Genau vor einem Jahr !!

  • Hallo ihr Lieben,

    genau vor einem Jahr um 15.00 Uhr erhielt ich meine Diagnose und es zog mit den Boden unter den Füßen weg

    Ein großes Loch öffnete sich und ich fiel rein. Mein Gedanke war: Ich bin noch nicht bereit zu sterben.

    Heute ein Jahr später,habe ich meinen " Höllenweg" der Chemo,OP, Bestrahlungen und Reha hinter mir. Ich mache noch prophylaktisch eine Tablettenchemo,dass mir das Gefühl gibt,alles ,aber auch alles gegen den Mistkerl getan zu haben.

    Ich sitze heute da und fühle mich nach all dem Ganzen Therapien eigentlich gut.Kkar tut es hier und da mal weh,aber es ist auch bissel das Alter.🙈 Ich freue mich,dass es bergauf geht .Seit meiner OP im Dezember bin ich krebsfrei.Was will man mehr. Die dunklen Gedanken versuche ich zu verdrängen.Freue mich jeden Tag,wenn es mir gut geht und nutze den Tag. Warum soll ich mich verrückt machen,über das was kommen kann,aber nicht muss ? Ich kann auch morgen überfahren werden,oder einen Herzinfarkt bekommen. Das Leben ist zu wertvoll und zu schon,um sich hängen zu lassen.

    Ich hatte wirklich viel gelitten während der Chemos,aber es ging immer wieder bergauf. So manche Träne ist geflossen und fließt auch hin und wieder mal.Aber danach heißt es aufstehen und das Leben genießen .Es geht weiter...

    Ich hatte bei der Reha eine tolle Frau kenne gelernt.Laut Prognosen von den Ärzten sollte sie seit 2016 nach der Diagnose nicht mehr leben.Brustkrebs mit Lebermetastasen. Sie hat komplett die Ernährung und ihr Leben umgestellt und gekämpft. Keinen Stress,Reisen,sich was gönnen vorallem Zeit für sich haben.

    Sie leidet eine Selbsthilfegruppe ,was ihr sehr gut tut,sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.Sie lehnt auch so wie ich den Psychokram ab.Ich will das aber nicht schlecht reden.Dem einem hilft es und dem anderen nicht.

    Letztes Jahr kam noch Knochenmetas und ein Hirntumor dazu. Alles wird weiter behandelt Und sie kämpft. Sie geht viel wandern und walken.Sehr beeindruckend die tolle Frau. Apropos walken .Mir tut es auch sehr gut in der Natur zu walken.Der Kopf wird frei und man wird richtig fit.Gehe mittlerweile bis 16 km.Wenn ich daran denke,wie ich mich während der Chemo durch den Wald geschleppt hatte.Geschnauft wie eine Dampflok..🙈🙈 Heute ist alles einfacher und ich schaue positiv in die Zukunft.Mache Pläne,die sehr wichtig sind.Ich geniesse jetzt die Zeit zu Hause,wo ich noch krank geschrieben bin und freue mich dieses Jahr auch wieder an meinen Arbeitsplatz zurückzukehren.Ohne Stress und alles. Meine Arbeitszeit habe ich verringert.Jetzt steht meine Gesundheit im Vordergrund und nichts anders mehr.Mein Denken ist schon anders geworden.Bin gelassener,lache wieder und nehme am Leben teil.Es lohnt sich zu kämpfen

    Natürlich spielt der Kopf verrückt,wenn ich im Juni das erste mal zur Nachsorge muss.Das wird auch nicht besser werden.

    Die Angst ist immer mit dabei.Sie darf mich aber nicht beherrschen Das lasse ich nicht zu .

    Hoffe Alken,die noch mitten in der Therapie stecken ,oder die eben erst ihre Diagnose bekommen haben,ein wenig Mit zu machen. Glaubt mir..ich war auch ganz unten nach der Diagnose und hatte mich fast aufgegeben.Aber es lohnt sich zu kämpfen.. und niemals den Kopf in den Sand zu stecken,auch wenn der Weg auch mal sehr steinig ist.

    Euch allen einen schönen Nachmittag

    LG..😊😊

  • Liebe Erdnuss !


    Vielen Dank für diesen Mutmacher-Thread! Ich glaube auch fest an die Kraft des positiven, optimistischen Denkens und dass man sich auf sich selbst fokussieren soll. Bewegung in der Natur - dabei komme ich auch gut runter, kann abschalten. Das tut gut.

    Dein Beispiel und das deiner Bekannten sind wie ein Ansporn. Kopf hoch und Krone grade rücken: Aufgeben geht nicht!


    Liebe Grüße

    Andrea

  • Erdnuss

    Das hast du so schön beschrieben wie es dir ging und machem von uns noch geht. Das kann nur Mut machen. Ich habe auch im Juli ein Jahr hinter mir OP angefangen und chemo ende im März. Ob ich Krebsfrei bin weis ich nicht. Aber meine erste Unersuchung habe ich bestanden.

