Die Last für den Partner

  • Hallo,

    ich möchte mal eine Lanze für "andere" Männer brechen. Mein Mann hat mich von der ersten Minute an unterstützt. Meine Launen während der Chemo zu ertragen, war für ihn bestimmt auch nicht leicht. Trotzdem hat er mich immer wieder vorangetrieben, ganz besonders dann, wenn ich aufgeben wollte. Vor der Chemo war ich sehr kämpferisch, jetzt bin ich teilweise hilflos und kann mich so manches Mal nicht mehr verteidigen. Dann springt er in die Bresche und kämpft für mich. Dadurch hat sich natürlich auch unsere Beziehung verändert. Jetzt steht er in der ersten Reihe und muß so manches Mal mich auffangen. Natürlich brauchte auch er seine Zeit, sich auf seine "neue Rolle" in unserer Beziehung einzustellen. Was besonders wichtig ist, reden reden reden und manchmal auch streiten.


    LG

    Elfriede

  • Guten Morgen Elfriede,


    na das hört sich doch an als wenn du richtig Glück bei der Männerwahl hattest!Herzlichen Glückwunsch! 🍾 Bei uns zieht sich das Thema mit der Unzuverlässigkeit aber schon durch die ganze Ehe! Obwohl ich muss noch ergänzen, als unsere Tochter vor 22 Jahren an Leukämie erkrankt ist, und unsere kleine Tochter erst 6 Wochen alt war, konnte ich mich 100% auf ihn verlassen. Er hat sich die ganze Zeit wenn ich mit der Großen im Krankenhaus war, um die Kleine gekümmert. Und was ich damals besonders gut fand war, dass er das Angebot meiner Schwiegermutter, zum Essen nach Hause zu kommen, abgelehnt und sich selbst versorgt.


    Vielleicht liegt es auch teilweise an mir, weil ich mich immer für meine Familie in die Bresche geschmissen habe und auch wenig von ihm verlangt habe, aber ich war das einfach auch schon von Kindheit an so gewöhnt dass ich mich um alles alleine kümmern muss und habe das vllt auch ganz gerne gemacht. Meine Mutter ist gestorben als ich 13 war und meine Schwester (damals 17) und ich haben automatisch den ganzen Haushalt übernommen. Meine beiden Brüder waren da außen vor, weil die ja jeden Tag arbeiten mussten!!!!! Das war jedenfalls die Meinung meines Vaters!!!! Er hat sich weder um meine schulischen Sachen gekümmert noch um iwas anderes. Er ist arbeiten gegangen und hat auch manches mal seinen Schmerz im Alkohol ertränkt.


    Trotzdem würde ich von meinem Mann erwarten, dass er sich jetzt, wo der wirst case eingetreten ist, einfach mal aufrafft und mir wenigstens zeigt dass ich mich auf ihn verlassen kann.😔


    Ein weiteres Problem ist wahrscheinlich, dass man mir meine Krankheit überhaupt nicht ansieht. Ich hatte ja keine chemo sondern nur eine Immuntherapie. Und trotzdem ist die Krankheit da und schreitet zzt ja auch ziemlich voran. Hirnmetastasen war echt das schlimmste was ich mir ausmalen konnte 😞

  • Elfriede ja da klinkte ich mich auch mal ein. So "einen" Mann habe ich auch, seit der ED 2009 steht er voll hinter mir.

    Sind jetzt 31 Jahre verheiratet, das Rezidiv und die ED der Knochenmetastasen 2016 hat uns noch mehr zusammen geschweißt.

    Bei allen Besprechungen ist er wenn es geht dabei, bremst mich und untersützt mich:thumbup::thumbup:

    Auch mir sieht man die Erkrankung nicht an, aber ich denke, das ist auch nebensächlich. Auf das miteinander und verlassen kommt es an.

