Immer noch Angst nach 18 Monaten

  • Hallo ihr lieben,

    Ich wurde 2017 mit Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. Ich hatte 3 Tage nach dem Befund eine Konisation und es hat sich dann herausgestellt das es schon Pap 5 war. seit 11.3. 19 hab ich endlich einen pap1 😁 aber die psychischen probleme sind immer noch da. Ich muss dazu sagen meine Familie hat mich damals leider nicht unterstützt. Meine Mutter hatte nur zu mir gesagt "es interessiert niemanden ob du Krebs hast hör auf in deinem Selbstmitleid zu baden". Somit war ich auf mich allein gestellt, es war nicht einfach als alleinerziehende so eine Diagnose zu bekommen. Dazu erschwerend kam das im Mai 18 der Vater meines Sohnes bei einem Motorrad Unfall ums Leben gekommen ist. Gott ist es mir zwieder hier mein Herz auszuschütten 🤦‍♀️. Ich schätze ich bin die letzten 18 Monate von einer in die andere Katastrophe geraten und ich kann immer noch nicht damit umgehen. Ich hab mittlerweile riesen große Angst vor dem Tod. Es kostet mich oft Überwindung Dinge zu unternehmen den ich hab Angst es könnte uns was passieren. Ich weiß nicht ob evtl jemand von euch auch psychische Probleme nach Diagnosen bekommen hat. Vielleicht könnt ihr eure Erfahrungen mit mir teilen

    Liebe Grüße Judith :*

  • Hallo Judith1985


    Ersteinmal herzlich willkommen im forum und hier findest du immer jemanden der dir zuhört und glaub mir, es ist egal ob es 3 oder 20 Monate her ist das spielt absolut keine Rolle.


    Ich habe auch ein cervix-ca und kann mich sehr gut in dich hineinversetzen. Was ich noch nicht verstanden habe ist was die bei dir unternommen haben (histologie/op oder nur Koni)


    Das du in all dem Chaos dann auch noch deinen Partner verloren hast tut mir unendlich leid für dich.


    Ich bin seit 7/2018 in psychologischer Behandlung weil ich mit vielen dingen aufgrund meiner Diagnose und Nebenwirkungen und den noch notwendigen Therapien nicht zurecht komme.


    Vielleicht magst du auch hier schonmal schauen:


    Suche Betroffene zum Austausch: Zervixkarzinom


    Hier findest du einige Beiträge.


    Wie kann ich dir helfen? Hast du bestimmte Fragen oder Probleme?


    Liebe Grüße

    Biggi

    Liebe Grüße

    Biggi

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    Das Wesentliche ist für manche Augen unsichtbar!

  • Hallo Judith,

    meine Katastrophen mache ich mir zwar selbst, aber ja, ich komme psychisch mit meinem Weg auch nicht klar.

    Ich gehe seit fast 2 Jahren zu einer Psychologin, was mir sehr gut tut. Für unsere Kinder habe ich eine päd./psych. Unterstützung gesucht (arbeiten gesamt familiär), das ist eine Stelle speziell für Kinder mit schwer erkrankten Eltern (z.B. auch, nach Verlust des Vaters).

    Ich möchte Dir noch den Druck nehmen- Du hast viel Verantwortung und da ist es so nachvollziehbar, dass Du auch Ängste hast!!!

    LG

    Mia

  • BiggiL bei mir wurde nur eine Koni gemacht. Ich wollte eigentlich nur wissen wie ihr damit umgeht. Ich hab oftmals das Gefühl das andere Leute, auch Familie, denken "oh sie hat sich den Krebs raus schneiden lassen jetzt geht es ihr wieder gut". Nur das sie meisten nicht sehen das nur weil das kaputte Gewerbe entfernt wurde es noch lange nicht wieder gut ist. Bei uns in der Familie wird nicht darüber geredet und irgendwie interessiert es auch niemanden oder es versteht niemand das es einem trotzdem evtl nicht gut geht.


    Boah bin ich froh das Ich nicht die einzige bin die Monate danach immer noch damit zu kämpfen hat. Ich hab mich sehr alleine mir dem Thema gefühlt die letzten Monate weil niemand offen darüber reden will

  • Liebe Judith1985 ,

    es geht sicher vielen wie dir! Die Angst sitzt im Hinterstübchen und kommt immer mal wieder hervor. Ich kenne das auch.