    Ich hatte keine Matas. und Lyph. waren auch alles ok vor der OP. Also mach ich weiter und denke es kann nur aufwärts gehen.

    LG Ruth

  • Liebe Erdnuss ,

    Das hast Du sehr schön geschrieben.Es macht uns TN ler ohne pcr viel Mut.Und 16 km walken

    Ist eine beeindruckende Strecke .

    Bei mir sind es seit der Diagnose auch bald 2 Jahre(Juli 2017).Abschluss der Therapien Okt 18.

    Ich wünsche Dir und uns Allen,dass wir für immer von dem Mistkerl verschont bleiben.

    Liebe Grüße von Elisa

  • Liebe Erdnuss , seit längerem schaue ich mal wieder ins Forum und weißt du warum? Auch bei mir jährt sich die Diagnose genau am heutigen Tag zum ersten Mal. Bei mir war es ebenfalls ca. um 15 Uhr als meine heile Welt zusammenbrach.

    Soweit ich mich erinnere, hatten wir ja beide die Triple negativ Diagnose und das volle Therapieprogramm.

    Ich freue mich, dass es dir gut geht und du optimistisch nach vorne schaust.

    Du sprichst mir voll aus dem Herzen. Ich bin jeden Tag dankbar, dass ich lebe und hoffe, dass der Krebs sich für immer aus unserem Leben verabschiedet hat. Natürlich bleibt die Angst aber gerade die Reha hat auch mir geholfen, sie nicht mein Leben bestimmen zu lassen.

    Ich wünsche dir weiterhin alles Liebe und Gute!

    Für alle Mädels, die noch mitten in der Therapie stecken: der Weg ist hart und steinig aber er ist zu schaffen!

    Liebe Grüße

    Lauralu :*

  • Hallo Erdnuss ,

    ich freue mich immer mal wieder was von Dir zu hören. Deine Beiträge sind immer positiv und man merkt, dass es Dir gut geht. Und welche Strecken Du walkst! Kann man sich ein Beispiel nehmen. Bitte bleib so und bleib weiterhin gesund. LG Sally11

  • Liebe Erdnuss ,


    ich freu mich sehr, deine Worte zu lesen.

    Du steckst voller Elan, Achtsamkeit und Zuversicht. <3

    Und genau das können wir alle- egal ob Frischling oder Alterfahrene- hier immer gut gebrauchen!

    Ich wünsche dir, dass du deine Zeit gut nach deinen Bedürfnissen nutzen kannst. Und immer ein Lächeln im Gepäck hast!

    Ich habe bald ( in 17 Tagen) 2 Jahre geschafft. Es sollen ruhig noch viele mehr werden.

    Wir arbeiten dran. Gemeinsam.


    Sei lieb gegrüßt von

    MoKo

  • Liebe Erdnuss

    Endlich wieder ein Posting von dir wo ich mit einem glücklichen Lächeln da sitze und es gleich noch mal gelesen habe weil es so schön ist was du schreibst 🥰😘 . Du wirst gesund bleiben Süße ...ganz sicher 😁👍🏽 Du hast es gerockt 🤗🤗🤗

    Knuddels :hug:

    Gabi

    🙏🏽 Herr schmeiß Nerven vom Himmel 🙏🏽

    😉 Lieber eine Glatze am Kopf und Nebenwirkungen als einen Zettel am großen Zeh 😉

    👍🏽 Wer in den Krieg zieht muß auch Kratzer einstecken können 👍🏽

  • Liebe Erdnuss

    So schön von Dir zu hören,wir sind ja einen grossen Teil der Strecke mit Ronda,kruemelmotte,Cokkie und noch vielen mehr gegangen.Wir sind durch den heissesten Sommer ever und haben es alle geschafft am Ende auf dem Gipfel des Mount Everest zu stehen.

    Ein Jahr das uns so viel genommen aber auch viel gegeben hat.

    Ich wünsche Dir für die Zukunft alles Liebe und Gute und freu mich ab und zu mal was von dir zu lesen

    Liebe Grüße

    Steffi:hug::hug:

  • Liebe Erdnuss , du sprichst mir aus der Seele.Ich hatte am 30.04."Jahrestag".Mir geht es genauso wie dir.Es war ein hartes Jahr mit Tränen,Verzweifelung und vielen Hochs und Tiefs,aber wir haben es geschafft!!!

    Ich wünsche uns allen das wir noch viele wundervolle und gesunde Jahre vor uns haben.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende...

  • Vielen lieben Dank euch allen!!


