Bin Neu dabei

  • Habe lange gebraucht um mich in einer Selbsthilfegruppe anzumelden-aber nun wage ich es. Ich hab die Diagnose im September 18 bekommen und seitdem ist viel passiert. Ich werd nächste Woche 47 und freue mich auf den Austausch von Frauen die das gleiche Schicksal ereilt hat.

  • Hallo Jacky72 ,

    herzlich Willkommen,meine Diagnose bekam ich im April 2017,genau zu meiner Silberhochzeit.

    Näheres steht in meinem Profil.

    Welchen Tumor hattest Du?

    Mir geht es momentan sehr gut und ich hoffe dass ich mit dem Mistvieh abgeschlossen habe.


    Liebe Grüße sendet Dir

    Giecher:*

  • Hallo Griecher,

    Ich hab im September 17 die Diagnose Brustkrebs bekommen. Hatte im Oktober dann die Tumorentfernung, keinen Lymphknotenbefall und Hormonabhängig. Demzufolge brauchte ich keine Chemo und bekam 28 mal Bestrahlung. Damit war ich kurz vor Weihnachten fertig und kam im Januar in die AHB. Nun kann ich immer noch nicht wieder arbeiten weil sich Lymphödeme gebildet haben.

    Hab in die ausführliche Info über dich im Profil gelesen....ich ziehe meinen Hut, dann hast du ja einen sehr langen beschwerlichen Weg hinter dir und das du soviel Kraft in dir hast das es dir heute gut geht. Hattest du Hilfe, konnte dir jemand "Beistehen"? Ich bin leider recht alleine und muss mich durchkämpfen mit allen möglichen widrigen Umständen. Dennoch bin ich froh das ich auch die letzten Monate recht gut auf die Reihe bekommen habe obwohl mich meine Ärztin im Regen stehen lassen hat.

    Ich bin recht Menschenscheu geworden, viele sogenannte Freunde melden sich gar nicht mehr und ich mich auch nicht da ich anderen nicht zur Belastung werden will. Ist kompliziert für mich geworden. Vielleicht kannst du mir raten was ich tun kann um mehr lebensfreude zurück zu gewinnen. Liebe Grüße 😘Jacky72

  • Hallo Jacky72 ,

    das tut mir echt leid,dass Du so alleine bist.....

    Ich habe das Ganze nur geschafft,indem ich so weitergelebt habe wie vor der Diagnose.Wir haben eine Heizung/ Sanitär Firma und ich habe trotz allem 40 Std./ Woche weitergearbeitet,dass hat mich sehr gut von den Nebenwirkungen abgelenkt.Mein Hobby Sportkegeln mit Wettkämpfen habe ich auch durchgezogen.

    Kannst Du nicht irgend einem Verein beitreten oder Yoga machen? Da lernt man neue Leute kennen und macht noch was für die Gesundheit.

    Eine Selbsthilfegruppe war persönlich nichts für mich,da geht es ja auch dauernd um die Krankheit und das will ich nicht.Manchmal wird mir hier auch alles zuviel,wenn jemand mit Metas schreibt oder es wieder eine nicht geschafft hat.

    Das macht mich dann sehr traurig und ich brauche dann eine Pause .Ich denke , dass jeder damit anders umgeht und das ist gut so.

    Ich denke aber,dass Deine Freunde nicht wissen,wie sie mit Dir umgehen sollen....

    Mein Mann und meine Freunde waren damals auch überfordert.Denke mal drüber nach,wie Du früher bei so einer Diagnose bei jemand anderen reagiert hast,da dachte man sich auch,ohjeee der/ die Arme aber hoffentlich begegne ich dem jenigen nicht.Man weiß ja als Außenstehender nicht , was man sagen soll......

    Mir haben die Worte damals während der Chemo auch nichts gebracht,z.B.wird schon,Du packst das usw......aber die meinten es gut und ich rate Dir mal Deine Freunde zu kontaktieren und nachfragen,wie die sich gefühlt haben.

    Du hast den Krebs besiegt und das ist super,versuche ein normales Leben zu genießen,wir haben nur ein Leben.

    Jetzt wird es auch einfacher,wenn die Sonne scheint und es wärmer wird,dann denkt man auch nicht mehr so dunkel.

    Ich wünsche Dir dabei alles Gute

    und Du kannst mir jederzeit schreiben

    Gieche

  • 🙋‍♀️🙋‍♀️ Jacky72

    Willkommen hier im forum.

    Ich wurde im dezember 2017 an bk operiert.mein tumor war 100%hormonabhängig.sollte bestrahlungen und tamoxifen bekommen.auf grund einer heilungsstörung konnte ich nicht bestrahlt werden.zeit zwischen op und strahlenbeginn war zu lange 6 monate.jetzt nehm ich seit mai 2018 tam und komm damit prima zurecht.

    Lg frankenlady

  • @griecher71

    Ja du hast vollkommen Recht, das sich andere damit überfordert fühlen und mit der Situation nicht umzugehen wissen. Ich bin allerdings sehr offen und locker damit umgegangen, das hat auch einige Abgeschreckt🤷‍♀️. Mit Vereinen etc. Ist es hier sehr schwierig- ich kenne hier niemanden und hätte auch keine Ambition irgend etwas gern zu machen oder an etwas Spaß zu haben. Ich mache ja auch so weiter wie vor der Diagnose, nur das vieles einfach nicht mehr geht oder überhaupt möglich ist. Ich komme mit den Neben- und Nachwirkungen nicht klar- hoffe immer das es besser wird aber es kommt immer wieder neues dazu.