    Was deine Mutter angeht ist es schon hammerhart, was sie zu dir sagte. Ich denke, dass sie vielleicht große Angst um dich hat und ihre Gefühle/Angst/Schwäche nicht zulassen und nach außen zeigen kann. Krebs ist ein großes Tabu-Thema und mit großer Angst besetzt!

    Vielleicht wissen deine Angehörige einfach nicht, was sie sagen sollen. Untereinander reden sie sicher darüber.


    Dass die Menschen denken, nach der OP ist gleich alles wieder gut, habe ich des Öfteren gehört. "Du hast doch die OP hinter dir, jetzt geht es bergauf!" Wenn das mal so einfach wäre... Solche Sprüche sind schwer zu ertragen und besonders von Menschen, die einem nahe stehen sollten!


    Ich drück dich und schiebe dir ein dickes Paket Kraft rüber!

    Liebe Grüße

    Andrea

  • Judith1985 , das mit dem "na, jetz ist alles behandelt, jetzt ist doch alles wieder gut und wie vorher." seitens der Umwelt... das kenn ich zur Genüge.


    Das kann fast keiner verstehen, ausser selbst Betroffenen. Leider.

    Und ich bin es auch leid, es immer wieder erklären zu müssen. Man hat dann regelrecht das Gefühl, die andren Leute stufen das als Larmoyanz ein..:cursing:

  • Liebe Judith1985 , ganz schlimm finde ich das deine Mutter so etwas sagte zu Dir!! Das tut mir sehr leid. Da ich selbst ne "Mutter" hatte die mich nicht wollte und ich die ersten sieben Jahre bei meinen Urgroßeltern aufwuchs, meinen Vater nie kannte weiß ich, was allein das in der Seele anrichtet.Für die Beerdigung meiner Mutter war ich wieder die Tochter... da haben. mich die Behörden gefunden... und ich musste alles finanzieren da sie nur Schulden hatte. Ein Jahr vorher hab ich ihre Mutter, meine Omi nach zweijähriger Schwerstpflege bei mir im Haus... was noch ne halbe Baustelle war und mein Gatte sich mal fix scheiden lies und ich mit allen Schulden hier festsaß ... auch schon beerdigt. Es ist für die Seele einfach zuviel.Und dann noch so ne Diagnose zu kriegen, da ist es doch klar das esDir nicht gut geht! Ich hoffe du hast vielleicht einen guten Freundeskreis? Und es sollte dir nicht zuwider sein hier das mal rauszulassen. Es gibt hier sehr viel Verständnis,Trost,Rat und wenn es sein muss auch mal nen A....tritt.Sei lieb umärmelt und Kopf hoch!🙋🏻Curly

  • Andrea_764


    Jemand der nicht das gleiche durch hat wie wir wird unsere Ängste wahrscheinlich nie verstehen. Danke für die lieben Worte ♥️


    Curly 66

    Erst mal Hut ab du hast da schon einiges zu stemmen gehabt. Irgendwie kann ich dich da verstehen ich bin die meiste zeit bei meinen Großeltern aufgewachsen, warum weiß ich auch nicht genau. Sich um jemanden kümmern zu müssen /wollen wo es einem selbst nicht gut geht da braucht man sehr viel Kraft. Dein es ist da nicht gerade eine große Hilfe gewesen. Aber du darfst da sehr stolz auf dich sein so was schafft nicht jeder😘. Ich hoffe es geht dir gut?!

  • Liebe Judith1985


    Tabuthema Krebs nach op - das geht vielen so und damit bist du nicht alleine, leider 🥺

    Ganz schlimm find ich wenn es die Eltern oder die engsten Freunde ignorieren. Manchmal ist es aber auch deren Angst um uns oder das die denken jetzt muss man wieder nach vorne und nicht zurück schauen.


    Und ich habe bemerkt das der Kopf anders reagiert wenn das Wort „Krebs“ wie ein Brandzeichen bei uns gesetzt wird und damit werden wohl automatisch immer Angst und Panik freigesetzt.


    Ich kann dir nur den Tipp geben das du dir Professionelle Hilfe suchen kannst und solltest.

    Vor der Diagnose war ich so total geerdet, immer aktiv hatte regelrecht Hummeln im hintern und 5 Minuten stillsitzen - undenkbar und ich war immer fröhlich habe immer viel gelacht und das Leben in vollen Zügen genossen. So hab ich nie nur einen Gedanken daran verschwendet jemals einen psychologen überhaupt zu brauchen.


