Kann man nach Brustkrebs überhaupt gesund bleiben?

  • Die Frage steht schon oben. Ich bin gerade ziemlich deprimiert und pessimistisch, da ich so viele negative Verläufe mitbekommen habe. Ich frage mich ernsthaft, ob es Leute gibt, die in jungen Jahren brustkrebs hatten und danach nie wieder daran erkrankt sind. Ich habe das Gefühl, dass jeder früher oder später ein rezidiv oder Metastasen hat.

    :(:(


  • Billie , Rebecca

    Seit ich an BK erkrankt bin, haben sich viele Menschen bei mir gemeldet und ich hatte mit vielen Kontakt, die mir erzählt haben, dass sie vor vielen Jahren operiert wurden. Es sind viele ältere und alte Frauen dabei. Und bei denen ist es lange her, dass der Krebs behandelt wurde.

    LG

    Andrea

  • Hallo Bille ,


    das kommt dir nur so vor, da hier im Forum natürlich die schreiben die wieder erkrankt sind. Frauen die gesund bleiben schreiben hier eher nicht mehr. Und die, die vor 10 oder 20 Jahren erkrankt sind waren nie in diesem Forum.


    LG

    Kalinchen

  • Ich hoffe doch sehr, gesund zu bleiben. Meine Oma hatte vor 15 Jahren Brustkrebs und ist bis heute krebsfrei 😉 sie ist mein Vorbild, so soll es bei mir bitte auch laufen und heute ist die Medizin ja noch viel weiter 😉😊 gut meine Oma ist nicht so jung erkrankt wie ich, aber das Ergebnis zählt.

    Ich denke auch, es kommt einem einfach so vor, weil hier natürlich vorrangig Frauen schreiben, die erkrankt sind oder wieder erkrankt sind 😊

  • Hallo Bille,

    Deine Frage spricht mir aus dem Herzen- ich hatte ein Vulvakarzinom...

    Ich habe Krebs schon immer als sehr bedrohlich und schlecht behandelbar empfunden (mein Papa starb an Bauchspeicheldrüsenkrebs) und nun, wo es mich erwischt hat, habe ich noch mehr Angst. Die hohe Prozentzahl an Krebserkrankungen ist für mich kaum auszuhalten.

    Also her mit Eurem Optimismus, Erfolgsmeldungen etc.

    LG

    Mia

  • Liebe Billie ,

    ich denke, es ist das "allgemeine" Problem, so eines Forums. Warum sollte sich hier jemand anmelden, der jetzt gesund ist und nie wieder was vom Krebs gehört hat? Natürlich kann das hier den Eindruck erwecken, es gäbe nur schlimmste Verläufe, aber dem ist nicht so. Ich habe so einige Fälle in der Familie, die die unterschiedlichsten Krebserkrankungen überlebt haben. Die sich bester Gesundheit erfreuen. Jeder Krebs ist einzigartig, jeder Verlauf auch. Wenn du merkst, deine Psyche geht in den Keller, dann lies einfach nicht immer alles. So mache ich das, ich will nicht an Meinungen und Prognosen (die alle eigentlich wenig aussagen....) eingehen.:hug:

  • Ich sehe es wie Bina_63 . Anfangs hat mir das Forum sehr geholfen. Dann kam aber auch der Punkt, wo ich dachte: bei allen kommt es wieder.


    Die, die gesund sind, die Krebs überstanden haben, leben ihr Leben, ihren Alltag. Die tauschen sich hier nicht mehr aus.


    Deshalb „täuscht“ dieses Forum. Hier findet man Hilfe bei Fragen und Unterstützung von Menschen in einer ähnliche Situation. Aber es bildet nicht repräsentativ die Gesellschaft ab oder die Krankheitsverläufe bei Krebs.

  • Bina_63 das gleiche denke ich auch! Aber man muss es sich immer wieder vor Augen halten, denn auch ich habe mir die Frage gestellt ob es denn nie aufhört !!!