    Auch andere Schwerwiegende Probleme belasten mich zusätzlich und lassen mich oft verzweifeln.

  • Hallo Jacky72 ,

    ja das alte Leben ist vorbei, aber es hat ein neues begonnen. Man muss sich quasi neu erfinden. Für andere ist das unerwartet, wenn die Therapie beendet ist soll man so sein wie vorher.

    Das ist aber nicht so und viele ziehen sich zurück. Man sieht wieder aus wie vorher, ist aber jemand anders geworden durch die Erkrankung. Wenn du gar nicht klar kommst, dann kann ich dir nur raten, bemühe dich um eine psychologische Unterstützung. Je eher man das anleiert, desto besser, da die Termine doch schwierig sind. Ich habe in früheren Beiträgen mal etwas ausführlicher darüber geschrieben, die kann jeder lesen....

    Ich möchte dir nur ans Herz legen, nicht kapitulieren, Bestandsaufnahme machen und erreichbare Ziele anstreben. Es ist ein neues Leben, aber es muss nicht schlechter sein als das alte. Die alten Blätter sind gefallen, aber die neuen Knospen sind schon da.

    Einen guten Weg und Mut wünscht Tschetan.

  • Liebe Jacky72,


    ich kann meiner Vorschreiberin nur 100% beipflichten. Dem Umfeld darf man manche Reaktionen nicht übel nehmen, sie sind schließlich auch hilflos. Ich habe mich in der Zeit der Chemo auch von einigen Menschen bewusst zurückgezogen, weil mir der Umgang in dieser belastenden Zeit zu anstrengend war, jetzt geht es schon wieder besser.

    Ich denke, man muss akzeptieren, dass manches nie wieder wie früher ist, aber seinen Optimismus behalten, dass das Leben wieder schön wird, wenn vielleicht auch anders als früher. Und es ist schon eine tolle Leistung, das Ganze überhaupt zu überstehen und sich den Herausforderungen jeden Tag neu zu stellen, da kannst du stolz auf dich sein.

    Ich z.B. freue mich, nachdem ich zum Ende der Chemo körperlich komplett am Ende war darüber, dass ich seit knapp zwei Wochen wieder meinen Haushalt selbst in Schuss halten kann, das musste vorher alles mein Mann machen. Das mag vielleicht in den Augen "normaler" Menschen nicht viel sein, aber für mich ist es das.

  • Liebe Samsmom,

    ja ich kann es gut nachvollziehen das man über jeden kleinen Fortschritt sehr glücklich ist und sei es noch so klein und banal. Ich muss erst lernen damit bei mir umzugehen, ich bin ein furchtbar ungeduldiger Mensch mit mir selbst- ich fordere von mir selbst zuviel und dadurch kommen dann halt Rückschläge oder ich bin entsetzt über mich das ich einfach nicht mehr so kann wie ich möchte und müsste. Mir steht ein großer Umzug bevor und ich hab schon jetzt arge Bedenken wie ich das alles schaffen soll- dadurch entstehen Ängste und eine gewisse Panik. Ich komm aus diesem Kreislauf einfach nicht heraus. Ja, jeder hat sein Päckchen schwer zu tragen und ich wäre froh wenn ich einen Partner hätte der mich in irgend einer Weise unterstützen könnte. So wupp ichs irgendwie allein und hoffe das alles gutgeht.

    In der AHB wollte ich so gern Walking mitmachen- doch musste ich feststellen das ich nach 500 Metern solche Schmerzen in den Beinen hatte das den restlichen Tag gar nix mehr ging. Ich hab dort tierisch an Gewicht zugelegt und war einfach nicht mehr in der Lage eine Treppe normal hoch zu gehen. Untersuchungen beim Reha-arzt ergaben Nix...nur Schulterzucken und mich einfach nicht ernst zu nehmen. Meine Gynäkologin hat auch abgeschlossen und mich zum Hausarzt weiter geschoben. Somit schloss sich der kreislauf mit selbstzweifeln ,so als ob ich mich einfach zu sehr "anstelle".

    Und wenn ich hier so einige Profile lese....dann hab ich ja eine relativ "einfache" Prozedur hinter mir, ich ziehe wirklich den Hut vor allen die es geschafft haben diese schweren Zeiten durchzustehen. 🍀🍀🍀

  • Liebe Jacky72,


    herzlich willkommen in unserem Forum. Ich freue mich, dass Du uns gefunden hast, denn jetzt bist Du nicht mehr alleine. Die Gefühle, die Du beschreibst, kenne ich auch sehr gut. Es ist sehr schwer aus diesem Kreislauf auszubrechen, vor allem, wenn man noch zusätzlichen Stress hat. Hoffentlich hilft Dir der Austausch hier und stärkt Dir den Rücken. Ich wünsche Dir alles Gute und schicke Dir ein Paket mit Kraft, Mut und Zuversicht.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.