    Auch wenn die Diagnose sehr schlimm war.Es hat auch was Gutes.Wir sind so stark geworden.Was mussten und müssen noch viele Mädels hier ertragen. Aber es hat auch ein Ende.Vor einem Jahr hatte ich nie von mir gedacht,dass ich den langen steinigen Weg der Therapie schaffen werde.Es ist so krass.Ich kann es gar nicht beschreiben.

    Dazu der tolle Sommer,den man nicht geniessen konnte.Nicht baden ( wenn nur im Meer) ,keine Sonne..was habe ich geflucht.Wann hat man mal so einen Sommer in Deutschland!

    Na ja dazu die Hitzewallungen,Schwitzen durch das Cortison..🙈🙈 ,von den anderen ganz zu schweigen....

    Wie gesagt,ich bin immer noch erstaunt über mich.

    Jetzt werde ich diesen Sommer geniessen. Hoffe ja,dass er schön wird.Schwimen gehen,Sonne geniessen..all die tollen Dinge.

    Alle die noch mittendrin stecken oder am Anfang Die Zeit wird schneller vergehen,als ihr denkt. Ihr könnt auch bald was Schönes hier schreiben und anderen Kämpferinnen Mut machen.

    Und denkt daran.Nicht in riesen Schritten,sondern jeden Tag einen nach dem anderen.. Vorallem verkrümelt euch nicht in die Ecke,ausser die NW zwingen euch zu pausieren .Aber sobald das Leben in den Körper zurückkommt, dann geht raus und geniesst es .Nehmt am Leben teil.

    So nun ist Schluss für heute

    Euch ein schönes WE ...😘😘😘

  • Liebe Erdnuss (und all die anderen)

    mein Leben hat sich am 13. April 2018 von jetzt auf gleich verändert. Am 25. habe ich meine rechte Brust verloren und das ganze Ausmaß der Katastrophe erfahren. Ich dachte auch nur, ich falle und falle und werde niemals unten ankommen, weil es immer tiefer ging. Auch ich saß während diesen Traumsommers in der Onkologie und habe rote und farblose Cocktails über meinen Port geschlürft statt im Freibad oder am Weiher zu liegen.... es war manchmal alles so unendlich schwer und trotz hellem Sonnenschein so unendlich dunkel um mich herum. Manchmal habe ich einfach gar nichts und niemanden mehr an mich heran gelassen und eine dicke Schicht aus Watte und Knisterfolie um mich herum gewickelt. Die einzigen, die diese Schicht durchbrechen konnten waren meine Tiere! Aber zwischendurch ging es mir auch gut und ich habe Sachen gemacht, die mir Spaß machen - zwar immer mit angezogener Handbremse, weil man ja doch auch vernünftiger geworden ist. Ich habe die tollsten Dinge kreiert, dass ich eben doch raus kann in die Sonne zu meinen Ponys an den Stall oder mit den Hunden raus in die Natur.

    Viel geholfen hat eben auch der Austausch hier im Forum. Einfach das Wissen, dass da noch andere sind. Auch wenn die Therapieansätze oft völlig unterschiedlich waren und ich oft auch heute noch denke, dass ich in der letzten Ecke Deutschlands wohnen muss, hat es mir geholfen, dass genau in dem Moment überall Frauen - und wahrscheinlich - auch der ein oder andere Mann - sitzen, die das gleiche durchmachen. Und auch ich denke und hoffe, dass ich es geschafft habe. Ich habe meine erste Nachsorge im März schon überstanden. Am Montag habe ich einen Termin zum MRT vom Kopf und am 01.07. die erste Mammographie der gesunden Seite. Aber ganz ehrlich Mädels? Eigentlich denke ich nur: wenn er noch nicht genug hatte, bekommt er eben noch mal eins drauf!

    Ich bin von Anfang an sehr offen mit meiner Erkrankung um gegangen (vielleicht auch weil ich so viele direkt informieren musste, dass ich jetzt erst mal raus bin aus allem? 🤔 oder einfach weil so ein Mensch bin). Meinen gesamten Verlauf kann man bei den neuen Medien verfolgen und meine Follower bei insta... sind kaum Bekannte von mir. Ich verdiene kein Geld damit - da bin ich meilenweit von entfernt und das war auch nie meine Absicht - ich wollte einfach nur den Frauen, die nicht drauf gekommen sind nach Hilfe zu googeln, zeigen, dass wir ganz viele sind und das der schei....... auch was gutes haben kann. Und wenn ich nur einer einzigen die Therapie erleichtert habe, habe ich mein Ziel erreicht!

    Es gibt noch so viel zu tun und sehen und zu erleben! Das Leben ist so wunderschön! Es lohnt sich in jedem Fall drum zu kämpfen und das werde ich weiter tun, egal was noch kommt!


    In diesem Sinne wünsche ich euch allen jetzt schon mal einen schönen Muttertag!


    Lg

    Martina