    Und heute bin ich froh das ich im Tal meiner Depression, übrigens 5 Monate nach bestrahlungsende, dann doch die Hilfe gesucht und angenommen habe.


    Ich geh jetzt alle 4 Wochen - freiwillig und bin froh dort Techniken kennenzulernen mehr zu entspannen und den Kopf und die Ängste zumindestens auch mal auszuschalten.


    Was immer hilft ist reden bzw. Hier schreiben.

    Schreib einfach wenn du meinst jetzt geht nichts mehr und du brauchst einen rettungsanker an dem du dich festhalten kannst.


    Und selbst wenn bei dir „nur“ eine Koni zur Beseitigung notwendig war, ist wahrscheinlich die Angst das es wieder Auftritt genauso hoch. Aber die Angst darf sich nicht lähmen das du dabei vergisst zu leben. Das tut dir und auch deinem Kind nicht gut.

    Du kannst nie wissen was morgen passiert und das ist auch gut so, sonst würden wir vieles im Leben nicht wagen.


    Wie alt ist denn dein Kind?



    Liebe Grüße

    Biggi

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  • BiggiL


    Ich muss euch ja bewundern ihr habt Bestrahlungen oder vielleicht sogar chemo hinter euch und meistert das alles. Ich bin mit meiner Koni schon überfordert gewesen und hatte das Gefühl ein Stück meines Körpers fehlt. Gut meine Gewebe Entnahme war größer als normal, bisschen mehr als ein 2 Euro Stück und ein tiefer Kegel aber trotz ist das nichts im Gegensatz zu Bestrahlung.


    Mein Sohn ist 9 Jahre alt und wir genießen seither jeden Tag miteinander 😊

  • Liebe Judith1985 ... ich lebe... mit Einschränkungen... aber ich lebe, das ist also gut. Bin berentet... . Nun auch die Eine von weiß ni wievielen Tausend die ein chemogeschädigtes Herz haben.Das macht mir sehr zu schaffen... da ich immer flott im Leben unterwegs war... nun schleiche ich hinter meinen Hunden her, schnappe nach Luft und suche nur Ebene Wegstrecken weil es sonst noch schlimmer ist. Naja...die Polyneuropathien tun ihr übriges ebenso das Asthma.Aber: ich lebe und baue mir doch oft kleine Freuden ein . Ganz wichtig mein Freundeskreis... klein aber fein. Und meine Freude auf die Ostsee... Juni zwei Wochen Rügen und Juli/August wieder Reha in Graal-Müritz! Diese Ziele braucht man. Nach 17 Jahren keinen Urlaub habe ich mir für mein Restleben vorgenommen jedes Jahr was ich noch habe einmal an die Ostsee!!! Du wirst auch wieder Hoffnung und Pläne haben!!!!

  • Judith1985


    Ja das Leben hält für uns schon große Herausforderungen bereit 😉 ich hätte da auch lieber bei der Verlosung was anderes gezogen.

    Aber so ist es nunmal und es gibt nur zwei Wege, resignieren oder kämpfen. Und die meisten sind für kämpfen!


    Schönes alter von deinem jungen, da wollen die noch schmusen und kuscheln. Geht leider viel zu schnell vorbei 😉


    Und der beste Grund zu kämpfen und sich Hilfe zu holen 😉


    Liebe Grüße

    Biggi

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    Das Wesentliche ist für manche Augen unsichtbar!

  • BiggiL für much kommt nur Kämpfen in Frage. Und mittlerweile denk ich mir alles was ich durch hab hat mich zu dem einzigartigen Menschen gemacht der ich jetzt bin😊


    Kinder werden leider viel zu schnell groß und ich geniesse jede Sekunde mit meinem kleinen


    Curly 66

    Oh, das tut mir leid. Als wäre die Krankheit nicht schon schlimm genug kommen noch schädigungen wegen der Behandlung dazu. Es ist schön das du Freude am Leben hast und es in vollen Zügen genießt. Oh Ostsee da ist es bestimmt wunderschön 😍. Ich hoffe du gönst dir und deinem Körper die Auszeiten am Meer die er braucht.


    Mein Sohn und ich werden heuer auch das erste mal in den Urlaub fliegen und einfach die Seele baumeln lassen 😊