    LG

    Anke

  • Hallo Kavallo und Elfriede ja ich kann euch nur zustimmen! Mein Mann steht auch zu 100%hinter mir und wir sind schon so einige Male in unseren gemeinsamen 16 Jahren durch dick und dünn gehen müssen. War nicht immer einfach, wird es auch nicht wenn man es öfter muss. Aber wir wissen beide das wir uns genau in diesen Situationen und Phasen des Lebens mehr denn je brauchen und alleine jeder für sich zusammenbrechen würde. Unsere jüngste Tochter ist nicht gesund zur Welt gekommen, die ersten zwei Jahre waren Horror und da flog auch mal so manches verletzende Wort an ganz schlimmen Tagen, aber man lernt damit umzugehen und vor allem einzuschätzen und vernünftig zu reagieren, nicht jedes Wort kauf die Goldwaage zu legen sondern runter schlucken, warten bis die Situation vorbei ist und in einem ruhigen Moment drüber reden. Reden ist wie Elfriede schon geschrieben hat so wichtig, keiner kann hellsehen und niemand weiß immer wie man richtig und angemessen handelt auch nicht wenn man schon ewig zusammen ist in ungewohnten und verunsichernden Situationen. Mein Mann selbst ist auch nicht fit (Schmerzpatient) daher kenne ich selbst auch die Seite des Partners der nicht krank ist. Das ist nicht immer einfach, man will helfen und kann aber manchmal gar nicht. Dann kommt noch hinzu das sich nicht nur das Leben und der Alltag des Erkrankten ändert sondern des partners auch. Und er wurde genauso wenig gefragt ob er dazu bereit ist und die Kraft dazu hat wie wir.

    Ich denke allein das unsere Partner mit uns durch diese schwere Zeit gehen, zeigt das wir uns auf sie verlassen können.

    Lg

  • Mein Freund sieht noch immer die Patientin in mir, dabei bin ich gesund.

    Dein Partner hatte Krebs und ist wieder gesund? 🙏

    Du liebst deinen Partner, 😍kannst aber noch immer keine sexuelle Nähe zulassen? 😔

    Du hast noch immer schlimme Bilder im Kopf? 😔

    Ich suche als Krebs Patientin Angehörige, die mir helfen können, meinen Partner zu verstehen und die mir Tipps geben können, was ich machen kann? Bitte gern als PN, 🙏

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  • Sonni mir geht es ähnlich wie Dir. Ich habe schon immer Haushalt, Kinder, Garten, behördliche Dinge und alles was so ansteht alleine geschmissen. Sogar alle Verhandlungen zu unserem Hausbau habe ich allein gewuppt.

    Mein Mann ist Hauptverdiener und hat sich nebenbei noch mit Studium, Ehrenamt und dem Aufbau einer eigenen Firma beschäftigt, wo ich ihn auch unterstütze.

    Jetzt bin ich krank und bekomme Chemotherapie, die ich unterschiedlich gut vertrage. Mein Mann erwartet von mir, dass ich "funktioniere", da er ja auch einen wahnsinnigen Stress hat und mir nichts abnehmen kann.

    Unser Jüngster ist seit 1 1/2 Wochen krank, Husten, Schnupfen, etwas Fieber. Eigentlich müsste er ja auf Corona getestet werden, aber dann müsste ich ihn zum Kinderarzt fahren und mit meiner momentanen Immunschwäche, traue ich mir das nicht zu. Es scheint meinen Mann nicht zu interessieren oder er blended es komplett aus.

    So muss ich mich allein um unseren Sohn kümmern, trotz der Ansteckungsgefahr.

    Ich habe den Eindruck, dass er überhaupt nicht sieht oder sehen will/kann, wie schwierig meine Lage im Moment ist.

    Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass er nur schlechte Seiten hat. Er fährt mich zu den Therapien, geht zu den Ultraschalluntersuchungen mit und ich kann mit ihm auch über die Erkrankung reden. Nur dieses Thema, dass ich manchmal Hilfe brauchen würde, die ich mir von ihm wünsche, ist sehr heikel. Er reagiert dann immer sehr beleidigt. Schließlich hat er ja keine freie Minute...Was ich dann ja auch wieder verstehe.

    Im Moment sehe ich keine Lösung.

  • Liebe 4fach Mama

    Deine Situation klingt ganz schön verzwickt. Du hast mit deinen Mann ja schon geredet, und es hat sich nicht viel getan. Vielleicht probierst du nochmal mit ihn zu reden. Oder vielleicht redest du einmal mit deinen oder seinen Eltern oder Freunden. Vielleicht haben die einen anderen Zugang zu deinen Mann, oder können dir seinen Blickwinkel näher bringen? Es könnte sein, das bei deinen Mann mehr dahinter steckt, das er dich zwar zu Terminen fährt und dich begleitet, aber deine Sorgen sonst nicht wahrnimmt.
    Deine Energie ist auch irgendwann aufgebraucht und die brauchst du doch gerade jetzt. Und ich denke nicht das dein Mann will, dass es dir schlechter geht.
    Ich drücke dir die Daumen und hoffe, ihr findet eine Lösung!