch nur zu gut, die Erwartungshaltung anderer, man könne/müsse ja nun krebssorgenfrei sein, spätestens, wenn man die symbolische 5-Jahresmarke geknackt hat. Ein naher jüngerer Verwandter drückte es mal charmant so aus: "Kriegen doch heutzutage alle irgendwann Krebs und nun hast du doch das gleiche Risiko zu (wieder zu)erkranken wie alle anderen." Na ja, wenn das vielleicht nicht eine gänzlich falsche Logik ist, es fühlt sich bei mir ganz anders an. Jede Nachsorge fühlt sich sehr beängstigend an und ich wünschte mir manchmal doch ein bisschen mehr Mitgefühl von meinen Lieben...

    Aber zum Glück gibt es dieses Forum :) , hier fühle mich verstanden und ich habe darüber auch tolle private Kontakte entwickeln können :hug:.


    Liebe Grüße,

    Wölfin


    Liebe Amy,

    ich drücke ganz fest die Daumen für dein MRT:thumbup:!

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)