Dosisdichte Chemo alle 2 Wochen, meine Erfahrungen

  • Hallo an Alle,


    Die Vorstellungsrunde überspring ich mal. Ich lese auch schon einige Wochen hier mit, was mir auch schon viel geholfen hat.

    Und das ist auch der Grund warum ich jetzt auch mal meine Ehrfahrungen teilen möchte.


    Dafür ein ganz herzliches Danke schön an Alle Schreiberinnen.


    Am Sa. den 10. Nov. einen Tag nach meinem 51. Geb.habe ich zufällig einen Knubbel in meiner linken Brust gefühlt. Ich war gleich über die Grösse des Knubbels erschrocken. Denn ich empfand ihn als richtig gross. Warum hab ich das erst jetzt bemerkt? Naja, irgend wie war ich Anfangs noch nicht soo ängstlich. Aber schon bei bei der ersten Untersuchung per US bei der Gyn wurde mir gesagt, das es nicht so harmlos aussieht. Also ab zur Mammographie und allen möglichen Untersuchungen. Das kennt Ihr ja.


    Als es dann klar war das es Brustkrebs ist, hat mich erstmal nur interessiert, ob ich das überlebe. Ich hatte nur noch diesen einen Gedanken. Habe an Patientenverfügung, Testament und solche Dinge gedacht. Habe mir sogar vom Notar die Unterlagen schicken lassen.Nachdem mir mehrere Ärzte zwar nicht zu 100 Prozent sagten, das ich das sehr wahrscheinlich überlebe und auch wahrscheinlich ganz gesund werden kann, ging es mir schon deutlich besser.

    Klar ....Garantie gibt es nicht.

    Ich habe ja dann auch Infos aus dem Netz gesammelt. Und zwar nur von offiziellen Seiten wie Krebsinformationsdienst u.s.w. Habe ganz bewusst sämtliche Foren gemieden. So habe ich also lansam immer mehr Infos bekommen.

    Ganz lapidar gesagt: Wenn schon Krebs, dann bitte Brustkrebs, da dieser so oft vorkommt und wahnsinnig viel daran geforscht wird.


    Wegen Weihnachten, Jahreswechsel u.s.w.hat sich das dann alles etwas hinaus geschoben. Hatte dann am 4.1.die Bet, da die Biopsie keine eindeutigen Werte ergeben hat. 4 Tage nach OP konnte ich heim. Am 24.1. dann nochmal Op, da beim ersten mal die Wächterlymp. nicht erwischt wurden. 3 Tage nach Op wieder entlassen. Nun wurden 16 Lympkn. entnommen von denen 5 befallen waren. Beim 2. Op Termin wurde der MRSA Keim festgestellt, und ich hatte ein schönes Einzelzimmer. Bei beiden Eingriffen hatte ich kaum Schmerzen, und es hat alles wirklich gut geklappt.


    Somit war auch klar, Chemo muss gemacht werden.


    Das war ein richtiger Schock für mich. Denn die ganze Zeit war ich ja total optimistisch, das ich drum rum komm. Obwohl ich irgend wie auch gewusst habe, das es eben doch sein kann.


    Am 18.2. Wurde der Port gelegt, am 19.2. Erste Chemo. Mir kam das alles sehr lange vor, bis es weiterging. Ich hatte ja auch gelesen, das es gewisse min und max Abstände zwischen OP und Chemobeginn empfohlen werden. Ich war nun doch schon über der Zeit. Was ich sagen will, ..... zuviel Info tut mir nicht gut. Das macht mich eher kribbelig, ungeduldig und beschert mir schlaflose Nächte.


    Ich vertraue meinen Ärzten und habe dann das ganze lesen im Internet stark reduziert.


    Meine Therapie lautet also Dosisdicht, alle 2 Wochen.