    Also immer schön positiv denken und gesund leben, so glücklich wie möglich, jeden Stress verbannen

    liebe Grüße Elle

  • Hallo,


    ich war mit meinem TNT bei der genetischen Beratung. Ich habe drei Mutationen, aber nicht an einem Hochrisiko - Gen. Dies ist noch nicht abschließend erforscht. Ich soll also in 1-2 Jahren nochmal vorsprechen.

    Ich will nicht langweilen, ich habe in anderen Post schon erwähnt, dass mein Sohn in der medizinischen Forschung arbeitet. Meine Zuversicht rührt daher, dass er sagt, dass innovative Medikamente und Therapien vor der Zulassung stehen und ich im Falle eines Rezidivs davon profitieren würde. Er ist sehr gelassen und ein schlechter Lügner, deshalb weiß ich, dass er nicht nur Zweckoptimismus verbreitet.

    Ich achte natürlich mehr auf Ernährung. Wenn ich wieder Kraft habe, mache ich wieder Sport.

    Wenn ein enger Familienangehöriger an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben ist, dann sollte man sich eh genetisch beraten lassen. Bei uns in der Familie ist die Zahl der Krebserkrankungen ebenfalls sehr groß. Ich bin aber die erste in drei Generationen mit einem TNT bzw. Brustkrebs.

    Wenn man zu einer Risiko-Gruppe gehört, wird man priviligiert überwacht, so hat man es mir bei der Humangenetik gesagt.

    Mein Onkologe behandelt mich und mein Sohn hält sich raus, aber er schaut sich alles an. Mein Onkologe hat ihn aber auch schon eingeladen an meinen Terminen teilzunehmen.

    Als ich nach meiner 1.EC eine Thrombose bekam, die der Phlebologe nicht erkannt hat, hat er mich natürlich zur Notaufnahme eines weiteren Krankenhauses begleitet. Wenn du die vollen EC-Nebenwirkungen hast, bist du natürlich froh, wenn einer dabei ist, wenn die unerfahrenen Assistenzärzte deinen Thrombosearm sehen und nicht glauben wollen, dass der Phlebologe am Tag der Chemo die Thrombose nicht gesehen hat. Meinen Onkologen und den Port-Chirurgen hatte drei Tage später beinahe der Schlag getroffen, als sie mich zur Kontrolle sahen.

    Das war aber bis jetzt die einzige Panne. Ich bin froh, dass ich gute Ärzte habe.


    Alles Gute.

  • als ich letztes Jahr mit schweren Komplikationen auf der onkologischen abteilung lag, hat mich auch die Aussichtslosigkeit gepackt. Nur umgeben von schwer Erkrankten ohne Aussicht auf Heilung. Da dachte ich auch, das wird auch bei mir nicht mehr geheilt und wenn, dann nur mit Rückfällen.

    Aber, inzwischen hab ich einige Menschen kennengelernt im Umfeld. Geheilt und das schon Jahrzehnte. Ich bin froh, dass diese Menschen mir die Krankheit ansahen und sich outeten. Das hat mir sehr geholfen.

    Das Mysterium warum bei manchen nix nachkommt, bleibt weiter ein Geheimnis.

    Meine Psychoonkologin sagte, dass es 50 zu 50 steht.

    Und dass es nie einzuschätzen ist, wie es verläuft. Vermeintlich leichte Fälle nehmen schlimmen Verlauf und schwere Verläufe wenden sich zum Guten.

    Zum Beginn war ich sehr verbissen in meinem Kampfmodus. Aber zum Glück bin ich zur Ruhe gekommen. Ich kämpfe, aber ich überfordere mich auch nicht mehr. Z.b. die schreckliche Angst vor jedem Untersuchungsergebnis. Das wird langsam besser. Mein Mann war immer dabei und hat mich regelrecht aufgegangen, wenn ich zusammenfiel. Er ruht wie ein Fels in der Brandung. Ich bin auch heute noch voll Tunnelblick bei Arztgesprächen, aber das wird auch immer besser. Ich wünsche uns allen von Herzen Heilung.


    Ich hab auch oft nur hier mitgelesen. War ganz arg mit mir selbst beschäftigt. Und wollte eigentlich nicht mitschreiben. Was kann ich schon tun, um zu helfen? Das war so mein Gedanke.

