Meine Schwester hat Brustkrebs

  • Hallo zusammen, vor ein paar Wochen, wurdebei meiner Schwester Brustkrebs festgestellt.

    Ich bin mit ihr jeden weg gegangen, die ganzen untersuchungen und letzte Woche hatte sie die erste Chemo.

    Jetzt ist es so, sie hat tierische angst (Was ich verstehe) aber sie sagt immer und immer wieder das sie sterben wird dabei haben die Ärzte gesagt, daß sie gute heilungschancen hat aber sie hört auf niemanden... sie ist im Netz in einer Gruppe und ließt den ganzen Tag , von Morgens bis Abends aber leider liest sie immer nur das schlechte :(

    Ich weiß nicht mehr weiter, ich bin nervlich total am Ende... kann mir jemand ein Rat geben was ich noch tun kann?

    Wie kann ich ihr helfen damit sie auch mal positiv denkt?


    LG

  • Hallo,

    manchmal ist es schwer mit Diagnosen umzugehen, man kann Probleme haben, Wege zu finden etc. Manchmal stürzt man auch in eine Depression ab. Nicht umsonst gibt es Psychologen, Psychoonkologen etc. Vielleicht ist Deine Schwester da offen? Toll wäre es, wenn Ihr eine Adresse bekommt, die sich schon bewährt hat.

    LG Mia

  • Liebe Einfach ich

    ich hatte mir nach meiner 1. OP (die ich vor meiner Chemo hatte) eine Psychoonkologin besorgt. Ich wusste ja, das wird ein langer Weg und ich warte nicht, bis es mir wirklich schlecht geht.

    Jede kann mit dieser Diagnose unterschiedlich gut umgehen. Gut für mich war sicherlich, dass mir meine Ärzte von Anfang an das Gefühl gegeben haben, dass es darum geht, mich zu heilen. Also jetzt das volle Programm an Behandlungen, damit ich lange Ruhe habe, bzw. die Krankheit ganz los bin. Ich habe auch anfangs daran gedacht, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen. Es gab aber gerade keine in der Nähe.

    Ich weiß nicht, was bei deiner Schwester diagnostiziert wurde. Ist sie frei von Metastasen?

    Mein Onkologe hat es mir so erklärt: ca. 80 % der Betroffenen bekommen nach der OP (Entfernung des Tumors, wenn er nicht gestreut hat) kein Rezidiv. Die ganzen Behandlungen (je nachdem: Chemo, OP, Bestrahlung, Antikörper oder Antihormontherapie) steigern die Chance um ca. 10 %. Das haben hier sicher einige vielleicht etwas anders erklärt bekommen. Ich selbst habe die Zahlen nicht nachrecherchiert. Wieso auch, was nützen mir präzise Zahlen. So grob hilft es mir aber schon, die Ernsthaftigkeit dieser Erkrankung für mich einzuschätzen.

    Man kann nun sagen: dann bleiben ja immer noch 10%, die doch wieder erkranken.

    Und dafür dann die zum Teil sehr unangenehmen Behandlungen?


    Ich stelle mir dann vor, dass 10 Frauen, die erkrankt waren, in einem Raum sind und leider erkranken 1-2 erneut. Ich finde aber, das ist eine kleine Zahl und selbst dann, gibt es andere, erneute Behandlungsmethoden.


    Wenn man sich nun sehr stark auf diese kleine Prozentzahl konzentriert, macht das sehr viel Angst und kostet Kraft. Ich denke, deine Schwester sollte unbedingt mit einem Therapeuten regelmäßig darüber reden.


    Ich kenne keine Facebook-Gruppen zum Thema. Bin nur hier unterwegs. Und manchmal bin ich vielleicht auch zuviel hier oder mich beunruhigen manche Nachrichten. Aber insgesamt finde ich hier die meisten Beiträge sehr positiv denkend und zuversichtlich.


    Liebe Grüße an euch und alles Gute!

  • Hallo einfach ich,


    herzlich willkommen hier im Forum.

    Mir fallen da noch die Krebsberatungsstellen ein. Die sind auch Anlaufstellen für Angehörige.

    Deine Schwester muss das ganze sicherlich erst mal "sacken lassen". Das braucht Zeit.

    Gerade anfangs, wenn man noch nicht weiss, was auf einen zukommt, ist es sehr schwer.

    Wenn die Therapie begonnen hat, wird es sicher besser.

    Ich wünsche Dir und Deiner Schwester alles Gute.

  • Hallo einfach ich


    Ich fühle ganz doll mit dir und deiner Schwester. Bei meiner kleinen Schwester wurde vergangenen Dezember 2018 hormonell bedingter, aggressiver Brustkrebs diagnostiziert und diese Diagnose hat uns allen den Boden unter den Füssen weggerissen. Es war zu Beginn sehr schwer, zuversichtlich zu bleiben und den negativen Gedanken so wenig Raum wie möglich zu bieten. Das wichtigste ist, dass du selber so wenig Zweifel wie nur irgend möglich zulässt. Versuche, so gut wie möglich für sie da zu sein, sie zu halten und ihr Kraft zu geben - durch die ganze Behandlungsdauer.

    Meine Schwester wird morgen operiert und alle drucken ihr die Daumen, dass der Tumor ganz klein ist, gut entfernt werden kann und der Sentinel-Lymphknoten keine Ableger aufweist. Sie hat knapp 5 Monate Chemo hinter sich und nach der OP die ganze Bestrahlung noch vor sich (inkl. 5-jährige Hormontherapie). Es war ein steiniger, emotional anstrengender Weg, aber ich bin unglaublich stolz auf sie!!


    Dass meine kleine Schwester einen ganz schwarzen Humor hat, hat im übrigen bei der Verarbeitung der Situation auch ganz gut geholfen. Wenn deine Schwester ein solcher Mensch ist, könnte ein sarkastischer Umgang vielleicht helfen, mit ihrem Schicksal schneller klar zu kommen? Das ist aber sehr Personenbezogen und kannst du besser abschätzen.

    Meine Schwester schwört auch auf Bewegung, darum jeden Tag nach draussen gehen wenn immer möglich und ein paar Runden zu Fuss um den Block drehen.


    Wie SanniKa bereits geschrieben hat, halfen meiner Schwester auch Gespräche mit einer Psychoonkologin,


    Ich wünsche euch viel Kraft und sende euch viele positive Gedanken!


    Liebe Grüsse