    3 mal (EPI) Epirubicin, danach 3 mal (Pacli) Paclitaxel, danach 3 mal (Cyclo) Cyclophosphamid


    Die ersten 4 Gaben habe ich nun geschafft und will von meinen NW erzählen. Mir ging es mit den ersten 3 Epis garnicht so gut. Mir war irgendwie Dauerschlecht. Auch mit Tabletten ging es nicht ganz weg. Die ersten 5 Tage nach der Gabe habe ich Tabletten gebraucht, und die restlichen Tage gings dann zwar von Tag zu Tag etwas besser, aber eben nicht ganz ohne Übelkeit. Sobald ich mich bewegt habe, wurde es mir schlechter. Also habe ich eben viel gelegen.


    Apetitt habe ich die ganze Zeit, konnte nur nicht alles essen. Alleine der Gedanke an manche Dinge brachte mich fast zum spucken. (Glücklicherweise musste ich das bisher nicht) . Süsses geht immer. Und auch sonst gibt es genügend für mich. Anfangs konnte ich vieles gar nicht riechen. Mein Mann sagt, ich habe eine Hundenase bekommen.



    Da ich glücklicherweise einen Hund habe, bin ich mehrmals Täglich raus gekommen. Mal zu Fuss, aber auch ganz oft mit dem Rad. Das war nicht so anstrengend. Denn ich war und bin die ganze Zeit auch ganz schnell aus der Puste. Haushalt, Einkaufen und sonstige Tätigkeiten bleiben fast ständig liegen. Mein Mann hat damit zum Glück kein Problem, ganz im Gegenteil.


    Ach ja, noch etwas. die Spritze ein Tag nach der Chemo, für die Blutkörperchen. Also das ist kein Problem, spritz ich mir selber, spürt ich gar nicht. Hatte bis jetzt auch nur einmal nach 7 oder 8 Tagen nach meiner erste Spritze ganz plötzliche Rückenschmerzen in der Nacht bekommen. Bin voll erschrocken. Hab dann am nächsten Tag eine Schmerztablette genommen , dann wars auch gleich wieder weg.


    Gestern hatte ich meine erste Gabe Pacli. Mir gehts jetzt schon besser als sonst. Mir ist gar nicht mehr schlecht. Ob es nun am Cortison liegt kann ich noch nicht sagen. Aber tut richtig gut grad.

    14 Tage nach der ersten Chemo ging der Haarausfall los und hab mir einenTag später die Haare abrasiert. Damit habe ich kein Problem. Die Perücke hatte ich erst zweimal auf, is nicht mein Ding. Trag fast nur Cappy. Erstaunlicherweise habe ich selbst nach mehr als 6 Wochen immernoch sehr viele Haare und fast keine kahlen Stellen auf dem Kopf.


    Noch ne Info zu dem Schwebehindertenausweis: Antrag am 4.3. Gestellt. Habe den Arztbrief und ein Foto mitgeschickt und am 25.3. Den Ausweis erhalten. 80 Prozent für die nächsten 6,5 Jahre befristet.


    Sorry, eigentlich wollt ich mich kurz halten, aber wenn man eben nicht oft schreiben will, dann wirds wohl doch länger.


    Wünsche Allen alles Gute


    Anette

  • Hallo Mockerle


    Willkommen hier :)

    Ich hatte Ablatio links und 6 Lymphknoten betroffen von 13 oder so,


    Ich habe auch die dosisdichte Hochdosis bekommen,ETC, musste allerdings 2 x verschoben werden wegen Infekt. Hoffe die Paclis setzen dir nicht zu von wegen Polyneuropathie, und bleib gespannt auf die Cyclos :) Cyclo war nicht so dramatisch, nur die Blutwerte sacken unfassbar tief.


    Übrigens wenn du soweit bist Reha zu machen, im Schwarzwald gibt es eine Reha mit Hund. War ich auch mit meiner Hundedame. Wärmstens zu empfehlen. Allerdings lange Wartezeit mit Hund, ca 4-5 Monate.


    LG!