    Ich hab inzwischen so viele Tipps und ermutigende Dinge hier gelesen. Zum Beispiel den Tipp Ohrinsel auf Youtube.

    So hoffe ich, dass ich auch hin und wieder etwas geben kann. Etwas Mut, etwas Trost, die virtuelle Hand reichen kann, wenn eine von uns am Boden liegt.

    Gebt also nicht und nie auf.

    Umarme euch💞

  • Liebe Bille ,

    die Statistiken sagen, dass heute weit mehr Menschen eine Krebserkrankung auf lange Zeit überleben, als daran sterben.

    Aber wer überlebt hat, redet nicht so viel darüber. Ich denke auch oft, was kann ich hier beitragen? Dann denken die anderen Frauen doch: "Was weiß die schon, wie es schwer erkrankten geht."

    Es wäre toll, wenn viele von denen, die in der Akutphase hier Hilfe bekommen haben, sich ab und zu mit guten Neuigkeiten melden. Das hilft den neuen.


    Auch wenn der Krebs eines Tages zurück kommt, sollten wir nicht ängstlich darauf warten. Heute zählt. Und jeder gewonnene Tag ist wertvoll.


    LG Nachtigall

  • Hallo, ihr Lieben,

    meine akute Brustkrebsbehandlung habe ich im März 2018 abgeschlossen (Chemo, OP,Bestrahlung). Momentan nehme ich noch Anastrozol ohne erwähnenswerte Nebenwirkungen. Es geht mir gut.


    Das war aber nicht immer so. So lange ich in diesem Forum mitgelesen habe, dachte ich permanent, dass ich bestimmt ein Rezidiv bekomme und immer wenn mich etwas zwickte, panikte ich. Als dann eine Forumsteilnehmerin, die zeitgleich mit mir die Chemo gemacht hatte, sich hier mit einem Rezidiv zurückmeldete, sah ich nur noch schwarz. Dann zwang ich mich, hier nicht mehr reinzuschauen - und siehe da, die schwarzen Gedanken verschwanden, Krebs ist für mich momentan kein Thema mehr und ich plane weit in die Zukunft.


    Ich habe dieses Forum erst nach meiner Chemo und OP gefunden und war ehrlich gesagt auch froh darum, dass ich nichts von den unzähligen Komplikationen wusste, die während dieser Behandlungen auftreten können (die Chemo war so schon gruselig genug). Nichts desto trotz habe ich hier dann so manch wertvollen Ratschlag gefunden und die Empathie, die hier durchs Forum weht, ist Seelenbalsam.


    Wie fast alles im Leben hat halt auch so ein Forum zwei Seiten . Und es ist einfach Tatsache, dass die vielen wieder gesunden Frauen nicht mehr in solchen Foren auftauchen und dadurch ein beängstigendes, verzerrtes Bild entsteht.


    Mit herzlichen Grüßen, Dank und Genesungswünschen an alle

    catchme

  • Hallo Mia,

    bei BSDK gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass man als Angehöriger

    im Alter zwischen 50-70 Jahren an diesem Krebs erkrankt. Ich lag 2012 mit zwei BDSK Patientinnen im Krankenhaus. Zwei Kollegen sind an BDSK erkrankt. Einer ist schon verstorben. Einer kämpft noch. In der Familienanamnese gab es jeweils einen Fall. Ein anderer Kollege lässt sich jetzt engmaschig überwachen, weil Vater an BDSK starb. Es gibt bei Brustkrebs ein Hochrisikogen, dass wohl die Anfälligkeit für BDSK erhöht. Ein anders Hochrisikogen erhöht Lungenkrebsrisiko. Quelle ist Humangenetik.


    Gruß Geli

  • In meinem Bekanntenkreis gibt es eine Frau, die mit Ende 30 Brustkrebs tripel negativ bekam und Genträgerin ist. Sie ist seit 18 Jahren gesund. Eine andere, eben tripel negativ, keine Genträgerin ist seit 17 Jahren gesund. Es gibt sie alsbald wirklich, die Frauen ohne Rezidiv 😊. Nur Mut 👍👍👍