  • Liebes Mockerle,


    auch wenn du den Anmeldestrang übersprungen und schon seit Februar angemeldet bist, möchte ich Dich herzlich in unserer Mitte begrüßen. Schön, dass du schon bisher von den Beiträgen profitiert hast und ich wünsche Dir einen regen Austausch und natürlich alles Gute für Deine weitere Behandlung. Daß Dein Beitrag viel länger geworden ist als Du beabsichtigt hast zeigt, dass noch viele Fragen bei Dir offen sind. Hier nur ein Tipp: Zur besseren Übersicht und dass nicht einiges untergeht, schreibe bitte in die vorhandenen Threads und /oder eröffne ein neues Thema.

    Ich darf Dir ein großes Kraftpaket und weiterhin viel Zuversicht und Erfolg wünschen und freue mich, dass du den Weg zu uns gefunden hast.

  • Hallo , bekomme gerade meine erste Chemotherapie 😬

    Möchte mich vorstellen aber irgendwie bin ich zu nervös....

    Doch eins möchte ich hier sagen, es tut so gut hier zu lesen wie es anderen Betroffenen geht!

    Versuche es später nochmal mich vorzustellen!

  • Hallo Vael ,


    Hab ja vor 7 Tagen meine erste Pacli bekommen und kann nun folgendes darüber berichten. Die ersten 2 Rage danach waren super. Endlich war mir nicht mehr übel. Konnte so richtig durchatmen.


    Ab dem dritten Tag wurden meine Füsse taub, und sind es bis heute auch geblieben. Nervt halt total. Am dritten und vierten Tag hatte ich auch noch Knochenschmerzen in den Beinen. War wie besoffen wackelig unterwegs. Ab dem 4. Tag habe ich auch noch einen starken Ausschlag auf den Händen. Kleine Pusteln die halt stark jucken. Hab ich auch heute noch.

    Hab dann am Montag mal angerufen, aber das muss jetzt nur abgewartet und beobachtet werden. Werde Übermorgen bei der Blutkontrolle nochmal genauer nachfragen.


    Zum Thema Reha mit Hund. Ich glaube für mich wäre es besser ohne Hund. Mir wird das wohl zu stressig. Alleine schon einen passenden Termin zu finden. Ich will mich nicht mehr aufregen wenn was nicht klappt.


    Hallo Monalisa


    Danke für Deine lieben Wünsche.


    Das mein Beitrag länger als gedacht geworden ist, liegt nicht daran das viele Fragen offen sind. Es liegt daran, das mir ständig was neues eingefallen ist, das ich mitteilen möchte.


    Meine Gedanken beschäftigen sich immer nur um die nächsten Tagen bis max die nächsten 2 Wochen. Ich arbeite quasi ein Tag nach dem anderen ab.


    Hallo Nurse72


    Willkommen. Nimm Dir die Zeit die Du brauchst. Ich gehöre zu denen, die eigentlich nicht viel bzw oft schreiben wollen. Aber nachdem ich von den Vielschreibern auch viel profitiere, möchte ich durch kleine Zwischeninfos Anderen auch etwas Unterstützung geben.


    Liebe Grüsse


    Anette

  • Liebe Mockerle ,


    auch ich hatte Chemo nach ETC Schema. Alles, was du schreibst kann ich genau so bestätigen. Hatte auch Ausschlag unter pacli, dann wurde die Menge reduziert und es war immer noch hochdosiert...kühlst du deine Hände und Füße während pacli durchläuft? Bei mir ist es schon 1 Jahr her.

    Herzlich willkommen im Forum!

  • Hallo Ronda und Anette,ich danke euch!

    Es war schrecklich dieser erste Moment als die Chemo anfing zu laufen, ich kann meine Angst nicht beschreiben!

    Doch je länger es lief, desto ruhiger wurde ich. Ich weiß, dass es sein muss also muss ich da durch!

    Mir geht es zu Zeit gut, habe keine Übelkeit nur ein leichten Druck auf dem Magen. Trinke dann aber frischen Ingwer Tee und dann ist es weg. Das hilft total, schlaf auch gut nach dem Tee.

    Es tut gut hier zu sein!

  • Hallo Nurse, hallo mockerle

    Ich hatte vor meiner ersten Chemotherapie solche Angst, dass ich sie nur in Begleitung der Psychoonkologin geschafft habe. Hatte auch die dosisdichte Hochdosistherapie, ähnliche Nebenwirkungen wie hier beschrieben.

    Bei den letzten drei chemos mit cyclo ging es langsam wieder besser.

    Aber das wichtigste: es ging vorbei :)

    Meine letzte Chemotherapie ist fast drei Jahre her, dann noch Bestrahlung.

    Natürlich hat das alles Spuren hinterlassen, aber ich lebe. Ganz verschwindet die Angst nicht, jeder Nachsorgetermin kostet Kraft. Aber ich genieße das Leben, und das werdet ihr auch wieder<3

    Liebe Grüße Karin

  • Hallo liebe Nurse72

    Sei lieb aufgenommen hier :hug:

    Ich habe in deinem Profil gelesen das du keine Lymphknotenbeteiligung hast und die OP , leider eine Ablatio hinter dir hast . Hast du schon den pathologischen Bericht ? Sind die Ränder frei ? Die Chemotherapie wirst du schaffen , ganz ganz sicher 😁*jawollja*

    Eine hast du schon gemeistert das ist schon ein sehr guter Anfang ? Wie sieht dein Chemoplan aus ? Was und wie oft bekommst du Chemo ?

    Lass dir sagen das die Chemo wirklich zu schaffen ist , ich schwöre !!!!

    Es sind zwar auch Zeiten dabei die man nicht wirklich haben möchte , aber die gehen vorbei und man hat trotzdem viele viele gute Tage und selbst an Tagen die nicht so gut laufen ist das Leben schön und man hat schöne Stunden dabei . Ich habe mir immer gesagt egal wie es läuft es wird nicht gejammert , wer jammert kommt in den Keller ....ja auch ich war im Keller 😉aber ich bin wieder aufgestanden und habe entdeckt das Nebenwirkungen auch etwas gutes haben können 😉 wer nichts mehr schmeckt braucht nicht kochen , wer schläft macht keinen Schmutz und muß wenig richten , wer nichts riecht kann froh sein denn nicht jeder duftet wie der Morgentau , und ich habe lieber eine Glatze am Kopf und Nebenwirkungen als einen Zettel am großen Zeh!!! Zu Beginn denkt man es ist ein echt heftig hoher Berg auf den man kraxeln soll ...puhhh... aber man kommt echt an und dann ist die Ziellinie 🏁 auch schon zu sehen und kommt immer näher ....du wirst das meistern . 👍🏽😘 hab Vertrauen in deine Ärzte in die Schulmedizin und vor allem in dich . :hug: Eine positive Einstellung ist wirklich sehr hilfreich und viel Bewegung ...egal wie immer raus an die Luft und bewegen das macht den Kopf frei und man bleibt fit 😘

    Knuddels :hug:

    Gabi

    🙏🏽 Herr schmeiß Nerven vom Himmel 🙏🏽

    😉 Lieber eine Glatze am Kopf und Nebenwirkungen als einen Zettel am großen Zeh 😉

    👍🏽 Wer in den Krieg zieht muß auch Kratzer einstecken können 👍🏽

  • Hallo kruemelmotte, Hallo foment.

    Danke für die tollen Worte, es tut gut so positives zu hören 😊

    Also meine Op habe ich Anfang September, subkutane Mastektomie mit Implantat.

    Chemo bekomme ich Paclitaxel und Carboplatin. Grund für die zwei Medikamente sind mein Alter und dass ich so schnell ein Rezediv bekommen habe.

    Die Kombi ist echt hart, aber da muss ich durch. Bin zu Zeit eher im Keller aber da komme ich wieder raus!

    Doch diesen Satz kruemelmotte werde ich mir merken, lieber Glatze als ein Zettel am großen Zeh!!!!😘

    Ach und meine ganzen Untersuchungen waren in Ordnung, keine Metastasen!😊